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Verschiedene Beinamen - zeitgenössisch bedingt oder Notwendigkeit der "Historiker"
06.01.2019, 23:25
Beitrag: #21
RE: Beinamen
(06.01.2019 10:59)Feldwebel57 schrieb:  Zur Ergänzung : August der Starke , dessen Jagd- und Lustschloß Augustusburg fast vor meiner Haustür steht . Er soll angeblich Brechstangen mit bloßen Händen gebogen haben , angeblich .
Verflossen an der Gischt , weil er gebratenes Wild und Rotwein liebte , außer der Cosel , die dann in dem Aushilfsschloß an der Elbe hausen mußte .

Wobei August der Starke seinen Namen wohl weniger der Fähigkeit (vermutlich angesägte) Hufeisen zu zerbrechen verdankt, sondern eher seiner sagenhaften Potenz, die er selbst nach Kräften zur Legende machte. Er fühlte sich als die Reinkarnation von Herkules und war im Wahrheit einfach nur FETT.
Immerhin konnte er die Preußen unter Friedrich Wilhelm I. jederzeit ausstechen, im damals reichen Sachsen. Er verpulverte locker das Äquivalent der gesamten preußischen Jahresausgaben für ein Feuerwerk.
Kein Wunder, dass Friedrich der Große später sich großzügig bediente.
"Sachsen ist wie ein Mehlsack, man kann drauf schlagen und es kommt immer noch was heraus."

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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08.01.2019, 02:27
Beitrag: #22
RE: August der Starke
Es stimmt, August der Starke war zumindest in seinen letzten Jahren fett. Er war 1,76 m groß und wog zuletzt 110 kg, das entspricht ein BMI von etwa 35.

Mit der Potenz ist es auch so eine Sache. Offiziell hat er neben seinen ehelichen Sohn acht uneheliche Kinder anerkannt. Friedrichs des Großen Schwester Wilhelmine von Bayreuth dichtete August 354 Kinder an. Das ist sicher übertrieben, aber es werden wohl mehr als insgesamt 9 sein. Fakt ist aber, dass August zuckerkrank war und ab 1722 keine offizielle Mätresse mehr hatte. In seinen letzten Lebensjahren, er starb Anfang 1733, war wohl für ihn die wichtigste Frau Anna Orczelska, seine Tochter aus der Beziehung mit der Französin Henriette Duval. Die Beziehung zu Anna, die er erst als Erwachsene kennenlernte, war eng, sodass es in dieser Hinsicht auch bösartige Unterstellungen gab. August der Starke war zu seinem Lebensende ein schwerkranker Mann, seine Zuckerkrankheit führte dazu, dass ihm Zehen amputiert werden mussten. August hatte in seinen letzten Jahren andere Sorgen, als noch jeden Rock nachzusteigen. Es gibt jedoch Leute in Sachsen, die ernsthaft behaupten, dass die hohe Häufigkeit der Zuckerkrankheit in Sachsen auf August zurückgeht. Das kommentiere ich aber nicht weiter. Big Grin

Richtig ist auch, dass Friedrich der Große im Siebenjährigen Krieg sogenannte Kontributionen von Sachsen verlangte. Gezahlt wurden sie meistens von den Städten oder von Kaufmannsfamilien.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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08.01.2019, 17:13
Beitrag: #23
Zunamen
Sehr gut geschrieben , Respekt !
Ich wußte nicht , daß es Thesen für die Häufigkeit von Gischt in Sachsen gibt .
Aber es ist hier ein offenes Geheimnis , daß durch die IG Wismut durch Abbau , Halden usw. einige Krankheiten öfter vorkommen sollen als in anderen Landesteilen , dem Uran sei Dank .
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08.01.2019, 19:42
Beitrag: #24
RE: Zunamen
(08.01.2019 17:13)Feldwebel57 schrieb:  Sehr gut geschrieben , Respekt !
Ich wußte nicht , daß es Thesen für die Häufigkeit von Gischt in Sachsen gibt .
Aber es ist hier ein offenes Geheimnis , daß durch die IG Wismut durch Abbau , Halden usw. einige Krankheiten öfter vorkommen sollen als in anderen Landesteilen , dem Uran sei Dank .

Ich nehme mal an, hier ist von Gicht die Rede. Auch bekannt unter "Zipperlein"
Die Krankheit der Könige.
Jedenfalls bis ins 19. Jahrhundert.

Der Normalsterbliche hat sich bis dahin einen Lebensstil mit viel zu essen und zu trinken insbesondere Fleisch und Alkohol, nicht leisten können, und blieb so verschont.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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