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Napoleons Kontinentalsperre
21.10.2012, 15:32
Beitrag: #1
Napoleons Kontinentalsperre
Zitat:Napoleon und die Zuckerrübe

Warum diese Überschrift? Und was hat Napoleon mit der Runkelrübe zu tun? Sehr viel, sogar alles, denn ohne die Siege des Franzosenkaisers und seine Herrschaft in Europa hätte es keine Kontinentalsperre gegeben, und ohne Kontinentalsperre würden wir wahrscheinlich heute noch fast ausschließlich Rohrzucker essen. Das heißt der Zucker, unser bekömmlichstes und süßestes Nahrungsmittel, wäre für die meisten Menschen noch eine unerschwingliche Kostbarkeit, wie dies zu Olims Zeiten war.

http://www.wisoveg.de/euskirchen/hkalend...oleon.html


Text im Napoleon-Portal
Aus einer Napoleon-Biographie

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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21.10.2012, 18:58
Beitrag: #2
RE: Napoleons Kontinentalsperre
(21.10.2012 15:32)Maxdorfer schrieb:  
Zitat:Napoleon und die Zuckerrübe

Warum diese Überschrift? Und was hat Napoleon mit der Runkelrübe zu tun? Sehr viel, sogar alles, denn ohne die Siege des Franzosenkaisers und seine Herrschaft in Europa hätte es keine Kontinentalsperre gegeben, und ohne Kontinentalsperre würden wir wahrscheinlich heute noch fast ausschließlich Rohrzucker essen. Das heißt der Zucker, unser bekömmlichstes und süßestes Nahrungsmittel, wäre für die meisten Menschen noch eine unerschwingliche Kostbarkeit, wie dies zu Olims Zeiten war.

http://www.wisoveg.de/euskirchen/hkalend...oleon.html


Text im Napoleon-Portal
Aus einer Napoleon-Biographie
Rohrzucker ist gegenwärtig nicht gravierend teurer als der aus Zuckerrüben. Wenn es da eine nennenswerte Differenz gibt, resultiert diese aus den unterschiedlichsten Subventionen der EU.

Die Züchtung der Zuckerrübe aus der Runkelrübe, die im Zitat schon angesprochen wurde, erfolgte ab Mitte bis Ende des 18. Jhds.
Also vor der Zeit Napoleons und seiner Kontinentalsperre, die vor allem gegen GB gerichtet war.

Aber egal, ob es die Kontinentalsperre gegeben hätte oder nicht - der Rübenzucker hätte seinen Siegeszug angetreten. Die Kontinentalsperre hat die Überführung zur industriellen Herstellung des Rübenzuckers nur etwas beschleunigt.

Die ganze Kontinentalsperre war ohnehin ein mehr oder wenig großer Flop, den Napoleon auf seinem Konto verbuchen konnte.

Und du warst schön. In deinem Auge schien
sich Nacht und Sonne sieghaft zu versöhnen.
...
So kam dich meine Liebe krönen.
Und meine nächteblasse Sehnsucht stand,
weißbindig wie der Vesta Priesterin,
an deines Seelentempels Säulenrand
und streute lächelnd weiße Blüten hin.

(Rainer Maria Rilke)
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17.12.2012, 18:37
Beitrag: #3
RE: Napoleons Kontinentalsperre
(21.10.2012 18:58)Wallenstein schrieb:  Die ganze Kontinentalsperre war ohnehin ein mehr oder wenig großer Flop, den Napoleon auf seinem Konto verbuchen konnte.

so kann man das in der Rückschau sehen.

Einem jedoch hat sie den Rest gegeben. Die Kontinentalsperre.

Waren und Güter die durch den Zoll als "britischer Herkunft" beschlagnahmt worden waren, wurden öffentlich in großen Scheiterhaufen verbrannt. Das Zeugs hat in der Regel nicht besonders gut gebrannt, aber auf die Art und Weise wurde es nachhaltig verderbt.

So gab es im Herbst 1811 in Ulm auf dem Unteren Kuhberg einen großen Scheiterhaufen. Drei Flugapparate Berblingers, des damals verlachten "Schneiders von Ulm" mit dazwischen. Berblinger hatte sich sehr gewehrt. Der zuständige Oberamtmann antwortete auf seine Beschwerden, "auf dass ihm nichts anderes bekannt als diese Dinge auf britischen Inseln wüchsen" Baumwolle und Bambus.

Es ist heute unstrittig nachgewiesen, dass mit Berlingers Flugapparaten Flüge möglich sind, dass er damit geflogen ist, und zwar keine ganz kleinen Hüpfer. 80 Jahre vor Lilienthal.

Demnach hat die kontinantalsperre zumindest mittelbar den Menschen für fast 100 Jahre gehindert die Lüfte zu erobern. Und Berblinger für fast 200 Jahre zur Lachnummer "Schneider von Ulm" gemacht. Völlig unverdient.



OT: Max Eyth schreibt in seinem Roman über Berblinger, dass die Flugmaschine bei der Lumpensammlerin geendet hätte. In Wiki steht von "mündlicher Überlieferung" die wissen will, dass Berblinger bis zu seinem Ende die Flugmaschine auf seiner Bühne aufbewahrt hätte. Fakt ist aber, dass 3 seiner Flugmaschinen beschlagnahmt und amtlich verbrannt wuden. Ob es tatsächlich weitere Teil gab, ist unbekannt und zumindest zweifelhaft.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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17.12.2012, 23:12
Beitrag: #4
RE: Napoleons Kontinentalsperre
Jaja, ich gebe es ja neidlos zu dass es nirgendwo so pfiffige Geister, Ingenieure und Erfinder gab und gibt wie im Schwabenland.
Zum Thema:
Napoleons Kontinentalsperre war ja letztendlich auch neben der Streiterei um das künftige Polen der Anlass zum Krieg mit Russland und damit zu seinem (Napoleons) Untergang. Interessant ist, dass die Annexion der Nordsee inkl. Hamburgs erst 1810 damit begründet wurde, den Schmuggel zu unterbinden. Eigentlich waren die ganzen Abenteuer Napoleons darauf ausgerichtet England bzw. seine "Festlangsdegen" auszuschalten. Das war sein Hauptfeind, den er nicht direkt packen konnte, schon gar nicht nach Trafalgar.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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18.12.2012, 11:32
Beitrag: #5
RE: Napoleons Kontinentalsperre
(17.12.2012 23:12)Arkona schrieb:  Jaja, ich gebe es ja neidlos zu dass es nirgendwo so pfiffige Geister, Ingenieure und Erfinder gab und gibt wie im Schwabenland.

HuhHuh
Das war eigentlich nicht Inhalt meines Posts.

Knapp 100 Jahre später gab es etwas ähnliches, die Brüder Wrigth hatten die Presse eingeladen, um ihnen ihr Flugzeug im Flug vorzuführen.
Zuerst gab es ungünstige Winde, dann brachten sie den Motor nicht zum Laufen.
Am Ende brachten sie einen Hüpfer von wenigen Metern zu Stande.
Die Journalisten fühlten sich "vera...." und durch die Welt gingen die Worte von den "lügenden Brüdern".
Wenn in der Situation der Zoll von Kitty Hawk das Flugzeug beschlagnahmt und vernichtet hätte, wäre die Geschichte der Brüder Wrigth wohl ebenso rum gewesen.
Berblinger wusste, dass er fliegen konnte! Und etliche Ulmer auch. Aber es war ihm nach der Vernichtung der 3 Geräte nicht mehr möglich den Beweis anzutreten. Bis 1814 hätte er sich die Materialien auch nicht mehr beschaffen können. Wirtschaftlich hat er dann keinen Fuss mehr auf den Boden bekommen und irgendwann zu Saufen begonnen.

OK. Darum geht es nicht.
Aber das "Zuckerrüben-Beispiel" kommt ja immer im Zusammenhang mit der Kontinentalsperre, und der Krupp wird nicht lange auf sich warten lassen. (wundert mich eh, dass noch nicht)
Fakt ist halt, dass die Negativ-Punkte viel größer sind, die Kontinentalsperre dem Kontinent viel mehr geschadet hat, als den Briten.

Und sorry, meine Quellenlage ist halt regional deutlich besser als Global Intergalaktisch.

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18.12.2012, 13:56
Beitrag: #6
RE: Napoleons Kontinentalsperre
(18.12.2012 11:32)Suebe schrieb:  
(17.12.2012 23:12)Arkona schrieb:  Jaja, ich gebe es ja neidlos zu dass es nirgendwo so pfiffige Geister, Ingenieure und Erfinder gab und gibt wie im Schwabenland.

HuhHuh
Das war eigentlich nicht Inhalt meines Posts.
Vielleicht OT von mir, aber ernstgemeint. Und ich habe ja nix gegen deinen Regionalstolz.
Was haben wir Mecklenburger denn vergleichsweise zu bieten? Nur einen irren Hobbyarchäologen und einen schon 1813 senilen Feldmarschall. Tongue

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18.12.2012, 15:44
Beitrag: #7
RE: Napoleons Kontinentalsperre
(18.12.2012 13:56)Arkona schrieb:  Vielleicht OT von mir, aber ernstgemeint. Und ich habe ja nix gegen deinen Regionalstolz.
Was haben wir Mecklenburger denn vergleichsweise zu bieten? Nur einen irren Hobbyarchäologen und einen schon 1813 senilen Feldmarschall. Tongue


Du,
in der Bibel steht aber,
man soll sein Licht nicht unter den Scheffel stellen.
Ich denke mal ihr habt einfach 40 Jahre zuviel Marx/Engels gelesen Angel

Dann lass mal den Schwaben ran.
Wen habt ihr alles?
Blücher, Moltke, Grävenitz, Zeppelin
mal weg vom Adel
Siegfried Marcus (immerhin und nachgewiesen der 1. der ein Vierradfahrzeug mit einem Verbrennungsmotor betrieben hat), Reuter,
die Hanse, Störtebekker ...
reichts, oder muss ich das Lexikon bemühen?



Kopf hoch, Brust raus.Big Grin

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19.12.2012, 10:05
Beitrag: #8
RE: Napoleons Kontinentalsperre
Ähm...

Jep.

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20.12.2012, 14:00
Beitrag: #9
RE: Napoleons Kontinentalsperre
(18.12.2012 11:32)Suebe schrieb:  Aber das "Zuckerrüben-Beispiel" kommt ja immer im Zusammenhang mit der Kontinentalsperre, und der Krupp wird nicht lange auf sich warten lassen. (wundert mich eh, dass noch nicht)


Nachdem noch immer nicht. Huh

Friedrich Krupp hat während und ausgelöst durch die Kontinentalsperre eine Fabrik für die herstellung von Gussstahl gegründet
von der Website von thyssenkrupp:
Zitat:Am 20. November 1811 gründet Friedrich Krupp während der Kontinentalsperre Napoleons gegen England mit zwei Teilhabern eine Fabrik zur Herstellung von Gussstahl englischer Qualität und den daraus angefertigten Produkten. Er führt seit 1816 den Betrieb allein und entwickelt ein Verfahren für die Herstellung von hochwertigem Tiegelstahl, den er in Form von Stangen, Gerberwerkzeugen, Münzstempeln und Walzenrohlingen anbietet. Die Qualität seines Gussstahls wird 1817 von der Düsseldorfer Münze bestätigt.
und das aus Wiki
Zitat:Friedrich Krupp gründete am 20. November 1811, wobei er die Zeit der Kontinentalsperre Napoleons gegen Großbritannien nutzte, mit zwei Teilhabern eine Fabrik zur Herstellung von Gussstahl, der zu dieser Zeit ein schwer erhältliches Gut war. Erste Werkstätten befanden sich in der Weberstraße und ab 1812 an der Walkmühle in Altenessen.

Wobei Krupp nicht der erste war, der auf dem Kontinent Gussstahl fertigte. Wie so oft behauptet wird.

Fischer in Schaffhausen war der erste. (halt auch so ein schwäbisch/allemannischer Tüftler Angel)

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20.12.2012, 17:23
Beitrag: #10
RE: Napoleons Kontinentalsperre
(20.12.2012 14:00)Suebe schrieb:  Wobei Krupp nicht der erste war, der auf dem Kontinent Gussstahl fertigte. Wie so oft behauptet wird.
Fischer in Schaffhausen war der erste. (halt auch so ein schwäbisch/allemannischer Tüftler Angel)
Das musste ja kommen. Für den fälligen Trollinger geb ich dir gern per PN meine Postadresse....

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21.12.2012, 12:19
Beitrag: #11
RE: Napoleons Kontinentalsperre
Die Kontinentalsperre hatte seltsame Vorspiele.
Im Januar 1806 hat Preußen den Briten eröffnet, dass sie das Kurfürstentum Hannover "treuhänderisch" in Besitz nehmen würden, bis zu "einem allgemeinen Friedensschluß". Eine Handlung in Abstimmung mit Napoleon, der sich preußische Gebiete dafür einverleibte, für Schwager Murat.
Festungen wurden ausgetauscht, die Franzosen haben Hameln den Preußen, die Preußen Wesel den Franzosen übergeben.
Die englischen Truppen haben Hannover daraufhin geräumt.

Aber: Albion hat natürlich zurückgeschlagen, alles auf See unter preußischer Flagge wurde gekapert. Eine totale Katastrophe für die preußische Seeschifffahrt die sich davon erst in den 1820ern erholte.
Die Preußen haben dafür im März 1806 alle Häfen der Nordsee für die Briten gesperrt.

Die manchesmal geäußerte Meinung, "da franz. Truppen 1805 bereits preußisches Gebiet verletzt hätten, wäre von dem Zeitpunkt schon alles mehr oder weniger in Richtung preußisch/franz. Krieg gedriftet," ist demnach so auch nicht zu halten.

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