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Warum interessiert niemanden die extreme Jugendarbeitslosigkeit in Europa?
11.05.2014, 20:33
Beitrag: #68
RE: Warum interessiert niemanden die extreme Jugendarbeitslosigkeit in Europa?
So ganz versteh ich deinen Beitrag nicht, wenn ich ehrlich bin.

Du schreibst, daß dein Vater immer beschäftigt war. Und erzählst von dir, daß du auch immer etwas gemacht hast.
Genau das meine ich aber.

Heute wird "arbeiten" vor allem als Möglichkeit betrachtet, zu Wohlstnd zu kommen. Kann man auch hier im Thread immer und immer wieder lesen. Müttern, die arbeiten wollen, wird dann oft vorgeworfen, daß sie sich nur teure Sachen leisten können wollen. etc. Es ist immer die Rede von besitz und haben wollen.
Und dann sollen Kinder, denen es nicht wirklich an etwas mangelt, arbeiten gehen? Wofür? Damit sie sich eine neue Stereoanlage kaufen können? Wozu? Papa hat doch eine tolle daheim rumstehen. Und weil er eh nie da ist, kann ich die doch benutzen, vor allem, wenn ich eben nicht arbeite.

Es ist aber nie die Rede davon, eine Aufgabe zu finden, die einen ausfüllt. Gut, so wie viele Jobs heute gestrickt sind, ist das auch schwierig. Ich bin ind er bezeihung selbst kein gutes Vorbild. ich drücke lustlos ein paar Knöpfe und vertraue darauf, daß das Buchhaltungs und Personalprogramm funktioniert und wenn es das nicht tut, rufe ich die Hotline an. Das ist so in etwa alles. Richtig denken muss ich dabei nicht. Nur aufpassen, daß ich an der richtigen Stelle das richtige eintrage. Spaß macht es keinen. Wie soll ich also den Kindern Spaß an der Arbeit vermitteln?

Und ein zweiter Aspekt fällt wohl auch keinem auf, oder?
Wenn wir alle von unserer Jugend reden, dann ist immer die Rede davon, daß wir damals lauthals protestiert haben, demonstriert und unsere Ablehnung lautstark kund getan haben. Die heutige Jugend gilt als angepaßt und wenig konfliktfreudig.
Schon mal daran gedacht, daß die Leistungsverweigerung, die von vielen betrieben wird, eine ganz andere Art von Protest gegen die Leistungsgesellschaft ist? Daß es für die Jugendlichen von heute eben keine Perspektive ist, in 20 Jahren so zu enden wie ihre Eltern? Gut, sie gehen nicht mehr mit Plakaten auf die Straße und demonstrieren. Aber sie sagen uns doch ganz deutlich, daß sie mit unserer Welt nichts zu tun haben wollen, wenn sie sich hinter ihren Smartphones verkriechen. Und wir geben ihnen die Möglichkeit, sich abzugrenzen auch nicht mehr. Wir haben inzwischen ja selbst alle Smartphones. Facebook wurde für Jugendliche uninteressant, als wir Erwachsenen es entdeckten. Die Möglichkeit zu protestieren haben sie auch nicht. Auch das haben wir ja schon übernommen.
Strenggenommen bleibt ihnen doch nur die Leistungsverweigerung... Und das machen sie gut...

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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Die verlorene Generation - Luki - 21.09.2012, 18:53
Jugendarbeitslosigkeit - Luki - 21.09.2012, 20:38
RE: Warum interessiert niemanden die extreme Jugendarbeitslosigkeit in Europa? - Bunbury - 11.05.2014 20:33

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