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Untergang Roms - Untergang der BRD
27.10.2017, 13:01
Beitrag: #61
RE: Untergang Roms - Untergang der BRD
Die Deutsche Kultur.

Bleiben wir mal bei Schiller.
Zu Dionys dem Tyrannen schlich,
Damon den Dolch im Gewande,
Ihn schlugen die Häscher in Bande
Was wolltest du mit dem Dolche sprich,
entgegnet ihm finster der Wüterich
die Stadt vom Tyrannen befreien
das sollst du am Kreuze bereuen
usw.

Natürlich beste deutsche Tradition, kein Tod im Moor oder durch Genickschuss, sondern am Kreuz
nach bester ´n Deutscher Tradition.
auch die Namen, Damon, Dionys halt richtig altdeutsch.
und natürlich deutsch Tyrann, doch nicht welsch Gewaltherrscher....

Das Lied an die Freude, dito, oder "die Kraniche des Ibicus" der Wotanvogel Kranich bringt es an den Tag....


Leute Leute, die Kultur geht doch nicht nur "soweit die n´deutsche Zunge schallt"
die geht doch ein ganz gehöriges Muckenseggele weiter.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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27.10.2017, 14:03
Beitrag: #62
RE: Untergang Roms - Untergang der BRD
(27.10.2017 03:37)Titus Feuerfuchs schrieb:  Sie sind mehr Ausdruck einer inneren und äußeren Aggression germanischer Völker.
Die innere Desintegration ist nicht für den Immigrationsdruck von außen ursächlich.

Die Desintegration des Römischen Reiches setzte nach Theodosius (379–95) ein. Er war der letzte Kaiser, der die Zügel des gesamten Reichs in seiner Hand hielt, obgleich seine Alleinherrschaft kaum ein Jahr gedauert hatte. Auf seinen Tod fogte der Prozess des Niedergangs, der nie wieder rückgängig gemacht werden konnte. Insofern steht Theodosius "der Große" an einer ganz anderen Stelle der Entwicklung als Diokletian und Konstantin.

Die von Theodosius hinterlassene Dynastie regierte im Westen bis 455, im Osten bis 450. Die Herrscher dieser Zeit erwiesen sich als politisch unfähig: Honorius (395–423) und Valentinian III. (423–455) im Westen sowie Arcadius (395–408) und Theodosius II. (408–450) im Osten zählten als politische Potenzen überhaupt nicht, sondern waren Nullen. Zudem gelangten sie alle als Kinder und Jugendliche zur Regierung. Zeitlebens kamen sie kaum über die Gemächer ihres Palastes, geschweige denn über ihre Resiedenzstadt hinaus, also über Ravenna im Westen und Konstantinopel im Osten.

Ganz fern lag ihnen der Gedanke, an die Spitze eines Heeres zu treten, und das zu einer Zeit, als der Feind nicht mehr an der Grenze stand, sondern sein Lager mitten auf dem Reichsboden aufgeschlagen hatte.– Dieser unfähigen Familie war das Geschick des Römischen Reichs in der kritischsten Phase anvertraut, die es jemals erlebt hatte.

Zu dieser politischen Unfähigkeit – ja Lähmung – an der Staatsspitze kamen die verheerenden ökonischen Daten hinzu. Die Reichsbewohner sahen sich einer unerträglichen Steuerlast gegenüber, was besonders die Landpächter, die Kolonen, traf. Zwar hatte sie der Staat durch Gesetze an die Scholle gefesselt, doch flüchteten immer mehr Menschen, sodass um 400 weite Landstriche verödet waren.

Nimmt man das alles zusammen, so standen Wirtschaft und Gesellschaft am Rande Zusammenbruchs, oder befanden sich bereits mitten darin. Die finanzielle Situation des Reichs wurde immer hoffnungsloser und die Staatsflucht äußerte sich in einer völligen politischen Apathie der Bevölkerung.

Es ist daher kaum verwunderlich, dass die Germanenreiche auf römischem Boden – Burgunder, Ostgoten, Westgoten, Wandalen usw. – den Sturz beschleunigten, da Widerstandskräfte kaum noch vorhanden waren. Die Absetzung des letzten (west)römischen Kaisers durch Odoaker im Jahr 476 markiert eigentlich nur noch das unspektakuläre Ende eines langjährigen Prozesses.

(27.10.2017 03:37)Titus Feuerfuchs schrieb:  Ich bezweifle, dass für alle Juden der Glaube das wichtigste identitätsstiftende Merkmal ist. Es gibt genug Juden, die nicht oder kaum gläubig sind. Für diese ist ihre nationale Identität wichtiger.

Wer die bis heute stabile Identität der Juden erklären will, muss bis in die Antike zurückgehen. Dort liegt der Ursprung dafür, dass sie über 2500 Jahre ihre ethnische und religiöse Identität bewahren konnten.

Das Judentum lehnte den Polytheismus, Synkretismus und die orientalischen Gottkönigskulte aufgrund seines Glaubens an den einzigen Schöpfergott ab. Es verstand sich als von diesem Gott erwähltes Volk mit einem Auftrag für alle übrigen Völker. Dies machte gläubigen Juden die Teilnahme an den Kulten der umgebenden Völker unmöglich. Juden konnten ihre Identität nur in Abgrenzung von den ihnen übermächtig erscheinenden Fremdkulten ihrer Umgebung bewahren.
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30.10.2017, 05:29
Beitrag: #63
RE: Untergang Roms - Untergang der BRD
(27.10.2017 14:03)Dietrich schrieb:  [...]
Zu dieser politischen Unfähigkeit – ja Lähmung – an der Staatsspitze kamen die verheerenden ökonischen Daten hinzu. Die Reichsbewohner sahen sich einer unerträglichen Steuerlast gegenüber, was besonders die Landpächter, die Kolonen, traf. Zwar hatte sie der Staat durch Gesetze an die Scholle gefesselt, doch flüchteten immer mehr Menschen, sodass um 400 weite Landstriche verödet waren.

Nimmt man das alles zusammen, so standen Wirtschaft und Gesellschaft am Rande Zusammenbruchs, oder befanden sich bereits mitten darin. Die finanzielle Situation des Reichs wurde immer hoffnungsloser und die Staatsflucht äußerte sich in einer völligen politischen Apathie der Bevölkerung.

Es ist daher kaum verwunderlich, dass die Germanenreiche auf römischem Boden – Burgunder, Ostgoten, Westgoten, Wandalen usw. – den Sturz beschleunigten, da Widerstandskräfte kaum noch vorhanden waren. Die Absetzung des letzten (west)römischen Kaisers durch Odoaker im Jahr 476 markiert eigentlich nur noch das unspektakuläre Ende eines langjährigen Prozesses.

Wären diese inneren Auflösungserscheinungen ohne zersetzenden Einfluss von innen und außen durch die Germanen auch gegeben gewesen? War die hohe Steuerlast nicht auch ein Resultat teurer Kriege zur Verteidigung, die finanziert werden wollten?

Hätte sich das innerlich zerüttete Reich ohne Ansturm von außen konsolidieren können?

Hohe Steuern verbunden mit schwacher Wirtschaft sind Probleme, die wir auch aus dem heutigen Europa kennen.
Und ich glaub nicht, dass man diesem Problemen ausschließlich mit dem Drucken bunter Zettel Herr werden kann, aber das ist ein anderes Thema.





(27.10.2017 14:03)Dietrich schrieb:  
(27.10.2017 03:37)Titus Feuerfuchs schrieb:  Ich bezweifle, dass für alle Juden der Glaube das wichtigste identitätsstiftende Merkmal ist. Es gibt genug Juden, die nicht oder kaum gläubig sind. Für diese ist ihre nationale Identität wichtiger.

Wer die bis heute stabile Identität der Juden erklären will, muss bis in die Antike zurückgehen. Dort liegt der Ursprung dafür, dass sie über 2500 Jahre ihre ethnische und religiöse Identität bewahren konnten.

Das Judentum lehnte den Polytheismus, Synkretismus und die orientalischen Gottkönigskulte aufgrund seines Glaubens an den einzigen Schöpfergott ab. Es verstand sich als von diesem Gott erwähltes Volk mit einem Auftrag für alle übrigen Völker. Dies machte gläubigen Juden die Teilnahme an den Kulten der umgebenden Völker unmöglich. Juden konnten ihre Identität nur in Abgrenzung von den ihnen übermächtig erscheinenden Fremdkulten ihrer Umgebung bewahren.

Die jüdische Diaspora ist keineswegs so homogen, wie du sie hier darstellst.
Der Holocaust ist zweifellos ein identitätsstiftendes Merkmal, so wie Antisemitismus ganz allgemein.
Es gibt jedoch genug Juden, die weder hebräisch sprechen, noch ihren Glauben aktiv praktizieren.
Deshalb halte ich es für problematisch, das Judentum bzw die jüdische Diaspora mit einer typischen Kulturnation zu vergleichen.

MfG, Titus Feuerfuchs
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30.10.2017, 15:21
Beitrag: #64
RE: Untergang Roms - Untergang der BRD
(30.10.2017 05:29)Titus Feuerfuchs schrieb:  Wären diese inneren Auflösungserscheinungen ohne zersetzenden Einfluss von innen und außen durch die Germanen auch gegeben gewesen? War die hohe Steuerlast nicht auch ein Resultat teurer Kriege zur Verteidigung, die finanziert werden wollten?

Das sind kontrafaktische und spekulative Überlegungen, die keiner serilös beantworten kann. Es ist gut möglich, dass sich Westrom in seine Bestandteile aufgelöst hätte, auch ohne die germanischen Eindringlinge. Auf jeden Fall gaben die Germanen dem innerlich morschen Reich den letzten Todesstoß, was angeschis seiner Schwäche wenig ruhmreich war.

(30.10.2017 05:29)Titus Feuerfuchs schrieb:  Die jüdische Diaspora ist keineswegs so homogen, ...

Es geht hier nicht um "Homogenität", sondern um die Tatsache, dass es bis heute eine jüdische Identität gibt. Und das über einen Zeitraum von über 2000 Jahren.

Allein in den USA gibt es über 6 Millionen Juden. Obwohl die ersten jüdischen Einwanderer des Kontinents sephardischen Ursprungs waren, rechnet sich heute 90 % der jüdisch-amerikanischen Gesamtbevölkerung den Aschkenasen zu. Vertreten sind in den Vereinigten Staaten alle großen Richtungen des Judentums, von den ultraorthodoxen Haredim über das konservative und liberale bis hin zu einem rein weltlichen Judentum, wobei aber vor allem das liberale Judentum traditionell die stärkste Strömung darstellt
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08.03.2018, 05:16
Beitrag: #65
RE: Untergang Roms - Untergang der BRD
Ich möchte der Forengemeinde einen Vortrag von Prof. Patzelt ans Herz legen.
Er passt genau zu dem Thread.
Zumindest die ersten zehn Minuten sollte man gesehen haben:

https://www.youtube.com/watch?v=t2YOyDPN4RQ

MfG, Titus Feuerfuchs
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08.03.2018, 14:01
Beitrag: #66
RE: Untergang Roms - Untergang der BRD
(27.10.2017 03:37)Titus Feuerfuchs schrieb:  Sie sind mehr Ausdruck einer inneren und äußeren Aggression germanischer Völker.
Die innere Desintegration ist nicht für den Immigrationsdruck von außen ursächlich.

Die Forschung ist allgemein der Ansicht, dass der Untergang Roms nicht nur militärische Ursachen hatte. Eine solche Meinung greift viel zu kurz. Zur militärischen kamen die ökonomische, innenpolitische und finanzielle Schwäche Westroms. Einige Jahrhunderte zuvor wäre es den Germanen nicht gelungen, Rom dermaßen zu Fall zu bringen. Der Untergang ist also ein komplexer Prozess, bei dem mehrere Ursachen ineinandergreifen.

(27.10.2017 03:37)Titus Feuerfuchs schrieb:  Ich bezweifle, dass für alle Juden der Glaube das wichtigste identitätsstiftende Merkmal ist. Es gibt genug Juden, die nicht oder kaum gläubig sind. Für diese ist ihre nationale Identität wichtiger.

Entscheidend ist, dass die Juden in ihrer großen Mehrheit über die Jahrhunderte hinweg eine jüdische Identität bewahrt haben. Das ist doch unzweifelhaft.

(27.10.2017 03:37)Titus Feuerfuchs schrieb:  Da man auch heute noch Schriften von Sokrates, Ovid, Cäsar oder Aristoteles liest, ist es mehr als wahrscheinlich, dass man auch in 2000 Jahren noch Goethe oder Schiller kennt.

Bewahre dir deinen unerschütterlichen Optimismus.
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09.03.2018, 00:53
Beitrag: #67
RE: Untergang Roms - Untergang der BRD
(08.03.2018 14:01)Dietrich schrieb:  
(27.10.2017 03:37)Titus Feuerfuchs schrieb:  Sie sind mehr Ausdruck einer inneren und äußeren Aggression germanischer Völker.
Die innere Desintegration ist nicht für den Immigrationsdruck von außen ursächlich.

Die Forschung ist allgemein der Ansicht, dass der Untergang Roms nicht nur militärische Ursachen hatte. Eine solche Meinung greift viel zu kurz. Zur militärischen kamen die ökonomische, innenpolitische und finanzielle Schwäche Westroms. Einige Jahrhunderte zuvor wäre es den Germanen nicht gelungen, Rom dermaßen zu Fall zu bringen. Der Untergang ist also ein komplexer Prozess, bei dem mehrere Ursachen ineinandergreifen.



Ich denke, wir haben unsere Argumente zum Thema ausgetauscht.
Hast du in Prof Patzels Vortrag reingehört?



(08.03.2018 14:01)Dietrich schrieb:  Entscheidend ist, dass die Juden in ihrer großen Mehrheit über die Jahrhunderte hinweg eine jüdische Identität bewahrt haben. Das ist doch unzweifelhaft.

Wobei man da schon die Frage stellen muss, inwieweit diese Tatsache auf die Shoa zurückgeht. Diese hat das jüdische Bewusstsein mit Sicherheit entscheidend gefestigt. Besonders bei denen, für die das Thema Judentum davor keine große Rolle gespielt hatte.



(08.03.2018 14:01)Dietrich schrieb:  
(27.10.2017 03:37)Titus Feuerfuchs schrieb:  Da man auch heute noch Schriften von Sokrates, Ovid, Cäsar oder Aristoteles liest, ist es mehr als wahrscheinlich, dass man auch in 2000 Jahren noch Goethe oder Schiller kennt.

Bewahre dir deinen unerschütterlichen Optimismus.

Naja, übertreib mal nicht.Innocent Ich bin Realist, was alle Pessimisten, die ich kenne, von sich sagen. Und nicht wenige (hier) sehen mich als notorischen Schwarzmaler.

MfG, Titus Feuerfuchs
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