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Lenin Reise nach Russland
17.09.2016, 11:14
Beitrag: #1
Lenin Reise nach Russland
Hallo,
ich habe gerade einen Text zur russichen Revolution gelesen und frage mich wieso die Deutschen Lenin überhaupt nach Russland gebracht haben und wieso Deutschland dann auch noch Massen an Geld für die russische Revolution ausgegeben hat?Huh

Kann mir der jemand vielleicht weiterhelfen?Smile

MfG
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17.09.2016, 11:31
Beitrag: #2
RE: Lenin Reise nach Russland
(17.09.2016 11:14)dorian2603 schrieb:  Hallo,
ich habe gerade einen Text zur russichen Revolution gelesen und frage mich wieso die Deutschen Lenin überhaupt nach Russland gebracht haben und wieso Deutschland dann auch noch Massen an Geld für die russische Revolution ausgegeben hat?Huh

Kann mir der jemand vielleicht weiterhelfen?Smile

MfG

Ich glaube, um die russische Wehrkraft zu zersetzen und damit den Kriegsaustritt Russlands zu provozieren, um damit wiederum den Zweifrontenkrieg zu beenden und einen Sieg mit allen Kräften an der Westfront zu erringen.
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17.09.2016, 12:13
Beitrag: #3
RE: Lenin Reise nach Russland
Es ist wie Flora schreibt.

Noch zur Vorgeschichte, die Februar-Revolution 1917 in Russland ist ausgebrochen, weil das Volk kriegsmüde war.
Die neue bürgerliche russische Regierung wurde daraufhin von den Alliierten, insbesondere die USA taten sich da hervor, mit sehr viel Geld soweit gebracht, dass der Krieg, d Facto gab es ja seit Februar 1917 im Osten einen nicht erklärten Waffenstillstand, fortgesetzt wurde.
Die Kerenski-Offensive war die direkte Folge. Die Mittelmächte kamen da nochmals unter erheblichen Druck an der Ostfront.
Daraufhin brachten die Mittelmächte dann Lenin ins Spiel.

"Die Inflation muss als das hingestellt werden, was sie wirklich ist, nämlich als Betrug am Staatsbürger, der um einen Teil seines Einkommens, aber noch mehr um seine Ersparnisse gebracht wird.!" (Ludwig Erhard, Bundeskalnzler 1963 bis 1966)
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17.09.2016, 12:54
Beitrag: #4
RE: Lenin Reise nach Russland
(17.09.2016 11:31)Flora_Sommerfeld schrieb:  
(17.09.2016 11:14)dorian2603 schrieb:  Hallo,
ich habe gerade einen Text zur russichen Revolution gelesen und frage mich wieso die Deutschen Lenin überhaupt nach Russland gebracht haben und wieso Deutschland dann auch noch Massen an Geld für die russische Revolution ausgegeben hat?Huh

Kann mir der jemand vielleicht weiterhelfen?Smile

MfG

Ich glaube, um die russische Wehrkraft zu zersetzen und damit den Kriegsaustritt Russlands zu provozieren, um damit wiederum den Zweifrontenkrieg zu beenden und einen Sieg mit allen Kräften an der Westfront zu erringen.

Du glaubst? Du kennst Dich doch sehr gut in der Geschichte des Ersten Weltrkriegs aus: http://www.forum-geschichte.at/Forum/sho...9#pid45529

An den Fragesteller: Wie Suebe schrieb, führte leider die Russische Republik nach dem Sturz des Zaren den Krieg fort. Zwar wurde auf Offensiven verzichtet, aber die Pattsituation band Truppen. Deshalb wollte man Russland zusätzlich schwächen und deshalb die finanzielle wie personelle Unterstützung der Bolschewiken. Das gelang ja und das führte zum Frieden von Brest-Litowsk, zu dem Du im verlinkten Thread oben mehr nachlesen kannst.

Die Kerenski Offensive war ein Va banque Spiel - mit verheerenden Folgen für das Regime, das sich endgültig bei der Bevölkerung unbeliebt hatte, denn die hatte schon seit 1916 Hunger und der Krieg war unbeliebt.

Ich glaube nicht einmal ,dass die Kerenski Offensive den Mittelmächten solche Verluste brachte, aber das dürften andere besser wissen. Auf jeden Fall waren Truppen gebunden.
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17.09.2016, 12:59
Beitrag: #5
RE: Lenin Reise nach Russland
(17.09.2016 12:13)Suebe schrieb:  Noch zur Vorgeschichte, die Februar-Revolution 1917 in Russland ist ausgebrochen, weil das Volk kriegsmüde war.
Die neue bürgerliche russische Regierung wurde daraufhin von den Alliierten, insbesondere die USA taten sich da hervor, mit sehr viel Geld soweit gebracht, dass der Krieg, d Facto gab es ja seit Februar 1917 im Osten einen nicht erklärten Waffenstillstand, fortgesetzt wurde.
Die Kerenski-Offensive war die direkte Folge. Die Mittelmächte kamen da nochmals unter erheblichen Druck an der Ostfront.
Daraufhin brachten die Mittelmächte dann Lenin ins Spiel.

Damit hatten die deutschen Militärs die Büchse der Pandora geöffnet und konnten den dadurch entfachten Flächenbrand der roten Revolution nicht mehr eindämmen. Letztlich holte er Deutschland schon ein Jahr später ein und führte dazu, dass sich nun das deutsche Militär im Chaos auflöste.
Könnte man die Herleitung aufstellen, daß die deutschen Miltärs mit dem einsetzen Lenins den Beginn einer fast 72 Jahre andauernden Unruhe für Deutschland heraufbeschworen haben?
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17.09.2016, 17:42
Beitrag: #6
RE: Lenin Reise nach Russland
Die Kerenski-Offensive war für die Entente eher kontraproduktiv. Sie verpuffte im Ansatz und die ohnehin angeknackste Moral der russischen Trupen war danach endgültig dahin. Viele gingen einfach nach Hause. Eine Fortsetzung des Krieges war für Russland unmöglich.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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17.09.2016, 18:19
Beitrag: #7
RE: Lenin Reise nach Russland
(17.09.2016 11:14)dorian2603 schrieb:  Hallo,
ich habe gerade einen Text zur russichen Revolution gelesen und frage mich wieso die Deutschen Lenin überhaupt nach Russland gebracht haben und wieso Deutschland dann auch noch Massen an Geld für die russische Revolution ausgegeben hat?Huh

Kann mir der jemand vielleicht weiterhelfen?Smile

MfG

Die Bolschewisierung Russlands bezeichnete Sebastian Haffner als eine der sieben Todsünden des Deutschen Reichs, die in eine weitere Todsünde mündete: Den Friedensfertrag von Brest Litowsk.

Der Hintergrund: Die Bolschewiken, bzw Lenin, hatten der OHL ein bedingungslose Kapitulation zugesichert, sollten sie an die Macht kommen. Und auf diese war die OHL angewiesen, wollte sie den Krieg gewinnen und ihre wahnwitzigen Kriegsziele durchsetzen.
Deshalb lag es nicht im Interesse des Reichs, dass Kerenski den Bürgerkrieg für sich entscheidet. Denn unter den Bürgerlichen wäre dem Reich der zermürbende Zweifrontenkrieg womöglich noch länger erhalten geblieben bzw. hätte sich dieser keinen schnellen Siegfrieden auf's Aug' drücken lassen.

Nachdem Lenin mit deutscher Unterstützung an die Macht gelangt war, konnte das Reich den Russen einen Siegfrieden nach seinen Vorstellungen diktieren. Das Resultat: Riesige Gebietsverluste.


Vgl. Annexion durch den Frieden von Brest-Litowsk:

[Bild: 350px-Map_Treaty_of_Brest-Litovsk-de.svg.png]

https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensve...st-Litowsk

Das annektierte Gebiet reichte vom Baltikum bis an die Krim und teilweise sogar darüber hinaus. Ludendorff hatte eine rücksichtslose Ausbeutung und Germanisierung weiter Gebietsteile (Ober Ost) geplant.

[Bild: 220px-OberOstMap.png]

https://de.wikipedia.org/wiki/Ober_Ost


Das alles wäre ohne Lenin und die Bolschewiken nicht möglich gewesen.

Dieser Siegfrieden, der aus der Feder kleingeistiger, machtbesessener Fanatiker stammte, verbrauchte jedoch Ressourcen, die anschließend an der Westfront fehlten.

Das Ergebnis dieser wahnwitzigen Politik ist bekannt.

MfG, Titus Feuerfuchs
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17.09.2016, 20:21
Beitrag: #8
RE: Lenin Reise nach Russland
Nachher ist man leicht schlauer.
Gegen die Westmächte hatten die Mittelmächte doch auf lange Sicht keine Chance mehr, wenn Amerika einmal voll wirksam eingriff, egal welcher Frieden im Osten geschlossen worden wäre.
Aber ich stimme zu, Brest-Litowsk war eine Schnapsidee, die Gebietsgewinne eine Provokation.

Und wer weiß, wer am Ende die Macht in Russland übernommen hätte und ob es nicht auch ohne Lenin Arbeiter- und Soldatenräte in Deutschland gegeben hätte und der Kaiser hätte abdanken müssen. Letzteres sehe ich als weniger großen Verlust an.

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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17.09.2016, 20:43
Beitrag: #9
RE: Lenin Reise nach Russland
(17.09.2016 20:21)Triton schrieb:  Nachher ist man leicht schlauer.
Gegen die Westmächte hatten die Mittelmächte doch auf lange Sicht keine Chance mehr, wenn Amerika einmal voll wirksam eingriff, egal welcher Frieden im Osten geschlossen worden wäre.

Da stellt sich die Frage, ob es der OHL 1917 überhaupt klar war, welche enormen Ressourcen mit der US-amerikanischen Wirtschaft wie Armee freigesetzt werden würden.
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17.09.2016, 20:49
Beitrag: #10
RE: Lenin Reise nach Russland
1918 in Brest-Litowsk dachte man eben noch in Kategorien des 18./19. Jahrhunderts, politisch und militärisch. Es ging dem Kaiserreich bestimmt nicht "um eine germanische Besiedelung" des Ostens, wer das behauptet, ist gedanklich schon in der NS-Zeit bei Himmlers feuchten Träumen.

Eigentlich bin ich mir sicher, dass es primär darum ging den alten Status quo vor den polnischen Teilungen des 18. Jahrhunderts herzustellen. Ein polnischer Satellitenstaat als Puffer, im Osten großzügig beschenkt, damit an der deutschen Ostgrenze künftig Ruhe herrscht, das war m.E. das angestrebte Ziel. Also nichts anderes als schon Napoleon mit seinem Gebilde namens "Großherzogtum Warschau" anstrebte. Die Polen waren eigentlich seine treuesten Gefolgsleute bis zum Ende, ähnlich hofften sicher auch Ludendorf und Co.

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17.09.2016, 21:36
Beitrag: #11
RE: Lenin Reise nach Russland
(17.09.2016 20:49)Arkona schrieb:  damit an der deutschen Ostgrenze künftig Ruhe herrscht
Das ist eine kluger Ansatz.
Ich denke auch, dass das damalige Kaiserreich sich als groß genug ansah und an langfristigen Lösungen interessiert war, Kriegsgefahren aus dem Osten auszuschließen. Wenn Territorien, dann wohl eher koloniale, wobei man da im Rückblick froh sein muss, hier später keinen Ärger mehr damit gehabt zu haben.

War die letzte deutsche Offensive im Westen nicht explizit damit begründet worden, dass man siegen muss, bevor sich der Kriegseintritt der USA entscheidend auswirkt? Also wusste man schon, was da Sache war.

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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18.09.2016, 01:08
Beitrag: #12
RE: Lenin Reise nach Russland
(17.09.2016 20:21)Triton schrieb:  Nachher ist man leicht schlauer.
Gegen die Westmächte hatten die Mittelmächte doch auf lange Sicht keine Chance mehr, wenn Amerika einmal voll wirksam eingriff, egal welcher Frieden im Osten geschlossen worden wäre.[...]

Sehe ich etwas anders.

Hätten die OHL die freigewordenen Truppen, die durch einen vernünftigen Vertrag mit Russland deutlich zahlreicher gewesen wären,rechtzeitig nach Westen verlegt, noch bevor die amerikanischen Truppen auf den Schlachtfeldern eintrafen, hätte das Reich ein fait accompli schaffen können.

MfG, Titus Feuerfuchs
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18.09.2016, 01:21
Beitrag: #13
RE: Lenin Reise nach Russland
(17.09.2016 20:49)Arkona schrieb:  1918 in Brest-Litowsk dachte man eben noch in Kategorien des 18./19. Jahrhunderts, politisch und militärisch. Es ging dem Kaiserreich bestimmt nicht "um eine germanische Besiedelung" des Ostens, wer das behauptet, ist gedanklich schon in der NS-Zeit bei Himmlers feuchten Träumen.
[...]

Ds ist so nicht ganz richtig. Die Parallelen zur NS-Ideologie sind frappierend.

Zitat:Die Militärverwaltung verfolgte eine dreifache Strategie: Zuerst sollten dem Gebiet eigene, deutsche Regeln und eine ebensolche Ordnung aufgezwungen werden. Anschließend plante Ludendorff, das Land voll auszunutzen. Die dritte und letzte Stufe sollte die Inbesitznahme des Landes sein. [...]


Himmler ließ sich durch die Ostpolitik der OHL im WK1 "inspirieren":

Zitat:[...]Nach dem Krieg war bereits Rüdiger von der Goltz mit einem Vortrag „Finnland, Baltikumfeldzug und Ostfragen“ unterwegs gewesen. In München war Heinrich Himmler als Student der Agronomie Zuhörer und trug am 21. November 1921 in sein Tagebuch ein:
„Das weiß ich bestimmter jetzt als je, wenn im Osten wieder ein Feldzug ist, so gehe ich mit. Der Osten ist das Wichtigste für uns. Der Westen stirbt leicht. Im Osten müssen wir kämpfen und siedeln.“


https://de.wikipedia.org/wiki/Ober_Ost

MfG, Titus Feuerfuchs
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18.09.2016, 13:56
Beitrag: #14
RE: Lenin Reise nach Russland
Bezüglich dem Zarenreich, der russischen bürgerlichen Regierung nach der Februarrevolution 1917 und der Fortsetzung des Krieges durch diese, darf man die Rolle der USA im Frühjahr Sommer 1917 nicht vergessen.

Der Eintritt in einen Weltkrieg zur Durchsetzung von Frieden, Menschenrechten und Freiheit der unterdrückten Völker gestaltet sich innenpolitisch schwierig, wenn dies auf der Seite des Oligarchen Nikolaus geschiet.
Hier hat die Februar-Revolution Wilson von einem erheblichen Problem befreit, um ihm gleich ein anderes zu bescheren.
Denn, bei einem "Kriegs-Austritt" Russlands musste die russische Dampfwalze absehbar durch eine amerikanische ersetzt werden.
Was auch nicht im Sinne Wilsons war, und sein Engagement für eine Fortsetzung des Krieges durch Russland erklärt.

Zu der Effizienz dr bürgerlich russischen Kriegsführung kann man verschiedener Meinung sein, aber ein halbes Jahr früher Friede im Ostenn hätte zu ganz anderen Ergebnissen im Westen führen können.

Die Kritik am Frieden von Brest-Littowks halte ich übrigens für "PC" sonst nichts. Der Versuch einer Rechtfertigung von Versailles.
Schaut euch doch einmal die Grenzen des Jahres 2016 an.

"Die Inflation muss als das hingestellt werden, was sie wirklich ist, nämlich als Betrug am Staatsbürger, der um einen Teil seines Einkommens, aber noch mehr um seine Ersparnisse gebracht wird.!" (Ludwig Erhard, Bundeskalnzler 1963 bis 1966)
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18.09.2016, 21:29
Beitrag: #15
RE: Lenin Reise nach Russland
Zitat:Die Kritik am Frieden von Brest-Littowks halte ich übrigens für "PC" sonst nichts. Der Versuch einer Rechtfertigung von Versailles.
Schaut euch doch einmal die Grenzen des Jahres 2016 an.

Um nochmals auf den Friedensvertrag von Brest-Litowks zurückzukommen.
Man kann bis heute lesen, dass dieser Frieden den Alliierten als Muster gedient hätte, und Bret-Litowks ja noch viel drastischer als Versailles ausgefallen wäre.

Dies ist jedoch, was die (fast nur) friedlichen Grenzänderungen in den bewussten Gebieten der letzten 25 Jahre belegen, lediglich "PC".
Die Übernahme der Argumentation der damaligen Siegermächte in nacheilendem Gehorsam.

Dies ist übrigend der entscheidende Unterschied zum Vertrag von Versailles:
Zitat:Artikel IX.
Die vertragschließenden Teile verzichten gegenseitig auf den Ersatz ihrer Kriegskosten,
das heißt, der staatlichen Aufwendungen für di Kriegführung sowie auf den Ersatz der
Kriegsschäden, das heißt, derjenigen Schäden,
die ihnen und ihren Angehörigen in den
Kriegsgebieten durch militärische Maßnahmen mit Einschluß aller in Feindesland
vorgenommenen Requisitionen entstanden sind.

vpn da:
http://www.forost.ungarisches-institut.d...0303-1.pdf

"Die Inflation muss als das hingestellt werden, was sie wirklich ist, nämlich als Betrug am Staatsbürger, der um einen Teil seines Einkommens, aber noch mehr um seine Ersparnisse gebracht wird.!" (Ludwig Erhard, Bundeskalnzler 1963 bis 1966)
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19.09.2016, 00:03
Beitrag: #16
RE: Lenin Reise nach Russland
(18.09.2016 13:56)Suebe schrieb:  Die Kritik am Frieden von Brest-Littowks halte ich übrigens für "PC" [...]

Was meinst du mit PC in diesem Zusammenhang? Political Correctness?

MfG, Titus Feuerfuchs
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19.09.2016, 00:05
Beitrag: #17
RE: Lenin Reise nach Russland
(17.09.2016 18:19)Titus Feuerfuchs schrieb:  
(17.09.2016 11:14)dorian2603 schrieb:  Hallo,
ich habe gerade einen Text zur russichen Revolution gelesen und frage mich wieso die Deutschen Lenin überhaupt nach Russland gebracht haben und wieso Deutschland dann auch noch Massen an Geld für die russische Revolution ausgegeben hat?Huh

Kann mir der jemand vielleicht weiterhelfen?Smile

MfG

Die Bolschewisierung Russlands bezeichnete Sebastian Haffner als eine der sieben Todsünden des Deutschen Reichs, die in eine weitere Todsünde mündete: Den Friedensfertrag von Brest Litowsk.

Der Hintergrund: Die Bolschewiken, bzw Lenin, hatten der OHL ein bedingungslose Kapitulation zugesichert, sollten sie an die Macht kommen. Und auf diese war die OHL angewiesen, wollte sie den Krieg gewinnen und ihre wahnwitzigen Kriegsziele durchsetzen.
Deshalb lag es nicht im Interesse des Reichs, dass Kerenski den Bürgerkrieg für sich entscheidet. Denn unter den Bürgerlichen wäre dem Reich der zermürbende Zweifrontenkrieg womöglich noch länger erhalten geblieben bzw. hätte sich dieser keinen schnellen Siegfrieden auf's Aug' drücken lassen.

Nachdem Lenin mit deutscher Unterstützung an die Macht gelangt war, konnte das Reich den Russen einen Siegfrieden nach seinen Vorstellungen diktieren. Das Resultat: Riesige Gebietsverluste.

(...)

Das alles wäre ohne Lenin und die Bolschewiken nicht möglich gewesen.

Dieser Siegfrieden, der aus der Feder kleingeistiger, machtbesessener Fanatiker stammte, verbrauchte jedoch Ressourcen, die anschließend an der Westfront fehlten.

Das Ergebnis dieser wahnwitzigen Politik ist bekannt.

Schön, dass Du das hier so klar erwähnst. Ja, meine von Dir als "unsachlich" bezeichnete Anti-Deutschtümerei hatte eben schon im Ersten Weltkrieg ihre Berechtigung - die Alldeutschen waren gerade in Böhmen und Mähren sehr stark und das war den Tschechen immer bewusst - und fand in der SdP und dann in Hitler ihren traurigen Höhepunkt, aber auch schon während dem Ersten Weltkrieg. Deshalb war auch die tschechoslowakische Exilbewegung klar auf der Seite der Entente -während Palacký 1848 noch ein bekenneder Tscheche-Österreicher-Europäer war.

Wie ich schon früher mal erwähnte, bin ich kein Deutschenhasser - nur ein strenger Kritiker der Deutschen Geschichte zwischen 1848 (und vor allem nach 1892) und 1945 - danach siehts viel viel besser aus (ausgenommen den Osten, aber der gehört ja auch nicht wirklich zur eigenständigen Deutschen Geschichte). Aber da bin ich sicher nicht alleine. Meine Vater zählte die Bundespräsidenten Heinemann und von Weizsäcker zu seinen guten Bekannten - ich selbst die Tochter einer Bundestagspräsidentin und weitere Deutsche Freunde und gute Bekannte, Studien- und Arbeitskollegen. Und ja, auch ein paar Forianer (wo es auch einige Gegner gibt, aber nicht wegen meiner Einstellung zu Deutschen Geschichte, kurioserweise habe ich mit meinen ärgsten Gegnern hier kaum Gegensätze, die rühren woanders her).

Der "Gewaltfriede-Friedensdiktat" von Brest-Litowsk, um hier bewusst einen Deutsch-Revisionistischen Duktus zu verwenden, zeigte aber deutlich, wie man schon 1918 über Slawen dachte, und bis zu Hitler gibt es da eine klare Linie.
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19.09.2016, 00:06
Beitrag: #18
RE: Lenin Reise nach Russland
(18.09.2016 21:29)Suebe schrieb:  
Zitat:Die Kritik am Frieden von Brest-Littowks halte ich übrigens für "PC" sonst nichts. Der Versuch einer Rechtfertigung von Versailles.
Schaut euch doch einmal die Grenzen des Jahres 2016 an.

Um nochmals auf den Friedensvertrag von Brest-Litowks zurückzukommen.
Man kann bis heute lesen, dass dieser Frieden den Alliierten als Muster gedient hätte, und Bret-Litowks ja noch viel drastischer als Versailles ausgefallen wäre.

Dies ist jedoch, was die (fast nur) friedlichen Grenzänderungen in den bewussten Gebieten der letzten 25 Jahre belegen, lediglich "PC".
Die Übernahme der Argumentation der damaligen Siegermächte in nacheilendem Gehorsam.

Dies ist übrigend der entscheidende Unterschied zum Vertrag von Versailles:
Zitat:Artikel IX.
Die vertragschließenden Teile verzichten gegenseitig auf den Ersatz ihrer Kriegskosten,
das heißt, der staatlichen Aufwendungen für di Kriegführung sowie auf den Ersatz der
Kriegsschäden, das heißt, derjenigen Schäden,
die ihnen und ihren Angehörigen in den
Kriegsgebieten durch militärische Maßnahmen mit Einschluß aller in Feindesland
vorgenommenen Requisitionen entstanden sind.

vpn da:
http://www.forost.ungarisches-institut.d...0303-1.pdf


Glaubst du, es war Ziel der OHL, den Völkern im Zarenreich selbstlos zur Unabhängigkeit zu verhelfen?

Ich hab ja bereits zitiert, was der Plan war: Ausbeutung und Annexion.

MfG, Titus Feuerfuchs
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19.09.2016, 00:33
Beitrag: #19
RE: Lenin Reise nach Russland
(19.09.2016 00:05)Marek1964 schrieb:  Schön, dass Du das hier so klar erwähnst. Ja, meine von Dir als "unsachlich" bezeichnete Anti-Deutschtümerei hatte eben schon im Ersten Weltkrieg ihre Berechtigung - die Alldeutschen waren gerade in Böhmen und Mähren sehr stark und das war den Tschechen immer bewusst - und fand in der SdP und dann in Hitler ihren traurigen Höhepunkt, aber auch schon während dem Ersten Weltkrieg. Deshalb war auch die tschechoslowakische Exilbewegung klar auf der Seite der Entente -während Palacký 1848 noch ein bekenneder Tscheche-Österreicher-Europäer war.

Naja die Diskussion hatten wir ja schon.
Der Hauptunterschied zwischen unseren Standpunkten:

1) Ich nehme kein ganzes Volk (Sudentendeutsche) kollektiv für die Verbrechen einiger seiner Volksvertreter in Geiselhaft und legitimiere damit eine gewaltsame Enteignung und Vertreibung.

2) Ich rede keine deutschen Verbrechen klein, während du das mit den tschechischen sehr wohl tust.

Was du z.B. über die deutsche bzw. deutsch-österreichische historische Sicht auf die Slawen schreibst, ist aber weitgehend korrekt.


(19.09.2016 00:05)Marek1964 schrieb:  Wie ich schon früher mal erwähnte, bin ich kein Deutschenhasser

So würde ich das auch nicht sagen.
Aber Ansätze sind sehr wohl vorhanden. Wenn du mal richtig in Fahrt kommst, wird das sehr greifbar.
Wer den Ausdruck "Sudetenpack" in der Debatte verwendet und den klar völkerrechtswidrigen Odsun als legitim erachtet, hat sich damit einschlägig deklariert.



(19.09.2016 00:05)Marek1964 schrieb:  - nur ein strenger Kritiker der Deutschen Geschichte zwischen 1848 (und vor allem nach 1892) und 1945 - danach siehts viel viel besser aus (ausgenommen den Osten, aber der gehört ja auch nicht wirklich zur eigenständigen Deutschen Geschichte). Aber da bin ich sicher nicht alleine.

Sehe ich ähnlich, würde jedoch das "Dreikaiserjahr" bzw. den Abgang Bismarcks als Wendepunkt sehen.

Auch sehe ich die von dir angesprochene historische Kontinuität durch die WR (Stresemann) kurz unterbrochen.



(19.09.2016 00:05)Marek1964 schrieb:  Meine Vater zählte die Bundespräsidenten Heinemann und von Weizsäcker zu seinen guten Bekannten - ich selbst die Tochter einer Bundestagspräsidentin und weitere Deutsche Freunde und gute Bekannte, Studien- und Arbeitskollegen. Und ja, auch ein paar Forianer (wo es auch einige Gegner gibt, aber nicht wegen meiner Einstellung zu Deutschen Geschichte, kurioserweise habe ich mit meinen ärgsten Gegnern hier kaum Gegensätze, die rühren woanders her).

Das ist nicht kurios, sondern völlig logisch, da du mit den überwiegend Linksdenkenden nicht klarkommst. Diese haben aber bekanntermaßen ebenso antideutsche Ressentiments - wenn auch aus anderen Gründen- wie du. Klarerweise gibt's in diesem Punkt dann Gemeinsamkeiten.

MfG, Titus Feuerfuchs
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19.09.2016, 19:27
Beitrag: #20
RE: Lenin Reise nach Russland
(19.09.2016 00:06)Titus Feuerfuchs schrieb:  ./.

Glaubst du, es war Ziel der OHL, den Völkern im Zarenreich selbstlos zur Unabhängigkeit zu verhelfen?

natürlich, wie die Alliierten den Völkern des Habsburgerreichs, ist doch klar.

Zitat:Ich hab ja bereits zitiert, was der Plan war: Ausbeutung und Annexion.


um was geht es eigentlich hier? Ich verstehe die letzten Beiträge nicht?
Austro-Czechische Liebeserklärungen?

Aber das hat ja nun mit Lenin und dem Zarenreich weniger zu tun.

"Die Inflation muss als das hingestellt werden, was sie wirklich ist, nämlich als Betrug am Staatsbürger, der um einen Teil seines Einkommens, aber noch mehr um seine Ersparnisse gebracht wird.!" (Ludwig Erhard, Bundeskalnzler 1963 bis 1966)
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