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Gedanken zur Deutschen Einheit
09.03.2017, 20:45
Beitrag: #1
Gedanken zur Deutschen Einheit
Gedanken zur Deutschen Einheit als sie in weite Ferne gerückt war.

Reinhold Maiers Statement aus dem Jahr 1953

Zitat:"Die gesamtdeutsche Frage wird eines Tages mit dämonischer Gewalt auf uns zukommen, sie wird mit Urkraft aufbrechen, und dann werden auch gewisse ängstliche Kreise in Westdeutschland nichts mehr dagegen machen können. Es wird eine Sache sein, die so plötzlich und hart kommt wie die Machtergreifung. Die Frage ist nur, ob sie von links, von rechts oder von vernünftigen Leuten kommt. Jetzt kann man nichts anderes tun als abwarten."

und genau so kams.
notabene, von vernünftigen Leuten.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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10.03.2017, 12:33
Beitrag: #2
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(09.03.2017 20:45)Suebe schrieb:  Gedanken zur Deutschen Einheit als sie in weite Ferne gerückt war.

Reinhold Maiers Statement aus dem Jahr 1953

Zitat:"Die gesamtdeutsche Frage wird eines Tages mit dämonischer Gewalt auf uns zukommen, sie wird mit Urkraft aufbrechen, und dann werden auch gewisse ängstliche Kreise in Westdeutschland nichts mehr dagegen machen können. Es wird eine Sache sein, die so plötzlich und hart kommt wie die Machtergreifung. Die Frage ist nur, ob sie von links, von rechts oder von vernünftigen Leuten kommt. Jetzt kann man nichts anderes tun als abwarten."

und genau so kams.
notabene, von vernünftigen Leuten.


Sorry, Reinhold Maier gibts natürlich viele.

Der Zitierte war von der US-Militärverwaltung eingesetzter Ministerpräsident von (Nord-)Württemberg-(Nord-)Baden, danach bei Wahlen zweimal bestätigt.
Und 1952 erster Ministerpräsident von Baden-Württemberg.

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10.03.2017, 22:54
Beitrag: #3
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
"Gewisse ängstliche Kreise in Westdeutschland", damit meinte er wohl den alten Herrn in Rhöndorf.

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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11.03.2017, 10:23
Beitrag: #4
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(10.03.2017 22:54)Triton schrieb:  "Gewisse ängstliche Kreise in Westdeutschland", damit meinte er wohl den alten Herrn in Rhöndorf.

Den meinte er natürlich.
Maier hatte sehr große Vorbehalte gegenüber der Politik Adenauers insbesondere in Bezug auf die Wiederbewaffnung. Der 1952 anstehende Eintritt in die EVG soll ihn insbesondere veranlasst haben das Amt des Ministerpräsidenten im neuen Südweststaat anzustreben, um im Bundesrat die Wiederbewaffnung zu verhindern.
Die seiner Meinung nach eine Wiedervereinigung für lange Zeit verhindern würde.

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11.03.2017, 11:02
Beitrag: #5
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(09.03.2017 20:45)Suebe schrieb:  Gedanken zur Deutschen Einheit als sie in weite Ferne gerückt war.

Reinhold Maiers Statement aus dem Jahr 1953

Zitat:"Die gesamtdeutsche Frage wird eines Tages mit dämonischer Gewalt auf uns zukommen, sie wird mit Urkraft aufbrechen, und dann werden auch gewisse ängstliche Kreise in Westdeutschland nichts mehr dagegen machen können. Es wird eine Sache sein, die so plötzlich und hart kommt wie die Machtergreifung. Die Frage ist nur, ob sie von links, von rechts oder von vernünftigen Leuten kommt. Jetzt kann man nichts anderes tun als abwarten."

und genau so kams.
notabene, von vernünftigen Leuten.

Die treibende Kraft der Wiedervereinigung 89/90 war der Slogan: "Kommt die DM bleiben wir kommt sie nicht gehn wir zu ihr!"

Diese Aussage war unmissverständlich und hat den Westdeutschen den Schweiß auf die Stirn getrieben. Im Grunde hatte mit dem Mauerfall der Exodus an DDR Bürgern der 50/60iger Jahre wieder begonnen. Wenn nur eine Mauer das aufhalten konnte, war klar, was wie umzusetzen war.

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
Erich Kästner
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11.03.2017, 11:46
Beitrag: #6
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
Soweit schon klar.

Aber lasst uns doch hier die vielen Initiativen und Statements der Jahrzehnte VOR der Wiedervereinigung beleuchten.
Das müsste doch auch für die "Ossis" hier interessant sein, wie ich das DDR-Regime einschätze sind doch höchstens Gerüchte hierüber in der DDR bekannt geworden.

Zu der Wiedervereinigung 1990 selbst haben wir hier ja etliche Themen wo das ausführlihst besprochen werden kann.

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11.03.2017, 12:02
Beitrag: #7
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(11.03.2017 11:46)Suebe schrieb:  Soweit schon klar.

Aber lasst uns doch hier die vielen Initiativen und Statements der Jahrzehnte VOR der Wiedervereinigung beleuchten.
Das müsste doch auch für die "Ossis" hier interessant sein, wie ich das DDR-Regime einschätze sind doch höchstens Gerüchte hierüber in der DDR bekannt geworden.

Zu der Wiedervereinigung 1990 selbst haben wir hier ja etliche Themen wo das ausführlihst besprochen werden kann.

Okay.
Lt, dem DDR Regime, hatten die Sowjets eine Wiedervereinigung vor 1953 generell nicht abgelehnt, im Gegenteil, nur sollte ein geeintes Deutschland neutral sein, also weder der Nato noch dem Warschauer Pakt angehören. Dieses vorgehen war aber nicht im Sinn Adenauers und somit haben die alten reaktionären Kräfte um Adenauer eine Wiedervereinigung sabotiert bzw. verhindert. Somit kann ich den Westdeutschen Feiertag am 17.06. bis heute nicht nachvollziehen, im Gegenteil ich halte Ihn für heuchlerisch. Im Grunde war man damit im Verhalten nicht weniger freiheitlich und demokratisch, wie sich es das DDR Regime auf die Fahnen schrieb.

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
Erich Kästner
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11.03.2017, 12:45
Beitrag: #8
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
Zitat:Lt, dem DDR Regime, hatten die Sowjets eine Wiedervereinigung vor 1953 generell nicht abgelehnt, im Gegenteil, nur sollte ein geeintes Deutschland neutral sein, also weder der Nato noch dem Warschauer Pakt angehören. Dieses vorgehen war aber nicht im Sinn Adenauers und somit haben die alten reaktionären Kräfte um Adenauer eine Wiedervereinigung sabotiert bzw. verhindert.

So wird das gerne dargestellt.
Was man jedoch nicht vergessen darf, Ulbricht und Co. hatten ihren Chef in Moskau sitzen,
Adenauer hatte drei Chefs, Paris, London und insbesondere Washington.
Und wenn ich das richtig sehe, hatten alle drei nichts mit Stalins Deutschland-Initiative am Hut. Denk doch an 89, der Mitterrand ist doch mit fliegenden Fahnen gen Ostberlin gejettet - um Gottes Willen bloß keine Wiedervereinigung....
Handeslvertrag mit allen möglichen Zugeständnissen..,.

Und nochmals, die Wiedervereinigung 1990 geschah mit genau den Vorgaben die die Amis schon 1952 auch machten. Westintegration!
Ganz Deutschland in der Nato, in der WEU und soweiterundsofort.
Ganz klarer Fall: Es war nicht die "reaktionäre Adenauer-Clique" Die Sowjets haben die Wiedervereinigung verhindert! bis 1990!!!
So wie 1990 hätten man sie schon 1949 haben können.

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11.03.2017, 13:00
Beitrag: #9
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
Was mich Anno 89/90 sehr gewundert hat,
Es gab in Bonn keinerlei Pläne, keinerlei Vorbereitungen wie das ganze hätte funktionieren hätte können.Huh

Leute die es wissen müssten sagen, es ging nicht, wenn da ein Sterbenswörtchen nach außen gedrungen wäre, hätte man die ganze Entspannung usw. seit dem Ende der 60er Jahre in die Tonne klopfen können.
Wenn das durch die Weltpresse gegangen wäre,
"Bonns Pläne zur Übernahme der DDR"
unvorstellbar....Idea

In der DDR war man da deutlich weniger "Rücksichtsvoll" in Straußberg sollen Kistenweise emailiierte Blechstücke gelagert haben, Orden für tapfere Volksarmisten für die Verdienste bei der Eroberung Westdeutschlands...

Irgendwie könnte man denken, dass es schon besser ist, wies gekommen ist..Angel

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11.03.2017, 13:09
Beitrag: #10
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
Die letzten konkreten Überlegungen stammen wohl von Helmut Schmidt, ich glaube aus dem Jahre 1958.

Und Helmut Schmidt war vor der Hamburger Überschwemmung ein relariv unbedeutenter unbekannter Oppositionspolitiker

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11.03.2017, 17:07
Beitrag: #11
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
Was eigentlich kaum mehr bekannt ist, Kurt Schumacher hat zwei schüchterne Versuche zu einem gewissen deutschen Miteinander auf Parteiebene zu kommen, die im Gefolge der Außenminister Konferenzen 1947 in London und in Moskau gestartet wurden, rigoros abgewürgt.

"Zuerst Aufhebung der Zonengrenzen und Rücknahme der Zwangsvereinigung der SPD mit der KPD"
Wobei es sich vermutlich nicht nur in der Rückschau um zwei völlig illusionäre Vorbedingungen handelt.
Vorbedingungen wie man sie stellt wenn man gar keine Verhandlungen will.

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12.03.2017, 22:22
Beitrag: #12
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
Bleiben wir noch bei Reinhold Maier.
Wie weiter oben geschrieben hat ihn sein Bestreben im Bundesrat die aus seiner Sicht falsche Politik Adenauers insbesondere in Bezug auf die Wiederbewaffnung soweit möglich zu korrigieren, veranlasst das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg zu übernehmen. Dies war im März 1952.
Am 19. September 1953 hat er in einem Rundfunkinterview seinen Rücktritt angekündigt und anschließend vollzogen.

Der Grund für seinen Rücktritt war der Erdrutschartige Sieg der CDU Adenauers in der Bundestagswahl am 6. Sept. 1953.
Nur die Westintegration, für die die Deutschen sogar die Wiederbewaffnung schluckten, war für absehbare Zeit in der BRD mehrheitsfähig. Und dies obwohl klar war, dass damit die Wiedervereinigung unter diesen Gegebenheiten zumindest vorläufig unmöglich wurde.

Entscheidend für diesen gewaltigen Erfolg Adenauers und seiner Politik der Westintegration dürfte der 17. Juni 1953 gewesen sein.
Der Gedanke es mit den Sowjets allein und als Neutraler zu tun zu bekommen hat, nach den Bildern und Berichten aus der SBZ wohl alle Bedenken hinweggefegt.

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13.03.2017, 00:27
Beitrag: #13
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
Den 17. Juni 1953 muss man auch im Zusammenhang mit den Machtkämpfen um die Nachfolge des am 5. März 1953 verstorbenen Stalin sehen. Stalin und Berija befürworteten zumindest seit 1952 ein vereintes Deutschland, das politisch neutral, aber nicht militarisiert sein sollte. Sie hätten dafür sogar das Ulbricht-Regime geopfert. Trotzdem hätte dies bedeutet, dass Deutschland abhängig von der Sowjetunion geworden wäre. Inwieweit die Sowjetunion ein demokratisches System auf Dauer geduldet hätte, ist mehr als fraglich. Eine gewählte pro-amerikanische oder pro-westeuropäische Regierung wäre nicht geduldet wurden. Adenauer mit seiner Pro-West-Haltung und seiner Affinität zu Frankreich wäre nie der Kanzler dieses von der Sowjetunion gewolltem "neutralen" Deutschland geblieben.

Da Berija, auch wegen seiner Deutschland-Politik, noch im Juni 1953 entmachtet wurde und wenig später als Verräter hingerichtet wurde, wagte sich bis Gorbatschow auch kein Generalsekretär eine andere Deutschland-Politik zu betreiben. Nicht vergessen sollte man, dass Gorbatschow heute die Aufgabe der DDR von der offiziellen Politik Russlands vorgeworfen wird.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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13.03.2017, 00:51
Beitrag: #14
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(13.03.2017 00:27)Sansavoir schrieb:  Den 17. Juni 1953 muss man auch im Zusammenhang mit den Machtkämpfen um die Nachfolge des am 5. März 1953 verstorbenen Stalin sehen. Stalin und Berija befürworteten zumindest seit 1952 ein vereintes Deutschland, das politisch neutral, aber nicht militarisiert sein sollte. Sie hätten dafür sogar das Ulbricht-Regime geopfert. Trotzdem hätte dies bedeutet, dass Deutschland abhängig von der Sowjetunion geworden wäre. Inwieweit die Sowjetunion ein demokratisches System auf Dauer geduldet hätte, ist mehr als fraglich. Eine gewählte pro-amerikanische oder pro-westeuropäische Regierung wäre nicht geduldet wurden. Adenauer mit seiner Pro-West-Haltung und seiner Affinität zu Frankreich wäre nie der Kanzler dieses von der Sowjetunion gewolltem "neutralen" Deutschland geblieben.

Die Option wäre nur dann interessant gewesen, wenn es sich um eine Lösung nach österreichischem Vorbild gehandelt hätte.



(13.03.2017 00:27)Sansavoir schrieb:  Nicht vergessen sollte man, dass Gorbatschow heute die Aufgabe der DDR von der offiziellen Politik Russlands vorgeworfen wird.

Verrückt, dass einer der weisesten und verantwortungsvollsten Politiker des 20. Jahrhunderts in Russland diskreditiert wird, während einer der größten Schlächter des 20. Jahrhunderts (Stalin) immer noch von breiten Bevölkerungsschichten verehrt wird....Indifferent

MfG, Titus Feuerfuchs
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13.03.2017, 09:16
Beitrag: #15
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(13.03.2017 00:27)Sansavoir schrieb:  Den 17. Juni 1953 muss man auch im Zusammenhang mit den Machtkämpfen um die Nachfolge des am 5. März 1953 verstorbenen Stalin sehen. Stalin und Berija befürworteten zumindest seit 1952 ein vereintes Deutschland, das politisch neutral, aber nicht militarisiert sein sollte. Sie hätten dafür sogar das Ulbricht-Regime geopfert. [b]Trotzdem hätte dies bedeutet, dass Deutschland abhängig von der Sowjetunion geworden wäre. Inwieweit die Sowjetunion ein demokratisches System auf Dauer geduldet hätte, ist mehr als fraglich. Eine gewählte pro-amerikanische oder pro-westeuropäische Regierung wäre nicht geduldet wurden.[/b] Adenauer mit seiner Pro-West-Haltung und seiner Affinität zu Frankreich wäre nie der Kanzler dieses von der Sowjetunion gewolltem "neutralen" Deutschland geblieben.

Da Berija, auch wegen seiner Deutschland-Politik, noch im Juni 1953 entmachtet wurde und wenig später als Verräter hingerichtet wurde, wagte sich bis Gorbatschow auch kein Generalsekretär eine andere Deutschland-Politik zu betreiben. Nicht vergessen sollte man, dass Gorbatschow heute die Aufgabe der DDR von der offiziellen Politik Russlands vorgeworfen wird.


Das ist sehr interessant, dass du derselben Meinung bist.
Die Neutralisierung Deutschlands hätte der Sowjetunion Einflussmöglichkeiten bis an den Atlantik gegeben.
Gerade am Beispiel Österreichs wie von Titus angesprochen oder Finnlands kann man das sehen.
Man muss das aber höher hängen, die Zustimmung dazu wäre niemals in London, Paris oder Washington zu bekommen gewesen.

Ganz abgesehen davon, dass es in der BRD und Westberlin absolut nicht mehrheitsfähig war.
die tausende von Bombern die 1944 am Himmel über Deutschland hingen, hatten die Deutschen nun so gar nicht vergessen.
Wer war denn in der Lage eine Millionenstadt 15 Monate aus der Luft zu versorgen.
Wieviele Westberliner haben sich während der Blockade im Sowjetsektor registrieren lassen, das großzügige Angebot anzunehmen und sich mit den höheren Ostberliner Lebensmittelrationen zu versorgen?
Gerade mal 88.000 von zweieinhalb Millionen!

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13.03.2017, 09:49
Beitrag: #16
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(13.03.2017 09:16)Suebe schrieb:  Die Neutralisierung Deutschlands hätte der Sowjetunion Einflussmöglichkeiten bis an den Atlantik gegeben.

Starke These. Woran machst du das genau fest?
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14.03.2017, 12:43
Beitrag: #17
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(13.03.2017 09:49)Köbis17 schrieb:  
(13.03.2017 09:16)Suebe schrieb:  Die Neutralisierung Deutschlands hätte der Sowjetunion Einflussmöglichkeiten bis an den Atlantik gegeben.

Starke These. Woran machst du das genau fest?

Am Poller, köbiBig Grin

Spass beiseite:
Die Dänen zB wären doch weit erpressbarer geworden.,
Die Holländer, Belgier und Franzosen doch dito

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14.03.2017, 12:57
Beitrag: #18
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
Unmittelbar nach Beginn des Korea-Krieges hat Adenauer den drei Hochkommissaren den konkreten ausgearbeiteten Vorschlag einer deutschen Armee gemacht.
240.000 Mann in 12 Divisionen, taktische Luftwaffe und eine Küstenschutz Marine.
Anschließend eine Beauftraggten damit nach Washington geschickt.

Der Knaller dabei war, er hat weder von der Absicht noch von den ausgearbeiteten Plänen ein Wort verlauten lassen, nicht im Kabinett und im Bundestag sowieso nicht. Despot der Bananenrepublik lässt grüßen.

Erst als sein Emissär unterwegs war, hat er das Kabinett informiert. Innenminister Gustav Heinemann, der spätere Bundespräsident, ist sofort zurück- und aus der CDU ausgetreten.

Adenauers sachverständiger Militär war der Ex-Panzergeneral Schwerin sein Büro war im Kanzleramt im Dachgeschoss, nix ist nach draußen gedrungen, bis Schwerin Gewissensbisse bekam, und alles der Presse ausplauderte.
Adenauer hat ihn natrülich gefeuert, sein Nachfolger wurde Blank (Amt Blank) und Heusinger, damals auch Ex- aber bald wieder General.

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14.03.2017, 17:35
Beitrag: #19
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(11.03.2017 12:45)Suebe schrieb:  
Zitat:Lt, dem DDR Regime, hatten die Sowjets eine Wiedervereinigung vor 1953 generell nicht abgelehnt, im Gegenteil, nur sollte ein geeintes Deutschland neutral sein, also weder der Nato noch dem Warschauer Pakt angehören. Dieses vorgehen war aber nicht im Sinn Adenauers und somit haben die alten reaktionären Kräfte um Adenauer eine Wiedervereinigung sabotiert bzw. verhindert.

So wird das gerne dargestellt.
Was man jedoch nicht vergessen darf, Ulbricht und Co. hatten ihren Chef in Moskau sitzen,
Adenauer hatte drei Chefs, Paris, London und insbesondere Washington.
Und wenn ich das richtig sehe, hatten alle drei nichts mit Stalins Deutschland-Initiative am Hut.

Aber nicht nur aus strategischen Gründen. Gerade die berühmten Stalin-Noten enthalten doch einen Riesen-Pferdefuß: Die Nationalversammlung, die eine Verfassung ausarbeiten sollte, sollte 50:50 aus den beiden deutschen Parlamenten beschickt werden.
In der Volkskammer aber hatten die SED-Leute (wozu ich die Abgeordneten der Blockparteien auch zähle, die Vertreter von FDGB, FDJ usw. sowieso) eine annähernd 100%ige (ja, gut, 99,9%ige...Wink Mehrheit, die per Einheitslistenwahl, also undemokratisch zustande gekommen war. Auch vertraten die DDR-Abgeordneten 17 Millionen Deutsche, während die Bundestagsabgeordneten zwar gleich viele Stimmen haben sollten wie die DDR-Abgeordneten, aber 63 Millionen Deutsche vertraten.

Es lässt sich an einem einzigen Finger abzählen, welche Art von Verfassung da rausgekommen wäre. Außerdem zeigten diverse Beispiele aus diversen Ostblockstaaten, dass die moskautreuen Kommunisten in all diesen Ländern über kurz oder lang die Macht übernommen haben und diese Länder flugs in Moskau um hilfe bei irgendwas baten, wodurch dann die Machtübernahme der Kommunisten komplettiert wurde, egal was zuvor in Wahlen, bei Verhandlungen oder Abkommen vereinbart worden war.

Diese Erfahrungen und Überlegungen waren es wohl viel eher als strategische oder ideologische Gedanken, die dazu führten, dass die Stalin-Noten vom "Westen" in Bausch und Bogen abgelehnt wurden (und im übrigen auch später die Pläne, Berlin zur "freien Stadt" zu machen...Wink
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14.03.2017, 20:30
Beitrag: #20
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
Das kann man so zweifellos stehen lassen.

Als Ende 1950 die konkreten Wiederaufrüstungspläne bekannt wurden, hat Grotewohl an Adenauer geschrieben, übrigens der erste Innerdeutsche Kontaktversuch auf der Ebene des Regierungschefs. Heuss war der Meinung man müsste zumindest antworten, und hat Adenauer einen Brief-Entwurf zukommen lassen, um ihn zumindest teilweise zu entlasten. (Hat er dem Conny tatsächlich geschrieben)
Aber Adenauer hat nicht geantwortet. Gar nicht.
Daraufhin hat die Volkskammer sich an den Bundestag gewandt, der Bundestag hat mit einem 14 Punkte Programm geantwortet.
Worauf zur allgemeinen Überraschung die Volkskammer antwortete, dass man sich über fast alle Punkte einigen könne. Gespräche über die beiderseitigen Polizeitruppen wären möglich, auch freie Wahlen zu einer Nationalversammlung in ganz Deutschland könnten abgehalten werden, also keine 1:1 Besetzung der verfassunggebenden Versammlung Bundestag:Volkskammer
Eigentlich alles fast zu schön um wahr zu sein.
Der Bundestag hat dann noch die Forderung nach einer UN-Kontrolle der Wahlen in der DDR nachgeschoben, und daran ist es geplatzt.
Vorwand? Anlass? Grund?

Man könnte da schon auf die Idee kommen, dass das der Punkt war um Einzuhaken, wenn tatsächlich die Wiederbewaffnung als Tauschobjekt für die Wiedervereinigung hätte genutzt werden sollen.

Das ganze ist aber natürlich mit Wissen und auf Veranlassung Stalins geschehen.

Stalin hat sich dann, als dies scheiterte selbst eingeschalten, das unterstelle ich mal als bekannt.
Was noch bemerkenswert ist, auch die überzeugtesten Verfechter der Neutralisierung haben auf einer Garantie der Westmächte für das wiedervereinigte Deutschland bestanden.

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