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Vernetzung von Völkern und Kulturen durch die Seidenstraße
10.12.2016, 23:51
Beitrag: #1
Vernetzung von Völkern und Kulturen durch die Seidenstraße
Guten Tag!

Ich muss nächstes Jahr im Zuge der Zentralmatura eine VWA, also vorwissenschaftliche Arbeit, schreiben. Im Moment befinde ich mich im Themenfindungsprozess. Ich würde gerne über die Seidenstraße schreiben und habe mir gedacht, dass es eine gute Idee wäre über die Vernetzung der verschiedenen Kulturen sowie deren Veränderungen durch den Handel zu schreiben.
Allerdings weiß ich nicht wirklich welche verschiedenen Völker es gab und inwiefern sie sich durch die Seidenstraße verändert haben. Die Professorin, die mich betreut, meinte, es klingt schon mal nach einer Idee, aber ich muss ihr natürlich präsentieren über welche Völker ich schreiben möchte und in welchem Zeitraum, da es die Seidenstraße ja sehr lange gab.
Ich bin noch nicht sehr gut informiert, da mir im Moment nur das Internet zur Verfügung steht und ich noch keinen Zugang zu Literaturquellen habe. Im Internet steht großteils das Gleiche und Wikipedia traue ich nicht wirklich über den Weg... jetzt hatte ich gehofft, dass mir in diesem Forum jemand helfen könnte.

Mit freundlichen Grüßen
FireFly
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11.12.2016, 12:34
Beitrag: #2
RE: Vernetzung von Völkern und Kulturen durch die Seidenstraße
nun ja,das Problem ist, dass das Handelsnetz der Seidenstrasse über einen langen Zeitraum existierte und weit verzweigt war.
Die ältesten Funde chinesischer Seide in Europa stammen m-W- aus einem keltischen Fürstengrab auf der Heuneburg aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. -
und bis zur Errichtung der europäischen Handelsimperien im 16.Jahrhundert war das System intakt-
Und die Handelswege an Land und zur See umfassten den gesamten Raum zwischen dem Mittelmeer und China inclusive des indischen Subkontinents und des Indischen Ozeans

Es wäre also vernünftig,das Ganze auf bestimmte Epochen und Räume einzugrenzen,sonst wird das ein mehrbändiges Werk
Die gegenseitige Beeinflussung zeigt sich meist in Technik,religiösen Vorstellungen, Herrschaftsformen,Kunst und möglicherweise auch Literatur-vielleicht solltest Du erst n mal ein Gliederungsschema entwickeln, anhand dessen Du dann das ganze bei einzelnen Völkern oder einzelnen Epochen untersuchen kannst,
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18.12.2016, 18:15
Beitrag: #3
RE: Vernetzung von Völkern und Kulturen durch die Seidenstraße
Vielleicht hilft dir das Buch hier bissel weiter? Die Becksche-Reihe ist m.E. empfehlenswert und mit Links weiterführend.
Habe auch so einige in meiner kleinen Bibliothek.
https://www.amazon.de/Die-Seidenstra%C3%...denstrasse

Einem Haus eine Bibliothek hinzuzufügen heißt, dem Haus eine Seele zu geben.

Marcus Tullius Cicero
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20.12.2016, 15:52
Beitrag: #4
Vorschlag für eine mögliche Herangehensweise:
Das Thema, dass du dir ausgesucht hast, ist ein sehr interessantes, aber auch sehr komplexes.

Wie andere auch finde ich das du ein konkretes Thema, besten falls sogar mit konkretem Fallbeispiel brauchst, dass du in den Mittelpunkt stellen kannst, denn die Seidenstraße existierte ja ziemlich lange.

Schon früh war der Handelsweg von großer Bedeutung und sorgte für großen Reichtum. Es könnte sogar sein das, dass hellenistische Reich von Pontos einen Teil seines Reichtums aus dem Handelsweg bezog.

3 mögliche Fallbeispiele und Epochen, die man in den Vordergrund stellen könnte sind:

-Rom: Besonders hohe Bedeutung scheint die Seidenstraße zur Zeit der Römer gehabt haben, der Handel zwischen dem Römischen Reich und dem hochentwickelten Han-China wurde meines Wissens großteils über Mittelsmänner abgehandelt. Stelle mir ein Beleuchtung dieser Epoche gar nicht so einfach, aber durchaus nicht uninteressant vor.

-Chasaren: Eine Zeit lang war das Volk der Chasaren ein bedeutender Faktor an der Seidenstraße, denke der Handel über diese hat das Volk sicherlich auch kulturell beeinflusst. Wäre wohl ein interessanter Faktor den man beleuchten und in den Vordergrund stellen könnte.

-Mongolen: Die Zeit der Mongolen war auch eine Blütezeit für den Handel zwischen Asien und Europa und damit wohl auch eine Blütezeit der Seidenstraße. Davon profitierten nicht nur die Mongolen und ihre Reiche, sondern auch andere Reiche und Gebiete, etwa das kleine Kaiserreich von Trapezunt im norden Anatoliens oder auch die Seemacht Genua enorm.
Auch diese Zeit erscheint mir sehr geeignet dafür einen anschaulichen Punkt zu haben, den man vordergründig beleuchten kann.

Sind natürlich nur Tipps für eine Herangehensweise. Ich würde mir an deiner Stelle aber eine Epoche herausnehmen, die ich in den Vordergrund stellen würde und dann schauen was es so an Literatur dazu gibt.
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20.12.2016, 16:13
Beitrag: #5
RE: Vernetzung von Völkern und Kulturen durch die Seidenstraße
(10.12.2016 23:51)firefly328 schrieb:  ...
Ich bin noch nicht sehr gut informiert, da mir im Moment nur das Internet zur Verfügung steht und ich noch keinen Zugang zu Literaturquellen habe. Im Internet steht großteils das Gleiche und Wikipedia traue ich nicht wirklich über den Weg... jetzt hatte ich gehofft, dass mir in diesem Forum jemand helfen könnte.

Was Wikipedia betrifft: Als Hautquelle verständlich, aber du könntest es ja verwenden um dir mal einen groben Überblick zu verschaffen, außerdem steht am Ende jeder Seite eine Literaturliste, vielleicht ist das was brauchbares dabei.
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20.12.2016, 20:59
Beitrag: #6
RE: Vernetzung von Völkern und Kulturen durch die Seidenstraße
"DIE Seidenstraße" gab es eigentlich gar nicht. Es war vielmehr ein Netz von Handelswegen, dass je nach politischer Großwetterlage China mit dem Westen über Zentralasien mehr oder weniger gut verband. Aufgrund der geografischen Gegebenheiten (Hochland von Tibet, Tienschan) war der Verlauf über den Gansu-Korridor vorgegeben.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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20.12.2016, 21:08
Beitrag: #7
RE: Vernetzung von Völkern und Kulturen durch die Seidenstraße
In einer Wirtschaftsgeschichte ist mir mal untergekommen, dass in Nachrömischer Zeit über die Seidenstraße erhebliche Einflüsse auf die Wirtschaftsgeschichte in beide Richtungen geflossen wären.
ca. 700 bis 1100 von China zum Islam und Europa 1100 Islam nach China und nach Europa bis etwa 1500
Erst ab 1500 von Europa zum Islam und nach China, wobei die Seidenstraße zdZ ihre Bedeutung langsam verlor, der Handel sich zunehmend zum Atlantik verlagerte

Aber alles aus der Hand, müsste ich im Zweifel nachlesen.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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20.12.2016, 21:38
Beitrag: #8
RE: Vernetzung von Völkern und Kulturen durch die Seidenstraße
(20.12.2016 21:08)Suebe schrieb:  In einer Wirtschaftsgeschichte ist mir mal untergekommen, dass in Nachrömischer Zeit über die Seidenstraße erhebliche Einflüsse auf die Wirtschaftsgeschichte in beide Richtungen geflossen wären.
ca. 700 bis 1100 von China zum Islam und Europa 1100 Islam nach China und nach Europa bis etwa 1500
Erst ab 1500 von Europa zum Islam und nach China, wobei die Seidenstraße zdZ ihre Bedeutung langsam verlor, der Handel sich zunehmend zum Atlantik verlagerte

Aber alles aus der Hand, müsste ich im Zweifel nachlesen.

Es war immer eine gegenseitige Befruchtung. Metallurgie und Pferdezucht samt Rad sind aus dem Westen nach China und Indien gelangt und zwar lange vor unserer Zeitrechnung. Umgekehrt fand man Seide in latenezeitlichen Keltengräbern.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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15.01.2017, 01:42
Beitrag: #9
RE: Vernetzung von Völkern und Kulturen durch die Seidenstraße
Die Kulturfeige hat auch den Weg vom Kaukasus und Afghanistan nach Xinjiang gefunden. Xinjiang-Sorten gelangten dann auch wieder in den Westen. Dies erweiterte den Genpool für dieses Kulturobst.
Diesen Austausch gab es auch beim Granatapfel, Jujube und Wein....

viele Grüße

Paul

aus dem hessischen Tal der Loganaha (Lahn)
in der Nähe von Wetflaria (Wetzlar) und der ehemaligen Dünsbergstadt
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15.01.2017, 13:16
Beitrag: #10
RE: Vernetzung von Völkern und Kulturen durch die Seidenstraße
Man müsste sich bei einer solchen Arbeit schon auf einzelne Aspekte beschränken. Neben Kulturauschtausch und Wirtschaftsgeschichte hat die Thematik auch eine geisteswissenschaftliche und religiöse Komponente, die über Islam und Christentum hinausgeht. Auch bei der Ausbreitung des Buddhismus zur Zeit von Ashoka spielte die Seidenstrasse eine wesentliche Rolle. Und die ganze Thematik der Verschmelzung von Hellenismus und Buddhismus, der sogenannte "Graeco-Buddhismus", entstand entlang der zentralen Regionen der Seidenstrasse (eine Entwicklung von ca. 800 Jahren). Es sind dies Entwicklungen, die heute weitgehend aus dem Bewusstsein verschwunden sind, obwohl diese hellenisierte Form des Buddhismus nach China und Japan kam und die Basis des Mahayana-Buddhismus bildete. Nur sporadisch erinnert man sich in diese gesch. Epoche, etwa als die Taliban die Buddha-Statuen von Bamiyan zerstörten.
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