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Tag der Deutschen Einheit
16.10.2016, 12:01
Beitrag: #41
RE: Tag der Deutschen Einheit
(15.10.2016 14:33)Dietrich schrieb:  
(14.10.2016 20:23)Flora_Sommerfeld schrieb:  Wurden die DDR Bürger somit gekauft?

Was heißt hier "gekauft"?

Die Bürger der verkrusteten und verluderten DDR waren endlich ihr Spitzelsystem und ihre SED-Diktatur los. Dass der westliche Lebensstil, die Reisefreiheit, das demokratische System und natürlich auch eine feste, konvertible Währung eine gewaltige Anziehungskraft ausübten, steht außer Frage.

Da musste niemand "gekauft" werden.

Ja, die Bürger waren das SED Regime los, was aber nicht hätte zwangsläufig in die Einheit, so wie sie gekommen ist, hätte münden müssen.

Aber die DDR wurde schon kurz nach dem Mauerfall mit Produkten aus dem Westen regelrecht überschüttet. Sicherlich war der Bedarf auch vorhanden, doch bei Lebensmitteln z.B. gab es dramatische Ausmaße, daß einheimische Produkte bei den Grundnahrungsmitteln z.B. nicht einmal mehr verkauft werden konnten, weil aber auch alles aus dem Westen die Regale der HOs und Konsums überschwemmte, als die Währungsunion erfolgte.

Das meine ich mit Kaufen und Übernahme. Korrekt war das nicht und diese Art der Einheit hat zu dieser tiefen Spaltung zwischen Ost und West geführt, die heute noch vorhanden ist und durch die aktuelle politische Entwicklung wieder offen zu Tage tritt.
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17.10.2016, 15:12
Beitrag: #42
RE: Tag der Deutschen Einheit
(16.10.2016 12:01)Flora_Sommerfeld schrieb:  Ja, die Bürger waren das SED Regime los, was aber nicht hätte zwangsläufig in die Einheit, so wie sie gekommen ist, hätte münden müssen.

Bei der letzten Volkskammerwahl 1990 stimmten die Wähler mit großer Mehrheit für eine deutsche Vereinigung. Wahlentscheidend war die Haltung der Parteien zur Deutschen Einheit. Ab dem Frühjahr 1990 drehte sich die öffentliche Debatte nicht mehr um das "ob", sondern nur noch um das "wie" und der Frage "wie schnell" die Deutsche Einheit realisiert werden solle. Die "Allianz für Deutschland" hatte sich eindeutig für eine schnelle Wiedervereinigung ausgesprochen. Die SPD und die aus den Bürgerrechtsbewegungen entstandenen Parteien und Listen traten für eine Vereinigung nach einer Übergangszeit ein und die PDS forderte einen Staatenbund. Das Votum der Wähler für die "Allianz" war somit ein klares Votum für eine schnelle deutsche Einheit.

(16.10.2016 12:01)Flora_Sommerfeld schrieb:  Aber die DDR wurde schon kurz nach dem Mauerfall mit Produkten aus dem Westen regelrecht überschüttet.

Angesichts einer freien Marktwirtschaft konnte es in der DDR wie auch in allen anderen ehemaligen Ostblockstaaten keine Einschränkungen beim freien Warenverkehr mehr geben. Es galt der freie Wettbewerb. Abgesehen davon wünschte die Bevölkerung ungehinderten Zugang zum westlichen Warenangebot, was den Todesstoß für zahlreiche Ost-Produkte bedeutete. Diese Entwicklung war alternativlos und vollzog sich in allen vom Kommunismus befreiten osteuropäischen Staaten.
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18.10.2016, 00:37
Beitrag: #43
RE: Tag der Deutschen Einheit
Die Produkte aus dem Osten waren am freien Markt zumeist einfach nicht konkurrenzfähig. Kein Wunder, stammten sie doch aus einem System, in dem es keinen freine freie Marktwirtschaft und somit auch keinen Wettbewerb gab.

MfG, Titus Feuerfuchs
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18.10.2016, 14:22
Beitrag: #44
RE: Tag der Deutschen Einheit
(18.10.2016 00:37)Titus Feuerfuchs schrieb:  Die Produkte aus dem Osten waren am freien Markt zumeist einfach nicht konkurrenzfähig. Kein Wunder, stammten sie doch aus einem System, in dem es keinen freine freie Marktwirtschaft und somit auch keinen Wettbewerb gab.

Es gab immerhin einige Ostartikel, die von der Qualität her konkurrenzfähig waren. Allerdings umgab sie nicht der Glamour westdeutscher Waren, die glänzend herausgeputzt die Regale und die TV-Werbung bevölkerten.

Es gibt sie aber auch nach über 25 Jahren: Erzeugnisse, die den Sozialismus überdauert und sich am heutigen Markt etabliert haben. Sie sind entweder besonders preisgünstig oder originell oder haben eine regionale Geschichte. Schöne Beispiele sind der Rotkäppchen-Sekt, das alte DDR-Waschmittel Spee, das Spülmittel Fit (Marktführer im Osten), der Bautz'ner Senf, die Spreewald-Gurken, die Halloren-Kugeln, das Burger Knäckebrot, Halberstädter Würstchen, Salzwedeler Baumkuchen, Köstritzer Schwarzbier und einige andere.

Insgesamz gesehen verschwanden jedoch die meisten Ostprodukte aus den Regalen aufgrund der oben genannten Gründe. Die meisten Produzenten im Osten mussten die Produktion einstellen, einige wenige überlebten und gingen in der Regel in die Hände westdeutscher Investitoren über. Künstlich konnte kein Betrieb am Leben erhalten werden. Dafür hätte sich kein Investor gefunden und dazu war auch der Staat nicht bereit. Somit kam es zu einer sicher brutalen Bereinigung des Marktes, der die ostdeutsche Konsumgüterindustrie weitgehend zum Opfer fiel.
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18.10.2016, 21:50
Beitrag: #45
RE: Tag der Deutschen Einheit
(17.10.2016 15:12)Dietrich schrieb:  Diese Entwicklung war alternativlos und vollzog sich in allen vom Kommunismus befreiten osteuropäischen Staaten.

War die DDR Kommunistisch?

Diese These habe ich im www. gefunden und werfe es mal hier in den Raum:
Zitat:Die DDR war eine bürokratische Diktatur, allerdings auf der sozialen Grundlage der Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln. Diese Grundlage hätte 1989/90 mittels einer politischen Revolution gegen die DDR-Bürokratie und gegen die Expansion des westdeutschen Imperialismus verteidigt werden müssen, in der Perspektive einer vereinigten sozialistischen Räterepublik in Deutschland.
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19.10.2016, 12:13
Beitrag: #46
RE: Tag der Deutschen Einheit
(18.10.2016 21:50)Flora_Sommerfeld schrieb:  War die DDR Kommunistisch?

Nach der leninistisch-marxistischen Definition war die DDR ein sozialistischer Staat. In der marxistischen Theorie bildet der Sozialismus das Übergangsstadium vom Kapitalismus zum Kommunismus.

Allerdings werden die Begriffe "Sozialismus" und "Kommunismus" häufig synonym gebraucht.
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19.10.2016, 20:26
Beitrag: #47
RE: Tag der Deutschen Einheit
(18.10.2016 21:50)Flora_Sommerfeld schrieb:  
Zitat:Die DDR war eine bürokratische Diktatur, allerdings auf der sozialen Grundlage der Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln. Diese Grundlage hätte 1989/90 mittels einer politischen Revolution gegen die DDR-Bürokratie und gegen die Expansion des westdeutschen Imperialismus verteidigt werden müssen, in der Perspektive einer vereinigten sozialistischen Räterepublik in Deutschland.

Wer hätte denn 1989/90 die Abschaffung von Privateigentum an Produktionsmitteln in der alten Bundesrepublik umgesetzt? Kein vernünftiger Mensch wäre auf diese Idee gekommen. Wenn Du das komplette Privateigentum an Produktionsmitteln abschaffst, bildet sich aus den Management der staatlichen / öffentlich-rechtlichen Wirtschaftseinheiten eine neue Bürokratie heraus, die spätestens in der 2. Generation genauso agiert wie die DDR-Bürokratie. Und wie stellst Du Dir eine sozialistische Räterepublik vor? Hast Du konkrete Vorbilder, wie z.B. die bayrische Räterepublik von 1919?

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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19.10.2016, 20:34
Beitrag: #48
RE: Tag der Deutschen Einheit
(19.10.2016 20:26)Sansavoir schrieb:  
(18.10.2016 21:50)Flora_Sommerfeld schrieb:  

Wer hätte denn 1989/90 die Abschaffung von Privateigentum an Produktionsmitteln in der alten Bundesrepublik umgesetzt? Kein vernünftiger Mensch wäre auf diese Idee gekommen. Wenn Du das komplette Privateigentum an Produktionsmitteln abschaffst, bildet sich aus den Management der staatlichen / öffentlich-rechtlichen Wirtschaftseinheiten eine neue Bürokratie heraus, die spätestens in der 2. Generation genauso agiert wie die DDR-Bürokratie. Und wie stellst Du Dir eine sozialistische Räterepublik vor? Hast Du konkrete Vorbilder, wie z.B. die bayrische Räterepublik von 1919?

Du, das Zitat in meinem Beitrag kommt nicht von mir, sondern war gefunden im www. und ich habe es aufgegriffen und wie ich schrieb in den Raum geworfen. Daher kann ich deine Fragen nicht beantworten.
Aber hier mal etwas zum Lesen und Nachdenken:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=12924
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19.10.2016, 20:47
Beitrag: #49
RE: Tag der Deutschen Einheit
Okay, trotzdem vielen Dank, dass Du o.a. Artikel ins Netz gesetzt hat.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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19.10.2016, 20:55
Beitrag: #50
RE: Tag der Deutschen Einheit
(19.10.2016 20:47)Sansavoir schrieb:  Okay, trotzdem vielen Dank, dass Du o.a. Artikel ins Netz gesetzt hat.

Dabei geht es doch nicht, von wem es kommt. Es geht um den Text, der die Diskussion anregen soll/kann.
Das macht doch der Rechte Flügel in unseren Forum auch andauernd. Irgendwelche Phrasen in den Raum werfen und damit die Diskussion anheizten, oder?
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04.10.2018, 20:01
Beitrag: #51
RE: Tag der Deutschen Einheit
Gestern war wieder der Jahrestag.
28 Jahre ist die Wiedervereinigung inzwischen her.

Ich habe mich aus dem Anlass gestern mal wieder in meine Literatur hierzu "eingelesen".

Die blöden Kommentare zB von Günther Grass, den ich ansonsten eigentlich immer geschätzt habe....
Die Grüne Parteiführung, mann oh mann, .....
Manche SPD-Größen ...... hätten die den Willi Brandt damals nicht gehabt....
es gab im Westen recht viele "Politiker" die der DDR den Honecker erhalten wollten... (vermutlich mehr als in der DDR???)

Schon im November 1990 war klar, dass sich das Zeitfenster inzwischen geschlossen hatte. Die Wiedervereinigung so inzwischen nicht mehr möglich gewesen wäre.
Gott sei Dank, war da alles schon in trockenen Tüchern.

Was ich nie so ganz begriffen habe: Wie hat Kohl und Genscher den Gorbatschow dazu gebracht, dem wiedervereinigten Deutschland die Nato-Mitgliedschaft zu erlauben?
Scheckbuch?
Das war ja genau die Wiedervereinigung die Adenauer immer gefordert hat. Was man ihm zeitlebens vorgeworfen hat. "hätte er doch die Stalin-Offerten wenigstens geprüft"

Den europäischen Nachbarn in Ost und West war ein Gesamt-Deutschland in der Nato natürlich deutlich sympathischer wie ein Neutrales, mit nennenswerten "Selbstverteidigungs-Streitkräften".
So richtig getraut hat man den Hunnen, Boches, Muffes... damals noch lange nicht.
Aber ob dies Gorbatschow beeinflusst hat?

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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04.10.2018, 22:14
Beitrag: #52
RE: Tag der Deutschen Einheit
(04.10.2018 20:01)Suebe schrieb:  Was ich nie so ganz begriffen habe: Wie hat Kohl und Genscher den Gorbatschow dazu gebracht, dem wiedervereinigten Deutschland die Nato-Mitgliedschaft zu erlauben?
Scheckbuch?

Bestimmt. Gorbi kroch doch auf dem Zahnfleisch. Immerhin hat Deutschland für den Abzug der Russen kräftig geblecht. Dass das Geld in Russland bei irgendwelchen Oligarchen versickerte, ist eine andere Geschichte.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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04.10.2018, 22:15
Beitrag: #53
RE: Tag der Deutschen Einheit
(04.10.2018 20:01)Suebe schrieb:  Was ich nie so ganz begriffen habe: Wie hat Kohl und Genscher den Gorbatschow dazu gebracht, dem wiedervereinigten Deutschland die Nato-Mitgliedschaft zu erlauben?
Scheckbuch?

Sicher. Die dann erfolgte finanzielle Unterstützung des Russlands unter Jelzin basiert mit hoher Wahrscheinlichkeit noch auf den Absprachen von Kohl und Gorbatschow. Ob der verstärkte Zuzug von Bürgern der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland damit auch zusammenhängt, weiß ich nicht. Aber es gibt nicht wenige Zeitgenossen, die behaupten, dass diese "Kontigent-Russen" der Preis für die deutsche Einheit wären. Vielleicht weiß der eine oder andere Forumianer mehr über diese Angelegenheit.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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05.10.2018, 20:04
Beitrag: #54
RE: Tag der Deutschen Einheit
(04.10.2018 22:15)Sansavoir schrieb:  
(04.10.2018 20:01)Suebe schrieb:  Was ich nie so ganz begriffen habe: Wie hat Kohl und Genscher den Gorbatschow dazu gebracht, dem wiedervereinigten Deutschland die Nato-Mitgliedschaft zu erlauben?
Scheckbuch?

Sicher. Die dann erfolgte finanzielle Unterstützung des Russlands unter Jelzin basiert mit hoher Wahrscheinlichkeit noch auf den Absprachen von Kohl und Gorbatschow. Ob der verstärkte Zuzug von Bürgern der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland damit auch zusammenhängt, weiß ich nicht. Aber es gibt nicht wenige Zeitgenossen, die behaupten, dass diese "Kontigent-Russen" der Preis für die deutsche Einheit wären. Vielleicht weiß der eine oder andere Forumianer mehr über diese Angelegenheit.



Hier ein Bericht von Heise online zum Thema
https://www.heise.de/newsticker/meldung/...ml?seite=2

Mal gut, wenn man das Ganze mal wieder im Zusammenhang liest.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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