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"Kreative" Kriegsfinanzierung 1914-1918
18.02.2013, 12:27
Beitrag: #13
RE: "Kreative" Kriegsfinanzierung 1914-1918
Die deutsche Kriegsfinanzierung geschah, ich habe es schon öfter geschrieben, über "Kriegsanleihen".
Die Franzosen machten es genauso, die Briten finanzierten über Steuern.
Am Ende des Krieges hatten die Briten etwas über 30% der Kriegskosten über die Steuereinnahmen "wegdrücken" können, die Deutschen und Franzosen nur wenig über 10%.

Da das Deutsche Reich als Kriegsverlierer hohe Reparationen zu bezahlen hatte, sah man in deutschen Finanzkreisen die internen Kriegskosten, also die Schulden die das Reich bei der eigenen Bevölkerung angehäuft hatte, als unbezahlbar an, und "bezahlte" sie über die Inflation.

Vielleicht ist einmal interessant, welche immensen Summen noch im bei der IX. Kriegsanleihe im September 1918 zusammenkam:
Nennwert vo10569,9 Millionen Mark, tatsächlich eingegangen 10118,8 Millionen Mark
von hier http://www.dhm.de/lemo/objekte/statistik...index.html
Man verdeutliche sich, es liefen bereits Verhandlungen über einen Waffenstillstand. Selbst Luddendorf hatte den Krieg verloren gegeben. Aber dem deutschen Michel noch schnell die sparstrümpfe geleert....

Es wurde erheblicher psychologischer Druck ausgeübt.
Zur 5. Kriegsanleihe 1916 Originalton des liberalen Abgeordneten Haußmann:
Wer hat, und nicht zeichnet, hat sich gezeichnet.

Überhaupt haben die liberalen Abgeordneten zwischen 1914 und 1923 alle möglichen Interessen vertreten, bloß nicht die des Bildungs- und Besitzbürgertums, ihrer Wählerklientel.
Hier sei nur an den Super-Inflationsspekulanten Hugo Stinnes erinnert, der die frühere Beendigung der Inflation mit aller Kraft verhinderte.
Dann noch ein Helfferich von der DNVP, Schuld wie kein anderer an der völlig falschen Kriegsfinanzierung, um sie hinterher anderen in die Schuhe zu schieben.

Hier als Beispiel der oft genannte Oberamtsrichter Dodel, von Haus aus nicht schlecht situiert auch die Frau brachte etwas mit, 1913 in Ruhestand gegangen, und vor lauter patriotischer Pflicht und Kriegsanleihen nur unter allergrößten Schwierigkeiten das Medizinstudium des einzigen Sohnes in den 20erJahren finanziert gebracht. Er hatte nichts mehr, außer seinem mikrigen Ruhestandsgehalt als Oberamtsrichter.

Oder meine Großmutter Emilie, die sich standhaft weigerte auch nur eine Mark zu sparen, "nur was gegessen und getrunken ist, kann einem der Staat nicht nehmen",
Dass sie recht behielt, und der Staat nach dem nächsten verlorenen Krieg sich widerum auf Kosten der Bürger entschuldete, hat sie dann nicht mehr erlebt. Sie starb im November 1946.

Aber, wie gesagt, hier und nirgendwo anders liegt eine der Hauptursachen für den 30. Januar 1933.
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RE: "Kreative" Kriegsfinanzierung 1914-1918 - Suebe - 18.02.2013 12:27

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