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Katarina von Zimmern eine bermerkenswerte Frau der beginnenden Neuzeit
02.06.2015, 15:29
Beitrag: #1
Katarina von Zimmern eine bermerkenswerte Frau der beginnenden Neuzeit
Katarina von Zimmern, eine wirklich bemerkenswerte Frau der beginnenden Neuzeit

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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03.06.2015, 20:12
Beitrag: #2
RE: Katarina von Zimmern eine bermerkenswerte Frau der beginnenden Neuzeit
@Schwabe, da ich zu faul zum Googeln bin, könntest du wenigstens im Eingangsbeitrag ein bisschen mehr bieten, um meine Neugier zu wecken...

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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04.06.2015, 16:52
Beitrag: #3
RE: Katarina von Zimmern eine bermerkenswerte Frau der beginnenden Neuzeit
Nun ja, dem Manne kann geholfen werden:
Es gab da unweit des suebischen Wohnsitzes zu Messkirch auf der Alb ein Geschlecht der Herren von
Zimmern, die wenn ich mich recht erinnere angeblich seit der Zeiten der Cimbern und Teutonen auf der Wildenburg hockten und die Zimmerische Chronik verfassen ließen.
Und eine Dame aus dieser Sippe war wohl die Katrin, die als letzte Äbtissin des Fraumünsterklosters in Zürich in die Geschichte einging. Dejure war die Fürstäbtissin Stadtherrin von Zürich, de facto hatte sie nix zu sagen,weil der Rat der Stadt ihre Finanzen kontrollierte und der Konvent damals nur aus vier bis fünf Frauen bestand.Sie hatte Kontakt zu Zwingli, stand der Reformation wohl zumindest nahe ,übergab folgerichtig in der Reformation die Abtei an die Stadt Zürich (wofür sie dort Wohnrecht und eine großzügige Leibrente erhielt ) und heiratete den Söldnerführer Eberhard von Reischach.

Die unter Katrin ausgestalteten Äbtissinnenräume , die ich mal besichtigen konnte , zeigen übrigens,dass die Dame wohl kein KInd von Traurigkeit war. Sie sind nämlich, völlig unäbtissinenmäßig, mit durchaus frivolen Schnitzereien und Spruchfriesen ausgestattet.
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05.06.2015, 15:19
Beitrag: #4
RE: Katarina von Zimmern eine bermerkenswerte Frau der beginnenden Neuzeit
Nu also, kein Schimmer warum meine Beiträge zum Thema immer verschwienden.

zaphod hat ja kurzgefasst. Bleibt mir nur die Verlängerung.

Die Familie der Herren, später Grafen von zimmern stammt nach heutige Forschungsstand aus der Gegend Rosenfeld-Oberndorf/Neckar.
Meßkirch und Wildenstein kam später.
Während des Investiturstreits hat Zimmern auf die Päpstliche Partei gesetzt, und nach der Zähringerschen Eroberung die Burg "Herrenzimmern" als Belohnung erhalten. In dem Fall hat die Familie den Namen der Burg übernommen, nicht wie oftmals umgekehrt. Jedenfalls zahlte sich die Parteiname gegen den Kaiser für die Zimmern aus.

Die Parteiname gegen den Kaiser sollte sich später wiederholen, bedeutsam für Katarina, und fast zum Untergang der Zimmern führen.

Ihr Vater Johann Werner (der Ältere) war Rat des Erzherzogs Sigismund von Österreich, der seine Lande, insbesonderte Tirol, den Wittelsbachern verschachern wollte. Kaiser Friedrich III. ist dazwischengefahren, wie ein siediger Teufel Shade da er gegen seinen Vetter so direkt nichts veranlassen konnte, außer, dass er Tirol Tirol an den späteren Kaiser Maximilian vererbte, kamen die "bösen Räte" des Tirolers Sigismund in den ganz großen Verschiss.
Sprich Reichsacht. Vollzogen vom Nachbarn Graf Werdenberg von Sigmaringen.
Johann Werner floh mit Familie in die Eidgenossenschaft, 1487
zumindest seit der Zeit das Rückzugsrefugium (wenn es noch geschafft wird) aller Schwaben und Alemannen, die politische Probleme im §großen Kanton" sprich Reich haben. Alle zogen und ziehen über Hochrhein und Bodensee der Staatsgewalt eine lange Nase machend.

Nun, Katarina von Zimmern kam zusammen mit ihrer Schwester Anna nach Zürich, wo sie in das Fraumünster eintraten. 1496 wurde Katarina Äbtissin, was nicht ohne Krach abging. Nominell Chefin von Zürich und Reichsfürstin, siehe zaphod, was real aber längst anders war.
In Zürich hat sie sich vor allem als Bauherrin verewigt, Klosterschule, Äbtissinenhof, Nikolauskapelle usw., Im Schweizer Nationalmuseum befinden sich zwei repräsentative Wohnstuben, die den hohen Kunstsinn der Dame bis heute belegen.

Es kam die Reformation, in Zürich Zwingli, sie willigte den Akten nach 1524, ohne weiteres in die Aufhebung des Klosters ein. 1525 heiratete sie den Ritter von Reischach, zuvor württ. Söldnerführer, den sie vermutlich schon länger kannte, und wurde mit 47 Jahren noch Mutter einer Tochter. Ihr Mann ist dann zusammen mit Zwingli in der Schlacht bei Kappel gefallen.
Gegen Reischach gab es in Zürich ein Verdikt, da er ohne Abstimmung Kriegsdienste außerhalb genommen hatte, deshalb wohnte das Paar einige Zeit in Schaffhausen. Nach einer Amnestie zogen sie wieder nach Zürich, wo Katarina bis zu ihrem Tode nachzuweisen ist.

Der Hauptschreiber der Zimmerischen Chronik war ihr Neffe, mit dem sie einen langen Erbschaftsstreit führte. Vermutlich wird nicht zuletzt dies zu der bekannten Charakterisierung Katarinas in der Zimmerischen Chronik geführt haben.
"Die Weiber tragen lange Klaider, haben aber einen kurzen sinn"
Orthografie wie Quelle.

Katarina ist demzufolge in Deutschland heute fast vergessen,
in der Schweiz wurde sie in den 80er Jahren wieder entdeckt, wobei manche damals aufgestellten Thesen und Schlüsse wohl nicht haltbar sind.
Der Freiraum (oder Nicht-Freiraum) einer Frau der Reformationszeit zumindest unterschiedlich bewertet wird.

Es ist aber auf alle Fälle interessant, wie eine Quelle das Bild historischer Persönlichkeiten über Jahrhunderte prägen kann. Man denke auch an die Rottenburger Erzherzogin, die in der selben Quelle sehr "delikat" beschrieben wird.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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24.09.2018, 16:29
Beitrag: #5
RE: Katarina von Zimmern eine bermerkenswerte Frau der beginnenden Neuzeit
Im Jux-Rätsel mit historischem Hintergrund kam das zur Sprache:
(22.09.2018 12:12)Suebe schrieb:  Kleine Korrektur "böse Räte"
von Kaiser Friedrich III. mit der Reichsacht belegt.

Die Zimmerische Chronik, ist ja direkt betroffen. kannst du vor und zurück lesen, du wirst nicht dahinterkommen, um was es tatsächlich ging.
"alles verleumdung..."

maW der Kaiser hatte verm. Recht.
die "bösen Räte" haben sich dann ja auch zumindest zeitweilig zu den Eidgenossen geflüchtet.

in dem Zusammenhang, die Zimmern sind nach Zürich geflohen, vor der Reichsacht,
und der "böse Rat" hat dort seiner Tochter einen Platz im Kloster beschafft.

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