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Egon Bahr "schockt" Heidelberger Schüler
13.12.2013, 15:52
Beitrag: #1
Egon Bahr "schockt" Heidelberger Schüler
Der große alte SPD-Mann und Architekt der Ostverträge Egon Bahr in einer Schülerrunde an der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg ...

Zitat:Der wichtigste Tipp Bahrs an die Schüler? "In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt."

Hier gefunden --> http://www.rnz.de/heidelberg/00_20131204...ieg_g.html bzw. von dort darauf verwiesen <-- http://www.facebook.com/ForumGeschichte

Irgendwie hat er es doch auf den Punkt gebracht, oder ...?

Er "schockte" bzw. überraschte die Schüler vor allem mit seinen Ausführungrn zu einem bevorstehenden Cyberkrieg.
Zitat:...Ich, ein alter Mann, sage euch, dass wir in einer Vorkriegszeit leben...


Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte.
Süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon, wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's! Dich hab ich vernommen!

Eduard F. Mörike (1804-1875)
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14.12.2013, 21:30
Beitrag: #2
RE: Egon Bahr "schockt" Heidelberger Schüler
Wo der Mann Recht hat... Natürlich wird das nie offen zugegeben. Ein Krieg in Europa ist undenkbar, aber jeder sieht zu wie er das Beste rausholt. Das Prinzip funktioniert bis hinunter auf Landkreisebene und damit im Grunde bis in die eigene Tasche.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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22.12.2013, 05:59
Beitrag: #3
RE: Egon Bahr "schockt" Heidelberger Schüler
(13.12.2013 15:52)Avicenna schrieb:  Der große alte SPD-Mann und Architekt der Ostverträge Egon Bahr in einer Schülerrunde an der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg ...

Zitat:Der wichtigste Tipp Bahrs an die Schüler? "In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt."

Hier gefunden --> http://www.rnz.de/heidelberg/00_20131204...ieg_g.html bzw. von dort darauf verwiesen <-- http://www.facebook.com/ForumGeschichte

Irgendwie hat er es doch auf den Punkt gebracht, oder ...?

Er "schockte" bzw. überraschte die Schüler vor allem mit seinen Ausführungrn zu einem bevorstehenden Cyberkrieg.
Zitat:...Ich, ein alter Mann, sage euch, dass wir in einer Vorkriegszeit leben...



Im ersten Zitat hat Bahr so was von recht. Dabei wird es von agierenden Politikern wider besseres Wissen oft geleugnet und etwas von "Solidarität" gefaselt.

In der Powi ist's noch schlimmer, da werden hauptsächelich idealistische u. abgehobene Theorien gewälzt, die aufgrund mangelndem Realitätsbezug und ihrer dysfunktionaler Wirkung entbehrlich sind.

Die sollten sich häufiger sog. "elder statesmen" in ihre Institute einladen...

Das zweite Zitat ist m.E. eher Kaffeesudleserei.

MfG, Titus Feuerfuchs
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22.12.2013, 12:21
Beitrag: #4
RE: Egon Bahr "schockt" Heidelberger Schüler
Ich denke, daß Bahr sogar noch sehr idealistisch ist, wenn er sagt, daß es um die Interessen von Staaten geht.
Heutzuage dreht sich in der internationalen Politik alles nur noch um die Interessen von Großkonzernen. Es wird zwar immer vorgegeben, daß es dabei auch immer um das Wohl des Staates geht, weil es ja Wohlstand garantiere, wenn man dem betreffenden Großkonzern seine Wünsche erfülle, aber alleine die Erpressungserfolge großer Unternehmen zeigen, daß es wirklich nur um die Interessen der Wirtschaft geht.
Es kann nicht im Interesse des Staates sein, wenn Großkonzerne Regelungen durchdrücken, die langfristig zu explodierenden sozialen Kosten führen.
Von daher sollte man einem alten Mann seine Illusionen lassen...

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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22.12.2013, 21:30
Beitrag: #5
RE: Egon Bahr "schockt" Heidelberger Schüler
(22.12.2013 12:21)Bunbury schrieb:  Ich denke, daß Bahr sogar noch sehr idealistisch ist, wenn er sagt, daß es um die Interessen von Staaten geht.
Heutzuage dreht sich in der internationalen Politik alles nur noch um die Interessen von Großkonzernen. Es wird zwar immer vorgegeben, daß es dabei auch immer um das Wohl des Staates geht, weil es ja Wohlstand garantiere, wenn man dem betreffenden Großkonzern seine Wünsche erfülle, aber alleine die Erpressungserfolge großer Unternehmen zeigen, daß es wirklich nur um die Interessen der Wirtschaft geht.
Es kann nicht im Interesse des Staates sein, wenn Großkonzerne Regelungen durchdrücken, die langfristig zu explodierenden sozialen Kosten führen.
Von daher sollte man einem alten Mann seine Illusionen lassen...

Du hast durchaus recht.
Aber gerade Egon Bahr ist so abgeklärt - der hängt keinen naiven Illusionen nach. Er würde dir, außer was seine Person betrifft, sicher auch zustimmen.
Ich bin bei Leibe kein Fan der multinationalen, global agierenden Großkonzerne - aber wir leben halt in dieser Welt. Zumindest in der entwickelten westlichen Welt können wir auch den positiven Effekt einer florierenden und wachsenden Wirtschaft verzeichnen - nämlich, dass es den Menschen in diesen Staaten, absolut gesehen, besser geht, als es der Fall wäre, wenn die Wirtschaft am Boden liegen würde. Es profitieren sogar Menschen davon, die in dieses florierende Wirtschaftsleben gar nicht eingebunden sind. Das ist eine schwer erkämpfte soziale Errungenschaft. Dass die Schere zwischen Arm und Reich dennoch größer wird, ist aber auch Fakt. Jedoch Arm auf relativ hohem Niveau.

Natürlich müsste auch geklärt werden was man unter "besser geht" überhaupt versteht. Das wird subjektiv natürlich unterschiedlich bewertet. Auch kann man die augenscheinlichen negativen Aspekte einer prosperierenden und wachsenden Wirtschaft nur schlecht einordnen und bewerten. Z.B. die physischen Zivilisationskrankheiten, Umweltbelastungen und daraus resultierende Immunschwächekrankheiten und Allergien, Verschwendung von Ressourcen, aber auch die Erhöhung der mentalen Belastung der Menschen und die stetig steigende Zahl psychisch bedingter Krankheiten in dieser modernen und vernetzten Welt stehen dem Wunsch, dem Drang, dem Zwang nach Wirtschaftswachstum entgegen.


Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte.
Süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land.
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Eduard F. Mörike (1804-1875)
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22.12.2013, 23:21
Beitrag: #6
RE: Egon Bahr "schockt" Heidelberger Schüler
Du beschreibst sehr gut den "Jetzt"- Zustand. Ich mache mir halt manchmal ganz gerne so meine Gedanken, was in sagen wir 20 Jahren sein wird. Oder in 30.
Staaten, die in ihrem Interesse handeln, müssten eigentlich ebenso lange im Voraus planen. Wer in 20 Jahren noch ganz vorne in der Welt mitmsichen will, muss jetzt massiv in Bildung investieren. Wer in 20 Jahren noch genügend Fachkräfte haben will, muss ebenso in Bildung investieren, aber auch in Familienfreundlichkeit und flexiblere Modelle. Wer neue Straßen baut, muss im Stande sein, sie in Stand zu halten usw. Klimaschutz ist kein Luxus- Deutschland wird zwar zu den Ländern gehören, die nicht allzusehr leiden werden- aber es ist kaum anzunehmen, daß die Menschen, die jetzt noch auf Inseln leben, die es dann nicht mehr geben wird, schön dort sitzen bleiben werden und darauf warten, daß sie untergehen...
Die Liste läßt sich beliebig fortsetzen.
Du sagst, uns geht es jetzt noch gut. Richtig. Aber das wird nicht mehr allzu lange der Fall sein. Wir leben jetzt schon auf Pump- und damit meine ich nicht unbedingt finanziell. Wir verbrauchen mehr Rohstoffe, Boden, Luft und Wasser als wir dürften.
Und die Schnelllebigkeit, die du ansprichst, überfordert uns...

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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31.12.2013, 13:46
Beitrag: #7
RE: Egon Bahr "schockt" Heidelberger Schüler
Vor ein paar Jahren hat man mal die politische Bildung von Schülern gecheckt, ich meine, es handelte sich um Hauptschüler. Einer schrieb wörtlich: "Adolf Hitler baute eine Mauer quer durch Berlin." Soll man da lachen oder weinen?
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31.12.2013, 16:20
Beitrag: #8
RE: Egon Bahr "schockt" Heidelberger Schüler
(31.12.2013 13:46)liberace schrieb:  Vor ein paar Jahren hat man mal die politische Bildung von Schülern gecheckt, ich meine, es handelte sich um Hauptschüler. Einer schrieb wörtlich: "Adolf Hitler baute eine Mauer quer durch Berlin."

Ich tu ja schon, was ich kann...
Wink

Von meinen Schülern sagt das keiner. Möglich, dass sie die Mauer Honecker zuschreiben statt Ulbricht, aber nicht Hitler. Ich hab mit denen einen Wettbewerb, wenn sie mir eine Frage zum aktuellen Thema stellen, die ich NICHT beantworten kann, kriegen sie einen Bonus.
Ihr glaubt nicht, mit was für Fragen die kommen! Da werden z.T. genaue Wochentage irgendwelcher Ereignisse gefragt...

Aber immerhin beschäftigen sie sich mit dem Thema...und zwar oft grad die, die eigentlich wenig Ahnung haben...und das will ich ja mit der Aktion nur erreichen...
Die Geschichte is auch als Tipp für Euch gedacht. Muss ja nicht immer vom Lehrer ausgehen...Schüler haben wir zwar meines Wissens keine mehr unter uns, aber Eltern wohl doch. Spitzt mal eure Jungs oder Mädels an, sie sollen ihren Geschichtslehrer (oder auch jeden anderen Lehrer) mal herausfordern. Achtet aber darauf, dass die Kids nicht nur Wiki verwenden, da kann sich der Lehrer ziemlich leicht rausreden, wenn er was nicht weiß... Big Grin
Bin gespannt, was dabei rauskommt...
Big Grin

VG
Christian (hat sich bei Kollegen grad SEHR beliebt gemacht... Big GrinBig Grin)
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03.01.2014, 15:14
Beitrag: #9
RE: Egon Bahr "schockt" Heidelberger Schüler
(31.12.2013 13:46)liberace schrieb:  Vor ein paar Jahren hat man mal die politische Bildung von Schülern gecheckt, ich meine, es handelte sich um Hauptschüler. Einer schrieb wörtlich: "Adolf Hitler baute eine Mauer quer durch Berlin."
Wenn die Rechtschreibung wenigstens korrekt gewesen wäre...

(31.12.2013 16:20)913Chris schrieb:  Von meinen Schülern sagt das keiner. Möglich, dass sie die Mauer Honecker zuschreiben statt Ulbricht, aber nicht Hitler.
Musiklehrer: Wagner war ein Romantiker, also Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts.
Geschichts-Leistungskursler: Also noch während des Zweiten Weltkriegs?


Das ist aber zum Glück ein Ausnahmefall Big Grin

Was Bahr betrifft, scheint er sich zu dem Thema wirklich tiefgründige Gedanken gemacht zu haben.

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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25.12.2014, 17:58
Beitrag: #10
RE: Egon Bahr "schockt" Heidelberger Schüler
Frage mich, mit was dieser Opa die Schüler geschickt haben soll Angry
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