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Warum interessiert niemanden die extreme Jugendarbeitslosigkeit in Europa?
13.05.2014, 00:06
Beitrag: #84
RE: Warum interessiert niemanden die extreme Jugendarbeitslosigkeit in Europa?
(12.05.2014 15:20)Bunbury schrieb:  Renegat, ich würde mir sehr gerne anhören, was die jüngeren zu sagen haben.
Aber die tun es ja leider nicht.Wink
Ich hätte bis jetzt noch die Hoffnung, die Diskussion ganz dezent zu umschiffen. Big Grin
Aber okay, dann steuer ich mal meine Eindrücke wieder.

Deiner These, dass es für die Arbeisthaltung der Jugendlichen wichtig ist, wie die Eltern Arbeit vermitteln, halte ich für vernünftig und auch richtig.

Ich sehe das ein Stück weit an meinen Eltern.
Denen macht ihr Job zwar spaß, aber es gibt Tage oder Wochen, wo die so gestresst und genervt nach Hause kommen, dass du mit denen am besten nicht reden solltest.
Dadurch bin ich jetzt bei weitem nicht arbeitsscheu oder faul geworden, aber ich habe doch gemerckt, dass ich deren Job nicht machen will, auch wenn er ihnen großen Spaß macht.

Zu dem Thema Arbeitserfahrung sammeln, bevor man die Schule verlässt.
Das ist sicherlich wichtig und schadet auch nicht, nur ist das nicht so einfach.
Man kann natürlich einen Ferienjob machen. Der lohnt sich aber meistens nur in den Sommerferien, denn die restlichen Ferien sind in der Regel zu kurz und da muss man, gerade in der Oberstufe, genug für die Schule machen.
Also bleiben nur die Sommerferien, doch da fahren erstens viele in den Urlaub und zweitens ist es in manchen Regionen nicht wirklich einfach einen zu finden.
Abgesehen davon wollen viele nicht nur in den Ferien arbeiten, sondern längerfristig, um eben dauerhaft etwas Geld zu verdienen. So wie ich.
Das war aber in meinem Fall gar nicht so einfach, denn ich gehe bzw. ging in der Nachbarstadt zur Schule, was bedeutet, dass ich jeden Tag ca. 1 Stunde für den Hin- und Rückweg benötige.
Ich wollte allerdings nicht in der Nachbarstadt arbeiten, sondern in der Nähe meines Wohnortes, da ich meinen Arbeitsplatz auch mit dem Fahrrad erreichen muss.
Also hab ich bei mir im Ort gesucht, was ganz schön frustrierend war.
Denn kein Betrieb oder Laden hat auf meine Bewerbungen reagiert. Es gab weder Absagen, noch Zusagen, noch irgendeine Lebenszeichen.
Ich hatte dann allerdings Glück und nach einem viertel Jahr kam endlich eine Reaktion und ich wurde zum Probearbeiten eingeladen.
So hab ich dann, am Anfang der Sommerferien 2013, meinen Aushilfsjob bekommen. So weit so gut, nur kam nach den Ferien dann der große Schock, denn mein Stundenplan erlaubte es mehr nur noch an zwei Tagen in der Woche (Dienstags und Samstags) zu arbeiten. Das hätte eigentlich bedeuten müssen, dass ich den Job wieder aufgeben muss, aber weil ich einen wirklich tollen Chef habe, konnte ich den Job behalten.
Ich hatte Glück, aber wie viele Schüler haben dies nicht und müssen ihren Aushilfsjob aufgeben??
Deswegen finde ich es auch ein bisschen unfair, sich darüber zu wundern oder gar zu ärgern, wie mein Reiligionslehrer in der 11 und 12 Klasse, dass nicht alle Schüler neben der Schule auch noch arbeiten.
Das können viele nämlich gar nicht schaffen!!
Ich erläutert das jetzt einfach mal weiter an meinem Beispiel und meinem Stundenplan aus der 13. Klasse.
Ich hatte in der 13 Montags, Donnerstags und Freitags bis 15:40 uhr Schule, müsste dann bis 16:15 Uhr auf meine Bus warten und war somit erst um 16:45 bis 16:50 Uhr zu Hause.
Arbieten konnte ich dann nicht mir, da die letzte Schicht um 16:00 Uhr anfing und bis 20:00 Uhr geht.
Am Mittwoch war es sogar noch besser, denn da hatte ich bis 17:30 Uhr Schule.
Auch da viel arbeiten aus.
Der eizige wirklich vernünftige Tag war Dienstag, denn dar hatte hatte ich nur bis 13:10 Uhr und konnte somit die Spätschicht von 16:00 bis 20:00 Uhr machen.
Abgesehen davon, muss jeder Schüler natürlich auch Hausaufgaben machen und lernen und hat vielleicht auch ein oder zwei Hobbies.
Das muss man als Schüler erstmal alles unter einen Hut kriegen, wenn nicht eine Sache hinten rüberfallen soll.
Ich hab das, wenn auch teilweise mehr schlecht als recht, geschaft, was mich in machen Wochen aber auch sehr stark an meine Belastungsgrenzen gebracht hat.
Nur wie viele können das eben nicht und werden entweder krank oder müssen eine Sache aufgeben??
Warum steigt denn die Anzahl der Jugendlicher, die an Depreissionen erkranken seit 2004 an??
http://www.hna.de/nachrichten/politik/de...94358.html
Liegt das vielleicht an dem immer größer stärker werdenden und immer früher einsetzenden Stress??
Denkt mal darüber nach.

Wenn man den Gedanken jetzt weiter führt, wundert es mich ehrlich gesagt nicht, dass es manchen Jugenblichen an Mitivation fehlt.
Denn was erleben sie denn??
Sie sehen den Stress bei den Etlern, sie haben Stress in der Schule und werten auch logischerweise in der Arbeitswelt Stress haben und für was??
Für gar nichts!!
Denn meiner Generation wird es bedeutend schlechter gehen, als euerer Generation.

Also für was soll man sich auch anstrengen??
Für eine gute Zukunft, die man nicht haben wird?? Für 1000 oder mehr Jahrsverträge oder wenn man noch mehr Pech hat nur bezahlte Praktika??
Denn mal ganz ehrlich, die Aussage eurer Generation, dass man was erreicht, wenn man sich nur genug anstrengt ist schon lange nicht mehr wahr.
Meiner Generation wird es bedeutend schlechter gehen als euerer und nur wer Glück, wird es vllt. so gut haben, wie seine Eltern.
Die Gründe dafür sind vielfälltig, jedoch habt ihr es in der Hand dagegen etwas zu tun und damit unsere Zukunftsaussichten zu verbessern.
Denn eure Generation habt momentan das Sagen in diesem Land, also nutzt eure Macht um eine besser Zukunft zu gestallten und uns nicht nur Scherben zu hinterlassen und schimpft nicht immer auf usn Jugendliche, denn ihr und euer System habt uns erschaffen. Wir sind nicht so auf die Welt gekommen.

"Auflehnung ist das heiligste aller Rechte und die notwendigste aller Pflichten."
Marquis de La Fayette
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Die verlorene Generation - Luki - 21.09.2012, 18:53
Jugendarbeitslosigkeit - Luki - 21.09.2012, 20:38
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