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Weltrekorde im Jahr 1951
01.10.2015, 20:23
Beitrag: #1
Weltrekorde im Jahr 1951
Im Jahr 1951 wurden im April und im November auf der Autobahn bei Ingolstadt Weltrekorde gefahren.
Zu diesem Zweck hat man damals noch Tageweise Autobahnen gesperrt.
Zum Wohle der deutschen Exportindustrie.

Bei diesen Weltrekordfahrten wurden einige für 4-Rad-Fahrzeuge, vulgo Autos aufgestellt.
Und da tauchen 2 Namen im Zusammenhang auf, die 1951 weder etwas mit Autos noch miteinander zu tun hatten. Jedenfalls auf den ersten Blick.

NSU und Opel. Wobei der Name Opel da nichts mit der GM-Marke zu tun hat.

20 Jahre nach diesen Rekordfahrten ist eine Karosse, mit der ein Teil dieser Weltrekorde gefahren wurde, wieder aufgetaucht. "NSU Kompressor" steht in großen Buchstaben darauf, die Karosse existiert bis heute, und es sind auch Bilder im I-Net vorhanden.
Wobei, was dazu zu lesen ist, ist sehr sehr rudimentär.

Da mich die Sache interessiert hat, habe ich recherchiert, recht langwierig, in vergilbten Schwarten und Folianten.
So denke ich, dass ich inzwischen die relevanten Fakten alle kenne.

Bei Interesse werde ich dmnächst dazu etwas schreiben.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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01.10.2015, 23:32
Beitrag: #2
RE: Weltrekorde im Jahr 1951
INTERESSE VORHANDEN!!! Hab selber schon etwas darüber gelesen, aber du toppst das mit Sicherheit. Was bin ich gespannt...Smile
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02.10.2015, 16:11
Beitrag: #3
RE: Weltrekorde im Jahr 1951
Um mal kurz aus der Hand noch ein bißchen Appetit zu machen.

Es ist eine typische Geschichte entstanden in der Nachkriegszeit.
Wichtige Personen die direkt oder indirekt eine Rolle dabei spielen:

sind Georg von Opel als Geldgeber und Fahrer, Ferdi Lehder als Fahrer Ideengeber und Fahrwerksbauer, Wilhelm Herz der aus einem gescheiterten Rennmotor und Schrotthaufen, nach langer Suche gefunden in einem zerbomten Keller der NSU-Werke, einen überaus erfolgreichen Renn-Motor schuf.
Die vorgennten Herren sind alle Seiteneinsteiger und Autodidakten (Kerle die mir schon immer imponieren)
Dann gab es einen akademischen Aerodynamiker, der es schaffte rein auf Grund von Berechnungen, eine überaus aerodynamische Karosserie zu bauen, mit der das "Rekord"-Gefährt erheblich langsamer war, wie ganz ohne Karosserie. Was gleich anschließend von Herrn von Opel ausprobiert und demonstriert wurde.
und schließlich ein paar Männer einer Bootsbaufirma, die innert 48 Stunden eine strömungsgünstige viereckige Seifenkisten-Karosserie für das Rekordgefährt bauten, mit der tatsächlich Weltrekorde erzielt wurden!

Die "richtige" Strömungsgünstige Karosserie angefertigt nicht nach Berechnungen sondern wie die Sperrholz, nach "Intuition", die man heute noch besichtigen kann, wurde dann im November zur weiteren Verbesserung der Weltrekorde verwendet

So geschehen auf der Autobahn bei Ingostadt im April und November des Jahres 1951

Ausführliche Details später.

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03.10.2015, 18:34
Beitrag: #4
RE: Weltrekorde im Jahr 1951
(02.10.2015 16:11)Suebe schrieb:  Autodidakten
Schönes Bonmot in diesem Zusammenhang.

Gibts Bilder der Prototypen?

Wann gab es die ersten Windkanäle, die Ergebnisse auswarfen? Ich tippe einmal 70er Jahre? Zu Beginn hat man wohl einfach geschaut, wie sich die angepappten Papierfäden verhielten. Auffallend ist auf jeden Fall, dass zu Beginn aerodynamische Karossen sanft und lang abfielen. Typisches Beispiel ist der Tatra 77. Das war zwar windschlüpfrig, aber auch denkbar ungeeignet, um eine gute Raumausnutzung zu erzielen.
Irgendwann kamen dann die Kamm-Hecks auf, das muss spätestens in den frühen 60ern gewesen sein. Für mich ein Meisterwerk damaliger Karosseriegestaltung war die Alfa Giulia, deren Blechkleid nicht nur hübsch und praktisch war, sondern auch unverschämt aerodynamisch.
https://de.wikipedia.org/wiki/Alfa_Romeo_Giulia

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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03.10.2015, 22:00
Beitrag: #5
RE: Weltrekorde im Jahr 1951
Von der "Seifenkiste" ist mir bis heute lediglich eine einzige Aufnahme untergekommen.
Profifoto
Wobei, wie das Leben so spielt, der Rechteinhaber ist ein uralter Freund von mir, seit der Grundschule, ich frag ihn mal bei Gelegenheit, ob ich das Foto hier reinsetzen darf.

Windkanäle gabs in Deutschland schon vor dem Krieg zwei, für Zwecke des Flugzeugbaus also Kriegsgerät.
Autos sind mW erst in den beginnenden 60ern darin getestet worden. Mit den von dir genannten Wollfäden. So richtig los ging es aber erst in den 70ern, der Facegeliftete 1.Passat hatte eine Windkanaloptimierte Karosse.

Kammheck nach Prof. Wunibald Kamm von der TH Stgt. der damit überaus grundlegendes in der Aerodynamik entdeckte.
Wenn dich das Thema interessiert, Gebr. Wendler in Reutlingen (heute noch existent) hat damals, bis in die 60er hinein, Schwandner hies ihr Designer, zusammen mit König-Fachsenfeld in Zusammenarbeit mit Kamm aber auch nach Jaray-Patenten etliches SchönesThumbs_up (auch weniger schönesConfused) auf die Räder gestellt.

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04.10.2015, 09:39
Beitrag: #6
RE: Weltrekorde im Jahr 1951
Der Ur-Passat folgte der Designlinie des K70, der bekanntlich als NSU auf die Welt kommen sollte. Und wie beim K70 gelang es den VW-Designern, dem Passat eine Frontpartie mit maximalem Luftwiderstand mitzugeben Big Grin
Der cW-Wert des K70 betrug 0,52, mit 90 PS schaffte die Kiste nicht einmal 160.

Facelifts gelungener Entwürfe sind eine extrem schwierige und undankbare Aufgabe für jeden Designer, aber den Ur-Passat windschlüpfriger zu machen, das hätte wohl auch jeder halbwegs logisch denkende Nicht-Aerodynamiker hinbekommen. Ganz ohne Windkanal.

Die Modellphilosophie von NSU, sofern überhaupt vorhanden, werde ich wohl nie begreifen. Ein NSU Prinz war ja nun das genaue Gegenteil des Ro 80 (Heckmotor, amerikanisch angehauchtes, klassisches 3 Boxdesign) und ein K70 wieder ganz anders.

Es gibt ja rätselhafte Firmenpleiten trotz großartiger Produkte, NSU gehört nicht dazu.

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04.10.2015, 14:14
Beitrag: #7
RE: Weltrekorde im Jahr 1951
(04.10.2015 09:39)Triton schrieb:  Der Ur-Passat folgte der Designlinie des K70, der bekanntlich als NSU auf die Welt kommen sollte. Und wie beim K70 gelang es den VW-Designern, dem Passat eine Frontpartie mit maximalem Luftwiderstand mitzugeben Big Grin
Der cW-Wert des K70 betrug 0,52, mit 90 PS schaffte die Kiste nicht einmal 160.

Facelifts gelungener Entwürfe sind eine extrem schwierige und undankbare Aufgabe für jeden Designer, aber den Ur-Passat windschlüpfriger zu machen, das hätte wohl auch jeder halbwegs logisch denkende Nicht-Aerodynamiker hinbekommen. Ganz ohne Windkanal.

Die Modellphilosophie von NSU, sofern überhaupt vorhanden, werde ich wohl nie begreifen. Ein NSU Prinz war ja nun das genaue Gegenteil des Ro 80 (Heckmotor, amerikanisch angehauchtes, klassisches 3 Boxdesign) und ein K70 wieder ganz anders.

Es gibt ja rätselhafte Firmenpleiten trotz großartiger Produkte, NSU gehört nicht dazu.


Das Problem bei NSU war, dass sich die Großaktionäre mit den Spekulationsgewinnen aus der Wankel-Euphorie eine goldene Nase verdient haben, und sich gleichzeitig zu einem Großteil aus dem Unternehmen zu verabschieden.
Wenn NSU die Kapitalerhöhung die nötig gewesen wäre, um ein zusätzliches Band zur Produktion des K70 einzurichten, bei den Aktionären durchgebracht hätte, hätte deas wunderbar funktioniert.
Genau deswegen hat VW unmittelbar vor der Hauptversammlung jenes Übernahmeangebot gemacht, dem die Aktionäre, überwiegend Streubesitz, zustimmten.

Die Modell-Politik ist aus der wirtschaftlichen Situation heraus zu sehen. Der Ro 80 musste so groß sein, so revolutionär um ernstgenommen zu werden. Nur war damit halt kein Geld zu verdienen. Was mit dem K70 anders geworden wäre.

Übrigens, ich habe 10 Jahre einen Ro 80 gefahren, ein Klasse Auto. Lediglich 2 motoren auf fast 200.000 km.


ABER:

Dieser 3nd heißt Weltrekorde 1951 anders kann an anderer Stelle diskutiert werden

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05.10.2015, 15:52
Beitrag: #8
RE: Weltrekorde im Jahr 1951
Ich find´s schon erstaunlich, mit welcher Risikobereitschaft die damals diese Rekordversuche angingen - war vor dem Krieg nicht anders (siehe den Fall Rosemeyer...Smile
Anders gesagt: Wer da nicht schon mit seinem Leben abgeschlossen hatte, konnte kein Fahrer von solchen Seifenkisten (ganz ohne Anführungszeichen und Ironie!) sein...
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05.10.2015, 16:56
Beitrag: #9
RE: Weltrekorde im Jahr 1951
(05.10.2015 15:52)913Chris schrieb:  Ich find´s schon erstaunlich, mit welcher Risikobereitschaft die damals diese Rekordversuche angingen - war vor dem Krieg nicht anders (siehe den Fall Rosemeyer...Smile
Anders gesagt: Wer da nicht schon mit seinem Leben abgeschlossen hatte, konnte kein Fahrer von solchen Seifenkisten (ganz ohne Anführungszeichen und Ironie!) sein...

Chris, das war eine Seifenkiste. Zumindest die Karosserie. Der Georg von Opel war auch Eigner einer Bootswerft und hat dort über Nacht eine Karosserie aus Sperrholz zusammenbauen lassen. Sperrholz im Winkel von 90 Grad verleimt. Ausgehend von der Überlegung, "Bootsbauer müssen doch was von Strömungen verstehen"
Nach der Pleite mit der "errechneten" Karosserie war das die einzige Chance noch zu Rekordfahrten zu kommen.

Wobei du ein Problem der aerodynamischen Karosserien da sehr richtig ansprichst, die Seitenwindempfindlichkeit. Wilhelm Herz, einer der NSU-Rekordfahrer ist mehrfach verunglückt, hatte mehrfach Glück.
Und der von Opel beauftragte Aerodynamiker hat dieses Problem gelöst, nur von der Aerodynamik blieb nichts mehr übrig. An zwei Tagen für mehrere frühe Morgenstunden stand die Autobahn zur Verfügung, dann nicht mehr.

Gerd Stieler von Heydekampf, der damilge NSU-Generaldirektor soll während der Rekordfahrten bei Ingolstadt umher gerannt sein, und die Journalisten auseinandergetrieben haben, "nicht in einer Gruppe mit mehr als 3 Leuten beisammenstehen, das gibt sofort Luftverwirbelungen"

Übrigens: Es gab damals in Brausnchweig einen Wndkanal und Teile der "Delphin" Karosserien hat NSU dort prüfen lassen. (war vermutlich schweinisch teuer)
Angeregt durch Opels Bootswerft-"Seifenkiste" haben sie die Karosserie-Halbschalen dann zum "Strömungstest" durchs Wasser geschleppt.
Nachdem Herz absoluten Motoradweltrekord gefahren ist, muss es ja gar nicht soo blöd gewesen sein.

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06.10.2015, 10:21
Beitrag: #10
RE: Weltrekorde im Jahr 1951
Solche Rekordfahrten waren damals wohl nicht gefährlicher als jede Rennsportveranstaltung als Rennen noch auf öffentlichen Straßen ausgetragen wurden und die Zuschauer direkt an der Strecke standen. In den 50ern gab es noch Formel Eins - Fahrzeuge mit Benzintanks links und rechts vom Fahrer, wegen der besseren Gewichtsverteilung...
Bei Rekordfahrten gab es immerhin keine Berührungen mit anderen Fahrern. Selbst in der Formel 1 kam es noch in den 60ern zu Unfällen, bei denen Fahrer durch den Stacheldraht eines Viehzauns neben der Strecke getötet wurden oder in Autos aus Magnesium verbrannten.

Wenn man die Rennwagen bis Ende der 60er anschaut, dann war Aerodynamik zwar ein großes, Abtrieb aber ein unbekanntes Thema. Die ersten "Bretter" pappte man Ende der 60er auf fragile Metallstreben hinten an die Boliden, sicherer wurde dadurch erst einmal nichts, im Gegenteil, wenn die Bretter davonflogen, was sie gerne und spektakulär taten, wurden die Autos sofort instabil.

Den Aerodynamikern damals kann man keine Vorwürfe machen, selbst renommierte Hersteller bauten noch 50 Jahre später Rennautos, die schon beim Geradeausfahren in den Grenzbereich kamen:
https://www.youtube.com/watch?v=Ow3rxq7U1mA
Und nicht nur Rennwagen, Audi TT dürfte noch bekannt sein.

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08.10.2015, 22:09
Beitrag: #11
RE: Weltrekorde im Jahr 1951
(06.10.2015 10:21)Triton schrieb:  Wenn man die Rennwagen bis Ende der 60er anschaut, dann war Aerodynamik zwar ein großes, Abtrieb aber ein unbekanntes Thema. Die ersten "Bretter" pappte man Ende der 60er auf fragile Metallstreben hinten an die Boliden, sicherer wurde dadurch erst einmal nichts, im Gegenteil, wenn die Bretter davonflogen, was sie gerne und spektakulär taten, wurden die Autos sofort instabil.
Ist das wirklich so? Klingt zwar heftig, aber die Theorie samt Windkanal gab es auch damals schon.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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09.10.2015, 09:52
Beitrag: #12
RE: Weltrekorde im Jahr 1951
(08.10.2015 22:09)Arkona schrieb:  Ist das wirklich so?
Was jetzt? Dass Abtrieb kaum eine Rolle spielte? Bei Prototypen, in der Serie dank mangelnder Leistung so oder so nicht.
Schon in den 30ern waren die Silberpfeile zum Beispiel sensationell schnell, solange es geradeaus ging. Wenn man die Autos anschaut, erkennt man auch, dass sie auf Höchstgeschwindigkeit hin konstruiert waren, nicht auf schnelle Rundenzeiten. Dünne Reifen (damit würde man heute keinen Kleinstwagen mehr auf die Straßen schicken) und die Form eines Torpedos waren die Konsequenz.

So naheliegend ist das ja nicht, dass die bizarren Luftleitbleche der ersten Stunde den Wagen schneller machen würden.

http://www.dw.com/image/0,,17145023_303,00.jpg
http://img411.imageshack.us/img411/7827/brabhambt23.jpg
https://ck-modelcars.de/de/gbp/p/22381/j...sse/27803/

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09.10.2015, 16:43
Beitrag: #13
RE: Weltrekorde im Jahr 1951
(09.10.2015 09:52)Triton schrieb:  
(08.10.2015 22:09)Arkona schrieb:  Ist das wirklich so?
Was jetzt? Dass Abtrieb kaum eine Rolle spielte? Bei Prototypen, in der Serie dank mangelnder Leistung so oder so nicht.
Schon in den 30ern waren die Silberpfeile zum Beispiel sensationell schnell, solange es geradeaus ging. Wenn man die Autos anschaut, erkennt man auch, dass sie auf Höchstgeschwindigkeit hin konstruiert waren, nicht auf schnelle Rundenzeiten. Dünne Reifen (damit würde man heute keinen Kleinstwagen mehr auf die Straßen schicken) und die Form eines Torpedos waren die Konsequenz.

So naheliegend ist das ja nicht, dass die bizarren Luftleitbleche der ersten Stunde den Wagen schneller machen würden.

http://www.dw.com/image/0,,17145023_303,00.jpg
http://img411.imageshack.us/img411/7827/brabhambt23.jpg
https://ck-modelcars.de/de/gbp/p/22381/j...sse/27803/


Auftrieb ist ein Problem bis heute.
Vor ein paar Jahren sind 2 DTM-Renner beim Training steil nach oben gestiegen, Schnauze voraus. Gott sei Dank ist nichts weiter passiert.
Dasselbe ist Wilhelm Herz mit dem Delphin III 1956 in Utha auf dem Salzsee geschehen, steil in die Luft und dann mehrfach überschlagen.

Und genau diesen "Effekt" hat der akademische Aerodynamiker der in Georg von Opels auftrag arbeitete verhindern wollen. Die gegenteilige Behauptung in manchen Quellen hierzu ist falsch.

Aber dazu später mehr.

Waum hast du nicht den Chaparral verlinkt?
[Bild: 220px-Chaparral_2F_-_Mike_Spence_-_1967.jpg]

Nach derzeit geltendem Wissensstand hat den Spoiler übngens Kamei zuerst angeboten, für den Käfer, "Tiefensteuer" nannte man das Teil

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09.10.2015, 20:03
Beitrag: #14
RE: Weltrekorde im Jahr 1951
der Kamei-Spoiler
[Bild: 02-02.jpg]

man achte auf das Besatzungskennzeichen

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13.10.2015, 20:43
Beitrag: #15
RE: Weltrekorde im Jahr 1951
(09.10.2015 16:43)Suebe schrieb:  Nach derzeit geltendem Wissensstand hat den Spoiler übngens Kamei zuerst angeboten, für den Käfer, "Tiefensteuer" nannte man das Teil
Das ist übrigens eine interessante Frage, welches Serienauto den ersten "Spoiler" hatte? In deutschen Autogazetten kann man schon mal lesen, der BMW 2002 Turbo wäre hier Vorreiter gewesen. Glaube ich nicht.
1969 gab es immerhin schon den Dodge Charger Daytona mit unübersehbarem Beiwerk.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dodge_Charger_Daytona

"Tiefensteuer" ist ja mal originell. Ein Begriff aus der U-Boot-Technik, das Tiefensteuer drückt das Boot nach unten, je schneller es ist, um so mehr. Also ganz passend. Spoiler dagegen, abgeleitet vom englischen "to spoil" (=verschandeln), hat mir nie ganz eingeleuchtet.

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14.10.2015, 09:15
Beitrag: #16
RE: Weltrekorde im Jahr 1951
(13.10.2015 20:43)Triton schrieb:  
(09.10.2015 16:43)Suebe schrieb:  Nach derzeit geltendem Wissensstand hat den Spoiler übngens Kamei zuerst angeboten, für den Käfer, "Tiefensteuer" nannte man das Teil
Das ist übrigens eine interessante Frage, welches Serienauto den ersten "Spoiler" hatte? In deutschen Autogazetten kann man schon mal lesen, der BMW 2002 Turbo wäre hier Vorreiter gewesen. Glaube ich nicht.
1969 gab es immerhin schon den Dodge Charger Daytona mit unübersehbarem Beiwerk.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dodge_Charger_Daytona

"Tiefensteuer" ist ja mal originell. Ein Begriff aus der U-Boot-Technik, das Tiefensteuer drückt das Boot nach unten, je schneller es ist, um so mehr. Also ganz passend. Spoiler dagegen, abgeleitet vom englischen "to spoil" (=verschandeln), hat mir nie ganz eingeleuchtet.


Der "Bürzel"-Porsche ist mit dem BMW Turbo etwa gleichzeitig entstanden.
Mein Favorit ist aber der NSU TTS
[Bild: 330px-NSU_Prinz_1000_2012-07-15_15-08-30.JPG]

hier ein Bild des TT, beim TTS war die aufgestellte Motorhaube serienmäßig, zumindest anfangs.
Und meine erste umgesetzte Idee in Bezug auf Autos.

Die Haubenaufsteller sind innert kürzester Zeit an so ziemlich allen NSUs montiert worden, Und ich hatte die Idee, wie die Motorhauben trotzdem verriegelt werden konnte. Runde Stahlstange, 7 Zentimerter lang, oben Außengewinde unten Innengewinde reingeschnitten, und die normale Heckklappenverriegelung funktionierte auch mit der Aufstellung. Papa hat das ganze NSU angeboten, man war begeistert. Und ich voller Hoffnung, Ein paar Wochen später hat es sich dann erledigt.
Das KBA hat den Haubenaufsteller auch für den TTS verboten, nur auf abgesperrter Strecke noch zulässig.
Und NSU wollte von meinem Haubenschloß nix mehr wissen..Confused

Gebrauchsmuster hätte ca. 1200 Emmchen gekostet, die ich eh nicht hatte.
Hab ich noch ca. 100 so Dinger "produziert" und für 12 DM das Stück verkauft, aber dann gab es natürlich quer durch die Republik Nachahmer.
Jedoch ich war ganz sicher der erste.
Noch keine Pappe, außer fürs Moped. Gewinde schneiden auf der Drehbank musste ich auch noch lernen, aber das ging dann schon.

Sorry für den persönlichen AusrasterBlush

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