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Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
19.05.2016, 12:48
Beitrag: #1
Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
Lilienthals Flieger, das heißt natürlich ein Nachbau, wurde im Windkanal getestet und hat bestanden.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/techn...92667.html

aus dem Link
Zitat: kann der Absturz demnach nicht gelegen haben.

Der Nachbau des zwischen 1893 und 1894 konstruierten Fliegers von Otto Lilienthal hat seinen Test im Windkanal bestanden. Die Versuche im niederländischen Marknesse seien erfolgreich verlaufen, teilten das Anklamer Otto-Lilienthal-Museum und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Göttingen mit.

Der in Anklam in Mecklenburg-Vorpommern nachgebaute Gleiter habe bei den Tests in der vergangenen Woche Windgeschwindigkeiten von bis zu zehn Meter pro Sekunde (36 km/h) erfolgreich standgehalten und aerodynamische Datensätze geliefert, die geradezu Lehrbuchcharakter hätten, sagte der Leiter des Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik, Andreas Dillmann.

Mit den Windkanal-Tests des 6,70 Meter breiten Flugapparates haben die Forscher die Flugeigenschaften des motorlosen Apparates erfasst, der als erstes Serienflugzeug der Welt gilt. Zahlreiche Datensätze müssten nun ausgewertet werden, sagte der Leiter des Anklamer Lilienthal-Museums, Bernd Lukasch. "Wir freuen uns, dass der Lilienthal-Nachbau den Hightech-Anforderungen im Windkanal standgehalten und brauchbare Ergebnisse geliefert hat."
Fotostrecke

6 Bilder
Erster Serienflieger: Lilienthal-Flugapparat im Windkanal

In allen Flugbereichen eigenstabil

Unter anderem erhoffen sich die Experten auch Hinweise auf die Ursache des Absturzes im Jahr 1896, bei dem der Lilienthal ums Leben kam. Die einzelnen Daten wie Auftriebskurve, polare und Nickmomentkurve deuteten auf eine absolut saubere Konstruktion hin, die in allen Flugbereichen eigenstabil sei, hieß es.

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19.05.2016, 23:07
Beitrag: #2
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
Ja nu, dass der Gleiter flugtauglich war, zeigte sich ja schon bei den Flügen vorher. Und bei den eher schlechten Materialien war auch bekannt, dass im Grunddesign wenig Fehler stecken durften. Man konnte mit dem Gleiter bei guten Bedingungen wohl durchaus eine Weile in der Luft bleiben.

Und der Absturz war vorhersehbar, das Ding war gebaut wie ein Kinderdrachen und der Pilot hatte natürlich keine Erfahrungswerte außer den eigenen und neue Probleme musste er neu und blitzschnell versuchen zu lösen. Ob es jetzt eine Windböe oder ein Flugfehler war spielt ja nun keine große Rolle.

Immerhin, dass muss man Lilienthal lassen, war sein Gleiter näher an der Flugzeugform, die sich später rasch durchsetzte (Rumpf mit Flügeln) als etliche Konstruktionen nach ihm incl. der der Gebrüder Wright.

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20.05.2016, 09:39
Beitrag: #3
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
(19.05.2016 23:07)Triton schrieb:  Ja nu, dass der Gleiter flugtauglich war, zeigte sich ja schon bei den Flügen vorher. Und bei den eher schlechten Materialien war auch bekannt, dass im Grunddesign wenig Fehler stecken durften. Man konnte mit dem Gleiter bei guten Bedingungen wohl durchaus eine Weile in der Luft bleiben.

Und der Absturz war vorhersehbar, das Ding war gebaut wie ein Kinderdrachen und der Pilot hatte natürlich keine Erfahrungswerte außer den eigenen und neue Probleme musste er neu und blitzschnell versuchen zu lösen. Ob es jetzt eine Windböe oder ein Flugfehler war spielt ja nun keine große Rolle.

Immerhin, dass muss man Lilienthal lassen, war sein Gleiter näher an der Flugzeugform, die sich später rasch durchsetzte (Rumpf mit Flügeln) als etliche Konstruktionen nach ihm incl. der der Gebrüder Wright.


Lilienthal hat das Grundproblem der damaligen Flieger nicht mehr gelöst.
Die Richtungsänderung. Das Kreisen. Im Prinzip ist der immer noch "gesprungen" wie ein Eichhörnchen.
Der Flug gelang erst den Wrigths.
Das ist die eigentliche Leistung der Wrigths.

Die Ausschreibung des "Lanz-Preis der Lüfte" beschreibt dies gut, eine liegende Acht um zwei festgelegte Punkte herumfliegen.

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20.05.2016, 12:37
Beitrag: #4
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
Gleiter brauchen kein Seitenruder, so einen Luxus kann man sich ohne Motor gar nicht leisten.
Keine Ahnung ob Lilienthal später mal mit Motor fliegen wollte, aber seine Fluggeräte sind den heutigen Gleitern doch verblüffend ähnlich. Was man von den Fluggeräten der Begrüder Wright nicht behaupten kann.

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20.05.2016, 17:34
Beitrag: #5
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
(20.05.2016 12:37)Triton schrieb:  Gleiter brauchen kein Seitenruder, so einen Luxus kann man sich ohne Motor gar nicht leisten.
Keine Ahnung ob Lilienthal später mal mit Motor fliegen wollte, aber seine Fluggeräte sind den heutigen Gleitern doch verblüffend ähnlich. Was man von den Fluggeräten der Begrüder Wright nicht behaupten kann.

Die Wrigths auch nicht.
Die haben die "Lenkung durch Verwindung" der Tragflächen entdeckt. Wie es auch heute einer mit dem Gleitschirm macht. Was, wie geschrieben Lilienthal nicht mehr schaffte, der hat versucht rein mit Gewichtsverlagerung zu steuern, was nicht zu zuverlässigen Ergebnissen führte.
Doch, Lilienthal war drauf und dran es mit einem motor zu versuchen, und es gibt auch hinweise, dass er mit der Steuerung vor dem Durchbruch stand, aber es sollte halt nicht sein.

Ein Sprung ist das was ein Skispringer macht, und wenn es noch soweit geht.
Ein Flug ist, wenn du zwei Stangen in den Boden steckst, und um die Stangen rum die Figur einer liegenden Acht fliegst, das ist fliegen.

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21.05.2016, 11:58
Beitrag: #6
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
Es gibt auch Skiflieger.
Die ersten Flüge der Wrights waren doch noch weniger Fliegen als das, was Lilietnhal am Ende machte. Es gibt angeblich Zeugen für die Flüge Weisskopfs die deshalb glaubwürdig sind, weil sie auf die Frage, ob Weisskopf geflogen sei, mit - Nein, der ist nur ein paar Meter vom Boden abgehoben und dann schnell wieder runtergekommen - geantwortet hatten.

So genau kenne ich mich mit der Steuerung diverser Fluggeräte nicht aus. Ich dachte an die Hängegleiter, die wohl wirklich im Grunde einfach weiterentwickelte "Lilienthals" darstellen. Damit hat er ja schon genug erfunden, sollte man meinen.

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21.05.2016, 15:36
Beitrag: #7
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
Die nennen sich Skiflieger, was sie aber fertigbringen ist ein Sprung, zweifellos ein sehr weiter, aber ein Sprung.

Auch Maxim ist mit seinem "Dampfflugzeug" eine ganze Strecke gehüpft, aber geradeaus bis er wieder runterkam. Keine Richtungsänderung möglich.

Mit dem Weißkopf habe ich mich vor Jahren befasst, alles, überhaupt alles von dem ist nicht belegt.
Ein paar Zeugenaussagen Jahrzehnte später haben halt auch keinen Wert.
Und die beiden Nachbauten fliegen, aus SicherheitsgründenAngel mit modernen Motoren.
Den von Weißkopf vorgesehenen und angeblich verwendeten Motor hat bis heute noch keiner zum laufen gebracht.
Und, mit modernen Motoren bringst du jede Da Vinci Konstruktion zum fliegen.
Keine Nachweis-Relevanz diese Nachbauten.

Die Wrigths konnten eine vorher selbstbestimmte Strecke abfliegen, darin liegt ihre Bedeutung für die Luftfahrt. Nicht in den ersten Hüpfern vom "Schlag den Teufel tot" Hügel. Die auch keineswegs sooo hieb + stichfest nachgewiesen sind.

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21.05.2016, 18:15
Beitrag: #8
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
Gibt's nicht Fotos von den ersten Flügen?
Weisskopf glaube ich schon deshalb nicht, weil er seine Flüge nicht einfach wiederholt hat. Die Wrights haben.
Zeugen finden sich immer, selbst für die größten Flunkereien.

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22.05.2016, 11:45
Beitrag: #9
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
Die Wrights haben sich doch sogar extra Fotografen bestellt, oder irre ich mich? Wink
Von Lilienthal gibt´s jedenfalls mindestens mehrere Fotos...
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22.05.2016, 19:05
Beitrag: #10
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
Bei Lilienthal keine Frage, der hat hunderte von Flügen mit hunderten von Zeugen gemacht, hat ein paar Dutzend "Flugzeuge" verkauft, es gibt jede Menge Fotos.
Nicht so ganz klar ist heute, wie seine weiteren Pläne 1896 waren, sein Bruder Gustav hat definitiv nach Ottos Tod alle in seinem Besitz befindlichen Apparate vernichtet.

Nach Lilienthals Tod haben etliche mit Lilienthal Flugzeugen und Plänen die Lilienthal auch mehrfach verkauft hatte, weitergemacht.
Alle die "segelten" hatten Erfolg, alle die sich auf Basis "Lilienthal" mit Motorflug befassten hatten Misserfolg.
Der "Fledermaus"-Flügel eignete sich nicht zu Motorisierung.
Nachdem bekannt ist, dass sich Lilienthal ernsthaft mit der Motorisierung seiner Geräte befasste, ist anzunehmen, dass er sich 1896 in einer gewissen Sackgasse befand. Es war aber nicht die erste, und ob er rausgekommen wäre...vermutlich schon.

Einer der noch eine zeitlang mit dem Lilienthal-Geräten experimentierte war Igor Etrich, der dann ein Jahrzehnt später mit den "Zanonia"-Flügeln hervorragende Motorflugzeuge baute.

Zu den Wrigths, da gibt es freilich Fotos
Aber: nach dem 1. Flug, es waren insgesamt 15 Leute Augenzeugen, man stand noch zusammen und diskutierte das Ereignis, packte eine Windboe das Flugzeug, und zerschmetterte es.
Was denkt da der unvoreingenommene Zeitgenosse?
Im Jahr darauf, es gab einen neuen Flieger, Presse geladen mit Fotografen und allem drum und dran.
Der Motor springt nicht an...
Also dann halt morgen.
Am anderen Morgen springt der Motor an, es gelingen aber nur geringfügige Hopser mit maximal 15 Meter.
Der "New York Herald" schreibt: Sind es lügende oder fliegende Brüder?
Und man kann den Journalisten kaum böse sein.

Die Wrigths haben aber weitergemacht, 1905 gelingt der erste Kreisflug!
Fotografiert aus allen Lagen. Und es gab keinen Zweifel mehr.

Danach aber haben die Wrigths "abgestellt" nun wollten sie die Erfindung zuerst mal vermarkten. Keine Flüge mit Zeugen mehr. Angebote an alle "Welt" geschickt, auch an den Preußischen Kriegsminister, 600.000 Francs wollte man. Aber es haben alle abgelehnt. Bis auf ein französisches Konsortium das die Rechte für 500.000 erwarb.
In Frankreich, traditionell DIE Luftfahrtnation, hat sich inzwischen eine Luftahrtbehörde eingerichtet, die Weltrekordlisten führte.
Im Jahr 1908 hat sich Henri Fahrman im März so ziemlich alle Weltrekorde geholt.
Im September kamen die Wrigths nach Frankreich, innerhalb von Tagen gehörten alle Weltrekorde ihnen. Sie flogen höher weiter schneller als alle anderen.

Es ist müssig, hin und her zu diskutieren, wer als erster mit Motorkraft in der Luft war.
Die ersten die wie ein Vogel selbstbestimmt dahin oder dorthin flogen waren ganz unzweifelhaft die Wrigths.

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23.05.2016, 10:50
Beitrag: #11
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
Und die Wrights haben 1909 in Italien auch die ersten Filmaufnahmen eines fliegenden Flugzeugs anfertigen lassen, und dann auch ein erstes regelrechtes Luftfahrtuntenehmen hochgezogen. Die deutsche Tochter des US-Unternehmens stellte 1909 schon 22 Flugzeuge her, die in den Folgejahren auch international exportiert wurden. Aber schon 1914 war die "Ära Wright" wieder zu Ende, weil erstens Wilbur Wright gestorben war und (deshalb?) zweitens die französischen und deutschen Flugzeugbauer technisch den Wrights enteilt waren...Wink
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23.05.2016, 19:24
Beitrag: #12
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
(23.05.2016 10:50)913Chris schrieb:  Und die Wrights haben 1909 in Italien auch die ersten Filmaufnahmen eines fliegenden Flugzeugs anfertigen lassen, und dann auch ein erstes regelrechtes Luftfahrtuntenehmen hochgezogen. Die deutsche Tochter des US-Unternehmens stellte 1909 schon 22 Flugzeuge her, die in den Folgejahren auch international exportiert wurden. Aber schon 1914 war die "Ära Wright" wieder zu Ende, weil erstens Wilbur Wright gestorben war und (deshalb?) zweitens die französischen und deutschen Flugzeugbauer technisch den Wrights enteilt waren...Wink

Das ist richtig
irgendwie eine entwicklung analog Lilienthal, der Gustav hat ohne den Otto nix mehr gebacken gebracht, zuerst gar nix mehr mit Flugzeugen.
Und ab 1909 hat er dann bis in die 20er Jahre mit "Flügelschlag-Apparaten" gebastelt, kam also nicht aus der Sackgasse des Jahre 1896 mehr heraus.

Wobei Curtiss-Wright gibt es noch heute. In Deutschland als erster Wankel-Lizenznehmer ca. 1958 nochmals groß im Gespräch.
Die haben allerdings eine Entwicklung ähnlich 3M genommen, und mehr oder weniger leben sie seit Jahrzehnten von der Vermarktung ihrer Patente.

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23.05.2016, 19:42
Beitrag: #13
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
Es ist wirklich ein überaus faszinierendes Thema.
Und wenn man bedenkt, das ist gerade mal 100 Jahre her, dass der Mensch fliegen lernte.

Wenn dich heute abend der Frust über das Sauwetter packt, zum nächsten Internationalen Flughafen, in ein paar Stunden bist du auf den Kanaren, der Karibik oder wo halt sonst die Sonne scheint.

Zu "billigen Preisen"

Faszinierend.

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24.05.2016, 22:19
Beitrag: #14
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
(23.05.2016 19:42)Suebe schrieb:  Zu "billigen Preisen"
Kostenvorsprung durch Steuerfreiheit.
Fliegen ist immer noch eine Umweltschweinerei. Ich will gar nicht wissen wieviele grasgrüne Ökö-Krieger auf böse Geländewagenfahrer zeigen, sich umdrehen und in den nächsten Flieger steigen...

Im Passagierflugverkehr ist die Zeit doch weitgehend stehengeblieben. Die Boeing 747 feiert in Kürze ihren 50jährigen Geburtstag. Die Triebwerke wurden effizienter, das war es dann aber auch schon.
Und (kommerzielles) Fliegen rein mit erneuerbaren Energien ist wohl noch sehr weit weg. Für Autos oder Eisenbahnen heute schon einfach zu machen, wenn man nur will.

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25.05.2016, 09:50
Beitrag: #15
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
(24.05.2016 22:19)Triton schrieb:  Im Passagierflugverkehr ist die Zeit doch weitgehend stehengeblieben. Die Boeing 747 feiert in Kürze ihren 50jährigen Geburtstag. Die Triebwerke wurden effizienter, das war es dann aber auch schon.

Nein. Nur die äußere Form ist weitgehend, aber auch nicht komplett immer noch die gleiche wie vor 50 Jahren (so wurde z.B. das Oberdeck immer größer, auch der Rumpf selber wurde mehrmals verlängert oder verkürzt, je nach Anspruch der Kundschaft); vgl. die Entwicklung der Airbus A-300/310-Modelle, die allerdings mittlerweile definitiv eingestellt wurden.

Was sich beim Jumbo gewandelt hat, ist die komplette Bordelektronik (die gerade bei der 747 anfangs eher noch eine Bordelektrik war Wink, anfangs mechanisch oder hydraulisch, heute ist alles Fly-by-wire. Auch die Cockpitbesatzung wurde bei der 747 reduziert, von anfangs 3 auf heute 2 Leute, Fly-by-wire machte es möglich, auf den Flugingenieur zu verzichten.

Außerdem verändert: Flügelform (Größe/Tankinhalt, Profil, Winglets), Größe des Seitenleitwerks (abhängig von der Rumpflänge), Fahrwerk (v.a. Bremsen), Inneneinrichtung, wie du schon sagtest Triebwerke, Materialien (z.B. der Außenhaut).
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25.05.2016, 12:40
Beitrag: #16
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
Noch ein "Bemerkenswert"
das erste 2-strahlige Düsen-Verkehrsflugzeug gebaut und entwickelt in Deutschland kam aus der DDR. 1958
Deutsche Zelle, deutsche Triebwerke und geflogen ist das Ding auch.
Versionen mit 4 Triebwerken, Turboprop-Triebwerken usw. waren in der Entwicklung.
Warum der begonnene Serienbau 1961 dann abgebrochen wurde? Zu geringe Verkaufschancen heißt es, ich denke aber mal, man wird in Moskau "njet" gesagt haben. Mit welcher Begründung auch immer.

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25.05.2016, 13:45
Beitrag: #17
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
(25.05.2016 12:40)Suebe schrieb:  und geflogen ist das Ding auch.
Ja, aber nicht lange.
http://geschichtspuls.de/art1233-vor-50-...enjets-152

Fällt mir noch ein, die B-52 fliegt noch viel länger als die 747 und das sind wirklich die selben Flugzeuge, nur eben mit neuem Innenleben. Und sie sollen bis mindestens 2044 im Einsatz bleiben.
Die Menschheit scheint zufrieden damit zu sein, mit Unterschallgeschwindigeit verreisen zu können. Das hätte sich wohl in den 60ern niemand träumen lassen.

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25.05.2016, 16:31
Beitrag: #18
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
(25.05.2016 13:45)Triton schrieb:  
(25.05.2016 12:40)Suebe schrieb:  und geflogen ist das Ding auch.
Ja, aber nicht lange.
http://geschichtspuls.de/art1233-vor-50-...enjets-152

Fällt mir noch ein, die B-52 fliegt noch viel länger als die 747 und das sind wirklich die selben Flugzeuge, nur eben mit neuem Innenleben. Und sie sollen bis mindestens 2044 im Einsatz bleiben.
Die Menschheit scheint zufrieden damit zu sein, mit Unterschallgeschwindigeit verreisen zu können. Das hätte sich wohl in den 60ern niemand träumen lassen.


Geflogen ist die 152 schon, dass mal ein Prototyp abstürzt, passiert anderen auch. Der Sowjet-bomber (auch von Baades Entwicklungsteam) ist ja auch geflogen auf dem die 152 basierte.
Das njet kam aus Moskau.

Aber die B52 und der Jumbo haben aber nun doch recht wenig oder gar nichts miteinander zu tun. (Da war ich 17 als meine Nichte hellbegeistert das erstemal mit dem Dschambo über den großen Teich jettete)
Oder blicke ich da etwas nicht?

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25.05.2016, 18:44
Beitrag: #19
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
Da ist mir vorhin ein 3nd zu Weißkopf wieder untergekommen.
Der Interessierte möge lesen.

(03.07.2013 15:10)Suebe schrieb:  Es ist seit vielen Jahren eines meiner Lieblingsthemen.
Der Beginn der Motorfliegerei.
Und vielleicht interessiert es den eine oder anderen hier.

Vor Jahren habe ich mich intensiv mit den Flugleistungen Weißkopfs beschäftigt. Und ich kann nur sagen, ich habe große Zweifel.
Insbesondere der Motor den Weißkopf benutzt haben soll.
Als Fazit kam ich damals zum Schluß, dass Weißkopf evtuell in den 1890ern mit einer Art Dampfkatapult einen unbemannten Gleiter in die Luft brachte. Was sich aus den Zeugenberichten erschließen könnte.
Für Flüge mit der Nr. 21 fehlen wohl alle Nachweise.
Ein moderner Nachbau, der zweifellos fliegt, ist "zur Siccherheit" mit einem modernen Motor ausgerüstet. Somit kann daraus gar nichts nachgewiesen werden.

aus dem Nirwana: (ich möchte die .... nicht verlinken)
Zitat:"Repo
Die Wrigths hatten Probleme bei der ersten Pressevorführung, es gelang ein Hüpfer von 20 Metern, mehr nicht.
Aus der gleichen Zeit gibt es etliche Infos über ähnliche Hüpfer, Jatho. Adler, Weißkopf usw. mehr oder weniger bewiesen.

Die Wrigths waren aber die definitiv ersten, die ein Flugzeug lenken konnten.
Wobei dies völlig unstrittig ist.
Sie entwickelten die "Verwindung" zur Steuerung eines Flugzeugs, vorher ob gesegelt, geschleudert oder mit Motor, ging es geradeaus, fertig.
Insofern gebührt den Wrigths schon der Ruhm.

(gab hier mal ne ausführliche Diskussion, hab sie aber nicht gefunden)

Grüße Repo
Die Ausschreibung zum Lanz-Preis der Lüfte, den dann Hans Grade gewann, triffts eigentlich, was den Flug vom Sprung unterscheidet.
"Eine liegende Acht fliegen, um 2 vorher festgelegte Punkte"
Und das konnten die Wrights unbestritten als erste.

Grüße Repo"
Die Beiträge sind von mir, das Urheberrecht ligt also auch bei mir.


Es ist zweifellos so, dass die ersten Flüge der Wrigths auch nicht besonders gut nachgewiesen sind. Aber die sind geflogen, geflogen und nachmals geflogen.


Edit: Es ist eh pipifax, das äußerste was bewiesen werden könnte, ist ein Hüpfer, und den mit Motorkraft hat zweifellos und unbestritten eine von Hiram Maxim (der MG-Erfinder) gebaute Apparatur gemacht, mit etlichen Passagieren an Bord.


Hier ein Zitat aus Wiki, das doch ziemlich erhellend ist:
Zitat:Dass Weißkopfs Motorflüge umstritten und weitgehend unbekannt sind, ist auf die wenigen Quellen und vor allem auf das Fehlen von Fotos fliegender Maschinen zurückzuführen. Obwohl Weißkopf noch bis mindestens 1908 weiter am Problem des Motorfluges arbeitete, ist kein Flug einer seiner Maschinen fotografisch dokumentiert.

Zur Überprüfung der Plausibilität des geschilderten, aber unbewiesenen Fluges von August 1901 wurden Flugversuche mit mehreren Nachbauten unternommen:

Im Jahr 1985 wurde in den USA mit einem Nachbau begonnen, der am 29. Dezember 1986 in mehreren Flügen eine Strecke bis zu 100 m zurücklegte.
Am 18. Februar 1998 legte ein weiterer Nachbau in Deutschland Flugstrecken bis zu 428 m zurück.

Die Nachbauten waren allerdings mit deutlich stärkeren und gleichzeitig leichteren Motoren ausgerüstet, als sie Weißkopf zur Verfügung standen, bewiesen aber die prinzipielle Flugfähigkeit der Konstruktion. Anders als das Orginalflugzeug, hatten beide Nachbauten separate Motoren für jeden der beiden Propeller. Anders als das Orginalflugzeug, war der deutsche Nachbau mit Vorrichtungen zur Flügelverwindung ausgerüstet, um ihm wenigstens eine gewisse Lenkfähigkeit zu verleihen. Im Museum von Leutershausen befindet sich auch ein Nachbau des Orginalmotors von 1911. Dieser Nachbau konnte bisher aber nur unter Zuhilfenahme eines modernen Kompressors überhaupt gestartet werden und blieb auch dann weit hinter den von Weißkopf angegebenen Leistungswerten zurück, sodass Zweifel bleiben, ob Weißkopf 1901 überhaupt tatsächlich über einen 20 PS-Motor verfügte.

von da:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Wei%C3%9Fkopf

Weißkopf selbst hat noch von etlichen Flügen berichtet.
Aber die geglückten haben nur ihn als Zeugen.
Zeugen für etliche mißglückte Startversuche zwischen 1903 und 1911 gibt es dagegen viele.

Alle Flugpioniere vor den Wrigths, auch und insbesondere Lilienthal, sind an der fehlenden Steuerung gescheitert. Dieses Problem haben völlig unbestritten die Wrigths gelöst.
Und nur mit der Steuerung wird aus dem Hopser, dem Sprung ein Flug.

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25.05.2016, 20:33
Beitrag: #20
RE: Lilienthals Flieger im Windkanal Presseschau
(25.05.2016 16:31)Suebe schrieb:  Geflogen ist die 152 schon, dass mal ein Prototyp abstürzt, passiert anderen auch.
Beim zweiten Flug abgestürzt...
An ein Passagierflugzeug werden nun mal ganz andere Ansprüche gestellt als zum Beispiel an Militärflugzeuge. Die DDR hatte doch gar nicht die Mittel, den Jet wirklich zu Ende zu entwickeln und eine Serienfertigung aufzubauen. Die packten ja nun nicht mal den Wechsel vom Zweitakter zum Viertakter in einem Vierteljahrhundert - Mitte der 60er stand fest, dass die Zukunft ohne Ölfahne daherkommt.

Der Absturz zeigte zumindest noch viel Entwicklungsarbeit und das Politbüro zog dann die Notbremse. Die kannten schon die eigenen Möglichkeiten und wer wäre denn in das Ding eingestiegen?

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