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"Kreative" Kriegsfinanzierung 1914-1918
15.02.2013, 12:37
Beitrag: #5
RE: "Kreative" Kriegsfinanzierung 1914-1918
(15.02.2013 11:30)Arkona schrieb:  Meine Urgroßmutter hatte daheim noch einen hübschen Stapel Scheine a 100,- Reichsmark, ausgegeben vor dem 1. Weltkrieg. Danach waren sie nicht das Papier mehr wert. Irgendwo daheim bei Muttern oder meinem Bruder müssen die Dinger noch liegen, zusammen mit den 1923er Inflationslappen in Milliarden.

EDIT: Fehler von mir, nur Mark. Reichsmark nannte sich die Währung nach der Inflation.

Ich habe irgendwo die Geschichte eines Handwerkers im Ruhestand liegen.
Der hatte vor dem Krieg ein privates Hypothekendarlehn ausgegeben, über 90.000 Mark. Der Interessierte soll mal in eine Police der Gebäudefeuerversicherung von heute reinschauen, da ist der Wert des versicherten Gebäudes bis heute in "Mark 1914" angegeben. Die 90.000 Mark waren eine Riesensumme!
Zurück zum Handwerker. Bei dem ist im April 1923 der Hypothekenschuldner aufmarschiert, und hat die Hypothek in Bar abgelöst.
Gegenwert 2-3 kg Rindfleisch!
Er musste die Zahlung annehmen, er musste in die Löschung der Hypothek einwilligen.

Das Reichsgericht hatte kurz zuvor aufs neue entschieden:
Mark ist gleich Mark.
Erst im November 1923, als die "Geschichte" dann eh vorbei war, hat das Reichsgericht zu einer anderen Rechtsauffassung gefunden.
Der deutsche Staat hatte ja nun auch seine internen Schulden bei den eigenen Bürgern, los.

Edit:
Das Deutsche Reich hatte zur Kriegsfinanzierung bei den eigenen Bürgern bis Ende 1918 eine Schuldenlast von knapp 180 Milliarden Mark angehäuft.
Im Dezember 1923 hat man dann umgerechnet, 1 Billion Inflationsmark = 1 (eine) Rentenmark.
Ergo: Das Deutsche Reich hat den 1. Weltkrieg finanziell für ein paar Pfennige verloren.Tongue

Wenn man dazu noch berücksichtigt, dass die Arbeiterschaft ebenfalls durch die Inflation seit 1920 bis Ende 1923 praktisch für das bißchen "fressen" und das hat meist eher nicht gereicht, gearbeitet hat, braucht man weitere Gründe für den 30. Januar 1933 pp gleich gar nicht mehr suchen.

"Die Inflation muss als das hingestellt werden, was sie wirklich ist, nämlich als Betrug am Staatsbürger, der um einen Teil seines Einkommens, aber noch mehr um seine Ersparnisse gebracht wird.!" (Ludwig Erhard, Bundeskalnzler 1963 bis 1966)
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RE: "Kreative" Kriegsfinanzierung 1914-1918 - Suebe - 15.02.2013 12:37

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