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Brexit?
25.06.2016, 22:40
Beitrag: #21
RE: Brexit?
(25.06.2016 22:29)Arkona schrieb:  Mehrheit ist Mehrheit und nicht "ein ganz kleiner Teil". Auch wenn das vielen nicht passt. Google mal den Begriff Demokratie.

Das Dumme dabei ist- und das ist wirklich dumm- dass einige, die für den Brexit gestimmt haben, jetzt ganz entsetzt sind, weil sie nämlich dachten, damit nur ihrer Regierung eines auszuwischen.
Was die Schotten wiederum zum Anlass nehmen, sich über das englische Bildungssystem lustig zu machen. Ist schon ganz spannend, was da heute in den Medien passiert. Und zur Krönung noch Donald Trump, der den Schotten erklären will, wie Golf geht... Den Schotten. Wo gefühlt auf drei Einwohner ein Golfplatz kommt...


Ich hoffe, dass das jetzt aber eine Konsequenz nach sich zieht, im allgemein Demokratischen Prozeß in Europa: Dass solche Referenden nur gültig sind, wenn wirklich über 60 % der abgegebenen Stimmen sich dafür aussprechen und wenn über 70 % der stimmberechtigten abgestimmt haben.

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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25.06.2016, 22:49
Beitrag: #22
RE: Brexit?
Meine britischen Freunde und Kollegen sind alle entsetzt. Erinnert mich an frühere Bundestagswahlen, wo sich montags alle entsetzt auf der Arbeit anguckten - nein, natürlich hatte angeblich niemand "schwarz" gewählt und doch...

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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26.06.2016, 09:47
Beitrag: #23
RE: Brexit?
(25.06.2016 22:55)Flora_Sommerfeld schrieb:  Hab grad mal so das Netz zum Brexit durchforstet und folgende Schlagzeile gelesen:

Katerstimmung bei den Briten: Auf #Brexit folgt #Bregret

Wollen die jetzt allen Ernstes eine neue Abstimmung darüber veranstalten, nach dem Beitritt zur EU?
Wissen die Leute dort noch, was sie wollen?Erst lassen sich vom Fremdenhass und Nationalismus betrunken quatschen und jetzt werden alle wieder nüchtern?

Nein. Flora.
Der Witz bei der Sache ist, dass entweder Nigel Farage, Führer der U-Kip Partei und Neben Boris Johnson der Führer der Brexit- Bewegung direkt oder auf sein Betreiben hin noch vor dem Referendum eine Petition gestartet hat, dass es ein zweites Referendum geben müsse, wenn weniger als 60% der abgegbenen Stimmen für oder gegen den Brexit entscheiden oder wenn weniger als 75 % der Abstimmungsberechtigten abstimmen. Beides trifft zu.
Natürlich ging die "Leave" Bewegung zu jenem Zeitpunkt davon aus, dass eine knappe Mehrheit für "Remain" stimmen würde.

Das ist ja auch der Witz, der Titus völlig entgangen ist...

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26.06.2016, 23:14
Beitrag: #24
RE: Brexit?
(26.06.2016 09:47)Bunbury schrieb:  Der Witz bei der Sache ist, dass entweder Nigel Farage, Führer der U-Kip Partei und Neben Boris Johnson der Führer der Brexit- Bewegung direkt oder auf sein Betreiben hin noch vor dem Referendum eine Petition gestartet hat, dass es ein zweites Referendum geben müsse, wenn weniger als 60% der abgegbenen Stimmen für oder gegen den Brexit entscheiden oder wenn weniger als 75 % der Abstimmungsberechtigten abstimmen. Beides trifft zu.
Natürlich ging die "Leave" Bewegung zu jenem Zeitpunkt davon aus, dass eine knappe Mehrheit für "Remain" stimmen würde.

Das ist ja auch der Witz, der Titus völlig entgangen ist...


Du stellst hier völlig an den Haaren herbeigezogene Schlussfolgerungen auf.
Wie kommst du darauf, diesen merkwürdigen Zusammenhang herzustellen?

Die politischen Ansinnen von Farage und Johnson ändern an meiner Meinung zur direkten Demokratie im Allgemeinen und dem britischen Referendum im Speziellen nicht das Geringste.

Auch wenn sich z.B. nur 10% an der Abstimmung beteiligt hätten, wäre das Ergebnis gültig und zu akzeptieren.

MfG, Titus Feuerfuchs
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27.06.2016, 17:51
Beitrag: #25
RE: Brexit?
Nein, bei 10% Beteiligung kann man nicht von einer Volksabstimmung sprechen.
Es gibt zu der ganzen Brexit-Geschichte ja noch mehr Lacher.

Am Freitag stieg die Zahl der Google-Suchen aus Großbritannien zum Thema Europa um ein Mehrfaches.
Die Volksabstimmung hatte mitnichten bindenden Charakter. Den bekam sie nur, weil Cameron sagte, er wolle sich an das Ergebnis halten. Rein rechtlich gesehen muss das Parlament das Ergebnis der Abstimmung also keineswegs exekutieren Wink
Die Region Cornwall hat gleich am Freitag in London angefragt, wer denn jetz die Fördergelder bezahlt, die bislang aus Brüssel gekommen sind.
Das Ergebnis der Abstimmung wurde von den über-60jährigen geprägt. Die unter-60jährigen haben mehrheitlich für einen Remain gestimmt. Seit Freitag tobt ein Generationenkonflikt in Britannien Wink Oder glaubt hier jemand, die britischen Omas und Opas würden zu Millionen eine Online-Petition unterzeichnen?!? Wink
Es waren die ärmeren Gegenden Englands, die für einen Brexit stimmten. die Gegenden, die (wie auch Cornwall) massiv auf EU-Fördergelder angewiesen sind.
Unter den Bauarbeitern in Großbritannien sind überdurchschnittlich viele Polen. Die in ein paar Jahren alle nicht mehr von der Freizügigkeit innerhalb der EU profitieren können und wahrscheinlich in andere Länder abwandern werden - oder wieder heimfahren.
Die Bewohner Nordirlands könnten in ein paar Jahren durch eine Passkontrolle müssen, wenn sie auf die britische Hauptinsel wollen. Nach Irland könnten sie dann ohne Pass kommen. Wie das geht? Die Grenze zwischen Irland und Nordirland wäre nach einem Brexit eine EU-Außengrenze. Nordirland und Irland sind aber so eng verflochten, wirtschaftlich, dass Nordirlands Wirtschaft dann schier zusammenbrechen würde. Also überlegt man, Nordirland Sonderkonditionen zu gewähren und die Grenze zu Irland zu einer Art Schengengrenze zu machen, die EU-Außengrenze quasi in die Irische See zu verlegen, was Nordirland zu einem Quasi-Bestandteil der EU machen würde bzw. aus Sicht Großbritanniens zu einem Quasi-Nichtteil von GB...irre, oder?
Das Großbritannien als Folge der Brexit-Abstimmung förmlich explodieren könnte, weil sich zumindest Schottland, aber vielleicht auch Nordirland abspalten würden, hat Bunbury ja schon erwähnt. Auch das ist vielen Briten scheinbar noch gar nicht aufgefallen gewesen, als sie ihre Stimme abgaben...

VG
Christian (einigermaßen entsetzt über den Brexit und voller Spannung, was als nächstes passieren wird)
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27.06.2016, 19:35
Beitrag: #26
RE: Brexit?
Zitat:VG
Christian (einigermaßen entsetzt über den Brexit und voller Spannung, was als nächstes passieren wird)

Ich habe Heute vormittag in der NZZ mal kurz die Schweizer Meinung zu diesem "Brexit" nachgelesen.
Die sind entsprechend ihrer Verfassungstradition, es gibt ja dort "dauernd" solche Volksantscheide über die unterschiedlichsten Punkte, ohne weiteres der Meinung, dass der Brexit gültig ist, und innerhalb 2 Jahren Fakt sein wird.
Freuen sich auf die Rückkehr der Briten in die EFTA.

Nun scheint es mir aber doch noch sehr viele Fragezeichen zu geben.
Kennt sich einer hier über die konkrete Verfassungslage der "Engländer"? "Briten"? in Bezug auf diesen Volksentscheid aus?
Ich denke mal diese Basics sollten allen Spekulationen zuvorgehen.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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28.06.2016, 11:25
Beitrag: #27
RE: Brexit?
(27.06.2016 19:35)Suebe schrieb:  Kennt sich einer hier über die konkrete Verfassungslage der "Engländer"? "Briten"? in Bezug auf diesen Volksentscheid aus?
Ich denke mal diese Basics sollten allen Spekulationen zuvorgehen.

Was erwartest du von uns? Wie es scheint, kennen sich die Briten selbst nicht aus.Wink

Schottlands Regierung wird jetzt erst einmal ihr Veto gegen den EU Austritt
einlegen, kein Mensch kann momentan sagen, ob das rechtliche Bedeutung hat.

Schottland hat ein neues Referendum angekündigt, und das britische Parlament hat erklärt, dass es das nicht zuläßt.

Die Schotten sagen, das ist ihnen egal... Wie es rechtlich aussieht, ist völlig ungewiss.

Im Extremfall drohen jetzt nach dem Volksentscheid jahrelange Gerichtsprozesse. Also vielleicht kein Grund zur Eile, und wir werden in ca. 30 Jahren, wenn 90% derer, die für den Brexit gestimmt haben, nicht mehr am Leben sind, wissen, ob deren Volksentscheid für Großbritannien bindend ist...

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28.06.2016, 18:38
Beitrag: #28
RE: Brexit?
(28.06.2016 11:25)Bunbury schrieb:  
(27.06.2016 19:35)Suebe schrieb:  Kennt sich einer hier über die konkrete Verfassungslage der "Engländer"? "Briten"? in Bezug auf diesen Volksentscheid aus?
Ich denke mal diese Basics sollten allen Spekulationen zuvorgehen.



Schottlands Regierung wird jetzt erst einmal ihr Veto gegen den EU Austritt
einlegen, kein Mensch kann momentan sagen, ob das rechtliche Bedeutung hat.

Schottland hat ein neues Referendum angekündigt, und das britische Parlament hat erklärt, dass es das nicht zuläßt.

Die Schotten sagen, das ist ihnen egal... Wie es rechtlich aussieht, ist völlig ungewiss.

Im Extremfall drohen jetzt nach dem Volksentscheid jahrelange Gerichtsprozesse. Also vielleicht kein Grund zur Eile, und wir werden in ca. 30 Jahren, wenn 90% derer, die für den Brexit gestimmt haben, nicht mehr am Leben sind, wissen, ob deren Volksentscheid für Großbritannien bindend ist...

Zitat:Was erwartest du von uns? Wie es scheint, kennen sich die Briten selbst nicht aus.Wink
Aufklärung. Wilted_rose
immer nur das Gerede vom Klapperstorch geht mir auf den Keks. Angel

TT
Es ist doch wohl so, die Briten haben gar keine geschriebene Verfassung? Oder nicht?
Aber an irgend etwas müssen die doch den bescheuerten Volksentscheid festmachen?
Fast 80% Wahlbeteiligung, und mehr als 50% für den Austritt, sorry, aber über was will man sich da Gedanken machen?
Das ist doch klipp und klar ein Auftrag des Wählers, des Volkes. Das Unterhaus kann doch da gar nicht anders.
Da braucht man doch nicht mehr hin und her zufaseln.

mM: Gott sei Dank haben unsere Grundgesetz-Mütter und Väter diese Volksentscheide an sehr hohe Hürden gehängt.

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28.06.2016, 20:53
Beitrag: #29
RE: Brexit?
Also, wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist der Volksentscheid an sich nicht bindend, wenn das Parlament ihn nicht bestätig, was aber eigentlich nur eine formale Sache ist, weil der Mehrheitsentschluss anerkannt werden muss.
Und hier sagen die Schotten, dass sie nicht zustimmen werden, weil sie ja für Schottland sprechen und in Schottland haben 62 % der Wähler für "Remain" gestimmt. Was ja nun auch den Tatsache entspricht.
Allerdings haben die Schotten im britischen Parlament keine Mehrheit, und es ist unklar, ob sie ein Vetorecht haben oder nicht. Theroretisch haben sie eines, wenn die nationalen Interessen Schottlands bedroht sind, aber das ist wohl auch klar festgelegt, wann die nationalen Interessen Schottlands bedroht sind, und das sieht Westminster jetzt nicht.

Wie gesagt, darüber streiten sie jetzt erst einmal. Ich denke, es wird darauf hinauslaufen, dass die Schotten das Referendum nicht anerkennen, es aber auch nicht blockieren können.

Das alles wird die Austrittsverhandlungen sicherlich verzögern. Aber wie es scheint, haben ja auch die Befürworter des Brexit überhaupt keinen Plan, was sie jetzt tun sollen...Nicola Sturgeon scheint momentan die Politikerin mit den klarsten Vorstellungen in ganz Großbritannien zu sein.

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29.06.2016, 02:24
Beitrag: #30
RE: Brexit?
(27.06.2016 17:51)913Chris schrieb:  Nein, bei 10% Beteiligung kann man nicht von einer Volksabstimmung sprechen.


Sehe ich anders. Wenn 90% nicht zur Wahl gehen, haben sie Pech gehabt und müssen damit leben, nicht mitbestimmt zu haben.
Die Schweizer Wahlbeteiligung liegt im Schnitt auch unter 45% und trotzdem zieht dort niemand ein Referendum in Zweifel.

(27.06.2016 17:51)913Chris schrieb:  Seit Freitag tobt ein Generationenkonflikt in Britannien Wink Oder glaubt hier jemand, die britischen Omas und Opas würden zu Millionen eine Online-Petition unterzeichnen?!? Wink

Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Es haben nur ca. 3 Mio für eine Wiederholung des Referendums unterschrieben, das sich garade mal ca. 5% der Gesamtbevölkerung.




(27.06.2016 17:51)913Chris schrieb:  Es waren die ärmeren Gegenden Englands, die für einen Brexit stimmten. die Gegenden, die (wie auch Cornwall) massiv auf EU-Fördergelder angewiesen sind.


Bis auf London haben ALLE Regionen Englands und Wales mehrheitlich für den Brexit gestimmt.

[Bild: brexit_cameron_regionalergebnis_grafik_b...696221.png]

http://orf.at/static/images/site/news/20...696221.png



Bei einem Nettozahler mit EU-Fördergeldern zu argumentieren, ist paradox.

UK zahlt abzüglich aller EU Förderungen, also netto, 4,9 Mrd € in die EU ein. (Siehe Link unter der Tabelle).
Dh, wenn UK alle EU-Förderungen zukünftig aus eigener Tasche finanziert, bleiben ebendiese 4,9 Mrd € übrig, welche die Briten dann anderweitig investieren können.


[Bild: grafik_n_28_hama_umfrage-zur-zukunt-euro...130766.jpg]



http://wirtschaftsblatt.at/home/boerse/i...ern.portal






(27.06.2016 17:51)913Chris schrieb:  Die Bewohner Nordirlands könnten in ein paar Jahren durch eine Passkontrolle müssen, wenn sie auf die britische Hauptinsel wollen. Nach Irland könnten sie dann ohne Pass kommen. Wie das geht? Die Grenze zwischen Irland und Nordirland wäre nach einem Brexit eine EU-Außengrenze. Nordirland und Irland sind aber so eng verflochten, wirtschaftlich, dass Nordirlands Wirtschaft dann schier zusammenbrechen würde. Also überlegt man, Nordirland Sonderkonditionen zu gewähren und die Grenze zu Irland zu einer Art Schengengrenze zu machen, die EU-Außengrenze quasi in die Irische See zu verlegen, was Nordirland zu einem Quasi-Bestandteil der EU machen würde bzw. aus Sicht Großbritanniens zu einem Quasi-Nichtteil von GB...irre, oder?
Das Großbritannien als Folge der Brexit-Abstimmung förmlich explodieren könnte, weil sich zumindest Schottland, aber vielleicht auch Nordirland abspalten würden, hat Bunbury ja schon erwähnt. Auch das ist vielen Briten scheinbar noch gar nicht aufgefallen gewesen, als sie ihre Stimme abgaben...

Ich halte von den Angstszenarien, die auch viele Journalisten an die Wand malen, gar nichts. Man wird bestimmt einen modus vivendi finden.
Eine Angliederung Nordirlands an Irland und eine Eigenstaatlichkeit Schottlands scheint mir für alle Beteiligten die beste Lösung zu sein.
Die Tschechoslowakei hat sich auch aufgelöst, ohne dass deshalb Europa untergegangen wäre.

MfG, Titus Feuerfuchs
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29.06.2016, 15:13
Beitrag: #31
RE: Brexit?
(27.06.2016 17:51)913Chris schrieb:  Es gibt zu der ganzen Brexit-Geschichte ja noch mehr Lacher.

Ob das hier jetzt zum Lachen ist, weiß ich nicht....
In Großbritannien gibt es ja kein Meldewesen wie das hier der Fall ist.So etwas wie "Einwohnermeldebüro" oder so etwas gibt es also nicht- mit der Folge, dass es in Großbritannien auch keine Wahlbenachrichtigungskarten gibt. Wer wählen will, muss sich registrieren lassen.
Wie es scheint, wußten das viele Jungwähler nicht. Die sind in die Wahllokale spaziert und wollten wählen- und auf die Frage, ob sie denn registriert seien, antworteten sie dann erschrocken "nein". Dann dürften sie nicht wählen, hieß es...

Auf wieviele Jungwähler das zutrifft, weiß ich nicht. Aber es ist beschämend. Beschämend für das Bildungssystems eines Landes, aber auch für das Interesse junger Menschen an ihrer eignen Zukunft...
Nachdem ich diesen Bericht gehört hatte, nahm mein Mitleid für die jungen Briten, die unter dem Brexit der Älteren zu leiden haben, doch ein bißchen ab....

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29.06.2016, 16:12
Beitrag: #32
RE: Brexit?
(29.06.2016 15:13)Bunbury schrieb:  
(27.06.2016 17:51)913Chris schrieb:  Es gibt zu der ganzen Brexit-Geschichte ja noch mehr Lacher.

Ob das hier jetzt zum Lachen ist, weiß ich nicht....
In Großbritannien gibt es ja kein Meldewesen wie das hier der Fall ist.So etwas wie "Einwohnermeldebüro" oder so etwas gibt es also nicht- mit der Folge, dass es in Großbritannien auch keine Wahlbenachrichtigungskarten gibt. Wer wählen will, muss sich registrieren lassen.
Wie es scheint, wußten das viele Jungwähler nicht. Die sind in die Wahllokale spaziert und wollten wählen- und auf die Frage, ob sie denn registriert seien, antworteten sie dann erschrocken "nein". Dann dürften sie nicht wählen, hieß es...

Auf wieviele Jungwähler das zutrifft, weiß ich nicht. Aber es ist beschämend. Beschämend für das Bildungssystems eines Landes, aber auch für das Interesse junger Menschen an ihrer eignen Zukunft...
Nachdem ich diesen Bericht gehört hatte, nahm mein Mitleid für die jungen Briten, die unter dem Brexit der Älteren zu leiden haben, doch ein bißchen ab....


Hmmmmm....

kann das tatsächlich für eine nennenswerte Zahl von Wahlberechtigten zutreffen?
Vollpfosten gibt es ja überall.
Man darf aber doch im allgemeinen annehmen, dass die Vollpfosten so und so abgestimmt hätten, auch nicht anders, wie der "Rest" der Wahlberechtigten.

Eine Wahlbeteiligung von knapp 80% bei einer "Volksabstimmung" ist einfach nicht wegzuwischen, das ist ein gewaltiges Wort.

Die Briten wollen mehrheitlich nicht in der EU sein.
Ich denke mal damit müssen wir uns abfinden.

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29.06.2016, 19:40
Beitrag: #33
RE: Brexit?
(29.06.2016 16:12)Suebe schrieb:  Hmmmmm....

kann das tatsächlich für eine nennenswerte Zahl von Wahlberechtigten zutreffen?
Vollpfosten gibt es ja überall.
Man darf aber doch im allgemeinen annehmen, dass die Vollpfosten so und [quote='Suebe' pid='49836' dateline='1467209560']so abgestimmt hätten, auch nicht anders, wie der "Rest" der Wahlberechtigten.

Tatsächluch habe die Jungwähler, die abgestimmt haben, sich mit noch höherem Prozentsatz für den Verbleib in der EU ausgesprochen als die Schotten, von daher ist anzunehmen, dass die Jungwähler, die zu blöd waren, sich registrieren zu lassen, mit größerer Prozentzahl "Remain" gewählt hätten.
Wieviele das letztendlich in der Summe waren, spielt eingentlich keine Rolle- ich bezweifele, dass es genug für ein andrees Ergebnis gewesen wären.

Es ist einfach nur ein kleiner Baustein in einer Reihe von vielen, die einfach beweisen, dass das Demokratieverständnis in den letzten Jahren irgendwie... nun ja... ahm äbhanden ? gekommen ist.

(29.06.2016 16:12)Suebe schrieb:  Eine Wahlbeteiligung von knapp 80% bei einer "Volksabstimmung" ist einfach nicht wegzuwischen, das ist ein gewaltiges Wort.

Du beharrst auf den "knapp 80%". Wieso? Kommt dir das so vor? Bei uns in Hessen werden üblicherweise 72 % eher als "Gut 70 %" bezeichnet denn als "knapp 80%" Wink


Wenn ich mir die heutigen EU Beschlüsse so ansehe, dann wundere ich mich auch gar nicht über die Vorbehalte gegenüber der EU. Nur wollten die Briten ja nicht aus dem Grund raus, sondern aus viel bescheuerteren...

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29.06.2016, 19:45
Beitrag: #34
RE: Brexit?
Auf jeden Fall sind die Zocker schon wieder gut bei der Sache.

JP Morgan hat inzwischen verkündet, dass die Schottische Unabhänigkeit noch vor dem EU Austritt Großbritanniens erfolgt und eine neue Währung mit sich bringt.

Die Schotten nehmen es mit Humor. Sie haben davon noch nichts gehört, aber sie schlagen schon Namen für die neue Währung vor. "A Dram" of "100 Nips".

Für uneingeweihte: "A Dram" ist die Kostprobe, die am Ende einer Tour durch eine Whiskeydestillerie ausgeschenkt wird. Wenn ich die aber in 100 Nips aufteilen muss... Hm, das dürfte ein Problem werden....

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30.06.2016, 01:30
Beitrag: #35
RE: Brexit?
Wenn die Schotten eine eigne Währung wollen, dann ist es ihnen mit dem Verbleib in der EU nicht ernst. Sie könnten gleich den Euro einführen.

viele Grüße

Paul

aus dem hessischen Tal der Loganaha (Lahn)
in der Nähe von Wetflaria (Wetzlar) und der ehemaligen Dünsbergstadt
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30.06.2016, 11:29
Beitrag: #36
RE: Brexit?
Paul, Ironieverständnis ist offensichtlich nicht deine starke Seite.Wink

Google mal, wer JP Morgan ist. Kleiner Tipp: Es handel sich nicht um einen Schotten. Weder um einen Politiker noch um sonst einen Schotten. JP Morgan ist eine amerikanische Bank, die einen großen Einfluss an der Börse hat und jetzt offensichtlich Gerüchte in die Welt setzt, um die Börsen zu beeinflussen.


Die Schotten, zumindest die, die ich kenne, wollten eigentlich immer den Euro.

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30.06.2016, 17:10
Beitrag: #37
RE: Brexit?
Bei der NZZ ist der Brexit eigentlich täglich Hauptthema.

http://www.nzz.ch/international/europa/e..._2016-6-29

es ist in der Schweiz ja am Volksentscheid gescheitert, der EU-Beitritt, und in den Kantonen mit internationaler Ausrichtung wurde das gar nicht gern akzeptiert.
Insofern trifft das dort natürlich auf großes Interesse.

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30.06.2016, 19:52
Beitrag: #38
Seit dem Brexit:
Möchte wieder mal was dazu schreiben was sich seit der Abstimmung ereignet hat. Und man muss sagen es ist echt traurig.

Treten wir aus der EU aus und alle unsere Probleme sind gelöst, Rechtspopulisten und EU-Gegner vermitteln gerne diesen Eindruck. Muss sagen, ja man kann austreten, aber man muss das sehr, sehr gut über Jahre vorbereiten, dann erst abstimmen lassen.

Das wurde beim Brexit scheinbar nicht gemacht, es wurde ausgetreten und dann "schauen wir". Daraus entsteht jetzt Chaos und Gefahren für Großbritannien.

Das ist das eine, das andere ist das die EU scheinbar nicht daraus lernt, wie sich wieder mal bei CETA zeigt. Junker meinte man (zumindest laut etlichen Zeitungsberichten) können es ohne Nationale Parlamente durchboxen. Als der österreichische Bundeskanzler, was dagegen sagte wurden wir wieder mal gerügt. Oder was anderes: Deutschland, Frankreich und Italien beraten nun über die Zukunft der EU - über kleinere wird wieder mal drübergefahren. So werden die Leute sicher nicht zu Europafans. Aber ein Staatsbündnis wie die EU ohne die Zustimmung der Leute, das kann auf Dauer auch nichts werden.
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01.07.2016, 12:31
Beitrag: #39
RE: Brexit?
Volle Zustimmung, zu beidem.
Wie peinlich ist es doch, dass der gute Boris Johnson offensichtlich keine Ideen hatte, wie es nach dem Brexit weitergehen sollte.

Die einzige Polikterin Großbritannien, die anscheinend noch weiß, was sie will, ist Nicola Sturgeon.

Aber ich hatte durchaus gehofft, dass die Aussagen vom letzten Freitag, man habe aus dem Brexit gelernt, dass man nicht so weiter machen könne, ernst gemeint waren.
Ernsthaft erwartet habe ich sie nicht. Aber gehofft. Leider ist man schon am Montag wieder zur Tagesordnung übergegangen. Glyphosat- eigenmächtig und gegen den Bürgerwillen verlängert. CETA soll durchgewunken werden.

Leider macht man es mit solchen Aktionen den Rattenfängern leicht...

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01.07.2016, 15:00
Beitrag: #40
RE: Seit dem Brexit:
(30.06.2016 19:52)WDPG schrieb:  ./.
./.
t. Oder was anderes: Deutschland, Frankreich und Italien beraten nun über die Zukunft der EU - über kleinere wird wieder mal drübergefahren. So werden die Leute sicher nicht zu Europafans. Aber ein Staatsbündnis wie die EU ohne die Zustimmung der Leute, das kann auf Dauer auch nichts werden.

Es ist halt so,
die EU, wie sie heute ist.,
ist ganz klar aus dem Sicherheitsbedürfnis, insbesondere Frankreichs, heraus entstanden.
Angst vor dem Wiedervereinigten Deutschland.
Insbesondere die politische Einbindung und damit halt auch der Verlust von Souveränität.
Der dann halt nicht nur für Deutschland gelten konnte, sondern für alle.

ABER: Letztlich haben wir ein Europa das bei aller Kompliziertheit und Bürokratielastigkeit funktioniert, gut funktioniert
Ein Konstrukt wie die alte Bundesrepublik, Taugt nix, hinten und vorne, politisch von Vorvorgestern, aber eine tolle Wohlstandserwerbesgesellschaft!
Und das muss man dem Wähler und Steuerzahler halt auch mal klarmachen. Ewiges Gezicke und über Brüssel motzen führt doch genau dahin wo die Briten jetzt sind.

Meinen die Ernsthaft es würde ihnen besser gehen, wenn in Europas Mitte ein 4. Reich entstanden wärw?????

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