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Byzantinische Feldherren
29.09.2012, 13:15
Beitrag: #1
Byzantinische Feldherren
Welche Feldherren von Byzanz waren denn besonders fähig?
Welche besonders unfähig?

Welche hätten unter anderen Umständen mehr verändern können?

Sicher eine interessante Frage.

VG
Der Maxdorfer

Kleine Anmerkung: Hier werde ich Kurzbiographien zu fähigen byzantinischen Feldherren posten. Dauert aber noch.

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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19.12.2012, 15:31
Beitrag: #2
Belisar:
(29.09.2012 13:15)Maxdorfer schrieb:  Welche Feldherren von Byzanz waren denn besonders fähig?


Einer der besonders fähigen war sicherlich Belisar. Mit der Eroberung von Nordafrika (und damit der Zerstörung des Wandalenreichs) gelang ihm das was zuvor etliche male versucht worden ist (auch weil man damit die Möglichkeit sah Rom im Westen doch noch zu retten) und auch die Erberung von Italien aus der Hand der Ostgoten gelang Belisar, mit seiner List vor Ravenna zeigte er auch wie trickreich er war. Chancne mit Italien und möglicherweise Nordafrika ein neues Westrom aufzubauen hatte er wohl, aber er blieb Kaiser Justinian I ein treu ergebener Feldherr.

Das Italien von Totilla nochmals für die Ostgoten eroberte kann man ihm bestimmt nicht anlasten, er war in dieser Zeit in einer anderen Front tätig und wurde von nicht besonders fähigen Beamten in Italien abgelöst. Auch das es ihm dann nicht gelungen ist Italien zurückzuerobern ist nicht seine Schuld, Justinian I stellte ihm zu wenig Soldaten zur Verfügung.

Anrechnen sollte man Belisar auch das er es bestimmt nicht leicht gehabt hat, seine Truppen waren ein bunt zusammengewürfelter Söldnerhaufen. Man muss schon ganz gute Führungsqualitäten haben, um so eine Truppe zusammenzuhalten und sie zum Erfolg zu führen.
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03.05.2013, 13:11
Beitrag: #3
Kaiser Heraklaios:
Ein weiterer extrem fähiger Feldherr der byzantinischen Geschichte war Kaiser Herakleios.

Herakleios war Sohn des Exarchaten von Karthago, ihm gelang es den unfähigen Kaiser Phokas zu stürzen. Unter Phokas hatte eine schon länger andauernde Krisenentwicklung ihren Höhepunkt erreicht. Diese begann als Justinian I mit seiner Politik der Wiederherstellung Roms, die Reichsfinanzen total überforderte und somit eine Niedergangsspirale einleitete und endete damit das Byzanz knapp vor seinem Ende stand.

Byzanz war beim Regierungsantritt von Herakleios nicht nur finanziell in der Krise, sondern auch innerlich teilweise zerstritten und von allen Seiten bedroht. Awaren und Slawen belagerten gemeinsam mit den Sassaniden Konstantinopel. Die Sassaniden hatten wichtige Provinzen an sich gerissen (Syrien, Ägypten) und waren durch Kleinasien bis vor Konstantinopel vorgedrungen.

Herakleios gelang es Reformen einzuleiten bzw. sie wenigstens anzustoßen und als Feldherr mit anatolischen Kerntruppen in mehreren Zügen die Sassaniden vernichtend zu schlagen und das obwohl dieses über durchaus fähige Heerführer verfügte. Schließlich wurde der Großkönig der Sassaniden (Chosrau II) gestürzt, das Sassanidenreich versank im Chaos und musste aufgeben. Für die Feldzüge verbündete sich Herakleios auch mit Steppenvölker, etwa den westlichen Gök-Türken. Seine eigenen Truppen soll Heraklaios angespornt haben indem er seinen Kampf zu einem "Religionskampf" machte, außerdem ging er als mutiger Anführer hervor.

Awaren und Slawen scheiterten bei der Belagerung von Konstantinopel, die Bedrohung war abgewandt, das Byzantinische Reich widerhergestellt. Das man gegen Ende seiner Herrschaft gegen die Araber verlor und vieles was er gegen die Sassaniden hart erkämpft hatte, stimmt. Heraklaios kann man diese Niederlagen, aber höchstens als Kaiser und nicht als Feldherr anrechnen. Er war relativ bald gealtert und bei diesen Kämpfen nicht mehr direkt anwesend.
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03.05.2013, 13:54
Beitrag: #4
RE: Byzantinische Feldherren
Da schreibt uns` @WDPG über Belisar und dann über Heraklios. Rein chronologisch, aber auch wegen seiner Intimfeindschaft zu Belisar, hätte Narses besser zu Beitrag 3 gepasst. Rolleyes

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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03.05.2013, 14:29
Beitrag: #5
Narses:
(03.05.2013 13:54)Arkona schrieb:  Da schreibt uns` @WDPG über Belisar und dann über Heraklios. Rein chronologisch, aber auch wegen seiner Intimfeindschaft zu Belisar, hätte Narses besser zu Beitrag 3 gepasst. Rolleyes

Chronologisch gesehen schon, stimmt. Ich habe kurz überlegt ob man Narses überhaupt zu den ganz, ganz großen zählen kann. Obwohl ich irgendwie schon sagen würde ja.

Das Narses ein Intimfeind des Belisar war stimmt und zeigt sich bei Belisars erstem Zug in Italien. Justinian I hatte Narses nach Italien entsendet. Narses hatte bis dorthin nur wenig militärische Erfahrung. Ich denke er wurde wohl auch eingesetzt um den militärisch höchst erfolgreichen Belisar zu kontrollieren. Das führte zu Konflikten - Narses wurde wieder abgezogen. Belisar gelang die Einnahme von Ravenna, das Thema Ostgotenreich war damit (fast) erledigt.

Doch aus verschiedenen Gründen und auch wegen der unfähigen Verwalter in Italien gelang es diesen unter Totila ein Comeback zu schaffen und Byzanz wieder aus Italien zu vertreiben. Justinian II gab nicht auf, er entsendete logischerweise Belisar, traute diesem aber nicht ganz und stellte ihm zuwenige Truppen zu Verfügung. Belisar gab schließlich auf.

Nun stellte sich die Frage wer sonst das Ostgotenreich erobern könne. Eine logische Wahl war Germanus ein Neffe Justinians der außerdem gute Beziehungen zu den Ostgoten hatte, er verstarb aber bevor er das Unternehmen in Gang bringen konnte. Auf ihn folgte nun Narses. Der Eunuch genoß vollstes Vertrauen des Kaisers. Er eroberte Italien diesesmal in einem Zug von Nord nach Süd (Belisar hatte die umgekehrte Strecke gewählt) und schlug sowohl Totila, als auch seinen Nachfolger Teja zu schlagen. Danach konnte er die letzten Widerstandsnester beseitigen. Erst unter Justinians Nachfolger Justin II wurde er abberufen.

So nach diesem Kurzabriss seiner Lebensgeschichte, kurz zu meiner Überlegung. Narses hatte eine für damalige Verhältnisse relativ große (hauptsächlich aus Söldnern bestehende) Truppe zur Verfügung gestellt bekommen - logisch das er da gewann.
Andererseits zeigte Totila immer wieder das man ihn nicht unterschätzen sollte und eine große Söldnertruppe muss man auch erst mal organisieren und zum Erfolg führen können - so gesehen, ja er war ein großer Feldherr (auch wenn ich z.B. die Leistungen von Heraklaios als höher einschätze).
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03.05.2013, 14:41
Beitrag: #6
RE: Byzantinische Feldherren
Narses gewann den Gotenkrieg bestimmt nicht nur durch bloße Übermacht. Totila wurde besiegt, weil er seine Truppen taktisch sehr geschickt einsetzte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_vo...a_Gallorum

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14.05.2013, 00:53
Beitrag: #7
Nikophoros Phokas:
Ein sehr interessanter Feldherr ist Nikophoros Phokas, über ihn werde ich kurz berichten:

In der Zeit der Makedonischen Dynastie gelang es Byzanz sein Gebiet wieder auszudehnen und zu einer neuen Blüte zu gelangen, ein Grund dafür ist wohl das die islamische Welt im 10. Jahrhundert stark in kleinere Einheiten zersplittert war, ein weiterer war die Stärke von Byzanz in dieser Periode, auch begünstigt wurde das vom Aufkommen zahlreicher sehr guter Feldherren. Einer der erfolgreichsten war Nikophoros Phokas.

Auch die Vorfahren von Nikophoros Phokas waren erfolgreiche Militärführer. Sein gleichnamiger Großvater eroberte große Teile Süditaliens für Kaiser Basileios I, sein Vater war Oberbefehlshaber an der Front gegen die Araber, er wurde jedoch schwer verletzt und musste deshalb zurücktreten, auf ihn folgte Nikophoros Phokas.
Er war recht erfolgreich und wurde bald mit der Führung einer größeren Militärunternehmung beauftragt, der Eroberung Kretas. Seit der Eroberung Kretas durch Araber die, die Insel auf für Beutezüge nutzten versuchten immer wieder Kaiser die Rückeroberung, bisher ohne Erfolg. Das Unternehmen war also eine alles andere als einfache Aufgabe, trotz großen Heeres. Doch im Jahr 961 gelang es Nikophoros Phokas nach langer Belagerung die Hauptstadt Candia (heute: Heraklaion) einzunehmen. Er zeigte dabei immer wieder sein Können als Motivator und guter Heerführer.

Den Posten von Nikophoros Phokas an der Front gegen die Araber in Syrien übernahm, während er sich um Kreta kümmerte, sein Bruder Leon Phokas, der ebenfalls erfolgreich agierte. Schon kurz nach der Eroberung Kretas, gelang es Nikophoros Phokas gemeinsam mit seinem Bruder die Stadt Aleppo zu Erobern. Diese war damals die Hauptstadt eines islamischen Kleinreichs, das damit endgültig zerschlagen war.

Die beiden Erfolgreichen Feldzüge hatten auch innenpolitische Folgen. Als Kaiser Romanos II verstarb waren seine Söhne Basileos und Konstantin (beides später Kaiser – Basileios II einer der bedeutendsten in der Geschichte von Byzanz) noch minderjährig. Romanos Witwe brauchte einen starken Partner. Nach seinen Erfolgen war es nicht verwunderlich das Nikophoros Phokas zu diesem neuen starken Mann und durch Heirat mit Romanos II Wittw auch zum Kaiser wurde.

Von nun zeigte sich eine zweite Seite von Nikophoros Phokas, doch dazu später. An der Ostfront war man weiterhin extrem erfolgreich, in Kilikien wurde ein bedeutender Ausgangspunkt für Plünderungszüge gegen Byzanz zurückerobert und auch die Insel Zypern wurde eingenommen (unter Vertragsbruch mit den Arabern) Was ich nicht verschweigen möchte, so positiv seine Erfolge aus byzantinischer Sicht auch gewesen sind, man sollte auch erwähnen, das Nikophoros Phokas Truppen oft extrem grausam vorgingen, manchmal wohl auch eine beabsichtigte Strategie zur Abschreckung.
Die Erfolge rissen nicht ab, auch andere erfolgreiche Feldherren gab es in dieser Zeit und so gelang z.B. die Eroberung von Antiochia.

Doch nicht überall war Nikophoros Phokas so erfolgreich wie im Bereich des Militärs im Kampf gegen die Araber, gerade in der Diplomatie war er extrem schwach, genauer genommen war seine Diplomatie verheerend und er war, so wirkt es, in der Regierung total überfordert. Die Folge war das Spannungen die seit langem bestanden eskalierten und zwar alle gleichzeitig. Neben der Front gegen die Araber musste man schon bald auch noch in Süditalien gegen das Heilige Römische Reich und auf dem Balkan gegen die Bulgaren kämpfen. Vielleicht hätte sich da einiges vermeiden lassen. Das Kämpfen an 3 Fronten überforderte selbst gigantische Militärmächte, das wusste wohl auch Nikophoros Phokas, aus diesem Grund brachte er Swjatoslaw I (Großfürst von Kiew) dazu gegen Bulgarien zu ziehen.

Eine verheerende Entscheidung, denn so ersetzte man eine mittelstarke Militärmacht, gegen eine extrem starke. Schon bald wurde Swjatoslaw I zu einer existenziellen Bedrohung. Diese abzuwehren war jedoch nicht mehr die Aufgabe von Nikophoros Phokas, denn er wurde bei einer Verschwörung getötet.

Verhasst war Nikophoros Phokas im Volk schon bald, die vielen Kämpfe verbrauchten viel Geld, Steuern mussten erhöht werden, nur ein Grund für seine Unbeliebtheit (auch in anderen Teilen der Politik machte er sich keine Freunde). Hinter der Verschwörung die zu seinem Ende führte, steckte allerdings nicht das Volk, sondern seine Frau, die sich mit dem Feldherren Johannes I Tzimiskes verbündet hatte. Dieser folgte Nikophoros Phokas nach 6 Jahren Herrschaft nun nach.

Zusammenfassend kann man sagen: Sehr guter Feldherr, aber ein schwacher Kaiser.
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14.05.2013, 17:06
Beitrag: #8
RE: Byzantinische Feldherren
Tja, schon damals haben die Russen nach Byzanz geblickt. Das tun sie auch noch heute.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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17.05.2013, 12:52
Beitrag: #9
RE: Byzantinische Feldherren
(14.05.2013 17:06)Arkona schrieb:  Tja, schon damals haben die Russen nach Byzanz geblickt. Das tun sie auch noch heute.

Die Geschichte von Byzanz und den Russen in dieser Zeit ist eng verflochten, Byzanz war einerseits ein Handelspartner, andererseits schreckten die Waräger, auch nicht vor Plünderungszügen zurück. Man kann sagen der Handel zwischen Nord und Süd (Konstantinopel) trug maßgeblich zur Bildung des Reichs der Kiewer Russ bei.

Dieses war in der Zeit von Swjatoslaw I militärisch sehr stark, konnte das Casarenreich vernichten (Swjatoslaw I hatte dafür eine Bündnis mit den Petscheneggen geschlossen). Byzanz konnte froh sein das Johannes I Tzimiskes sich als fähiger Feldherr und Kaiser erwies und dass man im Notfall immer noch Mauern hatte auf die man im Falle einer Belagerung bauen hätte können.

Die Ansprüche die Russland später auf Balkangebiet usw. stellte, haben aber mit Swjatoslaws I Angriffen nicht viel zu tun.
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21.06.2013, 17:32
Beitrag: #10
RE: Byzantinische Feldherren
Müsstest du nicht noch was über Alexios I. erzählen, ich weiß zwar nicht genug über ihn um den Job übernehmen, aber meiner meinung gehört er dazu.
Er brachte immerhin Byzanz nochmal nach vorne.
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24.06.2013, 12:45
Beitrag: #11
RE: Byzantinische Feldherren
(21.06.2013 17:32)kugelschreiber schrieb:  Müsstest du nicht noch was über Alexios I. erzählen, ich weiß zwar nicht genug über ihn um den Job übernehmen, aber meiner meinung gehört er dazu.
Er brachte immerhin Byzanz nochmal nach vorne.

Zuerst mal ein kurzer Hinweise an meine Mituser: Wenn hier jemand einen Feldherren bringen möchte kann er das ruhig, hatte nie vor das hier zu meiner Serie zu machen. Leider fehlt mir im Moment etwas die Zeit für eine neue Serie (und danach kommen die Wahlen wo ich für mich privat wohl auch noch was schreiben werde), außerdem habe ich etliches alte das ich noch schreiben möchte.
Also: Nur Mut zu schreiben, wie gesagt ist keine wirkliche Serie von mir.

Jetzt zu deiner Frage: Ich halte Alexios I Komnenos für einen der fähigsten Kaiser die Byzanz je gehabt hat, er hat es vor dem Untergang gerettet und die Basis für einen Wiederaufstieg gelegt, aber für einen der größten Feldherren von Byzanz halte ich ihn nicht. Seine Leistungen lagen eher im Bereich Reformen, Staatsführung, Diplomatie usw.

Aber es gäbe noch welche zu schreiben, unter anderem den Sohn und Nachfolger von Alexios I Komnenos, Johannes II Komnenos - der sehr viel Zeit mit Feldzügen verbrachte und dabei erfolgreich war.
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24.06.2013, 18:44
Beitrag: #12
RE: Byzantinische Feldherren
Vielleicht schreibe ich auch noch mal ein paar Biographien zu byzantinischen Feldherren (hatte mir noch irgendwo einen Zettel mit meiner Meinung nach bedeutenden byzantinischen Feldherren hingelegt...)

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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24.06.2013, 21:50
Beitrag: #13
RE: Byzantinische Feldherren
(24.06.2013 18:44)Maxdorfer schrieb:  Vielleicht schreibe ich auch noch mal ein paar Biographien zu byzantinischen Feldherren (hatte mir noch irgendwo einen Zettel mit meiner Meinung nach bedeutenden byzantinischen Feldherren hingelegt...)

Bin schon gespannt darauf. Was ist deine Meinung zu Alexios I Komnenos als Feldherr?
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10.08.2014, 22:47
Beitrag: #14
RE: Kaiser Heraklaios:
(03.05.2013 13:11)WDPG schrieb:  Ein weiterer extrem fähiger Feldherr der byzantinischen Geschichte war Kaiser Herakleios.......


Mit seiner Geschichte habe ich mich neulich wieder mal beschäftigt, irgendwie ist Heraklaios für mich eine sehr interessante Persönlichkeit. Als er den Thron bestieg drohte dem Römischen Reich im Osten, das was es im Westen schon erlebt hatte – das Ende. Ich würde nicht Phokas alleine die Schuld geben, nachdem Justinian I mit seine Politik die Ressourcen des Reichs total überfordert hatte kam es zu einer Abwärtsspirale, die Phokas noch weiter verstärkte. Heraklaios fand ein Reich im Untergang vor und tat sich anfangs nicht gerade leicht es zu halten, er erlitt vor allem Anfangs auch einige Rückschläge.

Doch dann erwies er sich als genialer Feldherr und Politiker. Es gelang ihm nicht nur weit ins Sassanidenreich einzudringen, es gelang ihm auch die Osttürken gegen die Sassaniden aufzubringen. Ob nun die Siege des Heraklaios mehr dazu betrugen das Chosrau II (der Sassanidenkönig) gestürzt wurde und sein Reich im Chaos versank oder doch die innenpolitische Lage und das zusammenwirken mit den Einfüllen der Osttürken ist schwer zu sagen. Ich würde sagen es war alles gemeinsam. Vielleicht war das Fundament der Sassaniden auch schwächer als es auf den ersten Blick aussah.

Aber denke schon das es unter einem weniger fähigen Kaiser als Heraklaios mit Byzanz schon früher zu Ende gehen hätte können. Umso mehr verwundert einen dann die Spätzeit des Heraklaios. Es war keineswegs so das er es sich in Konstantinopel gemütlich machte als die Araber ihm Syrien und Palästina wieder abnahmen. Über lange Zeit war er in Antiochia oder Edessa, mobilisierte Armeen und gab Anweisungen an seine Heerführer.

Dennoch man wirkt mindestens genauso chancenlos wie die Sassaniden zuletzt als Herklaios immer tiefer vorrückte. Obwohl Byzanz sich immer wieder bemühte Heere gegen die Araber zu schicken habe ich nicht den Eindruck als hätten sich diese besonders schwer gehabt das Gebiet von Syrien, immerhin eines der bedeutenderen des Byzantinischen Reichs zu erobern. Was mich etwas wundert: Heraklaios soll (was scheinbar nicht ganz sicher ist) seinen Kampf gegen die Sassaniden zu einer Art Kreuzzug gemacht haben, warum hat er das im Kampf gegen die Araber nicht auch geschafft und auch warum haben er und sein Bruder, beides Geniale Heerführer nicht selbst versucht den Arabern entgegenzutreten. Sein Bruder war ja auch nur noch Oberbefehlshaber der Heere in der Gegend, fand aber keine Schlacht die er als direkter Heerführer gegen die Araber geschlagen hat. Kann es mir nur mit dem Alter erklären.

Einmal wäre Heraklaios fast sogar auf Chalid (einem der bedeutendsten Heerführer der Araber) gestoßen, konnte aber ausweichen. Irgendwie schon erstaunlich das die Kräfte des Kaiserreichs im Osten in der Spätzeit des Heraklaios dermaßen aufgezerrt waren.
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