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Die Neutralität Finnlands - Finnlandisierung
06.03.2013, 20:14
Beitrag: #1
Die Neutralität Finnlands - Finnlandisierung
Es war in der Innenpolitik der BRD Ende der 60er Anfangs der 70er ein Schlagwort:
Die Finnlandisierung

Arkona meinte, dass das ein interessantes Thema wäre. Ich schließe mich der Meinung an.

Hier ein Teil der Vorgeschichte
(06.03.2013 16:13)Suebe schrieb:  Laut OKW-Berichten, Herausgeber Percy Schramm, für 1942, bearbeitet von Andreas Hillgruber, haben die Finnen an der Jahreswende 1941-42 die Lage analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Deutschen das Ding wohl nicht mehr gewinnen können.
Worauf sie sich von dem Augenblick an sehr zurückhielten, als Vorbedingung für weitere größere Aktionen ein "großes Zeichen" verlangten, mindestens die rein deutsche Eroberung Leningrads.

Hier muss man einiges an Hintergrund einflechten:
die Finnen hatten immer ein recht gutes Verhältnis zu den Westmächten. Die Britische Kriegserklärung geschah nur auf großen sowjetischen Druck.
Eine US-Amerikanische gab es nie.
Die Finnen waren auch die einzigen, die ihre Schulden resultierend aus dem 1.WK bei den USA auf Heller und Pfennigen bezahlten.
Das Zusammenwirken dieser Faktoren, einschließlich der Passivität ab 1942 hat Finnland als Staat vermutlich gerettet. Und ganz sicher den Neutralitätsstatus erst möglich gemacht.

(06.03.2013 18:55)Arkona schrieb:  Wieder ein eigenes Thema wert, es erschien mir schon früher immer als ein Wunder, warum Stalin Finnland samt seinem störrischen "Heldenvolk" mit Berufung auf die zaristischen Verhältnisse nicht einfach wieder kassiert hat. Die Macht dazu hatte er bei Kriegsende, notfalls auch den Erbfeind Schweden als Beigabe.

Interessant jedenfalls wie klar die Finnen die Lage zdZ schon sahen.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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06.03.2013, 21:17
Beitrag: #2
RE: Die Neutralität Finnlands - Finnlandisierung
Was sollten sie machen? Waren bis an den Onegasee mit vorgestossen, aber wollten nur ihre dort ansässigen "eigenen Leute" sichern, deshalb keinen Kilometer weiter. Dumm dann, als es andersherum lief.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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07.03.2013, 11:37
Beitrag: #3
RE: Die Neutralität Finnlands - Finnlandisierung
Weiter oben schrieb ich dies:

Zitat:Das Zusammenwirken dieser Faktoren, einschließlich der Passivität ab 1942 hat Finnland als Staat vermutlich gerettet. Und ganz sicher den Neutralitätsstatus erst möglich gemacht

Zur Verdeutlichung: Die Neutralität in der besonderen Ausformung der "Finnlandisierung" war das absolute Maximum das die Finnen am Ende des verlorenen Krieges erreichen konnten.
Man beachte das Beispiel Rumänien, oder gar Bulgarien. Die Bulgaren waren überhaupt nie im Kriegszustand mit der Sowjetunion.
Oder auch die CSR.
Allen, außer den Finnen blieb nur das Satellitendasein.
Und Jugoslawien.
Wobei auch hier angelsächsischer Einfluss entscheidend war.

Wenn man jedoch Bulgarien und Finnland vergleicht, kann man durchaus der Meinung verfallen, dass für die staatliche Selbständigkeit ab 45 der vorherige Kriegszustand mit der Sowjetunion weniger hinderlich war, als der mit dem Westen.

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07.03.2013, 22:23
Beitrag: #4
RE: Die Neutralität Finnlands - Finnlandisierung
Entstand der Begriff "Finnlandisierung" nicht als mehr oder weniger negative Bewertung der Außenpolitik des langjährigen finnischen Staatspräsidenten Urho Kekkonen? Kekonnen war ja vor allem in den 1950er Jahren (zum Teil noch als Ministerpräsident) um jeden Preis bereit, den Ausgleich bzw. die Annäherung an die Sowjetunion zu suchen. Dass 1975 die KSZE in Helsinki stattfand, ist sicher auch ein Verdienst von Urho Kekkonen.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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07.03.2013, 23:13
Beitrag: #5
RE: Die Neutralität Finnlands - Finnlandisierung
(07.03.2013 22:23)Sansavoir schrieb:  Entstand der Begriff "Finnlandisierung" nicht als mehr oder weniger negative Bewertung der Außenpolitik des langjährigen finnischen Staatspräsidenten Urho Kekkonen? Kekonnen war ja vor allem in den 1950er Jahren (zum Teil noch als Ministerpräsident) um jeden Preis bereit, den Ausgleich bzw. die Annäherung an die Sowjetunion zu suchen. Dass 1975 die KSZE in Helsinki stattfand, ist sicher auch ein Verdienst von Urho Kekkonen.
Ist m.W. eine Wortprägung von Gerhard Löwenthal, dem westdeutschen Gegenstück zu Karl-Eduard von Schnitzler ("Sudel-Ede"). In seinen Augen war Finnland eine Marionette Moskaus, womit er ja nicht einmal falsch lag.

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08.03.2013, 04:10
Beitrag: #6
RE: Die Neutralität Finnlands - Finnlandisierung
(07.03.2013 23:13)Arkona schrieb:  
(07.03.2013 22:23)Sansavoir schrieb:  Entstand der Begriff "Finnlandisierung" nicht als mehr oder weniger negative Bewertung der Außenpolitik des langjährigen finnischen Staatspräsidenten Urho Kekkonen? Kekonnen war ja vor allem in den 1950er Jahren (zum Teil noch als Ministerpräsident) um jeden Preis bereit, den Ausgleich bzw. die Annäherung an die Sowjetunion zu suchen. Dass 1975 die KSZE in Helsinki stattfand, ist sicher auch ein Verdienst von Urho Kekkonen.
Ist m.W. eine Wortprägung von Gerhard Löwenthal, dem westdeutschen Gegenstück zu Karl-Eduard von Schnitzler ("Sudel-Ede"). In seinen Augen war Finnland eine Marionette Moskaus, womit er ja nicht einmal falsch lag.
Jaja, die kalten Krieger. Und nach ihren Sendungen saßen Löwenqual und Sudel-Ede wohl irgendwo in Westberlin beim gemeinsamen Bierchen und freuten sich, weil sie ihre Zuschauer wieder einmal verar... haben.

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08.03.2013, 09:28
Beitrag: #7
RE: Die Neutralität Finnlands - Finnlandisierung
(08.03.2013 04:10)Sansavoir schrieb:  
(07.03.2013 23:13)Arkona schrieb:  Ist m.W. eine Wortprägung von Gerhard Löwenthal, dem westdeutschen Gegenstück zu Karl-Eduard von Schnitzler ("Sudel-Ede"). In seinen Augen war Finnland eine Marionette Moskaus, womit er ja nicht einmal falsch lag.
Jaja, die kalten Krieger. Und nach ihren Sendungen saßen Löwenqual und Sudel-Ede wohl irgendwo in Westberlin beim gemeinsamen Bierchen und freuten sich, weil sie ihre Zuschauer wieder einmal verar... haben.


Laut Wiki soll Walter Hallstein (der von der Doktrin) den Begriff mitgeprägt haben.
Die Vorstellung, dass die atlantischen Freunde ihre Kasernen räumen und nach Idaho zurückkehren könnten, hat man in Wahlkämpfen immer aufs neue an die Wand gemalt.

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