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Wie die Menschen früher lebten
18.05.2016, 15:17
Beitrag: #21
RE: Wie die Menschen früher lebten
(18.05.2016 12:59)Triton schrieb:  War nicht zuletzt auch die Eisenbahn ein Faktor für das Anwachsen und die zunehmende Attraktivität der Städte? Ich meine, plötzlich konnte man auch "weit" entfernte Städte relativ bequem erreichen. Und vor allem kamen auch Menschen und Güter in die Stadt mit Eisenbahnanschluß.

Das denke ich auch, dass ohne Eisenbahn diese Mobilität der Bevölkerung völlig undenkar gewesen wäre.
Insbesondere die Pendelei nicht anders möglich ist.

Ab den 1890er Jahren ist mir bekannt, dass die Arbeiter in der Mittagspause, war 2 Stunden lang!, mit der Eisenbahn 20 Kilometer nach Hause gefahren sind zum Mittagessen.
War die Bahnstation zu weit vom Ort entfernt, hat man beim Bahnhof eine "Ess-"Baracke errichtet wohin die Frauen das Essen brachten.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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18.05.2016, 19:56
Beitrag: #22
RE: Wie die Menschen früher lebten
Wir alle haben ja vermutlich schon einmal eine der vielen "Arbeitsordnungen" aus dam 19. Jahrhundert gesehen und gelesen.

Da packt einen das kalte Grausen.

Nun habe ich im "Arbeiter im Kaiserreich" gelesen, dass es sich damit lediglich um die Verschriftlichung eines Wunschzustandes der Arbeitgeber handeln würde.
Es hätte der Arbeiter auch damals jede Menge Möglichkeiten gefunden sich diesen Ordnungen zu entziehen.
Nicht einmal in den schlimmsten Krisenjahren der späten 1870erJahre wären diese Ordnungen tatsächlich durchzusetzen gewesen.
Der "blaue Montag" beispielweise wäre von den Frmenleitungen von vorneherein einkalkuliert worden. Auch dass Arbeiter sich immer mal wieder selbst für ein paar Tage "beurlaubten" wäre Gang und Gäbe gewesen.
Auch die Fluktuation sei immer auf einem sehr hohen Niveau geblieben, in der Montanindustrie im ganzen Reich ständig über 100% der Belegschaft,

Bei der MAN in Augsburg in den 1890er Jahren wurde beklagt, dass ein Großteil der Belegschaft jährlich im Frühjahr die Stelle wechseln würde. Das wäre für das Unternehmen und auch für die Arbeiter von Nachteil, die Arbeiter wären aber davon nicht abzubringen, wären dies seit Gernerationen so gewohnt.

Da sitze ich nun, und wundere mich.
Der "blaue Montag" ist mir durchaus bekannt, ich hielt ihn aber für eine Besonderheit des Handwerks im ausgehenden Kaiserreich.

Quelle, we gchrieben, Tenfelde/Ritter der Band weist einen bemerkenswerten Anmerkungsapparat auf, manche Seite mehr Anmerkungen als Text.

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19.05.2016, 14:29
Beitrag: #23
RE: Wie die Menschen früher lebten
Die Landflucht Mitte des 19.Jhs. hatte mehrere Ursachen.
Eine war mit Sicherheit der medizinische Fortschritt, der zum Überleben von mehr Kindern geführt hat, womit das Bevölkerungswachstum befeuert wurde.
Das Zerbrechen der ständischen Ordnung war eine weitere Ursache. Mit der Bauernbefreiung waren die Bauern zwar ihre eigenen Herren geworden (so weit dies halt möglich war...), aber damit waren auch die Fürsorgeeinrichtungen der alten Zeit weggefallen (soweit die Ende des 18.Jhs. überhaupt noch vorhanden waren). Jedes Dorf hatte seine "Sozialfälle", die von der Dorfgemeinschaft durchgefüttert wurden, sei es in Form von Naturalien (dass die Armen z.B. bei jeder Schlachtung einige Würste oder so abbekamen; das war dann je nach Bauernhofgröße eine vorgeschrieben Anzahl Würste!) oder sei es in Form der Zurverfügungstellung von Wohnraum (das "Armenhaus", das jedes Dorf hatte). Die Kapazitäten dieser dörflichen Sozialvorsorge waren natürlich begrenzt, "überzählige" Arme mussten auswandern, entweder nach Übersee oder eben in die Städte.
Auch entfiel mit dem Ende des Feudalismus das Heiratsverbot für diejenigen, die ihre Familie nach dörflichen Maßstäben nicht selbst versorgen konnten, Knechte etwa. Das wiederum befeuerte das Bevölkerungswachstum noch weiter.
Die bäuerlichen Angestellten waren zwar nicht nur monetär bezahlt, sondern eben auch mit Unterkunft und Essen, sie werden sich aber bei so manchem Bauern eher als "Untermenschen" denn als nützliche Helfer gefühlt haben, auch ein Grund, der dazu führte, dass an Lichtmeß dann irgendwann kein neuer Bauer gesucht wurde, sondern in die Stadt gegangen worden ist.
Denn dort suchten die Fabrikanten ja händeringend nach Arbeitskräften. Nicht nur, weil die Fabriken rasant wuchsen, sondern eben auch wegen der hohen Fluktuation.

Zusammengenommen waren die Ursachen für die Landflucht der Bevölkerungsüberschuß auf dem Land, die (wenn auch noch so kleine) Eigenständigkeit der Arbeiter im Vergleich zu den Knechten, die Aussicht, sich selber durchs Leben bringen zu können (wie nah am Existenzminimum auch immer) anstatt als dauernder Bittsteller auf dem Dorf leben zu müssen und der Arbeiterbedarf in den Fabriken, die wiederum nur in den Städten zu finden waren.
Dass die Hoffnung der ländlichen Bevölkerung auf ein neues Leben in der Stadt allzuoft bitter enttäuscht wurde, steht auf einem anderen Blatt. Das verbindet die Landflüchtlinge mit den Auswanderern, die ebenfalls allzuoft nicht das goldene Land fanden, sondern allenfalls neue Schwierigkeiten, die im Vergleich zu denen, vor denen man geflohen war, nicht geringer waren...Wink
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19.05.2016, 17:56
Beitrag: #24
RE: Wie die Menschen früher lebten
(19.05.2016 14:29)913Chris schrieb:  ./.
Dass die Hoffnung der ländlichen Bevölkerung auf ein neues Leben in der Stadt allzuoft bitter enttäuscht wurde, steht auf einem anderen Blatt. Das verbindet die Landflüchtlinge mit den Auswanderern, die ebenfalls allzuoft nicht das goldene Land fanden, sondern allenfalls neue Schwierigkeiten, die im Vergleich zu denen, vor denen man geflohen war, nicht geringer waren...Wink

Das würde ich aber so nicht unterschreiben.
Von den Auswanderern, hier nicht Thema trotzdem, kam so gut wie keiner zurück, obwohl das oftmals möglich gewesen wäre. Es ging dann mancher nicht, der es vorgehabt hatte. Haus und Hofnamen wie "Amerika" oder "Klein-Amerika" sind bis heute Zeugnis davon. Die ausgewanderten Deutschen in den USA kamen so gut wie alle "Auf die Füsse"
Die großen enttäuschten Erwartungen gab es erst in den 20er Jahren, als die Auswanderung hauptsächlich nach Südamerika ging, und sehr viele strandeten, und auch sehr viele wiederkamen.

Bei der Binnenmigration, Landflucht nennst du es, gab es das Fänomen der "Kettenwanderung", hatte es einer irgendwo gut erwischt, hat er es Bekannten mitgeteilt, die dann nachkamen, nicht im Einzelfall sondern sehr häufig, nachgewiesen und belegt in einer vielzahl von Fällen.
Quelle wie meist in dem 3nd "Arbeiter im Kaiserreich"

Es scheint wohl doch so zu sein, dass die Lebensumstände halt doch meist und in der Gesamtheit in der Industrie besser waren.

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19.05.2016, 18:17
Beitrag: #25
RE: Wie die Menschen früher lebten
Vor ein paar Jahren ist mir in die Nase gekommen, dass es nach dem 1. WK recht umfangreich Wohnungsnot gab, von der vor dem 1. WK keine Rede war.

Was mir sehr unlogisch erschien, denn alle die, die auf den Soldatenfriedhöfen lagen, brauchten ja keine Wohnung mehr, und es waren auch 14-18 Millionen. Woher da Wohnungsmangel?

Ich bin der Sache dann mal nachgegangen, und die Erklärung ist eigentlich einfach, vor dem 1.WK haben Privatinvestoren ganze Straßenzüge und Stadtviertel gebaut, als Geldanlage. So wurde der Wohnungsbedarf weitgehend gedeckt.
Nach dem WK gab es dies nicht mehr, die viel höhere Besteuerung, der verlorene Krieg musste ja bezahkt werden, ließ dies nicht zu.
Auch die schlimmen Elendsviertel, wie sie zB Zille gemalt hat, sind erst nach 1914 so entstanden.

Letztlich ist so der öffentliche Wohnungsbau in die Lücke gesprungen.
Mit nicht soo großem Erfolg. Die Wohnungsnot gab es noch bis in die 60er Jahre hinein.

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19.05.2016, 19:14
Beitrag: #26
RE: Wie die Menschen früher lebten
(19.05.2016 17:56)Suebe schrieb:  Von den Auswanderern, hier nicht Thema trotzdem, kam so gut wie keiner zurück, obwohl das oftmals möglich gewesen wäre.

Einfache Erklärung: Sie waren pleite, hatten alles, was sie (und ihre Familie) hatten, für die Auswanderung ausgegeben...Wink
Parallele zur Landflucht: Mir ist nicht bekannt, dass viele wieder aufs Land zurück gekehrt wären. Möglicher Grund: Auf dem Land gab´s noch viel weniger Perspektiven als in der Stadt, und dazu noch die Schande, es nicht geschafft zu haben...das Ansehen hat in den dörflichen Gesellschaften dieser Zeit durchaus eine wichtige Rolle gespielt, so dass man sich das mit der Rückkehr (wohlgemerkt als Gescheiterter) als Ex-Dörfler nicht antun wollte...Wink
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19.05.2016, 19:45
Beitrag: #27
RE: Wie die Menschen früher lebten
(19.05.2016 19:14)913Chris schrieb:  
(19.05.2016 17:56)Suebe schrieb:  Von den Auswanderern, hier nicht Thema trotzdem, kam so gut wie keiner zurück, obwohl das oftmals möglich gewesen wäre.

Einfache Erklärung: Sie waren pleite, hatten alles, was sie (und ihre Familie) hatten, für die Auswanderung ausgegeben...Wink

Friedrich List wäre ein Gegenbeispiel,
oder mein Urgroßvater nach 3 Jahren wiedergekommen.Big Grin
Wobei zu beachten ist, dass eine ganze Reihe aus politischen Gründen gegangen sind.

Zitat:Parallele zur Landflucht: Mir ist nicht bekannt, dass viele wieder aufs Land zurück gekehrt wären. Möglicher Grund: Auf dem Land gab´s noch viel weniger Perspektiven als in der Stadt, und dazu noch die Schande, es nicht geschafft zu haben...das Ansehen hat in den dörflichen Gesellschaften dieser Zeit durchaus eine wichtige Rolle gespielt, so dass man sich das mit der Rückkehr (wohlgemerkt als Gescheiterter) als Ex-Dörfler nicht antun wollte...Wink

Genau, meine ich doch, unabhängig wie schlimm die Verhältnisse in den Städten, in der Industrie waren, auf dem Land waren sie schlimmer!

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20.05.2016, 09:38
Beitrag: #28
RE: Wie die Menschen früher lebten
(19.05.2016 19:45)Suebe schrieb:  
(19.05.2016 19:14)913Chris schrieb:  Einfache Erklärung: Sie waren pleite, hatten alles, was sie (und ihre Familie) hatten, für die Auswanderung ausgegeben...Wink

Friedrich List wäre ein Gegenbeispiel,
oder mein Urgroßvater nach 3 Jahren wiedergekommen.Big Grin
Wobei zu beachten ist, dass eine ganze Reihe aus politischen Gründen gegangen sind.

Dein Uropa ist EIN Beispiel...List kam nicht zurück, weil er es "drüben" nicht geschafft hätte, so weit ich weiß, sondern weil sich eben die politischen Verhältnisse "hüben" geändert hatten...Wink

Ins Gewicht fallen würde dein Argument dann, wenn von den vielen Millionen mindestens etliche hunderttausende wieder heimgekehrt wären...m.W. war das aber nicht so...Wink

VG
Christian
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20.05.2016, 19:51
Beitrag: #29
RE: Wie die Menschen früher lebten
(20.05.2016 09:38)913Chris schrieb:  
(19.05.2016 19:45)Suebe schrieb:  Friedrich List wäre ein Gegenbeispiel,
oder mein Urgroßvater nach 3 Jahren wiedergekommen.Big Grin
Wobei zu beachten ist, dass eine ganze Reihe aus politischen Gründen gegangen sind.

Dein Uropa ist EIN Beispiel...List kam nicht zurück, weil er es "drüben" nicht geschafft hätte, so weit ich weiß, sondern weil sich eben die politischen Verhältnisse "hüben" geändert hatten...Wink

Ins Gewicht fallen würde dein Argument dann, wenn von den vielen Millionen mindestens etliche hunderttausende wieder heimgekehrt wären...m.W. war das aber nicht so...Wink

VG
Christian

Verstehe ich jetzt nicht, ich schrieb doch, dass es die Auswanderer des 19. Jahrhunderts, speziell in den USA so ziemlich alle "schafften" auf die Beine kamen.
Mein Urähne kam zurück, derweil die Dame seines Herzens nicht über den großen Teich wollte.
Und der List hat es geschafft, und wie! der ist in den USA stinkreich geworden, in wenigen Jahren, eine richtige Bilderbuch-Geschichte,
mit dem fehlenden Happy-End,
er kam zurück, und bekam es mit den selben bornierten Idioten zu tun, wie vorher.
Carl Schurz war klüger, der hat den Schalmeienklängen nicht getraut.

Sowohl aus der Verwandschaft meiner Mutter als auch aus der meines Vaters sind in den 1870er und 1880er Jahren etliche ausgewandert. Mein Familienname, auf der Südwestalb alles andere als selten, dürfte heute mehr Träger in den USA aufweisen, als sonstwo.
Und es gab regen Briefkontakt bis in die 1960er Jahre hinein. Noch ich habe in den beginnenden 70er Jahren ein paar Briefe mit einer Verwanden in Syracuse/PA gewechselt. Und auch hier "Kettenwanderung" der mW letzte Fall, der meiner Schwester, die eine Base meines Vaters 1955 mit rübernahm.
Die kamen nicht mehr zurück, weil es ihnen in der neuen Welt binnen kurzem besser ging wie im "old little Heimatort".
Genau wie die Binnenwanderer nicht mehr aufs Land zurückgingen, weil es ihnen in den Städten deutlich besser ging.

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20.05.2016, 23:08
Beitrag: #30
RE: Wie die Menschen früher lebten
okok, ich geb mich der macht deiner argumente geschlagen...hast nen trollinger da? *grins*
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21.05.2016, 12:09
Beitrag: #31
RE: Wie die Menschen früher lebten
(20.05.2016 23:08)913Chris schrieb:  okok, ich geb mich der macht deiner argumente geschlagen...hast nen trollinger da? *grins*

Kann ja gar nicht sein, ebenfalls grins,

denn, lies mal nach, wir waren eigentlich nie so weit auseinander.

Wobei,
ich habe von diesem Komplex hier eigentlich keien Ahnung gehabt.
Und habe mich mit dem 3nd hier durch eure Argumente, Thesen und Meinungsäußerungen zu einer gewissen Ahnung hochgeschaukelt.
Man wird in der "Zwiesprache" auf eine deutlich effektivere Ebene der dialektischen Wahrheitsfindung gelupft wie man es allein erreichen könnte.

Deshalb bin ich ein großer Freund und Verfechter der Diskussion.

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21.05.2016, 22:35
Beitrag: #32
RE: Wie die Menschen früher lebten
Viele Auswanderer dürften auch weniger edle Motive zur Heimatflucht gehabt haben. Damit meine ich nicht nur die strafrechtlich relevantem Vorleben, auch die mit anderen Altlasten (uneheliche Kinder, unrühmliche Verrgangenheit etc.). Da schied dann eine Rückkehrr von vorneherein weitgehend aus.

Und in Amerika wurde ja jeder gebraucht und alles blühte auf, Scheitern war da beinahe unmöglich.

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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23.05.2016, 19:55
Beitrag: #33
RE: Wie die Menschen früher lebten
Johann Ludwig Krimmel, in den USA als Landschafts- und Genre-Maler am Beginn des 19. Jahrhunderts bekannt geworden.
Stammt aus meinem "Lebensmittelpunkt" in den Jahrn 1814-17 besuchte er den "Old little Heimatort" wo seine Worte in einer zeitgenössischen Chronik erhalten sind:
"wer hier nichts ist, wird dort auch nichts"

Soll heißen, sooo klar war es auch wieder nicht.

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23.05.2016, 20:06
Beitrag: #34
RE: Wie die Menschen früher lebten
Es sind mit Sicherheit viele "schwarz" gegangen, wo über deren Gedeihen oder Verderben in aller Regel nichts bekannt ist.

An und für sich war die Auswanderung jedoch geregelt und amtlich überwacht.
Ich besitze ein paar Jahresbände regionale Zeitungen. Und da sind zB die Jahre 1847-49 voll mit amtl. Ankündigungen "der Xxxx aus Vvvv will mit seiner Familie nach Amerika auswandern, wer noch Forderungen an ihn hat, muss die bis da und da beim Bürgermeisteramt in Vvvv anmelden, sonst bekommt er nichts mehr".

Ein anderes Thema sind die "Mißratenen Söhne" die nach Amerika entsorgt wurden.
Aber hier muss ich passen.
Es gab/gibt da vielerlei Geschwätz und Gerüchte, aber mir ist bis dato kein Fall untergekommen, der auch nur einigermaßen zu belegen wäre.

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24.05.2016, 11:56
Beitrag: #35
RE: Wie die Menschen früher lebten
Das wird zuerst an der Frage hängen, inwiefern denn die Söhne "missraten" waren. Die Definition von "missraten" dürfte durchaus von Fall zu Fall unterschiedlich sein...Wink

Und wenn der Sohn wirklich missraten war - nach meiner Definition also ein Hallodri war - dann dürfte der meist einen leichteren Weg gesucht haben, um sich durchzuschlagen als auszuwandern. Wer auswanderte, gab nämlich alles auf, was ihn an zu Hause band - außer den persönlichen und familiären Bindungen vielleicht - da war es doch viel leichter, in der nächsten Stadt oder in einer deutschen Großstadt sein Auskommen zu suchen, evtl. mit "Hilfe" von mow schwerer Kriminalität...Wink
Auswandern war immer ein Zeichen von Hoffnungslosigkeit bzw. von Suche nach neuen Hoffnungen gaaanz weit weg.

Wobei es in den Jahren, in denen das Deutsche Reich Kolonien hatte, viele Auswanderer gegeben haben dürfte, die nach 1914/18 wieder "heim ins Reich" kamen, weil die ja die Ex-Kolonien verlassen mussten. Gerade aus "Deutsch-Südwest" müssen da ganze Schiffsladungen zurück gekommen sein, von den Briten und Südafrikanern vertrieben (und von den Einheimischen kaum vermisst...Wink
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24.05.2016, 15:39
Beitrag: #36
RE: Wie die Menschen früher lebten
(24.05.2016 11:56)913Chris schrieb:  Das wird zuerst an der Frage hängen, inwiefern denn die Söhne "missraten" waren. Die Definition von "missraten" dürfte durchaus von Fall zu Fall unterschiedlich sein...Wink

Und wenn der Sohn wirklich missraten war - nach meiner Definition also ein Hallodri war - dann dürfte der meist einen leichteren Weg gesucht haben, um sich durchzuschlagen als auszuwandern. Wer auswanderte, gab nämlich alles auf, was ihn an zu Hause band - außer den persönlichen und familiären Bindungen vielleicht - da war es doch viel leichter, in der nächsten Stadt oder in einer deutschen Großstadt sein Auskommen zu suchen, evtl. mit "Hilfe" von mow schwerer Kriminalität...Wink
Auswandern war immer ein Zeichen von Hoffnungslosigkeit bzw. von Suche nach neuen Hoffnungen gaaanz weit weg.

./.


Da muss ich vermutlich noch etwas eränzen.
Es hält sich um Land der Schwaben sehr hartnäckig das Gerücht, dass diese und jene und "selle":D wohlangesehene und betuchte (zumindest vor 100 Jahren) Familie einen oder gar mehrere Sprößlinge nach Amerika "entsorgt" haben. Schiffskarte und unter Begleitung nach Le Havre, Bremen oder in sonst einen Überseehafen gebracht. "Wehe du kommst zurück..."
Es soll in den ersten Nachkriegsjahren das geflügelte Wort gegeben haben "Warum hatten wir auch nie einen Lump in der Familie, dann würden wir jetzt wenigstens USA-Päckchen bekommen"
sogar in regionalen Fernsehsendungen hat sich dies noch in den 60ern niedergeschlagen.

Aber, ich habe es oben schon geschrieben. Ich halte das ganze inzwischen für eine Sage. Vielleicht gab es sogar den einen oder anderen Fall, aber insgesamt garantiert Mega-übertrieben.


Zitat:Wobei es in den Jahren, in denen das Deutsche Reich Kolonien hatte, viele Auswanderer gegeben haben dürfte, die nach 1914/18 wieder "heim ins Reich" kamen, weil die ja die Ex-Kolonien verlassen mussten. Gerade aus "Deutsch-Südwest" müssen da ganze Schiffsladungen zurück gekommen sein, von den Briten und Südafrikanern vertrieben (und von den Einheimischen kaum vermisst...Wink

Die Kolonialverwaltung hat sich allem nach gegen "Auswanderer" kräftig nachhaltig und erfolgreich gewehrt. Weil sie genau diese Probleme erwarteten.
Außer in Südwest. Und nur dort gab es eine gewisse messbare Einwanderung Deutscher.
Hier aber war der Waffenstillstand so abgefasst, dass kaum Deutsche aus dem Land verjagd werden konnten. Die haben dort klugerweise nicht gewartet, bis sie aber auch überhaupt kein Drohpotential mehr hatten, sondern haben bei Zeiten verhandelt und kontraktiert.
Wobei die Buren ja durchaus an Europäern im Land interessiert waren, was natürlich dazu kam.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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24.05.2016, 15:43
Beitrag: #37
RE: Wie die Menschen früher lebten
Edit:
"Auswandern war immer ein Zeichen von Hoffnungslosigkeit bzw. von Suche nach neuen Hoffnungen gaaanz weit weg."
so ganz auch nicht.
Denn die Auswanderung kam immer dann erst in Fahrt, wenn die eigentliche Krise vorbei war, wieder die nötigen Mittel, hat ja eine Stange Geld gekostet, zur Verfügung standen.
Ich denke mal, es war eher das "Wissen" dass die nächste Krise sowieso kommt, und in diesem Land (Deutschland) sich sowieso nie etwas zum guten ändert"

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