Antwort schreiben 
 
Themabewertung:
  • 0 Bewertungen - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Aber Untergang der Staufer - Aber was war mit den Welfen?
13.02.2018, 13:53
Beitrag: #21
RE: Aber Untergang der Staufer - Aber was war mit den Welfen?
(13.02.2018 13:28)Dietrich schrieb:  
(13.02.2018 12:43)Suebe schrieb:  Wenn wir mal den Sonderfall der kath/evang. Wittelsbacher Linien weglässt, hat Hannover dann aber die erste neueingerichtete Kur erhalten.
Zu dem Zeitpunkt durchaus bemerkenswert.

Natürlich gab es auch einen politischen Kuhhandel: Für alle künftigen Königswahlen sagten die hannoverschen Welfen fest die Zustimmung zur Wahl des habsburgischen Erstgeborenen zu.

+ die "Allgemeingültigkeit" der Böhmischen Kur die zuvor für ca. 170 Jahre nur für die Königswahl galt.

In Stuttgrt war man sehr enttäuscht, dass man nicht auch eine Kur bekam.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
13.02.2018, 14:14
Beitrag: #22
RE: Aber Untergang der Staufer - Aber was war mit den Welfen?
(13.02.2018 13:53)Suebe schrieb:  In Stuttgrt war man sehr enttäuscht, dass man nicht auch eine Kur bekam.

Hat sich denn die württembergische Herzogsfamilie überhaupt um eine Kur bemüht? Die hannoverschen Welfen haben dafür kräftig gebuddelt.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
13.02.2018, 15:28
Beitrag: #23
RE: Aber Untergang der Staufer - Aber was war mit den Welfen?
(13.02.2018 14:14)Dietrich schrieb:  
(13.02.2018 13:53)Suebe schrieb:  In Stuttgrt war man sehr enttäuscht, dass man nicht auch eine Kur bekam.

Hat sich denn die württembergische Herzogsfamilie überhaupt um eine Kur bemüht? Die hannoverschen Welfen haben dafür kräftig gebuddelt.

da hat man sich sogar sehr bemüht.
Hier offline, aber vllt. schreibe ich mal was dazu.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
14.02.2018, 16:24
Beitrag: #24
RE: Aber Untergang der Staufer - Aber was war mit den Welfen?
(13.02.2018 12:33)Dietrich schrieb:  
(12.02.2018 01:15)Teresa C. schrieb:  Was die Hohenzollern betrifft, die Aufstieg zu Kurfürsten war sicher entscheidend für die weitere Entwicklung und ihren Aufstieg in die "Fürsten-Elite", aber auch die Burggrafen von Nürnberg dürften trotz ihres scheinbar niedrigen Ranges (war es vielleicht ohnehin ihr damaliger "Familienname") in Wirklichkeit gar nicht so unbedeutend gewesen sein.

Die Markgrafschaft Brandenburg war breits weit vor den Hohenzollern ein Kurfürstentum. Diese Qualität haftete am Territorium, sodass die Hohenzollern bei ihrem Herrschaftsantritt in Brandenburg 1415 automatisch Kurfürsten wurden.

Trotzdem aber spricht viel dafür, dass die Burggrafen von Nürnberg, noch ehe sie Kurfürsten von Brandenburg wurden, keine unbedeutende Familie waren.

(13.02.2018 12:33)Dietrich schrieb:  
(12.02.2018 01:15)Teresa C. schrieb:  Was die Welfen betrifft, um zum ursprünglichen Thema zurückzukehren, stellt sich für mich die Frage, ob hier nicht vielleicht eine schlechte Forschungslage der Grund ist. Gewöhnlich werden bis heute nur die Herrscher im Heiligen Römischen Reich näher betrachtet, die auf der "Reichsbühne" präsent waren.

Dass die Welfen in der neuzeitlichen Reichsgeschichte keine Rolle mehr spielten, dazu bedarf es keiner neuen Forschungen. Tonangebende Familien waren Habsburger und Hohenzollern und dieser Dualismus überlagerte alles andere.

Fakt ist aber, das die Habsburger und Hohenzollern erst im 18. und 19. Jahrhundert die beiden tonangebenden Familien waren, was das "Heilige Römische Reich" beziehungsweise die Nachfolgestaaten betrifft.

Dass die Hohenzollern nicht einfach im 18. Jahrhundert aus dem Ei gekrochen sind, ist auch klar, ebensowenig wie das zu Beginn des 15. Jahhunderts der Fall gewesen sein dürfte. Zuvor aber sind die Hohenzollern keineswegs tonangebend. Abgesehen von einigen einzelnen Herrschern, die es in die historische Wahrnehmung außerhalb der Lokalgeschichte geschafft haben, sind sie selbst seit Beginn des 15. Jahrhunderts eher unauffällig geblieben, zumindest bei der Eingrenzung auf Universalgeschichte.
Im Vergleich dazu hat es den Eindruck, dass die Wettiner nicht nur die ältere Familie waren, sondern etwas präsenter. Allerdings, bis sie ebenfalls Kurfürsten wurden, waren sie auch nicht präsent.

Die Habsburger waren mit Sicherheit seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts eine tonangebende Familie. Bei ihnen ist übrigens interessant, dass es ihnen nach ihrem steilen Aufstieg in die Reichselite in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zumindest gelungen ist, sich trotz mehrerer schwerer Krisen im 14. und auch noch zu Beginn des 15. Jahrhunderts im Umfeld der Macht zu halten (immerhin über 150 Jahre), ehe sie sozusagen endgültig die "Kaiserdynastie" waren. Zum Vergleich: Ein Adolf von Nassau ist samt der Familie nach dessen Niederlage wieder, salopp ausgedrückt, der "Versenkung" verschwunden.

Die Erben der Dynastien, die im Interregnum den König zu stellen versuchten (so zum Beispiel die Grafen von Holland) spielten in der Folge auch nicht in der Elite mit, wenn sie Reichsfürsten und keine Herrscher außerhalb des Reiches gewesen waren. Bei den Grafen von Görz und Tirol, zumindest dem Meinhardinischen Familienzweig (Graf Meinhard, der den Meinhardinischen Familienzweig begründete, stieg immerhin zum Herzog von Kärnten auf), entsteht zwar der Eindruck, dass sie in der Folge eine sehr ambitionierte auf das Reich gerichtete Politik betrieben, letztlich aber nicht gerade mit besonderen Erfolgen.

Da stellt sich schon die Frage, warum die Welfen nach ihrem Wiederaufstieg in den Reichsfürstenstand eigentlich viel weniger präsent waren, als in der Zeit nach dem Sturz des Löwen. Mangelte es ihnen an politisch ambitionierten Persönlichkeiten, erlaubte ihnen die landesfürstliche Politik kein Ausgreifen auf die Reichspolitik mehr oder wurden ihre politische Aktivitäten von einer Universalgeschichtsforschung nicht bemerkt oder bewusst ignoriert?

---------------------------
Nur die Geschichtenschreiber erzählen uns, was die Leute dachten.
Wissenschaftliche Forscher halten sich streng an das, was sie taten.

Josephine Tey, Alibi für einen König
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
14.02.2018, 21:07
Beitrag: #25
RE: Aber Untergang der Staufer - Aber was war mit den Welfen?
Es sind "eigentlich" alle größeren Fürstenhäuser nach den Luxenburgern in ihrer Wirkung begrenzt geblieben.
Bis auf Habsburg, das ab den Luxenburgern in einer eigenen Liga spielte.

Außer vielleicht die Wittelsbacher, die katholisch geblieben, ihre Wirkung durch die geistlichen Kurfürstenämter vervielfachen konnten.
Was den Wettinern, Welfen pp verwehrt blieb.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
14.02.2018, 21:49
Beitrag: #26
RE: Aber Untergang der Staufer - Aber was war mit den Welfen?
(14.02.2018 16:24)Teresa C. schrieb:  Da stellt sich schon die Frage, warum die Welfen nach ihrem Wiederaufstieg in den Reichsfürstenstand eigentlich viel weniger präsent waren, als in der Zeit nach dem Sturz des Löwen. Mangelte es ihnen an politisch ambitionierten Persönlichkeiten, erlaubte ihnen die landesfürstliche Politik kein Ausgreifen auf die Reichspolitik mehr oder wurden ihre politische Aktivitäten von einer Universalgeschichtsforschung nicht bemerkt oder bewusst ignoriert?

Ich denke, dass die Aktivitäten der in Norddeutschland wirkenden Dynastien wie Welfen, Askanier, Obotriden, Oldenburger oder die Herzöge von Pommern weniger erforscht sind bzw. über sie weniger publiziert wurde, als über die in Süddeutschland, in Österreich oder in Böhmen aktiven Familien. Literatur über die Habsburger, Luxemburger, Wittelsbacher kann man sicher im ganzen deutschsprachigen Raum kaufen, deswegen sind deren Geschichte präsenter im Bewusstsein historisch Interessierter.

Die Hohenzollern sind da eine Ausnahme. Sie waren bereits als Burggrafen von Nürnberg bedeutend. Friedrich von Nürnberg war einer der wichtigsten Mitstreiter und Berater des Luxemburgers Sigismund. Er wurde 1415 zum Kurfürsten von Brandenburg befördert, weil Sigismund keine Luxemburger zur Verfügung standen. Es gab zwar noch einen männlichen Luxemburger, seinen Bruder Wenzel, der ehemalige deutsche König, der noch als König von Böhmen herrschte. Ansonsten gab es nur noch Sigismunds minderjährige Tochter und Erbin Elisabeth und seine mit ihm zerstrittene Nichte Elisabeth von Görlitz. Dieser Personalmangel der Luxemburger begünstigte den Aufstieg der Hohenzollern und dann 1423 den Aufstieg der Wettiner zu Kurfürsten von Sachsen.

Für die Bedeutung der Hohenzollern war aber mindestens genauso bedeutend die "Umwandlung" des Ordenstaates in das weltliche Herzogtum Preußen unter dem letzten Hochmeister Albrecht von Hohenzollern, der sich dann Albrecht I., Herzog von Preußen nannte. Da sein Sohn und Erbe Albrecht II. 1618 kinderlos starb, wurde das Herzogtum Preußen mit dem Kurfürstentum Brandenburg unter einem Herrscher vereinigt. Die Eroberung von Schlesien 1740/41 und die Übertragung des Rheinlands 1815 sind wichtige Meilensteine für die gesamtdeutsche Entwicklung der Hohenzollern. Interessant ist, dass die relativ bedeutungslose schwäbische Linie von 1866 bis 1944/47 die rumänischen Könige stellte.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
15.02.2018, 11:25
Beitrag: #27
RE: Aber Untergang der Staufer - Aber was war mit den Welfen?
(14.02.2018 21:49)Sansavoir schrieb:  Die Eroberung von Schlesien 1740/41 und die Übertragung des Rheinlands 1815 sind wichtige Meilensteine für die gesamtdeutsche Entwicklung der Hohenzollern. Interessant ist, dass die relativ bedeutungslose schwäbische Linie von 1866 bis 1944/47 die rumänischen Könige stellte.

Hier wäre einzufügen, dass die preußische Politik ab FdG für das Reich überaus schädlich war.
Mit dem Knalleffekt, als man sich aus dem selbstbegonnenen! Koalitionskrieg zurückzog, um bei der 2. polnischen Teilung richtig Beute zu machen.
Die Zeche hat das Reich bezahlt, indem alles linksrheinische futsch war.
Borussia sei Dank. Innocent

Es ist überhaupt festzustellen, dass das Engagement der jeweiligen Großen außerhalb des Reiches, für das Reich selbst überaus schädlich war. Lightbulb

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
15.02.2018, 18:58
Beitrag: #28
RE: Aber Untergang der Staufer - Aber was war mit den Welfen?
(14.02.2018 16:24)Teresa C. schrieb:  Da stellt sich schon die Frage, warum die Welfen nach ihrem Wiederaufstieg in den Reichsfürstenstand eigentlich viel weniger präsent waren, als in der Zeit nach dem Sturz des Löwen. Mangelte es ihnen an politisch ambitionierten Persönlichkeiten, erlaubte ihnen die landesfürstliche Politik kein Ausgreifen auf die Reichspolitik mehr oder wurden ihre politische Aktivitäten von einer Universalgeschichtsforschung nicht bemerkt oder bewusst ignoriert?

Dazu habe ich oben schon geschrieben, dass die Dynastie der Welfen keine politischen Talente mit Visionen hervorbachte, die über die Landesgrenzen hinausreichten. Wirklich reichspolitische Bedeutung erlangten auch die Hohenzollern erst im Kampf mit Habsburg, wo Preußen in der Pentarchie zur europäischen Großmacht aufstieg. Das war das Ergebnis der brutalen militärischen Expansion Friedrichs II. - ein Vabanquespiel, das auch die völlige Vernichtung Preußens und seine Rückstufung zum Kleinstaat hätte bedeuten können.

Unter den gemütlichen welfischen Herzögen gab's keine solchen Feuerköpfe. Wie auch keine bei den hessischen, mecklenburgischen oder pommerschen Fürsten. Das Streben der sächsischen Wettiner zur Goßmacht endete mit einer blutigen Bauchlandung, die das Land in den finanziellen Ruin trieb.

Ähnliche Expansionsmöglichkeiten boten sich den Welfen nicht, es sei denn, sie hätten Krieg gegen Dänemark, Hessen oder die benachbarten Fürstbistümer führen wollen. Eine unrealistische Vorstellung.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
16.02.2018, 13:21
Beitrag: #29
RE: Aber Untergang der Staufer - Aber was war mit den Welfen?
(15.02.2018 11:25)Suebe schrieb:  
(14.02.2018 21:49)Sansavoir schrieb:  Die Eroberung von Schlesien 1740/41 und die Übertragung des Rheinlands 1815 sind wichtige Meilensteine für die gesamtdeutsche Entwicklung der Hohenzollern. Interessant ist, dass die relativ bedeutungslose schwäbische Linie von 1866 bis 1944/47 die rumänischen Könige stellte.

Hier wäre einzufügen, dass die preußische Politik ab FdG für das Reich überaus schädlich war.
Mit dem Knalleffekt, als man sich aus dem selbstbegonnenen! Koalitionskrieg zurückzog, um bei der 2. polnischen Teilung richtig Beute zu machen.
Die Zeche hat das Reich bezahlt, indem alles linksrheinische futsch war.
Borussia sei Dank. Innocent

Es ist überhaupt festzustellen, dass das Engagement der jeweiligen Großen außerhalb des Reiches, für das Reich selbst überaus schädlich war. Lightbulb


Hatte ich oben vergessen. Sorry
"Relativ bedeutungslos" ist eine gute Bezeichnung.
Die haben sich 1848/49 unter den "Berliner Schirm" gerettet, da ihnen die eigenen Untertanen, mit gutem Recht! den Prozess gemacht hätten. In Sigmaringen oder eher noch in Frankfurt.
Man hat in bester Duodez-Manier die Untertanen bechissen und betrogen, in dem man, unter Bruch des Bundesrechts! die Einnahmen der fürstlichen Domänen, die überwiegend durch Napoleon an Hzl kamen, aus dem Landeshaushalt herausgehalten hat, für eigene private Zwecke benutzt.
Preußen-Berlin hat diese Handhabung bei der Übernahme so akzeptiert, was vermutlich der Hauptgrund war, dass es überhaupt zur Übernahme kam.
Noch bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts war dies in HzL ein Innenpolitischer Streitpunkt.
Bei der Übernahme 1849/50 haben zuerst preußische Truppen, die unmittelbar zuvor die badische Revolution niedergeschlagen haben, die Hohenzollerischen Lande besetzt, Einquartierungen als "Straf-Preuße" bei allen die etwas laut ihre Meinung geäußert hatten.

Eine preußische Fussnote die heute auch fast vergessen ist.
Aber mMn tief, sehr tief blicken lässt.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
18.02.2018, 22:46
Beitrag: #30
RE: Aber Untergang der Staufer - Aber was war mit den Welfen?
Zurück zu den Welfen.
Braunschweig-Wolfenbüttel blieb bei der Reformation katholisch.
Da der Herzog diverse Drohungen gegen nahegelegene protestantische Gebiete ausgesprochen hatte, führte der Landgraf von Hessen und der Kurfürst von Sachsen einen Präventivschlag, eroberten das Herzogtum und verjagten den kath. Herzog.
Was Kaiser Karl V. den Anlass für den Schmalkaldischen Krieg lieferte.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
19.02.2018, 17:46
Beitrag: #31
RE: Aber Untergang der Staufer - Aber was war mit den Welfen?
Einen richtigen Volkshelden und Freiheitskämpfer haben die Welfen auch hervorgebracht.
Der "Schwarze Herzog" dessen Kampf auf Seiten Österreichs 1809 und der anschließende Marsch durch Norddeutschland bis er mit seiner Truppe von britischen Schiffen aufgenommen wurde, hat ein Echo fast wie Andreas Hofer oder Schill ausgelöst.
Dass er heute unbekannter als diese beiden ist, wird nur am glücklichen Ausgang seiner Aktion liegen.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
19.02.2018, 18:44
Beitrag: #32
RE: Aber Untergang der Staufer - Aber was war mit den Welfen?
Ein bekannter Welfe war auch Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel (1599–1626), protestantischer Administrator des Bistums Halberstadt und Feldherr im Dreißigjährigen Krieg. Oft wird er als Bischof bezeichnet, aber die katholische Kirche hat ihn nicht anerkannt. Interessant ist, dass Christian in seinen Amt seinen zwei jüngeren Brüder folgte, der eine starb im Alter von 5 Jahren, der andere als Vierzehnjähriger. Die Welfen konnten sich auf Dauer nicht in Halberstadt halten, mit dem Tod des "tollen Christian" endete die Administration der Welfen (1566–1623/26). Die Administration des Bistums ging wieder an die Hohenzollern, von 1628 bis 1648 amtierte der Habsburger Leopold Wilhelm (Bruder von Kaiser Ferdinand III.) als letzter katholischer Administrator des Bistums, ehe es 1648 Bestandteil von Kurbrandenburg wurde.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
27.02.2018, 10:18
Beitrag: #33
RE: Aber Untergang der Staufer - Aber was war mit den Welfen?
Und grade Braunschweig-Wolfenbüttel war gar nicht mal so unwichtig. Einerseits war es für die Habsburger die Gelegenheit, im Norden des Reichs einen Fuß in der Tür zu halten (zumindest bis zur Hochzeit des damals noch nicht "alten" Fritz = Friedrich der später Große mit einer Prinzessin von Braunschweif-Wolfenbüttel-Bevern), andererseits betrieben die Woflenbüttler eine schwunghafte Heiratspolitik, aufgrund derer im 18.Jh. halb Europa miteinander (und mit den Braunschweiger Welfen) verwandt war...
Ein paar Namen?
Bitte:
der Vater von Zar Iwan VI. war Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel
die Frau von König Friedrich V. von Dänemark-Norwegen war Juliane von Braunschweig-Wolfenbüttel
die Frau von König Georg IV. von Großbritannien war Caroline von Braunschweig-Wolfenbüttel
die diversen Verschwägerungen mit deutschen Fürstenhäusern entnehmt ihr bitte der Stammliste der Welfen (https://de.wikipedia.org/wiki/Stammliste...l-Bevern), das wird hier sonst zu viel... Wink
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
27.02.2018, 22:39
Beitrag: #34
RE: Aber Untergang der Staufer - Aber was war mit den Welfen?
Hierzu möchte ich noch ergänzen:

Friedrich II. war mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern (1715–1797) verheiratet.

Sein Bruder August Wilhelm (1722–1758) war mit Luise Amalie von Braunschweig-Wolfenbüttel (1722–1780) verheiratet. Ihr Sohn Friedrich Wilhelm II. war in erster Ehe als Kronprinz mit Elisabeth Christine Ulrike von Braunschweig-Wolfenbüttel verheiratet. Die Ehe wurde aber geschieden. Die späteren preußischen Herrscher sind aber Nachkommen aus Friedrichs Wilhelms 2. Ehe.

Friedrichs II. Mutter war Sophie Dorothea von Braunschweig-Lüneburg (1687–1757), die wiederum aus der Ehe des späteren König von Großbritannien und Irland, Georg I., mit Sophie Dorothea von Braunschweig (1666–1726) entstammte. Sophie Dorothea wurde als so genannte Prinzessin von Ahlden bekannt, da sie nach dem Bekanntwerden ihrer Affäre mit Philipp von Königsmarck als faktische Gefangene auf Schloss Ahlden leben musste. Philipps Schwester war Aurora von Königsmarck, die August den Starken bat, das Schicksal ihres Bruders aufzuklären. Das tat dieser aber nicht, eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Friedrichs II. Vater Friedrich Wilhelm I. war wiederum der Sohn von Sophie Charlotte von Hannover (1668–1705), der Schwester Georgs I., und Friedrich I. , Sophie Charlotte wurde 1701 die erste Königin von Preußen.

Friedrichs II. Schwester Philippine Charlotte von Preußen war mit Herzog Karl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel verheiratet. Beide sind u.a. die Eltern von Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel (1735–1806), der als preußischer Feldherr gegen die französischen Revolutionäre bei Valmy eine Niederlage einsteckte und an den Folgen seiner in der Schlacht bei Jena und Auerstedt erlittenen Verletzungen verstarb.

Karl Wilhelm Ferdinands Schwester war Anna Amalia von Braunschweig-Wolfenbüttel. Sie ist vor allem bekannt als Herzogin von Sachsen-Weimar, als Gründerin und Namensgeberin der Anna-Amalia-Bibliothek und Förderin von Goethe. Ihre Söhne waren Karl August, Dienstherr, Förderer und Freund von Goethe, und der in Frankreich gefallene Konstantin, dem wohl der "Verdienst" zusteht, eine brave Bäckerstochter (die spätere Mutter von Richard Wagner) aus Weißenfels nach Leipzig gelockt zu haben.

Der Feldherr Karl Wilhelm Ferdinand war mit Amalia von Hannover, Schwester des englischen Königs Georg III. verheiratet. Beide sind die Eltern von Friedrich Wilhelm, der "Schwarze Herzog" und Caroline Amalie, Ehefrau des Regenten und späteren Königs Georg IV. Mit dem schwarzen Herzogs Söhnen erlosch das Haus Braunschweig-Wolfenbüttel im Jahr 1884. Es stand bis 1913 unter Verwaltung verschiedener Statthalter.

Ernst August von Hannover, der Großvater des Prinzen mit den schlechten Manieren, heiratete 1913 Viktoria von Preußen, einzige Tochter Wilhelm II. Diese Eheschließung diente der Versöhnung zwischen Welfen und Hohenzollern. Ernst August von Hannover wurde letzter Herzog von Braunschweig, das Königreich Hannover blieb jedoch unter preußischer Verwaltung (seit 1866).

Und vor einigen Tagen wurden Ernst August jr. und seine Ehefrau Ekaterina Eltern eines kleinen Mädchens. Mal sehen, ob wir im Forum noch über das Leben dieser Welfin schreiben ...

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Antwort schreiben 


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Kontakt    |     Startseite    |     Nach oben    |     Zum Inhalt    |     SiteMap    |     RSS-Feeds