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Warum interessiert niemanden die extreme Jugendarbeitslosigkeit in Europa?
08.06.2012, 00:09
Beitrag: #1
Warum interessiert niemanden die extreme Jugendarbeitslosigkeit in Europa?
Die Zahlen sind erschreckend. Innerhalb Europas sind 5,5 Millionen junge Leute zwischen 14 und 25 arbeitslos. Rechnet man jene hinzu, die aktuell nicht als arbeitssuchend geführt werden noch deutlich mehr. 22,6 % aller Jugendlichen sind das. Eine extrem heftige Zahl. Einzig Deutschland, die Niederlande und Österreich sind davon weniger direkt betroffen. Indirekt natürlich schon. Vermeintliche Musterländer wie Finnland haben dagegen auch Probleme. Von Spanien, Griechenland und Italien gar nicht zu reden.
Trotzdem scheint das niemanden wirklich zu interessieren. In den Medien tauscht zwar immer wieder mal was dazu auf, aber ein echtes Thema ist das nicht. Dabei ist Arbeitslosigkeit doch eigentlich ein Thema das alle beschäftigt und betrifft. Ein Artikel der Zeit (Link s. unten) fragt sich warum dies so ist. Eventuell weil wir durch diese Krise größere Zahlen gewohnt sind? Millionen, Millarden...

Aber was bedeutet eine derartige Perspektivlosigkeit für Europas Jugend? Man muss bedenken, dass die Alterspyramide keineswegs dazu führt, dass diese Generation weniger Lasten zu schultern hat. Gesellschaftlich (z.B. Pflege), wie auch finanziell (Rente, Schuldentilgung etc.). Wie aber soll das geleistet werden, wenn Jobs fehlen. Die Frage ist doch ganz allgemein: Wo ist da etwas schief gelaufen? Viele der Arbeitslosen sind gut ausgebildet, teilweise studiert. In Österreich gibt es ein Programm, das jedem Jugendlichen einen Ausbildungsplatz zugesteht, notfalls auf Staatskosten. Sicherlich ein Modell, aber was passiert, wenn auch ausgebildete Jugendliche keinen Job finden?

Aber auch, was bedeutet das für unser Zusammenleben international? Es ist zu erwarten, und passiert schon, dass Menschen in anderen Ländern Arbeit suchen. Das mag positive Effekte haben, aber nicht vergessen sollte man, dass da Potenzial, Steuergeld und vieles mehr aus den Ländern ohne Perspektive abgezogen wird. Im Grund das wertvollste, der Nachwuchs, wird entzogen. Und wird in den Zuwanderungsländern dann die Konkurrenz größer?
Aber auch in Deutschland: Unzählige hangeln sich von befristeter Stelle zu befristeter Stelle. Manchmal muss jährlich verlängert werden. Sicherheit für Familienplanung? Existiert kaum.

Es wird schon ersichtlich, die Krise verschärft das Problem nur, existiert hat es schon vorher.
Kann Europa diese Entwicklung überleben? Liegt hier nicht vielleicht die Gefahr der Krise, dass ein solches Problem unterschätzt, nicht genug beachtet wird?


Einiges Aspekte aufgegriffen aus diesem Artikel:
http://www.zeit.de/2012/23/Analyse-Jugend/seite-1

Der vernetzte Mensch von heute gerät in Gefahr,
die globalisierte Welt als eine Ansammlung von Zitaten zu erleben.

Doug Mack
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Warum interessiert niemanden die extreme Jugendarbeitslosigkeit in Europa? - Viriathus - 08.06.2012 00:09
Die verlorene Generation - Luki - 21.09.2012, 18:53
Jugendarbeitslosigkeit - Luki - 21.09.2012, 20:38

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