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Kindheit und Jugend im Wandel:
15.11.2012, 11:54
Beitrag: #5
RE: Kindheit und Jugend im Wandel:
Das Hauptproblem der heutigen Kindheit- und Jugend besteht meiner Meinung nach vor allem darin, daß sie von allen Seiten unter Beobachtung steht.

Kinder sind nicht mehr einfach Kinder, die sich in unterschiedliche Richtungen entwickeln, sondern Kinder - je nach Beobachtergruppe- die zukünftigen Rentenbeitragszahler, die Zukünftigen Arbeitnehmer, die zukünftigen Konsumenten.
Für ihre Eltern sind Kinder auch oft entweder Statussymbole oder sollen die Leere im Leben der Eltern füllen oder den Erfolg haben, der den Eltern aus irgendwelchen Gründen versagt blieb.

Von daher stehen Kinder vom Tage ihrer Geburt an unter Beobachtung. Sie müssen sich optimal entwickeln, ihre Potentiale entfalten und natürlich darf kein wesentliches Zeitfenster verpaßt werden, denn die Kinder müssen ja von allen Seiten her "optimiert" werden. Durch die Eltern, durch die Kitas, durch die Schulen etc. Überall, wo scheinbare Defizite erkannt werden, sind auch ganz schnell die zur Stelle, die an der Beseitigung der Defizite verdienen.

Ich bin froh, daß ich heute kein Kind mehr bin. Wieviele Stunden habe ich mich als Kind im Wald herumgedrückt, bei dem vergeblichen Versuch, aus Zweigen Baumhäuser zu bauen? Irgendwelche anderen Kinder waren da auch immer, nie die gleichen, ohne daß man sich verabredet hat...

Man stelle sich das heute mal vor. Heute würden am Waldrand mindestens drei Mütter stehen, die ihre Kinder bobachten. Und sie würden natürlich ständig eingreifen.
Ach quatsch. Die Kinder würden ja erst gar nicht in den Wald gehen, ich vergaß... G8. Zwergenjudo. Frühenglisch.

Das Ergebnis einer kompletten gesellschaftlichen Fehlentwicklung... Nicht nur Schuld der Eltern. Denn die stehen schließlich auch von allen Seiten unter Druck- sie müssen Kinder abliefern- beim zukünftigen Arbeitgeber, als Leistungsträger, Als Rentenzahler, als brave Konsumenten- die allen Anforderungen gerecht werden. Ansonsten haben sie nämlich versagt und es nicht gut gemacht.
Ob die Rahmenbedingungen dafür stimmen, fragt allerdings kein Schwein...


Aber nicht alles ist heute sehr viel schlechter. Was ich besser finde, ist, daß heute nicht mehr der "Zwang" besteht, daß der Sohn das Gewerbe des Vaters lernen muss... Und natürlich, daß Mädchen nicht mehr zwangsläufig auf das hausfrauendasein vorbereitet werden...

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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Kindheit und Jugend im Wandel: - WDPG - 12.11.2012, 21:23
RE: Kindheit und Jugend im Wandel: - Bunbury - 15.11.2012 11:54
Rückgang der Spielflächen: - WDPG - 15.11.2012, 12:49
Gehirnreifung - Bunbury - 13.12.2012, 23:07
RE: Gehirnreifung - Suebe - 14.12.2012, 10:14
RE: Gehirnreifung - Bunbury - 14.12.2012, 12:11

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