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Luftkrieg 1914-1918
21.08.2017, 15:16
Beitrag: #1
Luftkrieg 1914-1918
Der Luftkrieg im ersten Weltkrieg verschwindet in der historischen Wahrnehmung mow hinter dem zweiten.
Zumindest in Deutschland. Man kennt noch die Jagdflieger, aber sonst? Fehlanzeige.

Um hierzu mal eine lebendige Diskussion "anzuheizen" stelle ich hier mal eine mutige These auf:

Die kaiserlich deutsche Luftwaffe war im Herbst 1918 das einzige Kriegsmittel das relativ unbeschadet blieb.
Der erste Weltkrieg war verloren, keine Frage. Zu Lande und zu Wasser.

Aber in der Luft blieb man unbesiegt!

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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21.08.2017, 19:01
Beitrag: #2
RE: Luftkrieg 1914-1918
Der Rote Baron, der Fokker Dreidecker sind dem Jetztmenschen sehr bekannt.
Auch die Riesen-Flugzeuge mit denen England bombardiert wurde, sind den Interessierten soweit vertraut.
Von den Zeppelinluftschiffen weiß jedes Kind.

Aber ansonsten ist der Luftkrieg des 1. WK hinter den Bombennächten von 1943-44, den Jabotagen von 1945 total verschwunden.

Dabei ist das ein hochinteressantes Kapitel.
In populärwissenschaftlichen Werken zum 1. WK werden die letzten Monate im Luftkrieg etwa so dargestellt, wie wenn da von deutscher Seite fast gar nicht mehr geflogen wurde.
Das Gegenteil ist wahr! Idea

Deshalb nochmals:
Die kaiserlich deutsche Luftwaffe war im Herbst 1918 das einzige Kriegsmittel das relativ unbeschadet blieb.
Der erste Weltkrieg war verloren, keine Frage. Zu Lande und zu Wasser.

Aber in der Luft blieb man unbesiegt!

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21.08.2017, 20:05
Beitrag: #3
RE: Luftkrieg 1914-1918
(21.08.2017 19:01)Suebe schrieb:  Deshalb nochmals:
Die kaiserlich deutsche Luftwaffe war im Herbst 1918 das einzige Kriegsmittel das relativ unbeschadet blieb.
Der erste Weltkrieg war verloren, keine Frage. Zu Lande und zu Wasser.

Aber in der Luft blieb man unbesiegt!

Naja, man kann sich einen Krieg auch schönreden.
Wenn das gesamte Militär in einem Konflikt am Ende ist, spielen diverse Teilstreitkräfte keine oder nur eine untergeordnete Rolle und müssen sich der Gesamtlage unterordnen.

Ich kann beim Schachspiel auch nicht sagen, wenn ich Schachmatt bin, aber das eine Pferd oder Läufer, der übrig ist, blieb unbeschadet und bedarf einer besonderen Betrachtung nach dem Game ...

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
Erich Kästner
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21.08.2017, 22:58
Beitrag: #4
RE: Luftkrieg 1914-1918
Die Flotte war völlig intakt. Nur die U-Boote hatten herbe Verluste erlitten. Aber an Großkampfschiffen war nur die Lützow und die Blücher untergegangen. Der Rest wurde ausgeliefert (die Empfänger konnten nichts damit anfangen, da sie sowieso ihre Flotten verkleinern mussten). Oder trat den Marsch nach Scapa Flow an.
Ok, ein paar Penunzen Schrottwert gab es dafür dann doch.

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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22.08.2017, 09:02
Beitrag: #5
RE: Luftkrieg 1914-1918
Das kann man auch anders sehen.
Noske schreibt, dass die Flotte als Kriegsinstrument nicht mehr vorhanden war.
Am Tag seines Eintreffens in Kiel. Devil Bei Bedarf bitte ein extra Thema aufmachen, bitte hier Luftstreitkräfte.

Fakt ist:
Der "Schwarze Tag des deutschen Heeres" (Luddendorf), der 8. August 1918
war zugleich der "schwarze Tag der britischen Luftstreitkräfte" 69 Totalverluste hatten sie zu verbuchen.
Die deutschen Luftstreitkräfte waren an der Westfront 1918 etwa halb so stark wie die Alliierten, haben aber Abschusszahlen zu verbuchen die fast doppelt so hoch waren!

Bis zum letzten Tag haben die "Schlachtflieger" einen sehr großen Anteil am Zusammenhalt der Front gehabt. Halberstadt, Hannover hießen die Typen.
Und die Junkers, mit der sich in Höhen von 50-100 Metern fast Risikolos über der Front agieren ließ.

Die Alliierten hatten Tanks=Panzer, die Deutschen Schlachtflieger.
Und es besteht kein Zweifel, dass die Schlachtflieger für die Deutschen 1917/18 die deutlich bessere Lösung waren.

Erstaunlicherweise spielt der Schlachtflieger bei den Alliierten die selbe rudimentäre Rolle, wie bei den Deutschen der Tank.

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22.08.2017, 09:28
Beitrag: #6
RE: Luftkrieg 1914-1918
(21.08.2017 20:05)Flora_Sommerfeld schrieb:  
(21.08.2017 19:01)Suebe schrieb:  Deshalb nochmals:
Die kaiserlich deutsche Luftwaffe war im Herbst 1918 das einzige Kriegsmittel das relativ unbeschadet blieb.
Der erste Weltkrieg war verloren, keine Frage. Zu Lande und zu Wasser.

Aber in der Luft blieb man unbesiegt!

Naja, man kann sich einen Krieg auch schönreden.
Wenn das gesamte Militär in einem Konflikt am Ende ist, spielen diverse Teilstreitkräfte keine oder nur eine untergeordnete Rolle und müssen sich der Gesamtlage unterordnen.

Ich kann beim Schachspiel auch nicht sagen, wenn ich Schachmatt bin, aber das eine Pferd oder Läufer, der übrig ist, blieb unbeschadet und bedarf einer besonderen Betrachtung nach dem Game ...


Der Krieg wurde verloren, keine Frage.
Wenn man jedoch aktuelle populäre Werke zum 1. WK liest, ist zu den deutschen Luftstreitkräften recht "eigenartiges" zu lesen, von wegen kaum mehr geflogen, schlecht ausgebildete Piloten, kein Sprit, keine Reifen usw. usf.
da verwechselt so mancher 1945 mit 1918

Die deutschen Luftstreitkräfte agierten erfolgreich bis zum Schluss, der Frontzusammenhalt vom August bis in den Oktober ist ohne die Schlachtflieger kaum zu machen.
Der erfolgreiche Gegenangriff nach der Tankschlacht bei Cambrai? Ein Erfolg der deutschen Schlachtflieger, Halberstadt, Hannover!

Und das sind Fakten die einfach in ein Historik-Forum gehören!

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22.08.2017, 19:52
Beitrag: #7
RE: Luftkrieg 1914-1918
Hier die Junkers J.1
https://de.wikipedia.org/wiki/Junkers_J.I

aus dem Link
Zitat:Die J.I kamen rechtzeitig zur großen deutschen Frühjahrsoffensive 1918. Hier bewiesen die J.I erstmals die volle Gefechtstauglichkeit der Ganzmetallflugzeuge. Ihr Gefechtswert im Erdkampfeinsatz war deutlich höher als der der Infanterieflugzeuge Albatros J.I und AEG J.I Gut gepanzert, damit robust und beschussfest, konnte die besser geschützte Besatzung waghalsige Tiefflugeinsätze zur Luftnahunterstützung für die Infanterie fliegen, das Vorrücken von Sturmtruppen überwachen, feindliche MG- und Geschützstellungen niederhalten, Gegenangriffe von Reserven abriegeln oder abgeschnittene Stoßtrupps mit Abwurf von Proviant und Munition versorge

die Halberstadt
https://de.wikipedia.org/wiki/Halberstadt_CL.IV
aus dem link
Zitat:Die ersten CL.II kamen ab Mitte 1917 an die Front und bewährten sich sofort, sowohl im Luftkampf als auch im Einsatz gegen Bodenziele. Einzelne Maschinen gingen auch als Schutzflugzeuge an die Jagdstaffeln sowie an Bogohl 3 als Nachtjäger. Auch am 30. November 1917 bei der Schlacht von Cambrai bewährten sich die CL.II.

Die CL.II und ihr ab Juni 1918 erscheinender Nachfolgetyp Halberstadt CL.IV kamen bis zum Kriegsende auch als Nachtjäger gegen einfliegende feindliche Bombengeschwader zum Einsatz.

die Albatros
https://de.wikipedia.org/wiki/Albatros_J-Typen
aus dem link
Zitat:Bereits bei ihrer Feuertaufe im April 1918 in der 4. Flandernschlacht zeichneten sich die Albatros J.I. aus. Selbst beschussfest gegen Infanteriefeuer griffen die Maschinen gegnerische Stellungen im extremen Tiefflug an, wobei ihre Piloten aufgrund der guten Sicht nach vorn feindliche Bodentruppen mit der vollen Feuerkraft der beiden 45° nach unten gerichteten MGs bekämpften und der Fliegerschütze mit seinem beweglichen MG, sowie leichten Bomben und Handgranaten den Feuerüberfall fortsetzte. In Einsatzhöhen zwischen 50 und 500 m wurden die J.I im Verbund mit den schweren „Blechkästen“ von Junkers und AEG eingesetzt, unter dem Begleitschutz der ungepanzerten, aber dafür schnellen und wendigen „Pappschachteln“ Halberstadt und Hannover, die die Sicherung gegen Jagdflieger übernahmen. Diese Flugzeugtypen bildeten Mitte 1918 den Kernbestand der deutschen Schlachtgeschwader an der Westfront. Neben Angriffseinsätzen hielten diese Verbindung zu einzelnen Stützpunkten, unterstützten Stoßtruppunternehmen, warfen Meldungen und Versorgungsmaterial ab oder erkundeten den Verlauf der vordersten Linie.

und nochmals, bei den Alliierten gab es "Erdkampfflugzeuge" in ähnlichem Umfang wie bei den Deutschen Tanks - ein paar Dutzend.

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22.08.2017, 20:28
Beitrag: #8
RE: Luftkrieg 1914-1918
Und ganz wichtig waren die deutschen Gothas:

Gotha G.I

Diese haben im 1.WK die Akzente des Bombenterrors gegen die Zivilbevölkerung gesetzt.

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
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22.08.2017, 20:45
Beitrag: #9
RE: Luftkrieg 1914-1918
Die deutschen Riesenbomber waren von den Russen abgekupfert:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sikorsky_Ilja_Muromez
Erstaunlich, was die schon 1913 bauen konnten. Und noch erstaunlicher, dass sie bei den Jägern überhaupt gar nichts auf die Reihe kriegten. Was dann auch wie bekannt endete. In längeren Kriegen haben fast immer diejenigen mit den ausgewogeneren Kriegsmitteln gewonnen.

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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22.08.2017, 20:54
Beitrag: #10
RE: Luftkrieg 1914-1918
(22.08.2017 20:45)Triton schrieb:  Die deutschen Riesenbomber waren von den Russen abgekupfert:

Wie kommst du darauf?

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
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22.08.2017, 21:03
Beitrag: #11
RE: Luftkrieg 1914-1918
Steht halt im Link. Inspiriert ist vielleicht das bessere Wort.
Die Deutschen setzten auf die Zeppeline, waren da etwas hinten dran.

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22.08.2017, 21:05
Beitrag: #12
RE: Luftkrieg 1914-1918
(22.08.2017 21:03)Triton schrieb:  Steht halt im Link. Inspiriert ist vielleicht das bessere Wort.
Die Deutschen setzten auf die Zeppeline, waren da etwas hinten dran.

Die Gothas hatten ein lizensiertes Patent auf die Anordnung der Flügel am Rumpf. Das würde dann gegen diese These sprechen.

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23.08.2017, 10:52
Beitrag: #13
RE: Luftkrieg 1914-1918
(22.08.2017 20:28)Flora_Sommerfeld schrieb:  Und ganz wichtig waren die deutschen Gothas:

Gotha G.I

Diese haben im 1.WK die Akzente des Bombenterrors gegen die Zivilbevölkerung gesetzt.

(22.08.2017 20:45)Triton schrieb:  Die deutschen Riesenbomber waren von den Russen abgekupfert:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sikorsky_Ilja_Muromez
Erstaunlich, was die schon 1913 bauen konnten. Und noch erstaunlicher, dass sie bei den Jägern überhaupt gar nichts auf die Reihe kriegten. Was dann auch wie bekannt endete. In längeren Kriegen haben fast immer diejenigen mit den ausgewogeneren Kriegsmitteln gewonnen.

(22.08.2017 20:54)Flora_Sommerfeld schrieb:  
(22.08.2017 20:45)Triton schrieb:  Die deutschen Riesenbomber waren von den Russen abgekupfert:

Wie kommst du darauf?

(22.08.2017 21:03)Triton schrieb:  Steht halt im Link. Inspiriert ist vielleicht das bessere Wort.
Die Deutschen setzten auf die Zeppeline, waren da etwas hinten dran.

(22.08.2017 21:05)Flora_Sommerfeld schrieb:  
(22.08.2017 21:03)Triton schrieb:  Steht halt im Link. Inspiriert ist vielleicht das bessere Wort.
Die Deutschen setzten auf die Zeppeline, waren da etwas hinten dran.

Die Gothas hatten ein lizensiertes Patent auf die Anordnung der Flügel am Rumpf. Das würde dann gegen diese These sprechen.


Hier

http://www.forum-geschichte.at/Forum/sho...p?tid=5561

habe ich zu den "Gothas" schon mal etwas geschrieben.
Man beachte insbesondere Beitrag Nr. 5.
Initiator war nicht zuletzt Zeppelin.

zu den Russen gehört beachtet, dass die 1914 insgesamt eine der stärksten Luftmächte waren.
Die gewaltige Aufrüstung des Zarenreichs seit 1907 war keineswegs eine Schimäre. Und dann noch die britisch-russischen Marinegespräche, die Grey vorsichtshalber abgeleugnet hat.
Dass man in Berlin da "kalte Füsse" bekam ist nur zu verständlich.
OK, ist hier OT

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23.08.2017, 21:29
Beitrag: #14
RE: Luftkrieg 1914-1918
(23.08.2017 10:52)Suebe schrieb:  zu den Russen gehört beachtet, dass die 1914 insgesamt eine der stärksten Luftmächte waren.
Die gewaltige Aufrüstung des Zarenreichs seit 1907 war keineswegs eine Schimäre. Und dann noch die britisch-russischen Marinegespräche, die Grey vorsichtshalber abgeleugnet hat.
Die britisch-russischen Absprachen sind bekannt, ebenso die vergebliche Unterstützung der "Weißen" im Bürgerkrieg.

Die Fliegertruppe in Russland war nie im Stande, sich gegen die Mittelmächte durchzusetzen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Fliegertru...iserreich)
Ohne fremde Hilfe völlig wehrlos, mit fremder Hilfe massig Probleme wegen der bunt zusammengewürfelten Technik mit entsprechenden Logistikproblemen. Wie auf den meisten Gebieten ein ziemlich unorganisiserter "Sauhaufen" mit einzelnen Technik-Highlights. Die Flotte war nach Tsushima noch ein Torso und wurde von der kaiserlichen Marine praktisch immer vorgeführt.

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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24.08.2017, 19:17
Beitrag: #15
RE: Luftkrieg 1914-1918
Ohne fremde Hilfe völlig wehrlos....

Na ja,

die Spezialität dess Illja Muromez-Geschwaders war die Zerstörung rückwärtiger Hauptquartiere, so 1916 mal "OberOst" in Litauen.
Und verloren haben sie fast keine Flugzeuge bei diesen Aktionen.

so ohne war das auch wieder nicht.

Intelligente Menschen erkennt man daran, dass sie denselben Fehler nicht zweimal machen.
Die Russen haben leistungsfähige Eisenbahnen von Murmansk her gebaut. Haben entlang des Kaspischen Meeres eine zweigleisige Bahn gebaut, die riesige Mengen an Nachschub und Kriegsgerät in die Sowjetunion brachte.

Die Deutschen im Herrenmenschenwahn haben überhaupt nicht geschnallt, warum das zaristische Russland 1917 zusammenbrach, sind im Herrenmenschenwahn gen Ostland geritten, die slawischen Untermenschen züchtigen .....
und haben eine unbeschreiblich fürchterliche auf die Waffel bekommen.

Noch Fragen?
Devil


ok ok, ist hier alles fürchterlich OT
wahr ist es trotzdem

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31.08.2017, 12:09
Beitrag: #16
RE: Luftkrieg 1914-1918
Vom Krieg in der Luft, schwerer als Luft, hatten 1914 die Franzosen die klarsten Vorstellungen.
Deren Gitterschwänze mit Druckproppeller da auch erhebliche Vorteile boten.
Schon im August 1914 wurden deutsche Aufklärer mit MGs aus Farman-Doppeldeckern beschossen.
Farman war im Sommer 1914 der einzige französische Hersteller, der die benötigten Stückzahlen bauen und liefern konnte. Gitterschwänze mit Druckproppeller.
Die in Deutschland verbreiteten Tauben (Etrich-Rumpler usw.) mit ihren geschätzten harmlosen Flugeigenschaften waren als Militärflugzeuge im Westen eigentlich schon ab August 14 nicht mehr zu verwenden. Zu langsam und zu unbeholfen.
Dazu kam, dass zdZ in Deutschland kein Flugmotor mit mehr als 100PS zu kriegen war.

Die deutsche Luft-Aufklärung war während des Vormarsches August-Sept. 1914 durchaus auf der Höhe, der franz. Gegenangriff von Paris her, blieb leduglich deshalb unerkannt, da jenes dt. Armeekorps keine Aufklärungsflugzeuge hatte.
Im Süden der Front, 7. Armee Vogesen-Sundgau, wurden mangels Flugzeugen zwei Zeppeline eingesetzt, die sofort verloren gingen. Und die Unbrauchbarkeit der Zeppeline zur operativen Aufklärung offensichtlich.

Mit dem beginnenden Stellungskrieg war aber auch die deutsche Luftaufklärung "schwerer als Luft" mehr oder weniger am Ende. Konnte die Front nicht mehr überflogen werden.

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31.08.2017, 17:59
Beitrag: #17
RE: Luftkrieg 1914-1918
Zitat:Mit dem beginnenden Stellungskrieg war aber auch die deutsche Luftaufklärung "schwerer als Luft" mehr oder weniger am Ende. Konnte die Front nicht mehr überflogen werden.
wurden von MG-bewaffneten Gitterschwänzen zügig abgedrängt.
Insbesondere war so keine Feuerleitung für die Artillerie mehr möglich, was auf Grund der alle Kriegsparteien gleichermaßen befallenen Munitionskrise nicht so schlimm war.
Aber der franz. Angriff, "Winterschlacht in der Champagne" konnte so halt nicht aufgeklärt werden, kam für die Deutschen völlig überraschend.

Es gab in Deutschland, wie bereits geschrieben, bei Kriegsbeginn keine Flugmotoren mit mehr als 100 PS, und es gab keine luftgekühlten MGs, die in Deutschland üblichen wassergekühlten waren in Flugzeuge nicht einzubauen.
Außerdem war die in deutschen Flugzeugen übliche Anordnung, Beobachter vorn, Pilot hinten, "ungeschickt", da der Beobachter so ja kein MG bedienen konnte. Bei den frnz Gitterschwänzen mit Druckpropeller war dies natürlich anders.

Im Herbst/Winter 1914-15 wurde diesen drei Mängeln abgeholfen, der Beobachter rückte nach hinten und bekam ein MG zur Abwehr, es wurden stärkere Flugmotoren gebaut, nicht zuletzt Umlaufmotoren nach franz. Lizenz.Idea
Und die deutsche Aufklärung und Artilleriefeuerleitung aus der Luft setzte wieder ein.

Nochmal schwierig wurde es durch die franz. Nieuports mit MGs die durch den Luftschraubenkreis schossen.
Die Vorgänge habe ich da
http://www.forum-geschichte.at/Forum/sho...p?tid=6029
"Das syncronisierte MG" schon beschrieben.

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01.09.2017, 14:50
Beitrag: #18
RE: Luftkrieg 1914-1918
1916 suchten die Deutschen die Kriegsentscheidung im Westen.
An der Festung Verdun sollte sich Frankreich "weißbluten"
Dass es anders kam, soll hier nicht diskutiert werden.
Zu der Zeit waren die deutschen Luftstreitkräfte technisch überlegen, und konnten die geringere Zahl gut ausgleichen.

Für den Angriff auf Verdun wurde auch in der Luft alles aufgeboten, was die deutsche Militärmacht zu bieten hatte.
Fesselballone zur Nahaufklärung, die sich bestens bewährten, das Gas kam von den in Belgien für die Zeppeline installirten Gaswerken.
Zeppeline als Bombenträger, die trotz ausschließlichen Nachteinsätzen die Verluste nicht lohnten.
Bei den Flugzeugen "schwerer als Luft" wurde eine ungeeignete Taktik verwandt, "Luftsperre" es wurde versucht über die ganze Zeit der Verdun Angriffe alle franz. Flugzeuge am Überfliegen der Front zu hindern, abzuschießen oder abzudrängen.
Eine Taktik, die aus den zweidimensionalen Welten übernommen, scheiterte.
Jedoch sinnlos sehr viele Ressuorcen vergeudete.


Als die Briten dann an der Somme ihren Entlastungsangriff starteten, fehlten diese an allen Ecken und Enden. Inzwischen hatten die Franzosen und Briten technisch aufgeholt und überholt.

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02.09.2017, 16:21
Beitrag: #19
RE: Luftkrieg 1914-1918
Die Sommeschlacht 1916 war für die Deutschen Luftstreitkräfte ein "Epochales Ereignis"

Ständig hingen britische Artillerieflugzeuge über der Front und lenkten das britische Artilleriefeuer vorbildlich.
Kaum belästigt durch deutsche Flugzeuge.
Die deutsche Infanterie beklagte ich fürchterlich.

Aufgrund des großen Verschleißes bei Verdun durch die ungeeignete Taktik "Luftsperre" konnten nur langsam Fliegerkräfte an die Somme verlegt werden.

Oswald Boelcke hatte seine Erkenntnisse zum Luftkrieg früh zusammengetragen und verschriftlicht "Dicta Boelcke"
Zitat:Die wichtigsten Regeln fasste er in den Dicta Boelcke zusammen:

Sichere Dir die Vorteile des Luftkampfes (Geschwindigkeit, Höhe, Überraschungsmoment, zahlenmäßige Überlegenheit, Position), bevor Du angreifst. Greife immer aus der Sonne an.
Wenn Du den Angriff begonnen hast, bringe ihn auch zu Ende.
Feuere das MG aus nächster Nähe ab und nur, wenn Du den Gegner sicher im Visier hast.
Lasse den Gegner nicht aus den Augen.
In jeglicher Form des Angriffs ist eine Annäherung an den Gegner von hinten erforderlich.
Wenn Dich der Gegner im Sturzflug angreift, versuche nicht, dem Angriff auszuweichen, sondern wende Dich dem Angreifer zu.
Wenn Du Dich über den feindlichen Linien befindest, behalte immer den eigenen Rückzug im Auge.
Für Staffeln: Greife prinzipiell nur in Gruppen von 4 bis 6 an. Wenn sich der Kampf in lauter Einzelgefechte versprengt, achte darauf, dass sich nicht viele Kameraden auf einen Gegner stürzen.


die nun zusammen mit seinen Vorstellungen über die Organisation der deutschen Luftstreitkräfte verwirklicht wurden

Kommandeur der Luftstreitkräfte wurde Gerneral Hoeppner.
Diverse organisatorische und technische Veränderungen wurden eingeführt.
So wurden die Artillerieflugzeuge mit Funkempfängern ausgestattet. Bis dato konnten die nur senden, nicht empfangen.
Neue, wieder überlegene Jagdflugzeuge wurden in Stückzahlen produziert. Womit wieder eine technische Überlegenheit gegeben war.

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03.09.2017, 13:09
Beitrag: #20
RE: Luftkrieg 1914-1918
Hier wurden die deutschen Luftangriffe mit den Gothas auf London angesprochen.
Nach deutscher Meinung waren die konform zum Völkerrecht, was die britischen auf deutsche Städte des Rheinlandes 1917 nicht gewesen wären. Die sollen in der Regel auch über holländisches Gebiet angeflogen worden sein, was ja auf keinen Fall durch das Völkerrecht gedeckt war.
Die deutsche OHL hat über den Funkinformationsdienst den Alliierten angedroht, dass wenn diese nicht eingestellt würden, Paris die Rechnung zu bezahlen hätte.
Als die Luftangriffe nicht aufhörten, wurde Paris mehrfach kräftig (1917!) bombardiert. In den französischen Medien wurde die franz. Regierung aufgefordert mit der deutschen Regierung eine Vereinbarung über die Luftangriffe zu treffen.
Was im Reichstag zu einer Anfrage führte, wie die OHL auf dieses Angebot reagieren wolle.
Die Antwort der OHL war, dass das Angebot zuerst einmal vorliegen müsse.
Es kam übrigens auch nie eines.

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