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Kurdistan
06.10.2018, 11:14
Beitrag: #1
Kurdistan
Es gibt weltweit etwas über 40 Millionen Kurden. Die Hauptsiedlungsgebiete sind auf 4 Staaten verteilt: Türkei 20 Millionen, Irak 8 Millionen, Iran 8 Millionen, Syrien 4 Millionen. Auch in Deutschland, Armenien/Bergkarabach, Georgien und Russland leben viele Kurden.
Während die Kurden im Irak eine anerkannte Autonomie haben, haben sie in Syrien eine faktische Selbständigkeit errungen. In der Türkei tobt wie im Irak und Afrin ein intensiver Partisanenkrieg gegen türkische Truppen.
Der Irak hat Südkurdistan praktisch in 5 Teile geteilt. Die offizielle Autonomie ist in 2 Teile geteilt, die von 2 großen Parteien dominiert werden. Die umstrittenen Gebiete sind dreigeteilt
Die Region Kirkuk, mit sunnitischen und Al Hag Kurden, die schiitisch kurdischen Gebiete die von schiitischen Milizen kontrolliert werden, Sindschar, welches eigne ezidische Streitkräfte hat. Im Kandilgebirge und in Sindschar hat die PKK größeren Einfüß. In Sindschar gibt es praktisch ein 2. Autonomiegebiet der ezidischen Kurden.
Die Türkei ist völkerrechtswidrig in Afrin und in den Irak einmaschiert. In Afrin verübt sie mit Hilfe islamistischer Milizen einen Völkermord z.B. auch an Eziden und Christen.

Anders als gegen Russland hat Deutschland keine Sanktionen gegen die Türkei verhängt. Geschäfte scheinen wichtiger zu sein, als das Völkerreicht und das Stoppen von Vertreibung und Unterdrückung.

viele Grüße

Paul

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06.10.2018, 11:28
Beitrag: #2
RE: Kurdistan
Ich glaube, hier geht es Deutschland mehr um die Nato-Mitgliedschaft der Türkei als um Geschäfte. Danke für den Beitrag.
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25.10.2018, 03:57
Beitrag: #3
RE: Kurdistan
Ein Teil der religiösen Minderheit der Eziden lebt in Sindschar. 2015 wurde Sindschar vom IS überfallen. Die meisten Peschmerga die Sindschar beschützen sollten flohen. Es kam zum Völkermord. YPG und PKK kamen aber sofort zu Hilfe und verhinderten noch größeres Massenmorden. Sie stellten einen Fluchtkorridor her. 2017 konnten YPG/PKK und Peschmerga Sindschar befreien. Zuletzt griff auch eine arabisch-schiitische Miliz in die Kämpfe ein und besetzten das östliche Sindschar.
Die irakische Armee nahm dann den Kurden die Umstrittenen Gebiete ab und verhinderten mit Gewalt die Unabhängigkeit Südkurdistans. Sie teilten es in 5 Teile. Sindschar wird eine 2. Autinimie im Irak. Die schiitischen Milizen übergaben nun 2 ezidische Gemeinden an den ezidischen Autonomierat. Ihm unterstehen 10000 ezidische Kämpfer.

https://anfdeutsch.com/kurdistan/autonom...xidir-7338

viele Grüße

Paul

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31.12.2018, 13:32
Beitrag: #4
RE: Kurdistan
Die ezidischen Kinder in den südkurdischen Zelt-Flüchtlingslagern erhoffen sich für das Jahr 2019 die Rückkehr in ihre Heimat. Ihre Häuser sollen wieder aufgebaut werden. Sie möchten in Sindschar in die Schule gehen und wieder ein normales Leben führen. Sie hoffen darauf, das noch möglichst viele ihrer vermissten Familienangehörigen überlebt haben und zurückkehren.
Die UN muß umdenken und den Flüchtlingen in ihrer Heimat helfen. Sie in den Flüchtlingslagern festzuhalten ist nicht konstruktiv. Sindschar ist befreit und über 10000 Bewaffnete sind bereit jeden Angriff des IS oder anderer Salafisten zurück zu schlagen.

https://anfdeutsch.com/kurdistan/was-kin...arten-8644

viele Grüße

Paul

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20.10.2019, 00:52
Beitrag: #5
RE: Kurdistan
Die Kurdische Freiheitsbewegung hat schwere Schläge zu verzeichnen. Die Unabhängigkeit Südkurdistans ist gescheitert. Die Autonomie existiert auf einem Teilgebiiet weiter. Sie wird versuchen das Autonomiegebiet auf alle kurdischen Mehrheitsgebiete auszudehnen.

In Nordsyrien scheitert die Unabhängigkeit. Westkurdistan muß sich dem Assadregime unterstellen, um die Vertreibung durch die Türkei zu verhindern und möglichst viele Teile der Autonomie zu erhalten. Mangels Öleinnahmen wird das schwieriger werden. Assad brauch zur Zeit die Kurden weiter als militärischen Bündnispartner gegen die Expansionsansprüche der Türkei. Wahrscheinlich wird die Expansion der Türkei scheitern und sie wird auch Afrin, Jarablus, Al Bab und Idlib verlieren.

Das Scheitern des Angriffskrieges in Syrien, die Wirtschaftskrise, die außenpolitische Isolierung, möglicherweise bald das Ruhen der Natomitgliedschaft, werden wahrscheinlich zu einem Sturz Erdogans führen. Die Politischen Kräfte in der Türkei werden sich neu ordnen, vielleicht auch zu einem Friedensprozeß mit den Kurden und Verzicht auf außenpolitische Expansion.

Der Iran hält seinen eisernen Griff auf Ostkurdistan aufrecht. Erst eine totale "Revolution" im Iran wird dies ändern.

Kurdistan bleibt also noch länger geteilt.

viele Grüße

Paul

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