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Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
12.09.2017, 09:27
Beitrag: #1
Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
,,.oder ein Einbruch zuviel.

„Tricky Dick“ nannte man ihn. Ja, das passte. Gegner wollten ihn dadurch abwerten, aber er selbst verstand es als Lob. Er war sein Leben lang ein Trickser, eine Spielernatur. So hatte er es zu Hause gelernt und so gab er es auch an seine Kinder weiter – er kannte es gar nicht anders.

Brilliant war er nie, zur Hälfte deutsche Wurzeln aber kein deutscher Name, sein Lebenslauf ohne besondere Verdienste, selbst im Krieg war er nur Etappenschwein gewesen. Aber er verstand es, seine Gegner auszutricksen, die arglos die eigenen ethischen Maßstäbe auch bei Nixon voraussetzten und nicht damit rechneten, dass diesem jedes erlaubte und unerlaubte Mittel recht war, wenn es ihm nur nützlich erschien.
Seine politische Karriere war im Grunde eine einzige Abfolge nicht ganz koscherer Geschichten, die immer seinen Gegner schadeten, aber der „Trickser“ kam immer davon. Wurde sogar Vizepräsident.

Was dann der Höhepunkt seiner Laufbahn werden sollte, wurde für ihn zu einem traumatischen Erlebnis. Er verlor die Präsidentschaftswahl gegen einen jüngeren, klügeren, eloquenteren und vor allem lässigeren Gegner. Das erste Fernsehduell hatte ihn der Maske des aufgesetzten Grinsens entraubt und so gezeigt, wie er war: Ein nervöser, überehrgeiziger Durchschnittstyp ohne echtes Charisma. Noch mehr schmerzte ihn, dass sein Gegner nicht einmal scharf darauf war, Präsident zu werden oder auch nur beliebt zu sein. Er, Nixon, musste mit beiden Händen Victory-Zeichen machen, um Siegeszuversicht und Selbstvertrauen auszustrahlen. Sein Gegner hob nur lässig die Hand, winkte, und die Menschen wählten ihn.

[Bild: 052115richardnixon.jpg]

Diese, seine Geste war entlarvend. Für ihn zählte nur der „Sieg“ und er sprach Menschen an, die wie er unbedingt Sieger sein wollten. Inhalte, innere Leitlinien waren zur Nebensache geworden. Dazu das kranke, übertriebene Grinsen. Wer sich die Mühe machte, genauer hinzuschauen, sah einen schwachen, unsicheren und schauspielernden Menschen, der zuerst und vor allem an sich selbst dachte.

Die Niederlage 1960 wirkte nach, viel Geld und Mühe hatte er vergeudet und es so knapp vor dem Ziel nicht geschafft. Es dauerte Jahre, bis er wieder bereit war, die enttäuschten Erwartungen seines Umfelds doch noch zu erfüllen. Er hatte bessere Kandidaten der Republikaner aus dem Weg geräumt wie den Vater Mitt Romneys als ihm wieder ein Kennedy in die Quere zu kommen drohte. Wieder einer, der nicht vor den Geheimdiensten, der Rüstungslobby oder der FED kuschte deren Marionette er selbst sein musste, um deren Unterstützung zu bekommen. Sein Hass war grenzenlos. Selbst der Mafia soll er sich angedient haben, nur um endlich an sein Ziel zu kommen.

Dieses Mal jedoch hatte er Glück, sein wieder jüngerer Gegner wurde ermordet und es wurde wieder eine Tat eines Einzeltäters (obwohl es dieses Mal zweifelsfrei mehrere Schützen gab). Die Demokraten erholten sich nicht mehr rechtzeitig von diesem Schock und Nixon war endlich am Ziel und reckte wieder beide Hände nach oben.

Alles hätte GUT werden können.

Seine Präsidentschaft war davon geprägt, dass er vor keinem Diktator zurückschreckte, egal welche Ideologie er vertrat und wieviel Blut an dessen Händen klebte. Oder dass er, der leidenschaftliche Anti-Kommunist, sogar planwirtschaftliche Experimente machte, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Dass ihm jedes Mittel in der Politik recht war, wurde in seiner ersten Präsidentschaft immer noch nicht erkannt. Sogar als erfrischend neu interpretiert. Er wurde wiedergewählt.

Die US-Realwirtschaft begann unter ihm ihre Talfahrt.
Er beendete das Apollo-Programm und regte das Space-Shuttle-Projekt an, das ein Desaster werden sollte.

Dann kam das Ende in Vietnam, die größte Niederlage in der amerikanischen Geschichte.
Und dann kam Watergate.

Es war wieder ein Einbruch. Nicht der erste in seinem Leben. Einer zuviel.
Dieses Mal kam er nicht davon.
Dem Trickser waren zuviele Fehler unterlaufen, er war entlarvt. Jetzt wurde auch klar, dass er nie echte Anhänger hatte. Man ließ ihn fallen wie eine heiße Kartoffel.

Er kam nie wieder zurück. Den Namen Nixon hatte der Trickser endgültig in den Schmutz gezogen.
Er war berühmt geworden, aber aus den falschen Gründen.

Erst jetzt erkannten seine Landsleute, dass sie es mit schwer gestörten Persönlichkeit zu tun hatten. Lag es an einem Sportunfall, der sein Leben lang im Gesicht sichtbar blieb? Am Alkohol, dessen Wirkung er unterschätzte? Oder hatte er tatsächlich einfach nur keine Skrupel, kein Gewissen und wollte seine Niederlage von 1960 wettmachen. Lag es an seiner Herkunft?

Selbst nach unbedeutenden Amtskollegen werden Schiffe und Flughäfen benannt, seinen Namen tragen nur Spielfilme, die ihn als Psychopathen zeigen, der mit den eigenen und fremden Erwartungen nicht fertig wurde und als Ausweg immer nur Straftaten kannte.

In einem Interview gab er später zu, andere Menschen nicht „mögen“ zu können und selbst nicht gemocht werden zu können.
Dass das Eine das Andere bedingt, erkannte er nicht.

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12.09.2017, 18:41
Beitrag: #2
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
Zitat:Familie lebte alkoholabstinent; Spielen, Tanzen und Fluchen waren verpönt.
Blushs wiki

,
Ich kann mich noch schwach an die Wahl von 1960 erinnern, mein damaliges Umfeld Wink hätte ihn lieber als Wahlgewinner gesegen wie Kennedy.
wobei ich nicht mehr weiß, warum.

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12.09.2017, 19:54
Beitrag: #3
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
Hi Triton, darf ich auch deine Quellen für dieses Statement erfahren?

Herzliche Grüße

Teresa

---------------------------
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12.09.2017, 20:11
Beitrag: #4
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
(12.09.2017 19:54)Teresa C. schrieb:  Hi Triton, darf ich auch deine Quellen für dieses Statement erfahren?
Natürlich. Für wellchen Teil davon denn bitte? Für zusammenphantasierten Blödsinn sind hier im Forum bekanntlich andere zuständig.

Quelle für die Alkoholsucht:
"Nixon war zwar laut Morgan gegen Ende seiner Amtszeit bekannt dafür, nachts unter dem Einfluss von Medikamenten und Alkohol öfter zu telefonieren und sich am nächsten Morgen nicht mehr daran erinnern zu können."
https://de.wikipedia.org/wiki/Frost/Nixon

Über Kennedy und Nixon hat die Geschichte ihr Urteil gefällt und es ist eindeutig. Dass es damals anders gesehen wurde, ist ja gerade Thema des threads. Unbedarfte Zeitgenossen konnte er reinlegen.

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12.09.2017, 20:27
Beitrag: #5
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
Trotzdem würde es mich interessieren, ob du für deine Meinung auch eine andere Quelle als den Artikel bei Wikipedia hast?

Den Artikel habe ich mir bereits durchgelesen, aber um mich zu einem solchen Thema wirklich vernünftig und fair äußern zu können, ist das, was Wikipedia behauptet für mich nicht wirklich relevant, das ist eine mögliche Auslegung bzw. die Meinung von dem Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin auf Wikipedia, der oder die diesen Artikel geschrieben hat.

(Es kommt oft genug vor, dass ich letztlich einem Wikipedia-Artikel nur zustimmen kann, aber dazu muss ich auch meine eigenen Recherchen gemacht haben.)

Wikipedia ist mit Blick auf harte Fakten / Eckdaten für mich eine nützliche Erstinformation (und für die Gestaltung eines Textes manchmal auch eine formale Orientierungshilfe). Aber bei der Auslegung und Interpretation der Fakten, bilde ich mir aufgrund der Quellen lieber mein eigenes Urteil. (Ich finde es schade, dass Wikipedia sogar eine Art Zensur hat, wonach die Anzahl der angeführten Literatur reglementiert ist und daher die Artikelerstellerinnen bzw. -erstellern darüber entscheiden, was für Literatur und Quellenbelege angeführt werden dürfen.)

Daher auch meine Frage:
Gibt es für dein Statement auch andere Quellen als den Artikel bei Wikipedia? Ich würde sie gerne auch kennen lernen.
--------------

Einen Satz wie "Über Kennedy und Nixon hat die Geschichte ihr Urteil gefällt und es ist eindeutig", halte ich für sehr bedenklich. Das Urteil fällt doch nicht die Geschichte, sondern das Urteil fällen Menschen, und Menschen können leider irren ... Daneben habe ich selbst bisher noch nie einen historischen Fall gefunden, dass ein geschichtliches Urteil tatsächlich eindeutig gewesen wäre. (Nehmen wir zum Beispiel Richard III. ...)

Dass es viele damals anders gesehen wurde, zeigt das nicht eigentlich, dass wir es hier mit einem komplexen Fall zu tun haben, der sich nicht auf ein Pauschalurteil mit Deutungshoheit reduzieren lässt?

Dass Nixon unbedarfte Zeitgenossen reinlegen konnte, ist eine Behauptung, die mich als Erklärung nicht so recht überzeugt, und aus meiner Sicht auch etwas billig ist. Abgesehen davon - haben wir wirklich das Recht, Menschen, die Nixon reinlegen konnte, abzuwerten?

Ist hier nicht eher die Frage sinnvoll? Womit schaffte Nixon es, dass Menschen auf ihn reingefallen sind. Denn nach der Beschreibung, die du gibst, verfügte er über keine wirkliche Qualitäten, mit denen er Menschen hätte blenden können: ein nervöser, über-ehrgeiziger Durchschnittstyp ohne echtes Charisma, der offensichtlich Menschen hasst und nicht einmal imstande war, das zu überspielen. Und mit solchen Mängeln soll er gerade unbedarfte Zeitgenossen reingelegt haben?

Merkwürdig finde ich auch, dass er die Präsidentenwahl nur knapp verlor, obwohl sein Gegner Kennedy, nach der Beschreibung, die du gibst, ihm in jeder Hinsicht haushoch überlegen gewesen sein muss: jünger, klüger, eloquenter und vor allem lässiger. Er vermittelte zudem den Eindruck, dass er nicht einmal scharf darauf war, Präsident zu werden (das macht sich immer gut) oder auch nur beliebt sein wollte (das ist etwas, mit dem jemand wirklich punkten kann). Hätte Nixon gegen solch einen "Traum-Kerl" nicht haushoch verlieren müssen?

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12.09.2017, 21:14
Beitrag: #6
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
Über Richard Nixon und die Watergate-Affäre gibt es unzählige Publikationen, Dokumentationen und auf Aussagen von Zeitzeugen basierenden Dokumentar-Spielfilme. Ein Gang in jede gut sortierte Bibliothek ist hilfreich.

Unterhaltsam und wie eigentlich immer überragend gespielt von Anthony Hopkins:
https://de.wikipedia.org/wiki/Nixon_(Film)
Dadurch wurde ich auf Nixon neugierig, lag ja vor "meiner Zei".
http://www.capitolhillblue.com/node/55986
http://www.californiascapitol.com/2011/1...icky-dick/
https://www.youtube.com/watch?v=y1j_kfnPFLg
https://www.youtube.com/watch?v=gbrcRKqLSRw

Der aktuelle Bezug:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/do...44716.html
"Dean: Es gibt Parallelen zwischen Nixon und Trump, keine Frage. Aber es gibt auch Unterschiede. Nixon war introvertiert, er griff die Medien hinter verschlossenen Türen an und beleidigte Leute hinter ihrem Rücken, was wir nur wissen, weil es die Tonbänder aus dem Oval Office gibt. Daher kennen wir Nixons dunkle Seite, seine Rachsucht."

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41279948.html
"Da wird Richard Nixon wieder lebendig, der gehetzte, kaum noch zurechnungsfähige, zunehmend dem Alkohol verfallene Präsident, der nachts durch die Gänge des Weißen Hauses schlurft und Zwiegespräche mit den Bildern früherer Präsidenten hält, der oft erst mittags verkatert ins Oval Office kommt. "Hat er nicht mehr alle Tassen im Schrank?" fragt, nach einem Abendessen im Weißen Haus, Senator Goldwater den Nixon-Mitarbeiter Bryce Harlow. "Nein", entgegnet der, "er war betrunken."

Richard Nixon war ein "zweitklassiges Gehirn", vom Hass und Neid auf seine Mitmenschen korrodiert. Sein Überwachungs- und Einbruchsspleen, der ihn in Sicherheit wiegen sollte, brachte ihn am Ende zu Fall.

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12.09.2017, 23:55
Beitrag: #7
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
Achja, zu Nixons Mafia- und CIA-Verbindungen gibt es genügend Quellen:
https://www.amazon.de/Watergate-Hidden-H...1619021625

J.Edgar Hoover hatte Nixon in der Hand:
http://www.nytimes.com/1991/06/05/us/tap...oover.html

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13.09.2017, 00:34
Beitrag: #8
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
Wer über Nixon etwas nachlesen möchte, kann ich "Peter Schäfer / Ulrike Skorsetz: Die Präsidenten der USA - In Lebensbilderm von George Washington bis Bill Clinton, Ullstein Verlag Berlin 1999, Ullstein-Buch 26545, ISBN 3-548-26545-6" oder "Peter Schäfer: Die Präsidenten der USA im 20. Jahrhundert, Biographien, daten, Dokumente; VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin, 1990, ISBN 3-326-00326-9" empfehlen.

Sicher zählt Richard Nixon zu den schlechten Präsidenten der USA, zu den sogenannten Versagern wie Andrew Johnson oder Harding. Aber auch die Präsidentschaft Nixons von 1969 bis 1974 darf nicht nur von der Watergate-Affäre betrachtet werden. Es sicher so, dass Richard Nixon nur ein Durchschnittspolitiker war, der sich als Erbe seines politischen Ziehvaters Eisenhower sah. Ein "Null" war er sicher nicht, immerhin konnte er 1968 innerparteiliche Rivalen wie Ronald Reagan verdrängen. Er versagte dort, wo er von seinen Mitarbeitern falsch beraten bzw. hintergangen wurde. Sind nicht seine wichtigsten innenpoltischen Mitarbeiter wie John Ehrlichman oder Bob Haldeman wichtige Akteure bei Watergate gewesen? Ebenso war das Wirken des Vizepräsidenten Spiro Agnew für Richard Nixon fatal.

Außenpolitisch sieht das anders aus. Hier hatte er Henry Kissinger an seiner Seite, der von 1969 bis 1973 als Nationaler Sicherheitsberater und ab 1973 als Außenminister fungierte. Hier war Nixon erfolgreich, sowohl in der Annäherung an China und an die Sowjetunion. Ebenso steht Nixons Name für das Ende des Vietnamkrieges und den Rückzug der USA aus Indochina. Natürlich darf man nicht vergessen, dass 1973 die Beseitigung der Allende-Regierung in Chile durch den Militärputsch unter Führung Pinochet unter maßgeblicher Beteiligung der CIA durchgeführt wurde. Man kann zwar sagen, dass dies alles von Kissinger geführt wurde, aber auch Kissinger war nur ein Außenminister, der seinen Präsidenten Rechenschaft abgeben musste, obwohl er 1973 (oder 1975?) den Friedensnobelpreis erhielt.

Weiterhin muss man Nixon zugutehalten, dass er 1973 mit dem 25. Zusatzartikel zur Verfassung die Ernennung des Kongressabgeordneten Gerald Ford zum Vizepräsidenten durchsetzte. Gerald Ford hatte zwar nur eine zweieinhalbjährige Präsidentschaft, die jedoch wegen seinem Auftreten bei der KSZE in Helsinki 1975 als bedeutend eingeschätzt werden kann. Fairerweise muss man auch die Verdienste Nixons im Vorfeld der KSZE anerkennen. Hierzu zählen für mich vor allem die Annäherung an China - dort wurde er als erster westlicher Politiker von Mao Zedong empfangen oder die Verhandlungen mit Breschnew, der um 1970/75 aus einer Position der Stärke agierte.

Ich kann mich noch gut an den Rücktritt Nixons erinnern. Wir sind am 9. August 1974 in Urlaub gefahren und während des vorgezogenen Frühstücks hörten wir früh auf dem Deutschlandfunk vom Rücktritt.

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13.09.2017, 09:42
Beitrag: #9
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
(12.09.2017 20:11)Triton schrieb:  ./.

Über Kennedy und Nixon hat die Geschichte ihr Urteil gefällt und es ist eindeutig. Dass es damals anders gesehen wurde, ist ja gerade Thema des threads. Unbedarfte Zeitgenossen konnte er reinlegen.


Was für die damalige Päferierung meines Umfeldes ein Grund sein könnte, wäre die halbdeutsche Abstammung Nixons.
Und natürlich die größere politische Erfahrung im Ost-West Konflikt.

Chrustchow hat Kennedy in Sachen Berlin ja gewaltig über den Tisch gezogen.
War halt noch ein "Lehrling in Sachen Weltpolitik"
Was Nixon vermutlich sooo nicht passiert wäre.

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13.09.2017, 18:00
Beitrag: #10
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
(13.09.2017 09:42)Suebe schrieb:  
(12.09.2017 20:11)Triton schrieb:  ./.

Über Kennedy und Nixon hat die Geschichte ihr Urteil gefällt und es ist eindeutig. Dass es damals anders gesehen wurde, ist ja gerade Thema des threads. Unbedarfte Zeitgenossen konnte er reinlegen.


Was für die damalige Päferierung meines Umfeldes ein Grund sein könnte, wäre die halbdeutsche Abstammung Nixons.
Und natürlich die größere politische Erfahrung im Ost-West Konflikt.

Chrustchow hat Kennedy in Sachen Berlin ja gewaltig über den Tisch gezogen.
War halt noch ein "Lehrling in Sachen Weltpolitik"
Was Nixon vermutlich sooo nicht passiert wäre.

Genau, eine Differenzierung ist sehr wichtig. Kennedy war nicht immer die Lichtgestalt und Nixon ist nicht immer der charakterlose Trickser gewesen. Wir müssen aufpassen, dass die historische Figur Nixon nicht von der von Anthony Hopkins gespielten Filmfigur überschattet wird. Für Nixon spricht auch, dass er unter Eisenhower 8 Jahre als Vizepräsident amtierte. So unbedeutend uns das Amt Vizepräsident erscheint, ist es nicht. Der Vizepräsident der USA ist gleichzeitig Präsident des Senats. Dadurch ist er auf alle Fälle eine wichtige innenpolitische Größe. Interessant ist auch, dass 1968 Nixons Tochter Julie einen Enkel Eisenhower heiratete ...

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13.09.2017, 18:31
Beitrag: #11
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
(13.09.2017 18:00)Sansavoir schrieb:  ./.

Genau, eine Differenzierung ist sehr wichtig. Kennedy war nicht immer die Lichtgestalt und Nixon ist nicht immer der charakterlose Trickser gewesen. Wir müssen aufpassen, dass die historische Figur Nixon nicht von der von Anthony Hopkins gespielten Filmfigur überschattet wird. Für Nixon spricht auch, dass er unter Eisenhower 8 Jahre als Vizepräsident amtierte. So unbedeutend uns das Amt Vizepräsident erscheint, ist es nicht. Der Vizepräsident der USA ist gleichzeitig Präsident des Senats. Dadurch ist er auf alle Fälle eine wichtige innenpolitische Größe. Interessant ist auch, dass 1968 Nixons Tochter Julie einen Enkel Eisenhower heiratete ...

Ein Punkt in Sachen Lichtgestalt Kennedy ist ganz zweifellos die sehr unglückliche Figur die er beim Bau der Mauer machte.
Wären dort die Bulldozer gefahren und hätten Mauer und Stacheldraht eben gemacht, keine fast 30Jahre Mauer und Teilung und! kein Kuba-Konflikt.

Crustchow hat mit Kennedy in Wien konferiert, und ihn danach als Lehrling eingeschätzt und behandelt, bis zum Kuba-Konflikt
Aber für Deutschland war der Zug dann abgefahren.

Worte kosten nix, "Ick bin ein Bärliner" der Zusammenhang in der Rede muss auch beachtet werden, die Worte wurden keineswegs so gemeint wie man sie in Berlin/Deutschland verstanden wurden/verstehen wollte.

ich denke auch, dass die Rolle Nixons in der US-Außenpolitik deutlich positiver gesehen werden muss,
dass Kissinger ein ganz brillianter Außenminister war kam ihm da natürlich zu gute, aber die blödesten sind das ja normal nicht, die brilliante Mitarbeiter haben.

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14.09.2017, 00:14
Beitrag: #12
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
(13.09.2017 18:31)Suebe schrieb:  dass Kissinger ein ganz brillianter Außenminister war kam ihm da natürlich zu gute, aber die blödesten sind das ja normal nicht, die brilliante Mitarbeiter haben.
Yo, die erstklassigen Einbrecher Ehrlichmann und Haldemann...Big Grin
Wer immer Kissinger und Gerald Ford ausgesucht hatte und warum, das ist die Frage.
Nixon konnte Kissinger nicht leiden und hielt Ford schlicht für unfähig.
Nixon sah sich selbst als Marionette des militärisch-industriellen Komplex, vor dem sein ehemaliger Chef Eisenhower eindringlich gewarnt hatte. Seine wichtigsten Mitarbeiter waren Haldemann und Ehrlichmann, die im Grunde gewöhnliche Kriminelle waren und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden. Was auch Nixon zugestanden hätte.
Alle drei wurden der Beteiligung bei mehrfachen Einbrüchen überführt.

Unterirdischer geht es ja wohl nicht. Dagegen ist selbst das Trump-Team ein Waisenchor dagegen.

Als größter Erfolg galt Nixons Annäherung an China. Klingt aus heutiger Sicht gut, aber das war das Mao-China während der Kulturrevolution. Man darf Nixon nicht mit Adenauer vergleichen, der nach Moskau reiste und die "Sohfjetzs" ähnlich leiden konnte wie Nixon Kommunisten. Adenauer war in humaner Mission unterwegs, Nixon wollte Publicity und seinen Gegnern schaden.
Man muss schon die Generallinie finden: Nixon hatte keine Prinzipien und war stark darin, Intrigen zu spinnen. Das kann man als ausgebufft bezeichnen, meinetwegen. Aber ausgebufft ist keine Eigenschaft, die ich beim Führer der freien Welt und des größten Rechtsstaats haben will.

John F. Kennedy wird heute glorifiziert, das ist klar. Wenn jemand gute Berater hatte, dann er. Das Schweinebucht-Debakel ging auf sein Konto.

Gerade weil er ein wenig motoviertes, politisches Leichtgewicht war, fraß die Wahlniederlage von 1960 so sehr an Nixon, der allein die knappe Wahl im TV-Duell versemmelte. Nixon war immer ein Trickser und legalen Grauzonen nicht abgeneigt, aber nach dieser Wahl hatte er einen Schaden. Seine illegalen Machenschaften nach der Wiederwahl - völlig unnötig - kann man nur so erklären.
Er musste weg, es ging nicht mehr.

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14.09.2017, 12:04
Beitrag: #13
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
(14.09.2017 00:14)Triton schrieb:  ./.

John F. Kennedy wird heute glorifiziert, das ist klar. Wenn jemand gute Berater hatte, dann er. Das Schweinebucht-Debakel ging auf sein Konto.

./.

Was ist die Schweinebucht gegen Berlin und die Mauer?

sonst Zustimmung

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16.09.2017, 11:18
Beitrag: #14
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
Das Schweinebucht-Debakel in seiner ganzen stümperhaften Vorbereitung hatte JFK m.W. noch von seinem Vorgänger übernommen. Samt den ganzen kalten Kriegern im Stab, wie zum Beispiel https://de.wikipedia.org/wiki/Curtis_E._...lter_Krieg

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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16.09.2017, 11:50
Beitrag: #15
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
Vielleicht wäre Lyndon B. Johnson der bedeutendste Präsident der USA geworden, wenn er nicht den Vietnam-Krieg am Halse gehabt hätte.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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16.09.2017, 14:24
Beitrag: #16
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
Eines muss man LeMay lassen. Er flog selbst Missionen über Deutschland mit, die 1943 noch einem Russischen Roulett gleichkamen.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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18.09.2017, 19:54
Beitrag: #17
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
(16.09.2017 11:18)Arkona schrieb:  Das Schweinebucht-Debakel in seiner ganzen stümperhaften Vorbereitung hatte JFK m.W. noch von seinem Vorgänger übernommen. Samt den ganzen kalten Kriegern im Stab, wie zum Beispiel https://de.wikipedia.org/wiki/Curtis_E._...lter_Krieg


Der Fidel hat dann sehr Medienwirksam für die Freilassung der "Schweinebucht-Gefangenen" Traktoren gefordert.
Was damals in Deutschland, der Eichmann-Prozess lief gerade, sehr peinliche Erinnerungen weckte.

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30.09.2017, 23:31
Beitrag: #18
RE: Richard Nixon, der Misanthroph im Weissen Haus...
Der Triumph des Glücks über die Dummheit oder ein Stück Klebeband verriet die Einbrecher:
"In der Nacht des 17. Juni 1972 bemerkte der Wachmann Frank Wills bei seinem Rundgang im Watergate-Komplex, dass ein Stück Klebeband an einer Tür angebracht war, um deren Zufallen zu verhindern. Nichts ahnend entfernte er das Klebeband und setzte seinen Rundgang fort. Als er später wieder an der Tür vorbeikam, bemerkte er, dass erneut ein Stück Klebeband angebracht war."
https://de.wikipedia.org/wiki/Watergate-Aff%C3%A4re

Auch Einbrechen will gelernt sein. Nicht einmal Übung machte hier den Meister.

Das Verhängnis nahm seinen Lauf.

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