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"Armer konrad" Prolog zum Bauernkrieg
10.06.2016, 15:53
Beitrag: #21
RE: "Armer konrad" Prolog zum Bauernkrieg
Die ganze Aufstandsbewegung war in der 2. Julihälfte eigentlich vorbei.

Was verschiedene Gründe hatte, mMn wird aber ein sehr wichtiger, wenn nicht entscheidender total übersehen.

Der ganze Aufstand spielte sich in der für den Bauern und Landmann "arbeitsfreien" Zeit ab. Zwischen Heuernte und der beginnenden Getreideernte. Ab Ende Juli hatten die Bauern keine Zeit mehr zum Revoltieren, die Feldarbeit drängte.
Die Ausnahme bildeten die Weinbauern, wo es erst 2 Monate später losgeht.
Und genau dort, im Remstal ging der Aufstand noch bis in die ersten Augusttage!
Wurde von den auf dem Kappelberg in Beutelsbach verschanzten mehrfach um "Überlegungszeit" ob der Vertrag angenommen soll oder nicht nachgefragt.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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10.06.2016, 18:11
Beitrag: #22
RE: "Armer konrad" Prolog zum Bauernkrieg
(10.06.2016 15:39)Suebe schrieb:  Zurück zum "Armen Konrad"

Der "Arme Konrad" hatte seine Ziele in drei Artikeln zusammengefasst.

1. Der Wegfall aller Fronen und Abgaben für die Württemberger und die Bewohner aller angrenzenden Territorien.
Ein Leben in Freiheit.
2. Der Aufstand sollte erst ausbrechen, man wollte erst "Losschlagen" wenn 20.000 bis 30.000 Kämpfer beisammen waren.
3. Betraf den Umgang mit dem Herzog. Und hierüber scheint man sich auch im engsten Kreis nicht einig geworden zu sein. Sollte man ihn lediglich gefangennehmen, oder sollte man ihn totschlagen? Dieser Uneinigkeit ist vermutlich auch das Entkommen des Herzogs vor Schorndorf zu zurechnen. Da er mit keinem Anschlag rechnete, wäre er beizeiten ohne weiteres zu erschießen gewesen. (laut Zimmermann)

Aber man muss auch hier klar unterscheiden, dass nur der allerkleinste Teil der im Sommer 1514 "Empörten" tatsächlich zum "Armen Konrad" gehörten. Die meisten hatten wesentlich geringere Ziele und waren mit dem Erreichten, siehe Tübinger Vertrag auch zufrieden.
Auch hatte der Aufstand keinen "charismatischen Führer" es sind viele Aufwiegler namentlich bekannt, aber keiner scheint überregionale Bedeutung erlangt zu haben.

Überregionale Bedeutung hatten die Führer wohl nicht, zum Mindesten dann nicht, wenn man davon ausgeht, dass Joss Fritz nicht der Anstifter der Geheimbünde gewesen ist (die Idee mit Joss Fritz als Anstifter stammt von Hermann Römer (ttps://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Römer). Genaugenommen blieben auch der Aufstand oder die Aufstände mehr oder weniger lokale Unruhen.

Gemäss meinen Notizen von früher gab es da einen Singerhans und Bantelhans als Anführer, einen Pregatzer aus Schorndorf und als Intelektuellen den Medicus Seitz aus Marbach (irgendwer musste die Forderungen ja auch auf Papier bringen können), welche offenbar so etwas wie eine Führungsrolle einnahmen.

Mit der regionalen beschränkten Bedeutung der Bewegung bin ich mit Dir einig, nicht aber mit dem Fehlen von charsimatischen Führern. Der Reformator und Pfarrer von Grüningen Reinhard Gaissler scheint jedenfalls genügend Charisma besessen zu haben. Der griff die herrschenden Verhältnisse nicht nur von der Kanzel aus an sondern war auch für die Bildung einiger Geheimbunde des Armen Konrads verantwortlich. Und er wandte sich nicht nur gegen Herzog und Adel sondern durchaus auch gegen die Ehrbarkeit. Er ist sogar, was ich erst seit Heute weiss, in Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Gai%C3%9Fer

PS.
Den Tübinger Vertrag sollte man dennoch nicht unterschätzen. Immerhin wurde darin allen Württembergern - also auch den Bauern - die Freizügigkeit zugestanden. Die freie Wahl des Wohnortes war auch im ausgehenden Spätmittelalter für abhängige Bauern nicht selbstverständlich.
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10.06.2016, 19:36
Beitrag: #23
RE: "Armer konrad" Prolog zum Bauernkrieg
Dazu ein paar Anmerkungen:
Zitat:Gemäss meinen Notizen von früher gab es da einen Singerhans und Bantelhans als Anführer, einen Pregatzer aus Schorndorf und als Intelektuellen den Medicus Seitz aus Marbach (irgendwer musste die Forderungen ja auch auf Papier bringen können), welche offenbar so etwas wie eine Führungsrolle einnahmen.

Der Singerhans, zuständig für den Aufstand auf der mittleren Alb, war schon früh im März eingesperrt worden. Ihm werden Pläne für die Eroberung der Städte Urach und Münsingen nachgesagt. Im Juli wird seine Freilassung vor der Huldigung gefordert.

Der Bantelhans, in der selben Gegend "tätig" noch im Juli versuchte er aus Metzingen, Gutenberg, Dettingen usw. Zuzüge ins Remstal zu initiiren, ohne Erfolg. Da er annahm, dass seine Rolle unbekannt geblieben war, hat er sich freiwillig gestellt, war aber unter der Folter bereits angeschuldigt worden. "Der Teufel hat dich verraten", soll einer der Miteingesperrten gesagt haben, Der Teufel wars nicht, Leute haben es getan, soll der Bantelhans geantwortet haben.
Und hier haben wir den Grund für das Fehlen eines "charismatischen Führers" es war ein Geheimbund, man schaute sehr darauf, dass die Drahtzieher nicht bekannt wurden. Idea
Man wollte ja auch erst "losschlagen" wenn 20.000 bis 30.000 Mann beieinander wären. Und die hatte man noch lange nicht, da war es zu früh, um einen "Fidel Castro" zu nominieren.

Das Haus des Pregitzer (an anderen Orten Bregenzer) in Schorndorf galt als "Kanzlei des Armen Konrads"
es wurde, wie die Häuser anderer verratener "Klub"-Mitglieder nach dem abflauen des Aufstandes dem Erdboden gleich gemacht. (kommt einem modern vor...)

Zitat:Pfarrer von Grüningen Reinhard Gaissler

mit "Grüningen" ist übrigens das heutige Markgröningen gemeint, da beide Orte in der württ. Geschichte eine größere Rolle spielten, hat das schon öfter zu Verwechslungen geführt.

Die Korrespondenz, die Briefe schrieb wohl in der Masse Utz Entenmaier, ebenfalls aus Schorndorf.

Fakt ist aber, dass von den Hauptanführern kaum einer erwischt wurde, In Schrondorf sind sie, die Toren waren sofort besetzt worden, über die Mauern abgehauen. Sie flüchteten in die Reichsstädte und in die Schweiz. Schaffhausen wird lobend erwähnt, dass dort die Geflüchteten Obdach und Schutz fanden.

Jedenfalls hat sich die "Geheimhaltung" recht gut bewährt, erst mit der folter kamen die Namen ans Licht.

Zur Aktenlage ist es so, dass die Prozessakten nicht mehr vorhanden sind, vermutlich unmittelbar entsorgt wurden. Insbesondere die Todesurteile wurden auf Grund der im Tübinger Vertrag genannten Strafen für Aufrührer verhängt. Der Tübinger Vertrag galt aber zdZ noch nicht, resp. gab es ihn noch gar nicht. Auch damals ein eklatanter Rechtsbruch, den verm.weder die Landschaft, die in die Verfahren involviert war, noch der Herzog groß dokumentiert haben wollten.

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11.06.2016, 10:47
Beitrag: #24
RE: "Armer konrad" Prolog zum Bauernkrieg
Zusammengefasst:

Der Aufruhr des "Armen Konrad" ist verfrüht und ohne Koordinierung mit anderen Bewegungen Unzufriedener, die es am Beginn des 16. Jahrhunderts aller Orten im Reich gab, ausgebrochen.

Er war aber im Gegensatz zu den anderen Aufstandsbewegungen der Zeit zu einem ganz erheblichen Teil erfolgreich.
Ist von dem her mit der englischen Magna Charta durchaus vergleichbar.
Nur, die Grundrechte und Mitbestimmungen die damit erreicht wurden, galten halt nur in Württemberg.
Zuwenig, zu klein um richtig wirksam zu werden.

Wie gesagt, der "Tübinger Vertrag" ist ohne den Armen Konrad undenkbar.
Und als der Württemberger Herzog dreihundert Jahre später König wurde, und eine "neue" Verfassung im Ländle verkünden wollte, haben sie ihm unisono "noi eta" was man mit "NEIN, gar nicht" übersetzen kann, engegengebrüllt. Die Neuwürttemberg, die zwischen 1803 und 1809 erst dazugekommen sind, übrigens genauso überzeugend. Ergo: Der Vertrag muss in den 300 Jahren eine gehörige Außenwirkung gehabt haben, wenn diese Neubürger ihn dringend auch haben wollten.
Und Uhland hat etliche Quadratmeter Papier beschrieben, mit der Forderung nach dem "alten guten Recht" womit der Tübinger Vertrag gemeint war.

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12.06.2016, 11:24
Beitrag: #25
RE: "Armer konrad" Prolog zum Bauernkrieg
(10.06.2016 18:11)Aguyar schrieb:  ./.

PS.
Den Tübinger Vertrag sollte man dennoch nicht unterschätzen. Immerhin wurde darin allen Württembergern - also auch den Bauern - die Freizügigkeit zugestanden. Die freie Wahl des Wohnortes war auch im ausgehenden Spätmittelalter für abhängige Bauern nicht selbstverständlich.

sorry
Zitat:auch im ausgehenden Spätmittelalter
aber da lässt du dich von den eidgenössischen Verhältnissen in die Irre führen.

den übrigen Deutschen hat zeitlich gestaffelt von 1795 an die franz. Eroberung, der Rheinbund und die 48er Revolution die Freizügigkeit verschafft,
den Franzosen die Grosse Revolution von 1789ff,
den Russen die Revolution von 1905

aber den Wirtenbergern schon der "Arme Konrad" Anno Domini 1514

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12.06.2016, 12:09
Beitrag: #26
RE: "Armer konrad" Prolog zum Bauernkrieg
(12.06.2016 11:24)Suebe schrieb:  
(10.06.2016 18:11)Aguyar schrieb:  ./.

PS.
Den Tübinger Vertrag sollte man dennoch nicht unterschätzen. Immerhin wurde darin allen Württembergern - also auch den Bauern - die Freizügigkeit zugestanden. Die freie Wahl des Wohnortes war auch im ausgehenden Spätmittelalter für abhängige Bauern nicht selbstverständlich.

sorry
Zitat:auch im ausgehenden Spätmittelalter
aber da lässt du dich von den eidgenössischen Verhältnissen in die Irre führen.

den übrigen Deutschen hat zeitlich gestaffelt von 1795 an die franz. Eroberung, der Rheinbund und die 48er Revolution die Freizügigkeit verschafft,
den Franzosen die Grosse Revolution von 1789ff,
den Russen die Revolution von 1905

aber den Wirtenbergern schon der "Arme Konrad" Anno Domini 1514

Ja klar, ich schrieb ja auch von "allen Württembergern".
Ansonsten war auch nicht allen "eidgenössischen Bauern" (die waren damals auch noch "Deutsche" -Smile ) die freie Wohnortwahl gestattet. Die aus den Untertanenländern wie etwa dem Entlebuch (Luzern) hatten diese Freiheit auch nicht.
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12.06.2016, 12:48
Beitrag: #27
RE: "Armer konrad" Prolog zum Bauernkrieg
Bei der "Niederwerfung" des Aufstandes waren übrigens verschiedene Prominente auf des Herzogs Seite beteiligt.
So wäre Götz von Berlichingen zu nennen, insbesondere um Schorndorf herum zog der in "Herzogs Namen".
Nach der Tübinger Einigung ist des Herzogs Kreditwürdigkeit natürlich steil in die Höhe geschossen, und er konnte Kriegsvolk anwerben, siehe Götz.
Pkanerweise pumpte ihm der würzburger Rat Hutten pers. 10.000 Gulden.
Zum "Dank" erschlug der Herzog persönlich ihm 2 Jahre später hinterrücks den Sohn.

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12.06.2016, 13:04
Beitrag: #28
RE: "Armer konrad" Prolog zum Bauernkrieg
(12.06.2016 12:09)Aguyar schrieb:  [quote='Suebe' pid='49436' dateline='1465723470']

./.
Ansonsten war auch nicht allen "eidgenössischen Bauern" (die waren damals auch noch "Deutsche" -Smile ) die freie Wohnortwahl gestattet. Die aus den Untertanenländern wie etwa dem Entlebuch (Luzern) hatten diese Freiheit auch nicht.

sind sie vom Kulturkreis her auch heute noch Wilted_rose

ab dem Schweizerkrieg 1499 aber völkerrechtlich eigentlich nicht mehr.
Zumindest hat ihr den "Großen Kanton" schon in den Türkenkriegen schmählich hängen lassen.
OK, ist hier OT

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12.06.2016, 13:29
Beitrag: #29
RE: "Armer konrad" Prolog zum Bauernkrieg
Ich bitte übrigens um Entschuldigung, dass ich hier chronologisch etwas durcheinander schreibe.

Meine bisherigen Kenntnisse zum Komplex waren deutlich oberflächlicher als mir selbst bewusst war.
Und tiefer eingedrungen bin ich erst durch diesen 3nd.

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12.06.2016, 13:30
Beitrag: #30
RE: "Armer konrad" Prolog zum Bauernkrieg
(12.06.2016 13:04)Suebe schrieb:  
(12.06.2016 12:09)Aguyar schrieb:  [quote='Suebe' pid='49436' dateline='1465723470']

./.
Ansonsten war auch nicht allen "eidgenössischen Bauern" (die waren damals auch noch "Deutsche" -Smile ) die freie Wohnortwahl gestattet. Die aus den Untertanenländern wie etwa dem Entlebuch (Luzern) hatten diese Freiheit auch nicht.

sind sie vom Kulturkreis her auch heute noch Wilted_rose

ab dem Schweizerkrieg 1499 aber völkerrechtlich eigentlich nicht mehr.
Zumindest hat ihr den "Großen Kanton" schon in den Türkenkriegen schmählich hängen lassen.
OK, ist hier OT

Auch wenn es OT ist: Auch nach 1499 resp. nach dem Schweizerkrieg/Schwabenkrieg war die Eigenossenschaft noch immer Bestandteil des HRR (auch wenn die SVP was anderes behauptet).
Die Eidgenossenschaft hatte lediglich - wie übrigens z.B. auch Holland resp. die Niederlande - auf die Teilnahme am Reichskammergericht (das war nicht obligatorisch) verzichtet. Auch noch im 16. Jahrhundert verstanden sich die Eidgenossen als Mitglieder des Deutschen Reiches.

Der Austritt der eidgenössischen Orte aus dem Deutschen Reich erfolgte erst im Verlauf der Verhandlungen des Westfälischen Friedens nach dem Dreissigjährigen Krieg - durch die Bemühungen des Baslers Bürgermeisters Rudolf Wettstein und mit französischer Hilfe.
https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Rudolf_Wettstein

Der Austritt war "glücklicherweise" noch vor den Türkenkriegen, also war das Hängenlassen zum Mindesten legal -Smile Was aber nicht eigentlich ein grosser Verlust für Deutschland war, denn zur Zeit von Eugen von Savoyen war es mit der Söldnerherrlichkeit der Eidgenossenschaft längst vorbei und Geld war - man glaubt es kaum - auch keins vorhanden.
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13.06.2016, 16:44
Beitrag: #31
RE: "Armer konrad" Prolog zum Bauernkrieg
(12.06.2016 13:30)Aguyar schrieb:  ./.

Der Austritt der eidgenössischen Orte aus dem Deutschen Reich erfolgte erst im Verlauf der Verhandlungen des Westfälischen Friedens nach dem Dreissigjährigen Krieg - durch die Bemühungen des Baslers Bürgermeisters Rudolf Wettstein und mit französischer Hilfe.
https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Rudolf_Wettstein

Der Austritt war "glücklicherweise" noch vor den Türkenkriegen, also war das Hängenlassen zum Mindesten legal -Smile Was aber nicht eigentlich ein grosser Verlust für Deutschland war, denn zur Zeit von Eugen von Savoyen war es mit der Söldnerherrlichkeit der Eidgenossenschaft längst vorbei und Geld war - man glaubt es kaum - auch keins vorhanden.


Die Türkensteuer wurde von Kaiser Karl V. ausgeschrieben nachdem Ungarn von den Türken überrannt worden war, siehe auch die
1. Belagerung von Wien.
Die Türkensteuerlisten sind für den Regionalisten eigentlich unverzichtbar, aber hier OT.
Die Eidgenossen haben sich jedenfalls darum gedrückt Cool aber legal war es wohl, die Savoyarden, weil du Prinz Eugen erwähnst, haben auch nicht bezahlt, auch legal. Den Grund habe ich gerade nicht präsent.
Und zur Strafe haben sie für ihre Regionalisten jetzt die tollen Türkensteuerlisten nicht Devil

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13.06.2016, 18:41
Beitrag: #32
RE: "Armer konrad" Prolog zum Bauernkrieg
(12.06.2016 12:48)Suebe schrieb:  Bei der "Niederwerfung" des Aufstandes waren übrigens verschiedene Prominente auf des Herzogs Seite beteiligt.
So wäre Götz von Berlichingen zu nennen, insbesondere um Schorndorf herum zog der in "Herzogs Namen".
Nach der Tübinger Einigung ist des Herzogs Kreditwürdigkeit natürlich steil in die Höhe geschossen, und er konnte Kriegsvolk anwerben, siehe Götz.
Pkanerweise pumpte ihm der würzburger Rat Hutten pers. 10.000 Gulden.
Zum "Dank" erschlug der Herzog persönlich ihm 2 Jahre später hinterrücks den Sohn.

Wer hier auch noch zunennen wäre, ist der Truchsess von Waldburg (6 Jahre später erhielt er den Schimpfnamen "Bauernjörg") der Ulrich 300 "Knechte" 60 Berittene und einige "scharfe Stücke" mitbrachte.

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13.06.2016, 18:44
Beitrag: #33
RE: "Armer konrad" Prolog zum Bauernkrieg
Nach der Niederschlagung des Aufstandes hat Ulrich ein "Rundschreiben" an alle benachbarten Reichsstände, Kaiser und Kurfürsten, und natürlich an die Eidgenossen verschickt, indem er sein Handeln erklärte.
Wobei er nicht so sehr bei der Wahrheit blieb.

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13.06.2016, 19:25
Beitrag: #34
RE: "Armer konrad" Prolog zum Bauernkrieg
Die meisten entflohenen Aufständischen gingen in die Schweiz, wohin Ulrich von gemeinsamen Kriegszügen her recht gute Beziehungen hatte.

So hat er laufend an die Tagsatzung (wenn man so will, die Gesamt-Eidgenössische Regierung) geschrieben, und die Herausgabe der Geflohenen gefordert.
Die Geflohenen haben dann entsprechende Verteidigungsschreiben an die Tagsatzung gesandt, die wohl überwiegend von dem von Aguyar genannten Medicus Seiz verfasst wurden.
In einem schreiben sie an die Tagsatzung, dass sie nichts anderes getan hätten, wie die "Eltern der Eidgenossen mit Stauffacher und Wilhelm Döll".
Was dem Interessierten immerhin die Info gibt, dass schon am Beginn des 16. Jahrhunderts Wilhelm Tell bei den Schwaben kein Unbekannter war.

De Eidgenossen haben sie dann auch nicht ausgeliefert.

Wenige Jahre später kamen sie aber alle wieder zurück nach Württemberg, unter Führung Ulrichs, der inzwischen aus seinen Landen verjagt worden war,
auch auch zu den Eidgenossen geflüchtet war. (Wenns politisch klemmt im Ländle, wenden sich die flüchtigen Schwaben immer in die Schweiz, und meist finden sie auch Schutz dort)

Auch damals führte die "Realpolitik" der "Sachzwang" zu Koalitionen die dem unbedarften Betrachter schlicht den Zapfen raushauen. Devil
Ulrich machte einige Versuche sein Land zurückzuerobern, mit teilweise erheblichen Anfangserfolgen. Während die Ehrbarkeit sich sehr zurückhielt, der Adel sowieso, zogen ihm die Bauern in Massen zu, bei der Rückeroberung zu helfen. Ausgerechnet die, die er getritzt und gebleut hatte.
Die Welt ist die Welt,
schrieb in der gleichen Zeit der Chronist der Zimmerischen Chronik

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