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Die Rettung Westroms:
11.05.2015, 14:26
Beitrag: #61
RE: Die Rettung Westroms:
(21.08.2013 01:35)Sansavoir schrieb:  Dass Stilicho den Posten des Heermeisters für beide Reichsteile anstrebte, ist ein interessanter und vorstellbarer Gedanke.

Stilicho wollte denke ich in ähnlicher Funktion wie im Weste das Gesamtreich zusammenhalten. Denke er sah sich in dieser Rolle. Es war weniger der Kaiser von Konstantinopel sondern dessen Leute die ihm da einen Strich durch die Rechnung machten. Rufinus wurde zum eigentlichen Machthaber des Ostens. Stilicho gab sich damit nicht zufrieden, der Gote Gainas wurden entsendet, doch dieser musste sich die Führungsposition im Osten hart erkämpfen und als er sie hatte, hatte er nicht die Absicht ein Strohmann Stilichos zu sein. Er führte eine extrem selbstbewusste Politik, zu selbstbewusst, was dann zu seinem Sturz führte. Danach war die Macht im Osten für Stilicho für längere Zeit nicht mehr wirklich in Reichweite. Außerdem erlebte der Westen, wie von dir bereits beschrieben eine äußerst schwierige Lage. So hatte Stilicho dort ohnehin mehr als genug zu tun.

Erst nach dem Ende des Arcadius wurden ihm wieder solche Ambitionen nachgesagt, doch schon bald danach erlebte Stilicho selbst sein Ende.

Eine interessante Frage die ich mir gerne in dem Zusammenhang stelle sind die wie stark die Schlacht am Frigidus sich Ausgewirkt hat. Diese extrem blutige Schlacht zwischen den Truppen von Ostkaiser Theodosius I und den Westtruppen unter Heermeister Arbogast und Kaiser Eugenius führte dazu das Rom noch einmal für kurze Zeit unter Theodosius I vereinigt wurde. Doch das war nicht alles: Die Verluste waren extrem hoch. Auf der Seite von Theodosius I erlitten vor allem die Westgoten Verluste. Der Westen hingegen verlor den Großteil seiner Truppen.
Theodosius blieb danach eine Zeit im Westen, ich vermute mit seinen Truppen. Wohin diese dann gekommen sind weiß ich nicht. Sind sie nach Osten abgezogen hinterliesen sie sicherlich ein Loch im Westen. Stilicho musste vielleicht auch aus diesem Grund die Heere von den Grenzen abziehen. Andere Möglichkeiten wären eine Teilung der ehemaligen Osttruppen, was ebenfalls dazu geführt hätte, das Truppen fehlten. Das einzige wo Westrom gut ausgestiegen wäre, wäre gewesen wenn die Truppen bei Stilicho geblieben wären. Was wirklich geschah weiß ich nicht. Aber es könnte ein Anfang der großen Schwierigkeiten des Westens gewesen sein.

Was sagt ihr wäre das eine Überschätzung der Schlacht am Frigidus oder hatte sie tatsächlich für den weiteren Verlauf der Geschichte des Weströmischen Reichs entscheidende Bedeutung?
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12.05.2015, 03:42
Beitrag: #62
RE: Die Rettung Westroms:
Nein, Du überschätzt nicht die Bedeutung der Schlacht am Frigidus. Erstens, weil die Verluste extrem hoch waren, m.E. war die Schlacht am Frigidus die Schlacht mit den meisten Verlusten in der Antike. Die gefallenen Soldaten fehlten dann, vielleicht ist die Aufgabe Britanniens im Jahr 408 eine direkte Folge davon. Zweitens, Theodosius I. konnte seinen Sieg nicht nutzen, da er bereits ein paar Monate später starb. Nach seinem Tod wurde die Teilung des Römischen Reiches endgültig, sein Sieg wurde somit wertlos. Drittens, den Westgoten wurde nicht das versprochene Land übergeben. Deswegen wurden sie Gegner der Römer, die Plünderung Roms im Jahr 410 ist eine Folge. Als Verbündete der Römer hatten die Westgoten das Know-How der römischen Legionen kennen gelernt, ebenso waren sie mit den geografischen Gegebenheiten des Reiches vertraut. All diese Kenntnisse stellten sie nach 395 gegen Rom.

Außerdem ist es auch überlegenswert, ob der Sieg des Christentums über die letzten (moderaten) Vertreter des römischen Heidentums nicht auch den Untergang des römischen Westreichs beschleunigt hatte. Inwieweit Konstantinopel bereits für das neue, christliche Reich und Rom für das alte, heidnische, auf römische Tugenden bauende Reich stand, ist sicher nicht mit absoluter Bestimmtheit zu sagen.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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12.05.2015, 18:49
Beitrag: #63
RE: Die Rettung Westroms:
(12.05.2015 03:42)Sansavoir schrieb:  Außerdem ist es auch überlegenswert, ob der Sieg des Christentums über die letzten (moderaten) Vertreter des römischen Heidentums nicht auch den Untergang des römischen Westreichs beschleunigt hatte.

Ob das Christentum wirklich eine Rolle beim Untergang des Römischen Reichs spielte, lässt sich kaum stichhaltig beantworten. Ein christlicher Kaiser könnte sogar als Klammer des Imperiums einen noch schnelleren Untergan verhindert haben.
Ich denke, die Rolle des Christentums für Roms Niedergang wird vielfach überschätzt.
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