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Reichsunmittelbar
21.07.2018, 18:10
Beitrag: #7
RE: Reichsunmittelbar
(21.07.2018 14:15)Dietrich schrieb:  
(13.07.2018 18:34)Suebe schrieb:  In Württemberg hat sich der "Austritt" des Adels sehr bemerkbar gemacht.
Die Herzöge mussten mangels Landadel ihre Hofschranzen bis zum beginnenden 19. Jahrhundert aus Mecklenburg anwerben wo der Landadel evangelisch war.

Interessant ist, dass sich nach der Mediatisierung der südwestdeutschen Reichsfürsten niemand freiwillig bereit erklärte, zu den württembergischen Landtagen zu erscheinen.

Das betraf besonders die Fürsten von Fürstenberg, die Fürsten von Hohenzollern, die Grafen von Waldburg, die Fürsten von Hohenlohe. Als Standesherren waren sie zwar den Herzögen von Württemberg ebenbürtig, jedoch wurden sie von diesen in kleinlicher Form geschurigelt und gedemütigt. Schließlich musste der Herzog ihr Erscheinen auf den Landtagen per Erlass erzwingen.


Der Dicke Friedrich war keine einfache MarkeDevil
jene "Standesherren" aber bei Gott auch nicht. Der Hohenlohe-Öhringen hat zu Gunsten seines Sohnes abgedankt, nur weil er nicht "unter" dem württ. König regieren wollte. Der Waldburg-Zeil hat großspurig verkündet, "lieber Hund in Anatolien als Standesherr in Württemberg"....
Wobei, als Anmerkung am Rande, der Metternich war auch württ. Standesherr, das Kloster Ochsenhausen hat ihm der Reichsdeputationshauptschluss verschafft.

Und zwei weitere Anmerkungen, insbesondere das Zweikammer-System mit jenen "Standesherren" hat bei Uhland und Kollegen zur Ablehnung der württ. Verfassung geführt. Ging etliche Jahre und ohne Karlsbader Beschlüsse, die inzwischen drohend aufzogen, wäre es noch viel länger gegangen.
Und, notabene, eben gegen die "Standesherren" richtete sich der erfolgreiche Teil der 1848er Revolution. 30 Jahre lang haben sie die Ablösung der Feudallasten verhindert, mit kleinlichen Tricks, um dann vor ein paar Flinten und Heckerhüten die "weiße Fahne zu hissen" Devil
das gilt aber mW für den ganzen Deutschen Bund.
Der linksrheinische Marx ereifert sich in seiner Rheinischen Post wortreich über die Frühmittelalterlichen Zustände die da im rechtsrheinischen Deutschen Bund in den "Standesherrlichen Gebieten" noch Anno 1848 herrschten. (linksrheinisch hat Code Zivil pp, die Sache 1799-1803 geregelt gehabt, mit jenen Herrschaften "von Schatten am Wald hinab")

Aber: die 1805pp mediatisierten werden heute von den damals souverän gebliebenen beneidet, die Regelungen beim Wiener Kongress waren natürlich wesentlich kommoder wie die im November 1918, so steckt Fürstenberg oder Waldburg oder Thurn und Taxis die Württemberg, Baden oder Bayern heute ökonomisch lässig in den Sack.Lol

Und noch eine Korrektor zu deinem obigen:
Hohenzollern wurde nicht mediatisiert, die blieben selbständig, bis sie aus Angst vor der eigenen Bevölkerung ihre Ländchen dem Preußen verkümmelten, sie hatten selbst für "Deutsche Bund"-Verhältnisse ihre "Untertanen" über Gebühr beschissen.
Und es war natürlich nicht der Herzog, der die Standesfürsten per Order di Mufti nach Stuttgart befahl. Es war der König.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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