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Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
27.09.2012, 10:56
Beitrag: #1
Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
Zitat:Deutsch – schon immer eine Einwanderungssprache
[Bild: Friedr.jpg]
Neuankömmlinge, die eigene Wörter mitbrachten: Der Große Kurfürst (1620-1688) empfängt Hugenotten aus Frankreich in Brandenburg

Zitat:Die Geschichte der deutschen Sprache war in der Vergangenheit etwas für die zuständige Fachwissenschaft. Die Handbücher nahmen zu, das Interesse in der Öffentlichkeit ab. Utz Maas hat die Szene nun gehörig aufgemischt. Der emeritierte Osnabrücker Linguist und Leiter des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien bescheinigt der Zunft nicht weniger als Verfehlung ihres Gegenstands. Man habe sich zu lange und zu intensiv an der Herkunft, gar aus germanischen Zeiten, orientiert und dabei das Entscheidende übersehen: dass die deutsche Sprache ein Projekt ist, an dem viele mitgearbeitet haben.

./.

Aus dieser Sicht ergibt sich ja erst, dass jede neue Entwicklung wie heute der Einfluss des Englischen in Form der Anglizismen als Kollision, wenn nicht Katastrophe erlebt wird. Und daraus ergibt sich auch erst jene verfehlte Politik einer Integration, die dem Gast mit dem Unterricht in seiner eigenen statt in der neuen Sprache letztlich den Zugang zum "republikanischen Projekt der Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens" bestreitet oder jedenfalls erschwert.

Keine Angst vor der "Bedrohung" des Deutschen

Maas' neues Buch (nach: Sprache und Sprachen in der Migrationsgesellschaft. Osnabrück 2008) ist jedenfalls ein wichtiges Buch, dem man viele Leser wünschen möchte, besonders diejenigen, die im Augenblick im Feuilleton, in der Politik oder auf all den Kongressen unterwegs sind, die sich der "Bedrohung" der deutschen Sprache widmen.

Die deutsche Sprachgeschichte war wirklich einmal eine akademische Angelegenheit. Ein Buch wie das von Maas zeigt sehr deutlich, dass wir uns diese akademische Betrachtungsweise allein nicht leisten können oder sollten.

Wenn einmal der Pulverdampf verflogen sein wird, von dem Maas etwas reichlichen Gebrauch macht, könnte tatsächlich ein beträchtlicher Schritt in Richtung einer Klärung "der sprachlichen Verhältnisse in Deutschland" getan sein.

zum weiterlesen
http://www.welt.de/kultur/article1094376...rache.html
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18.06.2015, 16:38
Beitrag: #2
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
Nicht nur, dass Deutsch eine Einwanderungssprache ist. Nein, in mancen Fällen sind die deutschen Wörter sogar jüngeren Ursprungs als die fremdsprachigen. Grund dafür sind die ab dem 17. Jahrhundert entstehenden Sprachgesellschaften, die sich der Pflege der deutschen Sprache widmeten und dafür viele Alternativen für Fremdwörter erfanden. Um einige Beispiele zu nennen:

Philipp von Zesen († 1689) prägte unter anderem die Wörter Anschrift (statt Adresse), Bücherei (statt Bibliothek), Grundstein (statt Fundament), Nachruf (statt Nekrolog), Mundart (statt Dialekt), Glaubensbekenntnis (statt Credo), Vollmacht (statt Plenipotenz). Andere seiner Neuschöpfungen waren jedoch übertrieben und wirken heute lächerlich, wie zum Beispiel Tageleuchter (statt Fenster) oder Gesichtserker (statt Nase).
Der Philosoph Chr. Wolff († 1754) konstruierte Wörter wie Beweggrund, Bewusstsein, Begriff, Aufmerksamkeit, Verständnis, Umfang.
Der Turnvater Jahn († 1852) erfand zum Beispiel die Begriffe volkstümlich (statt populär) oder Schriftbild (statt Faksimile).
J. H. Campe († 1818) verfasste ganze Verdeutschungswörterbücher, durch die Bezeichnungen wie "Freistaat" (für Republik), "auswerten" (für evaluieren), "Erdgeschoss" (für Parterre), "Ergebnis" (für Resultat), "Voraussage" (für Prophezeiung) oder "Lehrgang" (für Kurs) entstanden.

Diese Beispiele entstammen dem "dtv-Atlas Deutsche Sprache" von Werner König (17. Auflage 2011), S. 106.

"Back to the roots" müsste also in sprachlicher Hinsicht eigentlich bedeuten, viele der rein deutschen Wörter zu verbannen und zu den Internationalismen zurückzukehren.

Als wichtigen Grund für diese oben skizzierte Bewegung würde ich das erstarkende Nationalgefühl der Deutschen in der Neuzeit sehen: Vorher war das Deutsche eine Volkssprache, die sehr variabel, nicht festgeschrieben und auch nur geringfügig verschriftlicht war. Nun jedoch versuchten diese Gelehrten, ihr sich herausbildendes Nationalgefühl durch die Stärkung und den Ausbau gemeinsamer Identifikationsmöglichkeiten bei breiteren Bevölkerungsschichten zu verbreiten.

Meiner Meinung nach ist die daraus resultierende Dopplung vieler Wörter aber kein Nachteil, sondern ein Fakt. Es ist falsch, sich für eine der beiden Wortgruppen (Fremdwörter oder Wörter deutschen Ursprungs) zu entscheiden, schließlich nimmt man sich dadurch zahlreiche Möglichkeiten, auszudrücken, was man will.
Oft haben sich die Bedeutungen der verschiedenen Wörter leicht voneinander gewandelt, wie zum Beispiel bei populär (was so etwas wie "modisch" heißt) und volkstümlich (was eher "traditionell", also fast das Gegenteil meint). Evaluieren klingt viel hochgestochener als auswerten; ein Credo muss längst nicht mehr unbedingt ein Glaubensbekenntnis sein. Meiner Meinung nach hat dieser Reichtum der Sprache historische Gründe und ist außerdem eine ganz schöne Sache.

Viele Grüße,
der Maxdorfer

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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18.06.2015, 17:57
Beitrag: #3
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
Es wird manchen überraschen,

Großvater und Großmutter sind 1:1 Übersetzungen aus dem französischen

die ursprünglichen deutschen Formen, Ahn und Ahne sind dagegen untergegangen.
Jedenfalls fast.
Der Suebe lässt sich von seinem Enkel nämlich mit "Ähne" anreden, und zwischenzeitlich kenne ich noch ein paar "Opas" die es ebenso halten.
Eine "Ahne" allerdings ist mir seit Jahrzehnten nicht mehr untergekommen.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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18.06.2015, 19:07
Beitrag: #4
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
Das keusche Fräulein Edeltraut, die trug noch...
Da kam vom Lande ihr Cousin - PENG!
Nein, im Ernst. Sehr viele Begriffe haben sich über die Hugenotten und Napoleon aus dem Französischen in der deutschen Sprache festgebrannt. Im Norden sogar mehr als im näherliegenden Süden. Eine Wortliste wäre fast unendlich...

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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18.06.2015, 19:22
Beitrag: #5
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
(18.06.2015 19:07)Arkona schrieb:  Das keusche Fräulein Edeltraut, die trug noch...
Da kam vom Lande ihr Cousin - PENG!
Nein, im Ernst. Sehr viele Begriffe haben sich über die Hugenotten und Napoleon aus dem Französischen in der deutschen Sprache festgebrannt. Im Norden sogar mehr als im näherliegenden Süden. Eine Wortliste wäre fast unendlich...

Zustimmung.
Wobei der Dialekt bei uns deutlich mehr franz. Einsprengsel hat/hatte wie die Schriftsprache.
Fuhr ein Schwabe früher Rückwärts, isr er Retur gefahren, er hat die Straße überquert, vom einen Drottwar zum anderen, weil er wisawi einen Bekannten gesehen hat, und die ganz alte Generation hat noch einen Bottschamber unter dem Bett stehen gehabt. Hat einer Streit mit seiner Angetrauten gehabt, konnte er über die Mallässe räsoniren die sie ihm machte.

Worte die im heutigen Schwäbisch ziemlich verschwunden sind.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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19.06.2015, 09:39
Beitrag: #6
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
Viele Wörter, speziell in meiner Region, sind auch aus dem Slawischen übernommen, fast die ganze Liste der Süßwasserfische und Waldsträucher zum Beispiel. Die berüchtigte Berliner Schnauze kennt viel aus dem Jiddischen, persönlich verwende ich z.B. gern Mischpoke = Verwandtschaft (abfällig gemeint).

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19.06.2015, 09:52
Beitrag: #7
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
Mischpoke verwende ich auch.
Meine Großeltern hatten noch ein Chaiselongue, mein Großvater trug auch einen Chappesdeckel. Jemanden "jaloux" zu machen - im Schwäbischen bekannt. Plafond verwenden wohl auch nicht viele Deutsche in anderen Regionen. Im ""carré" herumfahren gibts auch noch. "Malad" kenne ich auch für "leicht krank".
Ich verwende solche Begriffe ganz gerne, warum auch nicht?

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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19.06.2015, 13:07
Beitrag: #8
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
(19.06.2015 09:52)Triton schrieb:  Mischpoke verwende ich auch.
Meine Großeltern hatten noch ein Chaiselongue, mein Großvater trug auch einen Chappesdeckel. Jemanden "jaloux" zu machen - im Schwäbischen bekannt. Plafond verwenden wohl auch nicht viele Deutsche in anderen Regionen. Im ""carré" herumfahren gibts auch noch. "Malad" kenne ich auch für "leicht krank".
Ich verwende solche Begriffe ganz gerne, warum auch nicht?

Bingo,
matürlich verwende ich solche Begriffe, wann immer es geht.
Fällt mir ein, Keller hatte meine Mutter (Jahrgang 1903) zum einlagern von Vorräten, der Rest des Geschosses unter der Erde hieß Sutrai, von Sousterrain
womit die Umstände der Verwendung dieser Worte klar wird. Oft wenn es kein schwäbisches/deutsches Wort dafür gab.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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20.06.2015, 01:35
Beitrag: #9
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
(18.06.2015 19:22)Suebe schrieb:  Zustimmung.
Wobei der Dialekt bei uns deutlich mehr franz. Einsprengsel hat/hatte wie die Schriftsprache.
Fuhr ein Schwabe früher Rückwärts, isr er Retur gefahren, er hat die Straße überquert, vom einen Drottwar zum anderen, weil er wisawi einen Bekannten gesehen hat, und die ganz alte Generation hat noch einen Bottschamber unter dem Bett stehen gehabt. Hat einer Streit mit seiner Angetrauten gehabt, konnte er über die Mallässe räsoniren die sie ihm machte.

Worte die im heutigen Schwäbisch ziemlich verschwunden sind.

Drottwar klingt wie Weg zum Trotten, also ziemlich deutsch.

viele Grüße

Paul

aus dem hessischen Tal der Loganaha (Lahn)
in der Nähe von Wetflaria (Wetzlar) und der ehemaligen Dünsbergstadt
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20.06.2015, 01:40
Beitrag: #10
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
(19.06.2015 09:39)Arkona schrieb:  Viele Wörter, speziell in meiner Region, sind auch aus dem Slawischen übernommen, fast die ganze Liste der Süßwasserfische und Waldsträucher zum Beispiel. Die berüchtigte Berliner Schnauze kennt viel aus dem Jiddischen, persönlich verwende ich z.B. gern Mischpoke = Verwandtschaft (abfällig gemeint).

Wobei viele dieser Namen von Süßwasserfischen und Waldsträuchern wahrscheinlich doch germanischen Ursprungs, aber anders hergeleitet sind.

viele Grüße

Paul

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in der Nähe von Wetflaria (Wetzlar) und der ehemaligen Dünsbergstadt
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20.06.2015, 05:14
Beitrag: #11
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
Das Sächsische besteht auch aus vielen Wörter, die jiddischen, slawischen oder französischen Ursprungs sind. Seit 2008 versucht der MDR mit der Wahl des sächsischen Wort des Jahres in drei Kategorien (schönstes, beliebtestes und bedrohtes Wort) eine Rückbesinnung auf das Sächsische zu fördern. Die meisten Wörter kenne ich noch, aber vielen Jüngeren und Zugereisten sind die sächsischen Wörter nicht geläufig. Ob die MDR-Initiative, hinter die Ilse-Bähnert.Stiftung, d.h. der Kabarettist Tom Pauls steht, der wiederum vom Ostalgiker Uwe Steimle unterstützt wird, eine Renaissance des sächsischen Dialekt einleitet, ist mehr als fraglich, wenn auch wünschenswert.

Genau genommen gibt es gar keinen sächsischen Dialekt in Mitteldeutschland, man muss einerseits die Thüringisch-Obersächsische Sprachgruppe, andererseits nicht-sächsische Dialekte wie das Erzgebirgische oder die Lausitzer Dialekte unterscheiden. Die Thüringisch-Obersächsische Sprachgruppe umfasst verschiedene Mundarten wie Thüringisch, Meißnerisch oder Osterländisch, die meist noch in Untergruppen wie Ostthüringisch, Nordmeißnerisch oder Nordostmeißnerisch unterteilt werden. Zusätzlich werden die Mundarten in den Großstädten als eigenständige Dialekte gehandelt, z.B. die Leipziger und die Dresdner Mundart, der Hallesche Dialekt usw. Oft lassen sich noch genaue Grenzen feststellen, entweder durch Orte oder Straßen, aber es gibt auch fließende Übergänge.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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20.06.2015, 08:45
Beitrag: #12
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
(20.06.2015 01:35)Paul schrieb:  
(18.06.2015 19:22)Suebe schrieb:  Zustimmung.
Wobei der Dialekt bei uns deutlich mehr franz. Einsprengsel hat/hatte wie die Schriftsprache.
Fuhr ein Schwabe früher Rückwärts, isr er Retur gefahren, er hat die Straße überquert, vom einen Drottwar zum anderen, weil er wisawi einen Bekannten gesehen hat, und die ganz alte Generation hat noch einen Bottschamber unter dem Bett stehen gehabt. Hat einer Streit mit seiner Angetrauten gehabt, konnte er über die Mallässe räsoniren die sie ihm machte.

Worte die im heutigen Schwäbisch ziemlich verschwunden sind.

Drottwar klingt wie Weg zum Trotten, also ziemlich deutsch.


Mag ja sein,kommt aber aus dem französischen
"Trottoir"
mit genau der Bedeutung: Gehweg, Gehsteig, Bürgersteig

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20.06.2015, 09:08
Beitrag: #13
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
(20.06.2015 01:40)Paul schrieb:  Wobei viele dieser Namen von Süßwasserfischen und Waldsträuchern wahrscheinlich doch germanischen Ursprungs, aber anders hergeleitet sind.
Ich wüsste nicht, wie man Malinke, Plötze oder Ukelei aus dem Germanischen herleiten kann.

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20.06.2015, 14:51
Beitrag: #14
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
(20.06.2015 05:14)Sansavoir schrieb:  Zusätzlich werden die Mundarten in den Großstädten als eigenständige Dialekte gehandelt, z.B. die Leipziger und die Dresdner Mundart, der Hallesche Dialekt usw. Oft lassen sich noch genaue Grenzen feststellen, entweder durch Orte oder Straßen, aber es gibt auch fließende Übergänge.
Das merke ich bei meiner Tochter. Aufgewachsen in der Niederlausitz, wohnt in Dresden und arbeitet in Freiberg. Ja, was quatscht sie eigentlich? Ich rede nach ihrem Urteil wie Otto...

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20.06.2015, 17:13
Beitrag: #15
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
Das, was ihr bede, Arkona und Sansavoir da schreibt, kann ich nur bestätigen.
"das" Schwäbische gibt es eigentlich auch nicht, die Abgrenzung zum Alemannischen ist schon schwierig, lässt man mal die Lautverschiebung vom Hus zum Haus oder vom Chind zum Kind außen vor. Wobei die schwäbisch/alemannischen Sprachunterschiede dem ungeübten Ohr eh verborgen bleiben.
Nach Norden ist die Sprachgrenze zum Fränkischen "eigentlich" kurz nördlich Stuttgart bei Ludwigsburg, was sooo längst (seit ca. 40-50 Jahren) nicht mehr stimmt.
Auch die Stadtteilunterschiede in der Sprache kenne ich selbst in der Kleinstadt sehr gut.

Men Resümee: Sprache lebt, und Dialekt ist Sprache pur, und um es weiter zu treiben, nichts ist so beständig wie der Wandel.
Deshlab halte ich auch den "geschriebenen" Dialekt für einen Irrweg. Das ist erstens sauschwer zu lesen, und zweitens sowieso nicht authentisch. Schon Ganghofer oder Ludwg Thoma haben sich irgendwelcher standartisierter Mischformen bedient, die so nirgendwo gesprochen wurden.

Edit: Ich schwätz natürlich Schwäbisch, aber schreiben tu ich ein hoffentlich verständliches Schriftdeutsch

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20.06.2015, 19:09
Beitrag: #16
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
(20.06.2015 09:08)Arkona schrieb:  
(20.06.2015 01:40)Paul schrieb:  Wobei viele dieser Namen von Süßwasserfischen und Waldsträuchern wahrscheinlich doch germanischen Ursprungs, aber anders hergeleitet sind.
Ich wüsste nicht, wie man Malinke, Plötze oder Ukelei aus dem Germanischen herleiten kann.

Ich will das natürlich nicht für jedes Wort behaupten. Johannisbeere hochdeutsch heist im Wendischen Handrusch und ist germanischen Ursprungs und ist von Druwe(Traube- Jan bzw. Hanstraube abgeleitet.
So müßte könnte man jedes wendische Wort analysieren, ob es aus dem Germanischen kommt.
Der Name des Surbifürsten Derwan zur Zeit des Samo war germanisch und hies Neuhochdeutsch Freund der Hirsche.
Das slawische Mienzo, soll aus dem Germanischen kommen, als alte Bedeutung für Fleisch.

viele Grüße

Paul

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20.06.2015, 23:20
Beitrag: #17
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
(20.06.2015 17:13)Suebe schrieb:  Edit: Ich schwätz natürlich Schwäbisch, aber schreiben tu ich ein hoffentlich verständliches Schriftdeutsch

Oja. Das hab ich gemerkt, als wir vor längerer Zeit mal telefoniert haben. Big Grin

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20.06.2015, 23:50
Beitrag: #18
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
Es ist trotzdem erstaunlich, dass sich in Mitteldeutschland so eine Vielzahl von Dialekten und Mundarten entwickelten, die man anhand spezieller Wörter oder Wortwendungen gut voneinander unterscheiden kann. Der Dresdner "singt" mehr und verrät sich durch "nu, nu", wenn er ja meint. Hallenser sprechen von "Meine" oder "Meiner", wenn sie ihre Frau oder ihren Mann meinen. (Meine geht einkaufen. Meiner arbeitet bei ... usw.) Mein jüngster Bruder lebt seit 1989 in Erfurt und hat sich dort das "ge" angewöhnt. "Ei verbibbch", wer hätte das vor 26 Jahren geahnt. Und den Chemnitzern unterstellt man ja, dass sie nur genuschelte o-ähnliche Vokale kennen. Lebten ja auch 37 Jahre in der Stadt mit den drei "O"s. (Ko'l-Mo'x-Schtodt)

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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21.06.2015, 12:36
Beitrag: #19
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
(20.06.2015 23:20)Arkona schrieb:  
(20.06.2015 17:13)Suebe schrieb:  Edit: Ich schwätz natürlich Schwäbisch, aber schreiben tu ich ein hoffentlich verständliches Schriftdeutsch

Oja. Das hab ich gemerkt, als wir vor längerer Zeit mal telefoniert haben. Big Grin


Soll heißen "ich habe kein Wort verstanden" Idea
oder "höchstens die Hälfte":huh::

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21.06.2015, 14:56
Beitrag: #20
RE: Deutsch eine Einwanderungssprache Presseschau
(21.06.2015 12:36)Suebe schrieb:  Soll heißen "ich habe kein Wort verstanden" Idea
oder "höchstens die Hälfte":huh::

So ungefähr...Lol

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