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Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
12.09.2012, 21:53
Beitrag: #21
RE: Antideutsch sein
So, ich fang dann mal mit meinem Antwort-Marathon bei dir an.Smile

(12.09.2012 13:09)Renegat schrieb:  Ja, ich lese Krimis, allerdings deutsch übersetzt, nicht in der Originalsprache, die ist mir für Unterhaltung zu anstrengend.
Elisabeth George, Ian Rankin, Fred Vargas fallen mir spontan ein, z.Zt. Colleen McCullough. An deutsche oder skandinavische Autoren erinnere ich mich nicht, die können keinen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, sollte mir je einer in die Hände gefallen sein.

Ich habe nur Josephine Tey auf Englisch gelesen und das auch nur deshalb, weil nur vier ihrer sieben Krimis ins Deutsche übersetzt wurden, soviel nur nebenbei.

Ich denke, skandinavische Krimiautoren hättest du sicher nicht vergessen- sie lassen einen irgendwie immer an Selbstmord denken, weil die Welt ja ohnhin schlecht ist. (Anders als Amerikanische Krimis: Dort sind nur die Psychopathen schlecht...) Aber ich glaube, hierzu müßten wir wieder einen neuen Thread aufmachen....


(11.09.2012 21:10)Renegat schrieb:  Politikvergleich würde ich ausklammern. Ich weiß nicht, ob man aus der Politik Unterschiede im Umgang mit Problemen ableiten kann. Außerdem ist die Politik der Südländer Portugal, Spanien, Italien, Griechenland und Türkei ziemlich unterschiedlich.

Hier habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. Ich meinte nicht die poltischen Entscheidungen, sondern die Art und Weise, darüber im Parlament zu debattieren. Hör dir mal eine italienische Parlamentsdebatte an und versuche, sie dir auf Deutsch vorzustellen. (Oder umgekehrt). Es geht einfach nicht...

(11.09.2012 21:10)Renegat schrieb:  Außerdem ist man bei solchen Vergleichen sehr schnell beim Einfluß von Wetter und Klima und wie willst du das dann von der Sprache trennen?

Gar nicht. Denn die Temperaturen und auch die Länge von Tagen und Nächten, Reize wie Vogelgesang etc. haben einen erheblichen Einfluss auf die neuronalen Verknüpfungen von Neugeborenen.
Nur tue ich mich hier schwer damit, zu sagen, ob Sprache von der Temperatur /Tageslänge abhängt und diese äußeren Faktoren somit nur miitelbar auf die Wesensentwicklung einwirken oder ob beides gleichwertig seinen Beitrag zur Wesensentwicklung leistet.



(11.09.2012 21:10)Renegat schrieb:  Englisch ist eine weit verbreitete Zweitsprache.

(11.09.2012 23:00)Bunbury schrieb:  Ja, aber warum? Warum wird das Englische so begeistert aufgenommen, daß man hierzulande mittlerweile nicht einmal mehr Filmtitel ins Deutsche übersetzt z.B.?
Das läßt sich auch nicht unbedingt damit erklären, daß es die allmächtige Wirtschaftssprache ist oder daß die Amerikaner die führende Nation ist.
Englisch wird deshalb so begeistert aufgenommen, weil es einen einfacher denken läßt. Ich stelle das jedes Jahr wieder im Schottlandurlaub fest, wenn ich dann nach zwei Wochen mit den Schotten über Poliitk diskutiere. Mir fällt es mitunter in dieser Fremdsprache, in der ich alles andere als Vokabelsicher bin, leichter, gewisse Gedankengänge zu erklären als im Deutschen.

So habe ich das noch nie betrachtet. Mit englischen Muttersprachlern habe ich weniger Kontakt, eher mit Leuten, für die englisch auch Zweitsprache ist und die leichtere Verständigung habe ich bisher mit diesem Umstand in Zusammenhang gebracht.
OT vor einiger Zeit habe ich mit meiner Tochter eine Busstädtereise nach Rom gemacht. Gleich im Bus haben wir eine junge Inderin im Alter meiner Tochter kennengelernt, die für ein Jahr in einer Softwareschmiede arbeitete und dabei ganz viel Europa kennenlernen wollte. Ganz witzig, wir hatten alle drei die gleiche Kamera. Jedenfalls haben wir Rom zu dritt erlebt und auf englisch, das ging soweit, dass ich im Hotelzimmer mit meiner Tochter weiter englisch gesprochen habe.

Ob das aber mit einer einfacheren, leichteren Sprachstruktur zusammenhängt, weiß ich nicht. Englisch ist allgegenwärtig und dadurch, dass es die 1. Fremdsprache ist, die man ja relativ früh lernt, stärker im Gehirn verankert.
[/quote]

Ja, das verstärkt den Effekt sicherlich. Sprache ist ja etwas sehr dynamisches. Wenn eine Sprache häufiger gesprochen wird, wird sie auch von anderen leichter aufgefaßt und wiedergegeben. Dadurch gleichen sich aber auch die Lebensweisen immer weiter aneinander an- es wird eine zunehmende Amerikanisierung unserer Gesellschaft festgestellt. Vielleicht eben auch deshalb, weil es uns durch den Gebrauch des Englischen leichter fällt, diese Denkweisen nachzuvollziehen. Wodurch dann die Bereitschaft steigt, auch wieder Englisch zu sprechen...

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12.09.2012, 22:03
Beitrag: #22
RE: Antideutsch sein
(12.09.2012 14:38)Uta schrieb:  Ich möchte nicht so weit gehen, dass Latein das analytische Denken schult, sondern dass Latein für Kinder, die eher analytisch veranlagt sind, leichter erlernbar ist.

So war zumindest die Erklärung der Schule meines Sohnes. In Baden-Württemberg müssen sich die Gymnasiasten zwischen Französisch und Latein als 2. Fremdsprache entscheiden, was bei vielen Schülern und Eltern regelmäßig Unsicherheiten auslöst. Als Entscheidungshilfe wird dann immer das bisherige Lernverhalten des betreffenden Kindes herangezogen.
Ein Kind, dass sich in Deutsch und Englisch ganz gut hält, ein gewisses Sprachgefühl zeigt und eher intuitiv bzw. durch Nachahmung lernt, sollte besser Französisch lernen.
Ein Kind, dass seine Stärke eher im Bereich Mathematik, logisches und analytisches Denken hat, lernt besser Latein.

Die Erklärung wurde auch an der Schule meines Sohnes gegeben, aber ich halte sie für nicht stimmig. Oder meiN Bruder und ich sind absolute Ausnahmen.
Ich bin in Mathematik ganz furchtbar schlecht, war aber gut in Latein (und immer in deutscher Grammatik) und habe mit Ananlysieren ein paar Jahre meinen Lebensunterhalt verdient.
Mein Bruder ist ein begnadeter Mathematiker, kam in Latein aber nur gerade so durch, und überspitzt gesagt, wäre seiner Ananylse nach die Welt ein friedlicherer Ort, wenn damals auf der Titanic die Männer in die Rettungsboote hätten steigen dürfen...

(12.09.2012 14:38)Uta schrieb:  Wenn ich versuche, das mal auf den eigentlichen Threadtitel anzuwenden, komme ich nicht auf ein eindeutiges Ergebnis, ob die Muttersprache einen Einfluss auf das Denkverhalten hat.

Gut. Smile

(12.09.2012 14:38)Uta schrieb:  Meine persönliche Einschätzung ist:
Meine Muttersprache beeinflusst nicht mein Denkverhalten, das wird von anderen Faktoren beeinflusst und geprägt, aber meine Muttersprache beeinflusst sehr stark meine Außenwirkung.

Letzteres glaube ich nicht wirklich.
Und "Denkverhalten" ist für das, was ich meine, auch viel zu stark. Soweit gehe ich nicht. Es beeinflußt die Art und Weise, wie man an bestimmte Problemstellungen herangeht und wahrscheinlich auch, wie man sie strukturiert.
Aber das "Denkverhalten" an sich wird von anderen Faktoren bestimmt.

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12.09.2012, 22:05
Beitrag: #23
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
(12.09.2012 19:44)Suebe schrieb:  hmmm....

Meine Muttersprache ist der Dialekt.
Zweifellos Exclamation

Aber jetzt beginnen die Probleme. Wie denke ich? Wie träume ich?
Schriftsprache oder Dialekt?
Die Antwort lautet: Je nach dem.
Und es gab Zeiten da habe ich auch englisch gedacht. Aber die Sprache benutze ich heute zu selten.

kommt ihr damit eurer Problemstellung näher?

Ich glaube zumindest, das wäre eine Antwort.


Ein bißchen kryptisch bist du schon, oder?Wink Was ist denn nun deine Antwort?

Kleine Frage zum Dialekt- benutzt der denn eine grundlegend andere Grammatik?

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13.09.2012, 14:09
Beitrag: #24
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
@Bunbury
Im Dialekt gibt es keine grundlegend andere Grammatik.
Es gibt aber einen witzigen vergleich zwischen den Englischen und
dem dt. Dialekt
Hier ein Beispiel:
Das englische an wird immer vor einem Wort das mit einem Vokal anfängt benutzt (an apple)
Im Dialekt gibt es auch ein an und wird auch wie im englischen verwendet (an Opfl)
Always ist mit dem oway verwandt und bedeutet auch immer.
Window kann mit dem pinzgauerischen Windower vergleichen.
Obwohl das Englische von Nieder-Deutsch und Dänischen abstammt gibt es auch vergleiche mit dem Süd-Deutschen
b.z.w.: dem östr. Dialekt.

Es gibt zwei dinge die unendlich sind:das Universum und die Menschliche Dummheit.
Beim Universum bin ich mir nicht sicher
Albert Einstein.
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13.09.2012, 15:31
Beitrag: #25
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
(12.09.2012 22:05)Bunbury schrieb:  
(12.09.2012 19:44)Suebe schrieb:  hmmm....

Meine Muttersprache ist der Dialekt.
Zweifellos Exclamation

Aber jetzt beginnen die Probleme. Wie denke ich? Wie träume ich?
Schriftsprache oder Dialekt?
Die Antwort lautet: Je nach dem.
Und es gab Zeiten da habe ich auch englisch gedacht. Aber die Sprache benutze ich heute zu selten.

kommt ihr damit eurer Problemstellung näher?

Ich glaube zumindest, das wäre eine Antwort.


Ein bißchen kryptisch bist du schon, oder?Wink Was ist denn nun deine Antwort?

Kleine Frage zum Dialekt- benutzt der denn eine grundlegend andere Grammatik?


Kryptisch ist gut, klingt so gebildet. Charakterisiert mich also bestens Angel

Der Schwäbische Dialekt unterscheidet sich in der Grammatik in diversen Punkten von der heutigen Schriftsprache. Ob diese Unterschiede grundlegend sind, vermag ich nicht zu entscheiden.

Was ich eigentlich ausdrücken wollte, es wird manche/manchen geben, die in verschiedenen Sprachwelten ständig daheim sind. Insbesondere Dialektsprecher.

Ich vermute mal, dass die Fragestellung beeinflusst ist, vom "Rätsel" dass die vorkolumbianische Kultur sehr viele Nutzpflanzen hervorbrachte, dagegen kaum Nutztiere. Auch in der Anwendung im Prinzip bekannter technischer Vorrichtungen zweifellos Defizite hatte. (aus eurozentrischer Sicht zumindest)
Fakt ist, dass der HSS auf der ganzen Welt per se "gleich klug" ist.
Ergo: Es muss Gründe für diese grundlegend unterschiedlichen Entwicklungen geben.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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13.09.2012, 17:41
Beitrag: #26
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
(13.09.2012 15:31)Suebe schrieb:  Ich vermute mal, dass die Fragestellung beeinflusst ist, vom "Rätsel" dass die vorkolumbianische Kultur sehr viele Nutzpflanzen hervorbrachte, dagegen kaum Nutztiere. Auch in der Anwendung im Prinzip bekannter technischer Vorrichtungen zweifellos Defizite hatte. (aus eurozentrischer Sicht zumindest)
Fakt ist, dass der HSS auf der ganzen Welt per se "gleich klug" ist.
Ergo: Es muss Gründe für diese grundlegend unterschiedlichen Entwicklungen geben.

Diese Aussage ist zwar die Steigerung von kryptisch, nämlich kryptophilisofisch, meine sie trotzdem verstanden zu haben.

Erklärung für die unterschiedlichen Entwicklungen sind "Pfade". Es gab nicht viele echte Kicks, die der Entwicklung eine neue Richtung gaben, das meiste verläuft in Bahnen/Pfaden.
Kehrtwende und nochmal von vorn, dabei alles bisherige vergessen und ganz anders machen, kommt selten vor in der menschlichen Geschichte.

Aber mit den Sprachen hat das nichts zu tun.
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13.09.2012, 18:07
Beitrag: #27
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
(13.09.2012 17:41)Renegat schrieb:  Diese Aussage ist zwar die Steigerung von kryptisch, nämlich kryptophilisofisch, meine sie trotzdem verstanden zu haben.

Erklärung für die unterschiedlichen Entwicklungen sind "Pfade". Es gab nicht viele echte Kicks, die der Entwicklung eine neue Richtung gaben, das meiste verläuft in Bahnen/Pfaden.
Kehrtwende und nochmal von vorn, dabei alles bisherige vergessen und ganz anders machen, kommt selten vor in der menschlichen Geschichte.

Aber mit den Sprachen hat das nichts zu tun.

Doch. ich denke schon. Die Sprachentwicklung verläuft vermutlich ähnlich. Sie beeinflußt die neuronalen Muster, und das wiederum hat Einfluß auf die Sprache- und so wird auch ein Pfad festgelegt...

Umkehren ist da eher schwieirg. Sonst würden sich die Finnen nicht 15 Fälle erlauben (habe zumindest mal gehört, daß es so ist.)

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13.09.2012, 18:32
Beitrag: #28
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
(13.09.2012 18:07)Bunbury schrieb:  
(13.09.2012 17:41)Renegat schrieb:  Diese Aussage ist zwar die Steigerung von kryptisch, nämlich kryptophilisofisch, meine sie trotzdem verstanden zu haben.

Erklärung für die unterschiedlichen Entwicklungen sind "Pfade". Es gab nicht viele echte Kicks, die der Entwicklung eine neue Richtung gaben, das meiste verläuft in Bahnen/Pfaden.
Kehrtwende und nochmal von vorn, dabei alles bisherige vergessen und ganz anders machen, kommt selten vor in der menschlichen Geschichte.

Aber mit den Sprachen hat das nichts zu tun.

Doch. ich denke schon. Die Sprachentwicklung verläuft vermutlich ähnlich. Sie beeinflußt die neuronalen Muster, und das wiederum hat Einfluß auf die Sprache- und so wird auch ein Pfad festgelegt...

Umkehren ist da eher schwieirg. Sonst würden sich die Finnen nicht 15 Fälle erlauben (habe zumindest mal gehört, daß es so ist.)

Tja, so betrachtet hast du recht.
Wir haben also 3 Stufen des Spracherwerbs.
1. Ersterwerb als Baby und Kleinkind der sog. Muttersprache.
2. 1. Fremdsprache oder Zweitsprache entweder in Schule, Kiga oder manchmal auch früher durch gemischtsprachiges Umfeld.
3. 2 und weitere Fremdsprachen in späteren Jahren.

Es leuchtet mir ein, dass man eine zweite Sprache ausgehend von der Muttersprache lernt, wenn man etwas älter ist und die Erstsprache gefestigt, in deinen Worten, Bunbury, einen Pfad gelegt hat.

Was ist mit Menschen die zweisprachig aufwachsen, werden bei denen mehr Pfade angelegt?
Suebe hatte schon mal einen Artikel dazu eingestellt, kann sein, dass wir ein ähnliches Thema schon hatten.
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13.09.2012, 18:47
Beitrag: #29
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
(12.09.2012 14:26)krasnaja schrieb:  Wobei Englich heute für Berufe im höheren Management nicht mehr als Fremdsprache angesehen wird, beim Einstellungsgespräch auf die Frage des Personalchefs nach Fremdsprache und der Antwort: Englisch, die Antwort kommen könnte: ich fragte nach Fremdsprachen.
Würde ich mich tierisch drüber aufregen. Diese Selbstverständlichkeit mit der man erwartet eine fremde Sprache zu beherrschen. Ganz schrecklich die Leute die sich über einen deutschen Akzent mokieren.

(12.09.2012 14:38)Uta schrieb:  Ich möchte nicht so weit gehen, dass Latein das analytische Denken schult, sondern dass Latein für Kinder, die eher analytisch veranlagt sind, leichter erlernbar ist.

So war zumindest die Erklärung der Schule meines Sohnes. In Baden-Württemberg müssen sich die Gymnasiasten zwischen Französisch und Latein als 2. Fremdsprache entscheiden, was bei vielen Schülern und Eltern regelmäßig Unsicherheiten auslöst. Als Entscheidungshilfe wird dann immer das bisherige Lernverhalten des betreffenden Kindes herangezogen.
Ein Kind, dass sich in Deutsch und Englisch ganz gut hält, ein gewisses Sprachgefühl zeigt und eher intuitiv bzw. durch Nachahmung lernt, sollte besser Französisch lernen.
Ein Kind, dass seine Stärke eher im Bereich Mathematik, logisches und analytisches Denken hat, lernt besser Latein.
Das erlernen von Latein schult gewissermaßen schon das analytische Denken, sofern das Kind bereits die Veranlagung dazu hat.
Halte ich für großen Quark. So wurde es bei uns auch verkaufen. Unabhängig davon, dass ich trotz Motivation später an Französisch gescheitert bin, hat Latein kaum was mit Mathe zu tun, sondern viel eher damit, ob man bereits in der 7. Klasse weit genug in der Entwicklung ist von Anfang an zu Lernen. Einmal den Anschluss verpasst bist Du in Latein raus. Und da diese Sprache (zwar einerseits logisch) aber im Grunde dann doch nur auswendiglernen ist...
Brauchen tut die übrigens keiner, so denke ich.
Spanisch konnten wir nicht wählen, wäre aber unter Garantie die beliebteste Wahl gewesen. Logisch, da diese Sprache weit mehr gesprochen wird als Französisch.

(12.09.2012 15:05)Suebe schrieb:  Das ist doch heute keinen Deut anders. Die Fremdsprache Englisch kommt doch bei der Masse nicht an.
Ein paar Denglische Brocken, alle unbekannten Worte werden englisch ausgesprochen, oder was man dafür hält, und wenn es sanskrit ist.
aber sonst? Keine Rede.

Nur ist "die Masse" halt schmaler geworden, das "Bildungsbürgertum" breiter.
Da glaube ich irrst Du. Es ist regelmäßig erlebar, dass weite Teile der Bevölkerung Englisch beherrschen. Zumindest das Level was zum Verständigen reich, wie Bunbury es interessant charakterisierte.
Kein Vergleich etwa zu Italien oder Spanien, wo das keineswegs die Regel ist.
(13.09.2012 18:32)Renegat schrieb:  Tja, so betrachtet hast du recht.
Wir haben also 3 Stufen des Spracherwerbs.
1. Ersterwerb als Baby und Kleinkind der sog. Muttersprache.
2. 1. Fremdsprache oder Zweitsprache entweder in Schule, Kiga oder manchmal auch früher durch gemischtsprachiges Umfeld.
3. 2 und weitere Fremdsprachen in späteren Jahren.
Wenn Du ein Sprachtalent bist schon, sonst nicht - dann kannst Du eine Fremdsprache ausreichend (Englisch), aber die andere hattest Du nur in der Schule. Die erste Fremdsprache im Kindergarten halte ich übrigens für unverantwortlich, weil einige Kinder somit bereits dort abgehängt werden, allein deshalb weil ihre Entwicklung Zeit braucht.




Was das Zweitsprachige Aufwachsen angeht, lernt ein Kind die zweite Sprache anders als später in der Schule, nämlich wie seine Erste. Erst Klang und Betonung, dann Vokabeln. Umgekehrt ist es in der Schule, sodass man mitunter Probleme hat Gefühl für die Sprache zu entwickeln, weil man sofort Resultate bringen muss. So ging es mir jedenfalls.

Der vernetzte Mensch von heute gerät in Gefahr,
die globalisierte Welt als eine Ansammlung von Zitaten zu erleben.

Doug Mack
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13.09.2012, 19:08
Beitrag: #30
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
(13.09.2012 17:41)Renegat schrieb:  Aber mit den Sprachen hat das nichts zu tun.


Genau.
Das war meine filogrieptische Aussage.

Wenn ich in 2 Sprachen zu Hause bin, welche hat meinen bewundernwerten Intellekt Angel geschaffen?????????

Die Zeichensprache? Big Grin

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13.09.2012, 20:06
Beitrag: #31
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
(13.09.2012 18:47)Viriathus schrieb:  Was das Zweitsprachige Aufwachsen angeht, lernt ein Kind die zweite Sprache anders als später in der Schule, nämlich wie seine Erste. Erst Klang und Betonung, dann Vokabeln. Umgekehrt ist es in der Schule, sodass man mitunter Probleme hat Gefühl für die Sprache zu entwickeln, weil man sofort Resultate bringen muss. So ging es mir jedenfalls.
Zweisprachiges Aufwachsen ist was anderes als englisch im Kindergarten. Im Kindergarten, überhaupt im frühkindlichen Spracherwerb kommt es darauf, ob es spielerisch erfolgt und die Kinder Spaß dran haben. Also etwa als Rollenspiel im Ritter und Prinzessinnenalter englisches Königshaus spielen mit Verkleidung kommt dem mehr entgegen als die Schulsituation in den Kindergarten vorzuziehen.
Es gibt ja viele Kinder, die mit 2 Sprachen zu Hause/Umfeld aufwachsen, wie ist denn das bei denen mit den neuronalen Verknüpfungen im Gehirn?
Unser Denken funktioniert mit stummer Sprache, ohne Worte denken, ist für mich schwer vorstellbar. Deshalb war die Entwicklung des Sprachvermögens ein Meilenstein in der Evolution.
Es gibt aber keinen Unterschied im Leistungsvermögen der Sprachen. Irgendwo habe ich gelesen, dass archaische Sprachen sogar komplexer waren (mehr Fälle z.B.) als moderne Sprachen, bei denen sich vieles schon abgeschliffen hat.
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13.09.2012, 22:13
Beitrag: #32
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
(13.09.2012 19:08)Suebe schrieb:  
(13.09.2012 17:41)Renegat schrieb:  Aber mit den Sprachen hat das nichts zu tun.


Genau.
Das war meine filogrieptische Aussage.

Wenn ich in 2 Sprachen zu Hause bin, welche hat meinen bewundernwerten Intellekt Angel geschaffen?????????

Die Zeichensprache? Big Grin

Nein, dein Intellekt ist mehrdimensional.Big Grin

Aber ganz im Ernst- Sprache und Dialekt sind vom Grundmuster her nichts grundverschiedenes...

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13.09.2012, 22:18
Beitrag: #33
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
(13.09.2012 18:47)Viriathus schrieb:  Was das Zweitsprachige Aufwachsen angeht, lernt ein Kind die zweite Sprache anders als später in der Schule, nämlich wie seine Erste. Erst Klang und Betonung, dann Vokabeln. Umgekehrt ist es in der Schule, sodass man mitunter Probleme hat Gefühl für die Sprache zu entwickeln, weil man sofort Resultate bringen muss. So ging es mir jedenfalls.

Das mit der Zweisprachigkeit erfordert aber eine gewisse Konsequenz. So machen Neuro- und Sprachwissenschaftler zur Bedingung, daß jede Bezugsperson nur eine Sprache mit einem Kind spricht. Nur dann kann es beide Sprachen klar voneinander trennen. Sprechen mehrere Personen mehere Sprachen durcheinander mit dem Kind, ist es in keiner richtig zu Hause, weil es keine Sprache zuordnen kann...
Also vermuten Gehirnforscher mittlerweile starke Zusammenhänge mit Spracherwerb und dem Gefühlszentrum.
Bei zweisprachigen Kindern ist übrigens mit Gehrinstrommessung nachgewiesen, daß beide Sprachen eben nicht die identeischen Hirnarreale nutzen...

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27.09.2012, 09:14
Beitrag: #34
Kinder und Kids
So, ich will jetzt keinen neuen Thread dafür aufmachen, aber ich lese derzeit ein sehr interessantes Buch, das ich demnächst im gesellschaftspolitischen Teil vorstellen möchte.

In dem Zusammenhang bin ich über eine hochinteressante These zur Herkunft des Wortes "Kids" gestoßen. Und weil es irgendwie in dieses Thema paßt, würde ich von euch gerne wissen-

"Kids" sollte ja eigentlich das gleiche bedeuten wie "Kinder". Aber wie ist das bei euch? Denkt ihr an die gleichen "Kids", wenn ihr "Kinder" sagt? Oder habt ihr bei "kids" andere Vorstellungen als bei "Kinder"?

Würde mich mal interessieren, wie ihr das seht.

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27.09.2012, 09:44
Beitrag: #35
RE: Kinder und Kids
(27.09.2012 09:14)Bunbury schrieb:  So, ich will jetzt keinen neuen Thread dafür aufmachen, aber ich lese derzeit ein sehr interessantes Buch, das ich demnächst im gesellschaftspolitischen Teil vorstellen möchte.

In dem Zusammenhang bin ich über eine hochinteressante These zur Herkunft des Wortes "Kids" gestoßen. Und weil es irgendwie in dieses Thema paßt, würde ich von euch gerne wissen-

"Kids" sollte ja eigentlich das gleiche bedeuten wie "Kinder". Aber wie ist das bei euch? Denkt ihr an die gleichen "Kids", wenn ihr "Kinder" sagt? Oder habt ihr bei "kids" andere Vorstellungen als bei "Kinder"?

Würde mich mal interessieren, wie ihr das seht.


Anekdote:
Sommer 1963, meine älteste Schwester war erstmals aus den USA auf Besuch gekommen. Der Suebe war seit ein paar Monaten Sextaner und hat fleißig (mehr oder weniger) die englische Sprache erlernt.
Hat mein Schwager schon am ersten morgen durchs Haus gebrüllt: "Hello kids, come on". Was gemeint war, hat der kleine Suebe ohne weiteres verstanden, obwohl im "Learning English" Band 1 das Wort nicht erwähnt war, für Kinder ein anderes stand.

TT: Seither halte ich "kids" für ein "germanismen" im US-Amerikanischen.
Und ja, ich würde "kids" für ein Synonym von "children" halten.

Nun hast du mich sehr neugierig gemacht, und ich bin auf deine Erklärung heiß wie eine Herdplatte.

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27.09.2012, 10:02
Beitrag: #36
RE: Kinder und Kids
(27.09.2012 09:14)Bunbury schrieb:  "Kids" sollte ja eigentlich das gleiche bedeuten wie "Kinder". Aber wie ist das bei euch? Denkt ihr an die gleichen "Kids", wenn ihr "Kinder" sagt? Oder habt ihr bei "kids" andere Vorstellungen als bei "Kinder"?
Ja, doch. Für mich gibt es schon einen Unterschied. Kids ist irgendwie altersabhängig für mich. Ich würde ein Rudel Grundschüler jetzt nicht als Kids bezeichnen, das sind Kinder (oder Kiddies...). Kids fangen irgendwie bei 10, 11 Jahren an. Wobei meine eigenen grundsätzlich die Kinder oder die Jungs sind.
Das ist aber völlig subjektiv.

nicht ärgern, nur wundern...
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27.09.2012, 10:04
Beitrag: #37
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
Ich dachte immer, "kids" sei Amerikan English, während "Children" british English sei. Wobei zu bemerken ist, daß auch im Vereinigten Königreich immer öfter von "kids" die Rede ist.

Was nun die herdplatte anbetrifftWink schalte sie doch bitte noch einmal in den Energiesparmodus. Ich will erst noch sehen, ob und wenn was der eine oder andere dazu sagt. Ich setze meine Hoffnung dabei erst mal auf Renegat oder vielleicht auch Uta...
Natürlich ist auch das Jungvolk gefragt- wie hat sich Maxdorfer vor drei Jahren gesehen- als "kid" oder als "Kind"?

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27.09.2012, 15:26
Beitrag: #38
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
In Webster's New World (Basic Dictionary of American English) findet man:
kid - adj. 1... 2. [informal] younger [my kid] sister]
kiddie or kiddy - [informal] a child

Weitere Erklärungsversuche, die ich im Netz gefunden habe:

- Kids ist die umgangssprachliche Variante von children, wobei Kids aus dem US-Amerikanischen stammt und child/children aus dem Britischen. Kids könnte auch ursprünglich aus dem Deutschen entlehnt worden sein.

-Kids wurde früher eher abwertend verwendet, im Sinne von Kids = Bälger, hat aber heute keine negative Konnotation mehr.

- Kids kommt von Zicklein, Geißlein, war also ursprünglich eher ein Kosewort für kleine Kinder, welches sich eingebürgert hat.

[Anmerkung: das habe ich so aus dem Netz übernommen, ist also nicht meine Meinung. Ich dachte, das könnte als Diskussionsgrundlage dienen]

Lässt man die kid/child bei dict.cc direkt übersetzen bekommt man folgendes:
kid = Kind, Zicklein, Geißlein, Kleiner, Balg, Gör, Bursche
child = Kind

child scheint also einfach nur die formale Bezeichnung für Kind zu sein, während im kids viel mehr drinsteckt, eventuell auch sitationsgebunden und im heutigen Sprachgebrauch eher positiv gemeint.

Wenn man nach kids googelt, entdeckt man viele Seiten, die für Kinder gemacht sind und die Kinder eben ganz zeitgemäß mit "kids" ansprechen. Dabei werden von den Inhalten her eher die dynamischen, aktiven, neugierigen und quirligen Kinder angesprochen, im Sinne von Kids = Rasselbande.

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27.09.2012, 15:45
Beitrag: #39
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
Ich bin schon ziemlich weich.
Auf kleiner Flamme gekocht.

OT:
Im italienischen gibt es etwas "ähnliches" das kleine Mädchen nennt man "Bimba", den kleinen Jungen "Bimbo".
Aber auch da die eher temperamentvollen.

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27.09.2012, 18:34
Beitrag: #40
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
Das klingt doch alles schon ganz gut- und die Richtung, in die es zielt, zeichnet sich durchaus schon ab.

Es scheint durchaus, als würden mit dem Wort "kids" durchaus andere adjektive in Verbindung gebracht als mit dem Wort "Kinder."

Ich stelle jetzt einfach noch einmal die nächste Frage:

Welche Adjektive schreibt ihr einem zehnjähirgen Kind zu, welche zehnjährigen Kids?

(Keine Sorge, heute abend nach dem Elternabend fange ich an mit der Auflösung- und verrate euch, woher die Bezeichnung "Kids" in Deutschland tatsächlich kommt...)

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