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Die Zukunft des Morgenlandes:
17.06.2014, 21:50
Beitrag: #1
Die Zukunft des Morgenlandes:
Es war noch gar nicht so lange aus da schien die Zeit der Herrscher die autoritär über die Staaten der Arabischen Welt herrschten vorbei, zumindest in etlichen Ländern. Im Arabischen Frühling stand das Volk auf – es ging Richtung Demokratie. Schon zuvor hatten die USA die Taliban in Afghanistan und Saddam Hussein im Irak vom Thron gestürzt.

Doch sieht man sich heute die arabischen Länder an, habe ich bei vielen nicht das Gefühl, als würde es wirklich Richtung Demokratie gehen. In manchen Ländern haben erst wieder irgendwelche außergewöhnlich starken Männer das sagen (meine jetzt anstatt das sich demokratische Strukturen bilden) und manche wie der Irak sind mittlerweile von totalen Extremisten bedroht. Der Terror, so mein Eindruck wird auch nicht wirklich weniger. Andererseits gibts ja da doch mal die Leute die eigentlich doch eine Demokratie wollen.

Nun zu meiner Frage: Wie denkt ihr wird die Zukunft der Länder des Morgenlandes aussehen? Demokratie, neue autoritäre Regieme oder brachte das ganze langfristig eher Extremisten aller Taliban oder ISIS den optimalen Rahmen?

Freue mich auf eine interessante Diskussion.
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18.06.2014, 02:12
Beitrag: #2
RE: Die Zukunft des Morgenlandes:
Momentan kann ich mir in den arabischen Staaten keine Demokratie vorstellen. Ich befürchte, dass in naher Zukunft eher die Extremisten die Politik bestimmen. Unterstützt werden diese Extremisten von Saudi-Arabien, Katar, Jemen und Kuweit. Damit meine ich sowohl die Staaten mit ihren monarchistischen Regimen, als auch wohlhabende Einzelpersonen oder Personengruppen.

Meine eher pessimistischen Ansichten begründe ich damit, dass es in den arabischen Ländern wenig bereitwillige Demokraten gibt. Die einzige Gruppe, die bereit wären, den demokratischen Weg einzuschlagen, sind junge Leute. Diese junge Leute führten zwar die Bewegungen, die zum Sturz der alten Regime führten, sind aber heute von jeglicher Machtausübung bzw. Beteiligung an der Macht ausgeschlossen. Ein Grund dafür ist sicher auch, dass die arabischen Gesellschaften noch traditionell funktionieren und Jüngere sich den Älteren zu unterordnen haben. Ein weiterer Grund ist auch, dass es keine demokratischen Traditionen in diesen Ländern gibt und irgenwie auch das entsprechende Personal fehlt. Rückkehrer sind oft nicht in den Gesellschaften vernetzt. Der ehemalige ägyptische Präsident Mursi wurde zwar von einer islamisch-konservativer Wählerschicht gewählt, hätte aber nach demokratischen Verständnis als Staatoberhaupt die Aufgabe gehabt, die Interessen der gesamten ägyptischen Gesellschaft zu vertreten. Dies geschah aber nicht, stattdessen versuchte er sein Amt zu nutzen, um seinen Wählern zu verschaffen. Aus diesem Grund gelangt das Militär durch die Hintertür wieder zur Macht.

Wenn ein Militärregime islamische Extremisten wie al-Quaida, ISIS oder Taliban bekämpft, ist das für mich das kleinere Übel. Allerdings besteht die Gefahr, dass die jungen Leute, die seit 2010/11 gegen die Diktatoren gekämpft haben, sich nun radikalisieren und sich islamistischen Gruppen anschließen.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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02.07.2014, 14:52
Beitrag: #3
Langfrisitig setzt sich die Demokratie durch:
Ich möchte hier mal einen etwas optimistischeren Ansatz einbringen. Der Arabischer Frühling wirkte so, als hätte er schon einen eher demokratischen Grundgedanken und ich könnte mir sogar vorstellen das sich dieser langfristig Durchsetzt.

Ob aus Staaten wir Lybien, Syrien, Irak, Afghanistan usw. jemals eine Demokratie wird wie in Europa ist schwer zu sagen, man muss einfach sehen das da oft über Jahrhunderte andere Strukturen vorhanden waren und manche vielleicht einen eigenen Weg der Demokratie finden müssen, wo Stammesstrukturen usw. stärker berücksichtigt werden. Ein Afghanistan das genauso strukturiert ist wie Österreich oder Deutschland wird’s wohl nicht spielen.

Was sind die Alternativen zur Demokratie?

-Das gleiche wieder: In manchen Staaten haben sich „starke Männer“ durchgesetzt und sind auf dem Weg was ähnliches zu machen wie ihre Autoritären Vorgänger. Aber warum sollte es diesesmal funktionieren? Noch dazu gibt es in der Bevölkerung ja nun das Bewusstsein schon einmal einen autoritären Herrscher abgesetzt zu haben. Es ist also für die autoritären Führungen nicht einfacher geworden.

-Terrorregieme: In manchen Ländern drohen Radikale die Macht zu ergreifen und einen Talibanähnlichen Staat zu errichten. Ich frage mich aber ob solche Staaten tatsächlich Zukunft haben. Sie bieten keinen Wohlstand, den sich die Bevölkerung in der Arabischen Welt aber wohl auch erhofft. Ist es da nicht eine Frage der Zeit bis die Bevölkerung wieder aufsteht oder zumindest die Jugend (und die ist meineswissens in manchen dieser Staaten eine sehr große Bevölkerungsgruppe)? Sicher Aufstände kann man niederschlagen, aber das hat auch irgendwann seine Grenzen.

Denke beides funktioniert nicht wirklich und so kann langfristig fast nur etwas demokratisches die Lösung sein. Wie gesagt muss nicht genauso sein wie die unsrigen könnte auch eine Mischform aus Stammesräten und Demokratie oder sogar aus Monarchie und Demokratie sein. Aber langfristig könnte es doch sein das sich die Demokratie auch im „Morgenland“ durchsetzt, mal sehen.

Was sagt ihr zu diesem Gedankengang.
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02.07.2014, 16:43
Beitrag: #4
RE: Die Zukunft des Morgenlandes:
Das kommt ganz darauf an, wie lang "Langfristig" ist.
Ich sehe die Staaten des Morgenlandes noch in einer frühen "Teenager"- Phase. Ich denke, daß da noch viel zu viel alte, verkrustete Strukturen vorhanden sind, die aber nur von innen heraus bereinigt werden können.
Dem Westen kommt hierbei eine ganz entscheidende Rolle zu- je stärker er versucht, Einfluss zu nehmen, um so eher treibt er die Mehrheit der Menschen dort den Extremisten in die Arme, weil sie eines sicher nicht wollen- das westliche System.
Man muss ihnen gestatten, ihr eigenes System zu entwickeln. Eine arabische Demokratie kann nicht einer westeuropäischen entsprechen.
Hält sich der Westen raus, könnte sich ein System in zwei bis drei jahrzehnten entwickeln- früher sicher nicht.
Ist halt die Frage, ob sich der Westen - alleine aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus- raushalten wird. Das hat entscheidenden Einfluss darauf, wie lang "Langfristig" ist.

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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03.07.2014, 11:14
Beitrag: #5
RE: Die Zukunft des Morgenlandes:
(02.07.2014 16:43)Bunbury schrieb:  Das kommt ganz darauf an, wie lang "Langfristig" ist.
........

Ich dachte so an einen Zeitraum von 50 bis 100 Jahre. Großteils gebe ich dir absolut recht, was das mit dem Eingreiffen betrifft stimme ich dir zwar zu aber immer sind es, so denke ich nicht unbedingt wirtschaftliche Überlegungen alleine. Es kann natürlich auch nicht im Interesse des Westens sein wenn ISIS, Boko Haram (OK ist nicht ganz das Morgenland) und Al Shaab wo die Herrschaft bekommen. Wenn die Länder um Hilfe fragen, die Medien im eigenen Land lautstark schreien "wieso tut ihr nichts", ist es wohl auch für die Regierungen westlicher Mächte oft gar nicht so einfach nicht einzugreiffen. Das es außerdem noch den Wirtschaftsfaktor gibt, das ist mir klar.

Aber insgesamt sehe ich es auch so, die islamischen Staaten müssen ihren eigenen Weg der demokratisierung finden und gehen. Das das noch einige Zeit lang brauchen wird fürchte ich auch.
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03.07.2014, 15:39
Beitrag: #6
RE: Die Zukunft des Morgenlandes:
(03.07.2014 11:14)WDPG schrieb:  Es kann natürlich auch nicht im Interesse des Westens sein wenn ISIS, Boko Haram (OK ist nicht ganz das Morgenland) und Al Shaab wo die Herrschaft bekommen. Wenn die Länder um Hilfe fragen, die Medien im eigenen Land lautstark schreien "wieso tut ihr nichts", ist es wohl auch für die Regierungen westlicher Mächte oft gar nicht so einfach nicht einzugreiffen.

Ich sehe dabei halt das Problem, daß, je mehr der Westen eingreift, die Bevölkerung jener Staaten den Fortschritt als etwas ansieht, was ihnen von außen aufgezwungen wird- und da sperren sie sich nun mal dagegen, ganz egal, ob es richtig ist oder nicht. (Deswegen sprach ich von Teenager Jahren.)
Man hat halt in der vergangenen Jahrzehnten enorm viel falsch gemacht, als man versucht hat, westliche Demokratie dorthin zu exportieren.
Politisch klug und geschickt im Hinblick auf eine langfristig stabile Weltordnung wäre es auf jeden Fall, sich zurückzuhalten und nur im extremen Notfall einzugreifen- auch damit die oftmals korrupten Regierungen es sich nicht zu leicht machen, die Verarntwortung für Stabilität auf externe zu übertragen.
Die Politik weist jedoch auf etwas anderes hin- und man muss schlicht und einfach sagen, daß der Westen dann doch ein bißchen zu sehr von Krisen weltweit profitiert. Kurzfristig zumindest. ...

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03.07.2014, 18:27
Beitrag: #7
RE: Die Zukunft des Morgenlandes:
Komme aus einem Morgenland und würde sagen, dass sie auch aufjedenfall noch eine gewisse Zeit brauchen... und kann mir gut vorstellen, dass sie wie schon Bunbury geschildert hat, eher abgeneigt sind, wenn der Westen sich zu sehr einmischt...

Besonders Afghanistan, habe schon von vielen gehört (Afghanen), dass sie Angst haben - das wesltiche System in Afghanistan zu übertragen und ihnen sind die Traditionen/ Werte sehr wichtig und eben andere.

Dadurch sind sie sehr kritisch gegenüber dem Westen...

lg

Auch ein langer Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
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05.07.2014, 13:57
Beitrag: #8
RE: Die Zukunft des Morgenlandes:
(03.07.2014 18:27)Regenbogensonne schrieb:  Besonders Afghanistan, habe schon von vielen gehört (Afghanen), dass sie Angst haben - das wesltiche System in Afghanistan zu übertragen und ihnen sind die Traditionen/ Werte sehr wichtig und eben andere.

Dadurch sind sie sehr kritisch gegenüber dem Westen...

lg

Kann ich mir vorstellen, deshalb meine ich ja das diese Länder schon in Richtung Demokratie gehen sollten, aber es muss kein Staat sein wie bei uns in Europa, irgendwo müssen auch traditionelle Strukturen berücksichtigt werden, sonst stößt das ganze von Anfang an bei großen Bevölkerungsgruppen auf Ablehnung und scheitert dann wohl auch wieder.

Was den Westen betrifft gebe ich dir recht. Denke mir das bei anderen Gegenden der Welt wie Afrika (mit dem ich mich in den letzten Jahren einige male beschäftigt habe, weil es sehr interessant ist), es wäre interessant zu wissen wie hoch der Einfluss des Westens (USA, aber oft auch die ehemaligen Kolonialmächte) auf diese oder jene Staaten ist. Jetzt mal abgesehen von Kriegerischen Interventionen.

Dennoch muss ich den Westen manchmal auch verteidigen. Mir ist klar das man oft eingreifft um die eigene wirtschaftliche Lage zu verbessern, aber Faktoren wie den Druck der Medien oder eben auch Gegner die so lange provozieren bis der Eindruck entsteht man muss jetzt was tun, machen es nicht immer einfach sich rauszuhalten. Denke wenn man dann eingreifft ist es ganz wichtig nicht über die dortige Bevölkerung drüberzufahren, sondern ihnen dabei zu helfen was eigenes zu schaffen. Besserwisserei (des Westens) und wohl auch wirtschaftliche Interessen sind dann aber wohl der Grund warum das dann oft wieder nicht funktioniert.
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05.07.2014, 16:12
Beitrag: #9
RE: Die Zukunft des Morgenlandes:
(03.07.2014 18:27)Regenbogensonne schrieb:  Besonders Afghanistan, habe schon von vielen gehört (Afghanen), dass sie Angst haben - das wesltiche System in Afghanistan zu übertragen und ihnen sind die Traditionen/ Werte sehr wichtig und eben andere.

Dadurch sind sie sehr kritisch gegenüber dem Westen...

lg

Die heutige Situation in Afghanistan ist eine Folge des "Kalten Krieges". Der Sturz des (mehr oder weniger verdeckt pro-sowjetischen) Königs im Jahr 1973 beendete das traditionelle Leben, führte aber auch nicht zu einer nachhaltigen Modernisierung des Landes. Folgerichtig wurde im April 1978 der Sturz des pro-amerikanischen Präsidenten Mohamed Daud durch eine vom sowjetischen KGB unterstützte Aktion der afghanischen Kommunisten ohne nennenwerte Gegenwehr hingenommen.

Erster Widerstand gegen das nun offen pro-sowjetische Regime regte sich erst, nachdem sich neben der prosowjetischen Fraktion eine pro-chinesische Fraktion der Kommunisten herausgebildet hat, die sich gegenseitig bekämpften und ihre Gegner, aber auch alle Andersdenkende terrorisierten. Im September 1979 setzten sich die pro-chinesischen Kommunisten durch, die ihre noch lebenden prosowjetischen Gegner gezielt vernichteten. Dies veranlasste die sowjetische Führung am 27. Dezember 1979 Afghanistan militärisch zu besetzen.

Für die USA war das eine außenpolitische Niederlage. Nach der Ausrufung der "Islamischen Revolution" in Iran und der Errichtung des Islamischen Staates unter Khomeini im Februar 1979 gerieten die USA in diesem geografischen Raum in die Defensive. Deswegen unterstützten sie die politisch und ethnisch recht heterogenen Mudjahedin, mit deren Hilfe der Abzug der Sowjets im Februar 1989 erzwungen wurde. (Es gehört zwar nicht direkt hierher, aber die meisten sowjetischen Afghanistansoldaten, so genannte „Afghantschiki“ gehören zu den Verlierern der postsowjetischen Gesellschaften).

Eine mögliche Demokratisierung des Landes nach 1989 kam nicht zustande, weil die mit US-amerikanischer Hilfe emporgekommenen Warlords (z.B. Rashid Dostum oder Ahmad Massoud) sich eher als Führer einer Ethnie oder Herrscher eines Landstriches sahen und so auch handelten. Sie hatten weder das Verständnis noch den Willen, selbst ein demokratischer Politiker (nach westlichen Vorbild) zu werden, noch Ambitionen ihrer Gefolgschaft in diese Richtung zu fördern. Geeint hat sie der Kampf gegen das kommunistische Nadjibullah-Regime. Nachdem dieses 1992 gestürzt wurde, eskalierten die Konflikte innerhalb der verschiedenen Mudjahedin-Gruppen. Neben den US-amerikanischen Geheimdiensten etablierte sich zusätzlich der pakistanische Geheimdienst, der pro-islamische Gruppierungen wie die Taliban unterstützte. Es ist sicher kein Zufall, dass Ahmad Massoud, der Führer der Nordallianz am 9. September 2001, also zwei Tage vor dem „Nine Eleven“ ermordet wurde.

Zwar konnten die seit 1997 bestehende Herrschaft der Taliban über ganz Afghanistan im Jahr 2002 beendet werden, aber sie kontrollieren nach wie vor Teile des Landes. Der vom Westen auserkorene Präsident Hamid Karzai ist ebenfalls in Clanstrukturen eingebunden. Einer seiner Brüder lebt von Drogengeschäften, ein Halbbruder wurde von Taliban-Attentäter umgebracht. Es müsste eigentlich jedem klar sein, dass von Hamid Karzai keine demokratischen Entwicklungen oder der Aufbau einer demokratischen Gesellschaft zu erwarten ist. Welchen Weg Afghanistan in Zukunft bestreitet, ist sicher noch offen. Eine Sache ist jedoch klar, eine Rückkehr in das Afghanistan vor 1973, dem Traumland westlicher Hippies und Aussteiger wird es nicht geben.

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10.11.2014, 14:21
Beitrag: #10
Regime können sich nur halten wenn sie materiellen Wohlstand nicht verhindern?
Ich habe mal eine Überlegung warum sich Regime wie das der ISIS, Boko Haram usw. selbst wenn es ihnen gelingen würde größere Gebiete unter Kontrolle zu bekommen und zu halten, sich wohl nicht dauerhaft halten könnten. Und möchte diese mal in einer Frage stellen:

„Ist es nicht so das Regime einen gewissen Materiellen Wohlstand bieten müssen“ um bestehen zu bleiben? Stimmt mein Eindruck das sich Völker häufig dann gegen ihre Herrscher erheben, wenn es ihnen eben nicht gelingt diesen halbwegs zu bringen, bzw. wenn sie diesen total verhindern? Mir kommt es vor als wäre das häufig der erste Grund warum sich Regime, egal wie grausam sie sind eben nicht mehr halten können und zusammenbrechen.

Wenn das so sein würde, dann muss man sagen das religiöse Fanatiker wie die ISIS einen solchen Wohlstand wohl kaum bringen/halten können und schlussendlich wohl wieder eingehen werden.

Stimmt mein Eindruck oder nicht? Was spricht dafür, was dageben?
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15.11.2014, 23:12
Beitrag: #11
RE: Die Zukunft des Morgenlandes:
Wohl nicht zwangsläufig, sonst müsste der Kim- oder Castroclan schon lange gestürzt worden sein...

MfG, Titus Feuerfuchs
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15.11.2014, 23:38
Beitrag: #12
RE: Die Zukunft des Morgenlandes:
(15.11.2014 23:12)Titus Feuerfuchs schrieb:  Wohl nicht zwangsläufig, sonst müsste der Kim- oder Castroclan schon lange gestürzt worden sein...

Kann man überhaupt nicht mit den tribalen Kleptokratien Schwarzafrikas vergleichen. Da muss man im Einzelfall hinsehen. Nordkorea ist im Grunde eine spätfeudal-asiatische Despotie, hat lange Tradition dort. Fidel ist ein Auslaufmodell, jedenfalls wüsste ich nicht dass nach Raul jemand aus der Sippe nachfolgt. Lateinamerika ist eben wieder eine ganz andere Baustelle, da wechseln die Machthaber womöglich schneller als die Mondphasen.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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16.11.2014, 00:51
Beitrag: #13
RE: Die Zukunft des Morgenlandes:
(15.11.2014 23:12)Titus Feuerfuchs schrieb:  Wohl nicht zwangsläufig, sonst müsste der Kim- oder Castroclan schon lange gestürzt worden sein...

in historischen Zeiträumen gesehen, haben Diktaturen oder Despotien nie wirklich lange überlebt und wurden über kurz oder lang, immer wieder durch "normalgeartete" Herrschaftsformen abgelöst, denen ein gemeinwohlorientiertes Primat zu Grunde liegt.

Bei den o.g. sollte es auch nur eine Frage der Zeit sein, bis sie Geschichte sind.

Nobody is perfect!
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17.11.2014, 04:53
Beitrag: #14
RE: Die Zukunft des Morgenlandes:
Bin mir da nicht so sicher. Russland hat z.B. nie wirklich durchatmen können. Vom feudal-reaktionären Zarentum über die kommunistische Diktatur bis zum heutigen Putinregime, das freilich im Vergleich zu dem, was bis 1989 war noch Gold ist...

In China schaut's z.B. noch düsterer aus....

Und davor hat's doch jahrhunderte lang auch in Europa so ausgeschaut, dass man vom Regen in die Traufe kam. War ein Despot weg, kam der nächste. Die meisten Herrscher wollen/wollten nur sich selbst verwirklichen und säten Krieg. Bis 1945 gab's doch kaum eine Generation, die keinen Krieg mitmachen musste...

Ein Despot, Diktator, Herrscher wird vom nächsten abgelöst bzw. gestürzt und dann gibt's "more of the same".

In der westlichen Welt hat sich da seit 1848 einiges getan (mit grauslichen Umwegen freilich).
Man wird sehen, was die Zukunft bringt, ich bin aufgrund zahlreicher negativer Paramter etwas skeptisch. Wir sind zu satt, nehmen das, was wir haben, für zu selbstverständlich hin, sind nicht bereit, es konsequent zu verteidigen.

Ich teile Francis Fukuyamas Theorie vom "Ende der Geschichte" (In der ganzen Welt würden sich mit der Zeit Demokratien nach westlichem Muster etablieren) absolut nicht.

MfG, Titus Feuerfuchs
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16.12.2014, 08:53
Beitrag: #15
RE: Die Zukunft des Morgenlandes:
Nun zu meiner Frage: Wie denkt ihr wird die Zukunft der Länder des Morgenlandes aussehen? Demokratie, neue autoritäre Regieme oder brachte das ganze langfristig eher Extremisten aller Taliban oder ISIS den optimalen Rahmen?

Ich muss ehrlich sagen, dass ich trotz der momentan eher düsteren Lage optimistisch bin. Früher oder später wird sich auch im Morgenland demokrtische Systeme durchsetzen, auch wenn es höchst wahrscheinlich keine demokratischen Systeme nach westlichem Vorbild sein werden.

Denn ein demokratisches System dort muss auf die seit hunderten von Jahren gewachsenen Strukturen achten und auch berücksichtigen, dass die Religion dort noch eine viel größere Rolle spielt als in der westlichen Welt.

Das der Arabische Frühling leider in den meisten Staaten nicht zur Entwicklung demokrtischer Stukturen geführt hat ist sehr bedauerlich, aber im Nachhinein auch teilweise nicht verwunderlich. Zum einen fehlt es an demokratischer Tradtion und demokratischen Bewusstsein und zum anderen gerieten die Revolutionsbewegungen schnell unter Druck druch islamischkonservative Bewegungen oder Anhänger der alten Ordnung.

Als Beispiel könnte man dafür Ägypten anführen, wo die Muslimbrüder von vorne rein im Vorteil waren, da es sie schon seit vielen Jahrzehnten gibt und sie deswegen viel besser in der Gesellschaft vernetzt sind und mehr Mitglieder haben. Deswegen hatten sie auch im Wahlkampf viel mehr Möglichkeiten, als die erst nach der Revolution entstandenen neuen Parteien.
Weiter wollte oder konnte Mursi dann nach seiner Wahl zum Präsident nicht die Verlierer zugehen sondern hat versucht ein rein islamisches Konzept umzusetzen, was dann eben zu seinem Sturtz führte.

Um jetzt zu meiner eigentlichen Aussage zurück zu kommen.
Ich glaube darana, dass sich die Demokrtaie dort auf dauer durchsetzen wird, denn letzten Endes gibt es kaum eine Alternative.

Die alte Ordnung im neuen Gewand wird sich nicht lange halten können, da diese personellen Diktaturen an ihrer Korruption und Unfähigkeit zur Reform zugrunde gehen werden, was sie ja schon ein mal passiert ist.

Auch der Islamismus in Form der IS, Al-Qiada, oder der Nursa-Front wird sich auf Dauer nicht durchsetzen. Denn er bietet keine Möglichkeit zur Entwicklung der Staaten im Morgenland und hat auch keine wirlichen Antworten auf die Probleme dort.
Außerdme ist dafür sein Rückhalt in der Region zu gering.

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16.12.2014, 19:27
Beitrag: #16
RE: Die Zukunft des Morgenlandes:
(15.11.2014 23:12)Titus Feuerfuchs schrieb:  Wohl nicht zwangsläufig, sonst müsste der Kim- oder Castroclan schon lange gestürzt worden sein...
Die Vergleichbarkeit hingt ein bisschen.
Zwar stimmt es bei Nordkorea, dass es dem Regime nicht gelingt die Bevölkerung aus dem Elend zu führen, allderings werden die Menshcne dort auch massiv manipuliert, so dass sie an die Überlegenheit Nordkoreas glauben.

Bei Kuba stimmt es, dass die Regierung hat eine Mitschuld an der wirtschaftlich schlechten Situtation und an dem eher geringen Wohlstand.
Allerdings hat Kuba im Vergleich zu manch anderen lateinamerikanischen Staaten auch Vorteile.
Da wäre zum Beispiel das Gesundheits- und das Bildungssystem Kubas, welche als die besten in Lateinamerika gelten. Dann gibt es auf Kuba keine oder nur eine sehr geringe Kinderarbeit, die Gleichberechtigung von Männer und Frauen ist im Vergleich zum restlichen Lateinamerika und als letztes ist Kuba sicher im Vergleich zu einem nicht gerade kleinen Teil der lateinamerikanischen Staaten.

Im Bezug auf die arabischen Staaten würde ich allerdings WDPGs Aussage zustimmen, dass die Diktatoren gestürtzt wurden, weil es ihnen nicht gelungen ist den Wohlstand zu mehren und vor allem den jungen Leuten eine Perspektive zu geben.

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17.12.2014, 21:44
Beitrag: #17
RE: Die Zukunft des Morgenlandes:
(16.12.2014 19:27)Annatar schrieb:  Bei Kuba stimmt es, dass die Regierung hat eine Mitschuld an der wirtschaftlich schlechten Situtation und an dem eher geringen Wohlstand.
Allerdings hat Kuba im Vergleich zu manch anderen lateinamerikanischen Staaten auch Vorteile.
Da wäre zum Beispiel das Gesundheits- und das Bildungssystem Kubas, welche als die besten in Lateinamerika gelten. Dann gibt es auf Kuba keine oder nur eine sehr geringe Kinderarbeit, die Gleichberechtigung von Männer und Frauen ist im Vergleich zum restlichen Lateinamerika und als letztes ist Kuba sicher im Vergleich zu einem nicht gerade kleinen Teil der lateinamerikanischen Staaten.

In Kuba herrscht auch die Sorge, dass nach dem Castro-Regime die "alten Zeiten" wieder zurückkehren könnten. D.h. man befürchtet die Restauration eines von der US-Mafia ausgehaltenen Regimes wie das Battista-Regime mehr als den Untergang des Castro-Regimes. Dies ist ein weiterer Grund, neben den bereits von Annatar genannten Gründen, für das Bestehenbleiben des Castro-Regimes.

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19.12.2014, 07:17
Beitrag: #18
RE: Die Zukunft des Morgenlandes:
(17.12.2014 21:44)Sansavoir schrieb:  
(16.12.2014 19:27)Annatar schrieb:  Bei Kuba stimmt es, dass die Regierung hat eine Mitschuld an der wirtschaftlich schlechten Situtation und an dem eher geringen Wohlstand.
Allerdings hat Kuba im Vergleich zu manch anderen lateinamerikanischen Staaten auch Vorteile.
Da wäre zum Beispiel das Gesundheits- und das Bildungssystem Kubas, welche als die besten in Lateinamerika gelten. Dann gibt es auf Kuba keine oder nur eine sehr geringe Kinderarbeit, die Gleichberechtigung von Männer und Frauen ist im Vergleich zum restlichen Lateinamerika und als letztes ist Kuba sicher im Vergleich zu einem nicht gerade kleinen Teil der lateinamerikanischen Staaten.

In Kuba herrscht auch die Sorge, dass nach dem Castro-Regime die "alten Zeiten" wieder zurückkehren könnten. D.h. man befürchtet die Restauration eines von der US-Mafia ausgehaltenen Regimes wie das Battista-Regime mehr als den Untergang des Castro-Regimes. Dies ist ein weiterer Grund, neben den bereits von Annatar genannten Gründen, für das Bestehenbleiben des Castro-Regimes.
Was ich auch voll und ganz verstehen kann, denn dann würden sie auch noch das gute Gesundheits- und Bildungssystem verlieren und wären trotzdem nicht reicher als vorher.
Außerdem würden sich dann wahrscheinlich ganz schnell mexikanische oder zentralamerikanische Zustände auf Kuba einstellen, denn wegen seiner geografischen Nähe zu den USA ist Kuba eigentlich prädestiniert für den Drogenschmuggel in die USA. Und diese Zustände wünsche ich persönlich den Kubanern nicht.

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21.12.2014, 19:24
Beitrag: #19
RE: Die Zukunft des Morgenlandes:
(19.12.2014 07:17)Annatar schrieb:  
(17.12.2014 21:44)Sansavoir schrieb:  In Kuba herrscht auch die Sorge, dass nach dem Castro-Regime die "alten Zeiten" wieder zurückkehren könnten. D.h. man befürchtet die Restauration eines von der US-Mafia ausgehaltenen Regimes wie das Battista-Regime mehr als den Untergang des Castro-Regimes. Dies ist ein weiterer Grund, neben den bereits von Annatar genannten Gründen, für das Bestehenbleiben des Castro-Regimes.
Was ich auch voll und ganz verstehen kann, denn dann würden sie auch noch das gute Gesundheits- und Bildungssystem verlieren und wären trotzdem nicht reicher als vorher.
Außerdem würden sich dann wahrscheinlich ganz schnell mexikanische oder zentralamerikanische Zustände auf Kuba einstellen, denn wegen seiner geografischen Nähe zu den USA ist Kuba eigentlich prädestiniert für den Drogenschmuggel in die USA. Und diese Zustände wünsche ich persönlich den Kubanern nicht.

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