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Osterinsel - Presseschau
19.02.2016, 18:10
Beitrag: #1
Osterinsel - Presseschau
Ich habe "uirgendwo" in meinem Bücherregalen ein Büchlein
"Sie fanden - was sie kannten"
über die Archäologie des 19. Jahrhunderts im Nahen Osten und in Griechenland.

Die Forscher haben, natürlich, interpretiert. Und konnten natürlich nur Sachen finden die sie "kannten" und haben so, natürlich, manches mal fehlinterpretiert.

Und so scheint es auch Thor Heyerdahl in "Aku Aku" gegangen zu sein.
Für ihn war der Rückgang der Bevölkerung der Osterinsel ein klarer Fall von Sozialrevolution:
die Proletarier hatten keine Lust mehr für die Plutokraten zu schuften, und murksten sie ab. Basta.

Aber nun gibt es auch einen anderen Ansatz, es scheint wie "überall" gewesen zu sein, wo der "Weiße Mann" auftauchte.
Krankheiten aller möglichen Sorten.

Spiegel Online:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensc...77574.html

aus dem Link:
Zitat:Sie schleppten Krankheiten wie Pocken, Syphilis und Tuberkulose ein. Die könnten weit gefährlicher für die ursprünglich aus Polynesien eingewanderte Bevölkerung gewesen sein, als ein paar Obsidianartefakte.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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19.02.2016, 20:09
Beitrag: #2
RE: Osterinsel - Presseschau
Wenn man Thor Heyerdahl, der mit seiner kleinen Mannschaft eine Reise mit dem Papyrosboot RA (eine Art Schilfboot - Vorbilder Ägyptens), um die Osterinsel zu erforschen, hatte er sich wohl in einigen Punkten der Geschichte geirrt. Sollte man ihn Glauben in Hinsicht Besiedlungsgeschichte schenken? Was er annahm und publizierte, ist umstritten. Ich würde eher die Legende von Hoto Matua in Betracht ziehen. Die Legende berichtet, das die Polynesier – und nicht die Südamerikaner – die Insel im 5. bzw. 6. Jh. besiedelten und die 2. Besiedelung im 14. Jh. stattfand. Dies unterstützt auch archäologische/genealogische und sprachwissenschaftliche Befunde. So konnte sich m. E. die Annahme der Besiedlung im Rahmen der Polynesischen Expansion von Mangareva oder Marquesas eher durchsetzen.
Wieso überhaupt kam es zum Rückgang der Bevölkerung?
Ich stelle es mir so vor, ohne den Link gelesen zu haben:
Bis zum Ende des 13. Jh. wurde die Osterinsel total abgeholzt. Es wurde durch die radikale Entwaldung eine zunehmende Bodenerosion festgestellt, die zur Aufgabe von Siedlungen führte. Im 15. Jh. entwickelte sich der Landbau im Inneren der Insel, der aber mit dem Zusammenbruch der Stammesgesellschaften im 17. Jh. wieder aufgegeben wurde.
In der Mitte des 18. Jh. kommt es zum völligen Verfall in Hinsicht der Ahnenverehrung fußenden Kultur.
Es ist aber umstritten, wo die Wurzeln für diesen Kulturverfall zu suchen sind.
Auch könnten lt. Theorien andere Ursachen zugrunde gelegen haben, z. B. langwierige Dürreperioden oder auch Stammes- bzw. Religionskriege.
Ob nun tatsächlich die Europäer Krankheiten dort verbreitet haben könnten, kann ich nicht sagen. Da müsste ich mich erstmal weiterhin belesen..

lg Aurora

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Marcus Tullius Cicero
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19.02.2016, 20:26
Beitrag: #3
RE: Osterinsel - Presseschau
Moment,
ich bin bekennender uralter Heyerdahl-Fan.

Von Südamerika in die Südsee ist Heyerdahl 1947 mit der KonTiki einem Balsafloss.
Mit der Ra, einem Schilfffloss, ist er in den 70ern über den Atlantik.

Auf der Osterinsel war er in den 50ern per Dampfer, mit einer recht umfangreichen Forschungsexpedition.
Daraus ist sein Buch "AkuAku" entstanden, wo er die "Sozialrevolutions-These" vertritt.

Von den Marquesas zum Persischen Golf, usw. usf. war sein Forscherleben äußerst facettiert Wink, und er hat viele Denkanstösse gegeben.
Was aber nicht heißt, dass er immer Recht hatte.
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19.02.2016, 20:54
Beitrag: #4
RE: Osterinsel - Presseschau
Danke Steppenwolf. Von Heyerdahl ist mir (noch) nicht soviel bekannt. Also werde ich mich erstmal
umfangreich belesen.
Habe mir eben zum Auftakt das 1. Buch bestellt:

[Bild: dl52svqx.jpg]

Noch eins hinzugefügt, da du mich jetzt neugierig gemacht hast Smile

[Bild: nrjct67i.jpg]

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Marcus Tullius Cicero
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19.02.2016, 20:58
Beitrag: #5
RE: Osterinsel - Presseschau
(19.02.2016 20:26)Steppenwolf schrieb:  Moment,
ich bin bekennender uralter Heyerdahl-Fan.

Von Südamerika in die Südsee ist Heyerdahl 1947 mit der KonTiki einem Balsafloss.
Mit der Ra, einem Schilfffloss, ist er in den 70ern über den Atlantik.

Auf der Osterinsel war er in den 50ern per Dampfer, mit einer recht umfangreichen Forschungsexpedition.
Daraus ist sein Buch "AkuAku" entstanden, wo er die "Sozialrevolutions-These" vertritt.

Von den Marquesas zum Persischen Golf, usw. usf. war sein Forscherleben äußerst facettiert Wink, und er hat viele Denkanstösse gegeben.
Was aber nicht heißt, dass er immer Recht hatte.

so isses Wink

Viel Spass bei der Heyerdahl-Lektüre.

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19.02.2016, 21:12
Beitrag: #6
RE: Osterinsel - Presseschau
Danke sehr. Jetzt will ich es genau wissen Smile

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Marcus Tullius Cicero
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22.02.2016, 22:05
Beitrag: #7
RE: Osterinsel - Presseschau
Als die ersten Europäer die Osterinsel anliefen, hatten die Insulaner ihre kleine Welt schon längst gründlich ruiniert. Siehe auch Jared Diamond "Kollaps".

Sehr interessant, weil am Originalschauplatz gedreht und weitgehend authentisch.
https://de.wikipedia.org/wiki/Rapa_Nui_%...m_Paradies

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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23.02.2016, 15:53
Beitrag: #8
RE: Osterinsel - Presseschau
(22.02.2016 22:05)Arkona schrieb:  Als die ersten Europäer die Osterinsel anliefen, hatten die Insulaner ihre kleine Welt schon längst gründlich ruiniert. Siehe auch Jared Diamond "Kollaps".

Sehr interessant, weil am Originalschauplatz gedreht und weitgehend authentisch.
https://de.wikipedia.org/wiki/Rapa_Nui_%...m_Paradies

Ja, siehe AkuAku von Heyerdahl

Aber, wie gesagt, er muss ja nicht immer Rechte gehabt haben.ja, siehe Heyerdahl.

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23.02.2016, 16:10
Beitrag: #9
RE: Osterinsel - Presseschau
In manchen Details hatte Heyerdahl, dessen Bücher ich auch schätze, dennoch unrecht.
Ganz bestimmt, was die Besiedlung der Osterinsel von Südamerika aus betrifft. Das hat die Genetik inzwischen endgültig widerlegt, es waren "astreine Polynesier". Eher kann man umgekehrt diskutieren, es gibt Hinweise dass Polynesier Amerika erreichten und sogar wieder zurückkamen. Stichwort: Süßkartoffel

Die polynesische Kultur stammt übrigens aus Südchina/Taiwan. Dort ist heute alles han-chinesisch überformt, kulturell und anthropologisch.

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23.02.2016, 16:19
Beitrag: #10
RE: Osterinsel - Presseschau
Meines Wissens nach waren es die Polynesier, die die Insel besiedelten und keinesfalls Südamerikaner.
Habe mir mal die beiden Bücher von Heyerdahl geordert und werde sie lesen, denn von ihm habe ich noch nix gelesen.

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23.02.2016, 19:38
Beitrag: #11
RE: Osterinsel - Presseschau
Man nehme einen Globus.
Man "drehe" ihn auf den Pazifik.
Man sieht nur noch "blau" Exclamation und blau ist Wasser....Idea

da gbt es Inselchen in dem blau, nicht Maßstabsgerecht, so einen großen Globus hat niemand.
Aber alle diese Inselchen, sind schon zu vorgeschichtlichen Zeiten besiedelt worden.

Und hier kommt Heyerdahls Grundaussage ins Spiel.
Die Meere haben die menschlichen Populationen nicht getrennt, sie haben sie verbunden!
Alles andere sind eurozentrische Mythen.

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23.02.2016, 21:04
Beitrag: #12
RE: Osterinsel - Presseschau
(23.02.2016 16:19)Aurora schrieb:  Meines Wissens nach waren es die Polynesier, die die Insel besiedelten und keinesfalls Südamerikaner.
Habe mir mal die beiden Bücher von Heyerdahl geordert und werde sie lesen, denn von ihm habe ich noch nix gelesen.

Habe ich was anderes gesagt? Heyerdahl hat m.E. erkannt, dass Ozeane nicht trennen, sondern verbinden. Wenn denn die Strömungen und Winde passen, klappt es und gerade das ist das Interessante.

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23.02.2016, 21:15
Beitrag: #13
RE: Osterinsel - Presseschau
nein, du hast gewiss nix anderes gesagt. Smile

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24.02.2016, 17:09
Beitrag: #14
RE: Osterinsel - Presseschau
Ich bin nun gewiss nicht der historische Seefahrtsexperte.
Aber mir hat man in der Schule noch weißgemacht, dass die "alten" Kulturen im mittelmeer Seefahrt nur bei Tage mit Navigation durch Landsicht kannten.

Das möchte ich aber für einen granatenmäßigen Humbug halten.
Zu was diente der "Sternen-Rechner" der da in einem antiken Wrack gefunden wurde?
Aus eigenem weiß ich, dass die Sicht im Mittelmeer an einem sommertag mit prallstem Sonnenschein sowas von bescheiden ist, dass sich die Navigation nach Sicht schon von dem her verbietet.
Nach der Sonne, nach den Sternen, alles bestens. Aber ganz bestimmt nicht nach Landsicht.

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24.02.2016, 20:44
Beitrag: #15
RE: Osterinsel - Presseschau
(24.02.2016 17:09)Suebe schrieb:  Aus eigenem weiß ich, dass die Sicht im Mittelmeer an einem sommertag mit prallstem Sonnenschein sowas von bescheiden ist, dass sich die Navigation nach Sicht schon von dem her verbietet.

In der Agäis sieht man immer Land. Es ist übrigens noch gar nicht so lange her, da ruhte die Schiffahrt im Winter ganz.

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26.02.2016, 11:22
Beitrag: #16
RE: Osterinsel - Presseschau
Im Mittelmeer war die Seefahrt in der Antike jahreszeitlich bedingt ein ständiger "Kreisverkehr" - wenn di Winde vorherrschend aus Südost wehten, fuhr man von Libyen und Ägypten an die Levante, nach Griechenland und Westanatolien oder auch weiter ins westliche Mittelmeer, wenn die Winde vorwiegend aus Nordwest wehten, fuhr man zurück nach Ägypten und Nordafrika. Ganz ruhte die Schifffahrt m.W. nie.
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26.02.2016, 16:16
Beitrag: #17
RE: Osterinsel - Presseschau
(26.02.2016 11:22)913Chris schrieb:  Im Mittelmeer war die Seefahrt in der Antike jahreszeitlich bedingt ein ständiger "Kreisverkehr" - wenn di Winde vorherrschend aus Südost wehten, fuhr man von Libyen und Ägypten an die Levante, nach Griechenland und Westanatolien oder auch weiter ins westliche Mittelmeer, wenn die Winde vorwiegend aus Nordwest wehten, fuhr man zurück nach Ägypten und Nordafrika. Ganz ruhte die Schifffahrt m.W. nie.


Das war in der Ostsee schon so wie Arkona schreibt. Schon der Eisgang hat dies erzwungen.
Aber die Sichtverhältnisse in nördlichen Meeren, sieht man nicht von Wismar bis Dänemark? von den Faröern oder Shetlands nach Island? Manchmal zumindest
kann man halt ganz und gar nicht auf das Mittelmeer übersetzen.

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26.02.2016, 16:16
Beitrag: #18
RE: Osterinsel - Presseschau
(26.02.2016 11:22)913Chris schrieb:  Im Mittelmeer war die Seefahrt in der Antike jahreszeitlich bedingt ein ständiger "Kreisverkehr" - wenn di Winde vorherrschend aus Südost wehten, fuhr man von Libyen und Ägypten an die Levante, nach Griechenland und Westanatolien oder auch weiter ins westliche Mittelmeer, wenn die Winde vorwiegend aus Nordwest wehten, fuhr man zurück nach Ägypten und Nordafrika. Ganz ruhte die Schifffahrt m.W. nie.


Das war in der Ostsee schon so wie Arkona schreibt. Schon der Eisgang hat dies erzwungen.
Aber die Sichtverhältnisse in nördlichen Meeren, sieht man nicht von Wismar bis Dänemark? von den Faröern oder Shetlands nach Island? Manchmal zumindest
kann man halt ganz und gar nicht auf das Mittelmeer übersetzen.

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26.02.2016, 16:27
Beitrag: #19
RE: Osterinsel - Presseschau
ja, in der ostsee is das bis heute so, dass das eis einige wochen oder sogar monate die schifffahrt ganz unterbindet, es sei denn, es verkehren eisbrecher...ich hab deine obige aussage aber auf das mittelmeer bezogen, weil du ja auch von der ägäis gesprochen hast...Wink
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26.02.2016, 16:32
Beitrag: #20
RE: Osterinsel - Presseschau
aber das mit dem "nur auf sicht fahren" halte ich auch für blödsinn...slebst die überfahrt vom libanon nach zypern kann bei blöden winden schon mal länger dauern als die sonne scheint, und wenn die antiken seefahrer sich da jedesmal gleich verirrt hätten, wäre da kein so schwungvoller handel gewesen...Wink
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