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Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
02.03.2016, 19:05
Beitrag: #21
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
(01.03.2016 19:23)Suebe schrieb:  Von einer Nebenlinie "Grüningen" kann man eigentlich erst nachdem das Verhängnis über Grüningen hereinbrach, reden.
Noch der unglückliche Grüninger Graf war zuvor Vormund seines "Stuttgarter" Vetter gewesen.

Anfangs waren das wohl zwei "gleichberechtigte" Dynastien, die irgendwie miteinander verwandt waren, genaueres weiß man nicht. Jedenfalls ist Konrad I. von Württemberg ein prominenter Zeuge (er steht an zweiter Stelle in der Zeugenliste) im Bempflinger Vertrag, bei dem Werner IV. von Grüningen seine zwei Onkel beerbt. Werner war verwandt mit dem mächtigen Häusern Achalm, und damit war das wohl auch Konrad I. - m.E. ein nicht unwichtiger Punkt, wenn man den späteren Aufstieg der Württemberger betrachtet.
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02.03.2016, 20:30
Beitrag: #22
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
(02.03.2016 19:05)913Chris schrieb:  
(01.03.2016 19:23)Suebe schrieb:  Von einer Nebenlinie "Grüningen" kann man eigentlich erst nachdem das Verhängnis über Grüningen hereinbrach, reden.
Noch der unglückliche Grüninger Graf war zuvor Vormund seines "Stuttgarter" Vetter gewesen.

Anfangs waren das wohl zwei "gleichberechtigte" Dynastien, die irgendwie miteinander verwandt waren, genaueres weiß man nicht. Jedenfalls ist Konrad I. von Württemberg ein prominenter Zeuge (er steht an zweiter Stelle in der Zeugenliste) im Bempflinger Vertrag, bei dem Werner IV. von Grüningen seine zwei Onkel beerbt. Werner war verwandt mit dem mächtigen Häusern Achalm, und damit war das wohl auch Konrad I. - m.E. ein nicht unwichtiger Punkt, wenn man den späteren Aufstieg der Württemberger betrachtet.


Die Abstammung und der Grad der Verwandschaft ist definitiv bekannt.

Die beiden Grafen Hartmann und Ludwig von Württemberg entstammen einer 1160/70 geschlossenen Württembergisch/Kirchbergischen Ehe.
Das erste bekannte württ. Wappen ist das kirchbergische mit den drei Türmen. Ab hier ist auch die kräftige oberschwäbische Expansion festzustellen.
Hartmann nahm dann eine Veringerin zur Frau, die die Hirschstangen als Wappen "mitbrachte" zusammen mit ua Grüningen. Hartmanns Sohn Konrad, der Erbe Grüningens, widerum nannte sich im Wechsel von Württemberg und von Grüningen. Dessen Sohn Hartmann, der I. in Grüningischer Zählung, nannte sich dann nur noch "von Grüningen"
"mit ihm beginnt die Geschichte der württembergischen Linie Landau-Grüningen" (Sönke Lorenz)

Quelle: Das Haus Württemberg. Ein biografisches Lexikon herausgegeben von Sönke Lorenz, Dieter Mertens, Volker Press
und dem
Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen

hier insbesondere der Aufsatz von Sönke Lorenz "Die Grafen von Grüningen-Landau" (Mitte des 13. bis Anfang des 15. Jahrhunderts)

OT:
In Veringendorf, im Tal der Lauchert, nicht allzuweit von meinem Domizil, gibt es eine ganz tolle 2-Türmige gotische Kirche, dort, in der Kirche unterkam mir ein Wappen mit den "Hirschhörnern" nanu fragte ich mich..

dann gibt es zwischen Riedlingen und der Heuneburg ein altes aufgehobenes Kloster, Heiligkreuztal. Hochgotik, einfach Super.
Im Kreuzgang Wappen mit Hirschhörnern die Menge, Äbtissinen aber auch ein offensichtliches Erbbegräbnis, Grafen von Landau ... und wieder dachte ich nanu.

Ich will nicht langweilen, seither habe ich jedenfalls ein gewisses Interesse an den Grafen von Grüningen-Landau. Ich kann also schon noch einges hier bringen.
Noch eines am Rande, ein Veringer Graf, die Burg-Ruine steht über Veringenstadt im Laucherttal, ist zusammen mit Konradin in Neapel hingerichtet worden. Es scheint, dass so maches "Erbproblem" dort gelöst wurde.

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03.03.2016, 07:58
Beitrag: #23
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
(02.03.2016 20:30)Suebe schrieb:  ...
Noch eines am Rande, ein Veringer Graf, die Burg-Ruine steht über Veringenstadt im Laucherttal, ist zusammen mit Konradin in Neapel hingerichtet worden. Es scheint, dass so maches "Erbproblem" dort gelöst wurde.

Ist über diesen Veringer Grafen noch mehr bekannt außer sein Ende?

Immerhin wäre in Bezug auf Konradin nicht zu übersehen, dass dessen vermutlich bekanntester "Schicksalsgenosse" ein gewisser Friedrich von Baden war. Der wird zwar gewöhnlich als Angehöriger der Babenberger (Herzogtum Österreich und Steiermark) bzw. der "letzte Babenberger" gesehen (seine Mutter war eine Babenbergerin), aber sein Vater war ein Markgraf von Baden und die Markgrafen von Baden (bzw. ihre Vorfahren) haben ihren Herrschaftsschwerpunkt letztlich ebenfallls im früheren Herzogtum Schwaben gebildet.

---------------------------
Nur die Geschichtenschreiber erzählen uns, was die Leute dachten.
Wissenschaftliche Forscher halten sich streng an das, was sie taten.

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03.03.2016, 10:12
Beitrag: #24
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
(03.03.2016 07:58)Teresa C. schrieb:  
(02.03.2016 20:30)Suebe schrieb:  ...
Noch eines am Rande, ein Veringer Graf, die Burg-Ruine steht über Veringenstadt im Laucherttal, ist zusammen mit Konradin in Neapel hingerichtet worden. Es scheint, dass so maches "Erbproblem" dort gelöst wurde.

Ist über diesen Veringer Grafen noch mehr bekannt außer sein Ende?

Immerhin wäre in Bezug auf Konradin nicht zu übersehen, dass dessen vermutlich bekanntester "Schicksalsgenosse" ein gewisser Friedrich von Baden war. Der wird zwar gewöhnlich als Angehöriger der Babenberger (Herzogtum Österreich und Steiermark) bzw. der "letzte Babenberger" gesehen (seine Mutter war eine Babenbergerin), aber sein Vater war ein Markgraf von Baden und die Markgrafen von Baden (bzw. ihre Vorfahren) haben ihren Herrschaftsschwerpunkt letztlich ebenfallls im früheren Herzogtum Schwaben gebildet.

Bin ich im Moment überfragt.

Nur soviel, die Markgrafen von Baden sind "eigentlich" Zähringer, die überlebende/weiterbestehende Linie.
Der Vater Friedrichs hatte ja auf die Markgrafschaft Baden verzichtet, wobei die Frage ist, ob dies auch für den Sohn galt. Mit anderen Worte, da kommt schon ein ganzes Konglomerat an Ansprüchen zusammen. Konradin und Friedrich waren schon sehr vielen im Weg, und ich vermute mal es könnte bei dem Veringer ähnlich gewesen sein.

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03.03.2016, 15:23
Beitrag: #25
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
(03.03.2016 10:12)Suebe schrieb:  Nur soviel, die Markgrafen von Baden sind "eigentlich" Zähringer, die überlebende/weiterbestehende Linie.

Nicht nur die Markgrafen von Baden sind eine Nebenlinie der Zähringer Herzöge, sondern auch die Herzöge von Teck. Sie besaßen ein kleines Territorium um die Burg Teck am Nordrand der Schwäbischen Alb und mussten im Verlauf des 14. Jh. ihre Güter an Habsburg und Württemberg verkaufen. Die Herzöge von Teck starben völlig verarmt 1439 aus.

Bedeutsam ist, dass Kaiser Maximilian I. den Titel "Herzog von Teck" Eberhard V. von Württemberg verlieh, und zwar anlässlich der Erhebung Württembergs zum Herzogtum 1495. Diesen Titel führte im 19. Jh. eine Nebenlinie des württembergischen Königshauses und - durch die Heirat der Mary von Teck mit dem Herzog von York, dem späteren König Georg V. - bis heute das englische Königshaus.
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03.03.2016, 18:24
Beitrag: #26
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
(03.03.2016 15:23)Dietrich schrieb:  
(03.03.2016 10:12)Suebe schrieb:  Nur soviel, die Markgrafen von Baden sind "eigentlich" Zähringer, die überlebende/weiterbestehende Linie.

Nicht nur die Markgrafen von Baden sind eine Nebenlinie der Zähringer Herzöge, sondern auch die Herzöge von Teck. Sie besaßen ein kleines Territorium um die Burg Teck am Nordrand der Schwäbischen Alb und mussten im Verlauf des 14. Jh. ihre Güter an Habsburg und Württemberg verkaufen. Die Herzöge von Teck starben völlig verarmt 1439 aus.

Bedeutsam ist, dass Kaiser Maximilian I. den Titel "Herzog von Teck" Eberhard V. von Württemberg verlieh, und zwar anlässlich der Erhebung Württembergs zum Herzogtum 1495. Diesen Titel führte im 19. Jh. eine Nebenlinie des württembergischen Königshauses und - durch die Heirat der Mary von Teck mit dem Herzog von York, dem späteren König Georg V. - bis heute das englische Königshaus.


Neue KisteTeeth
Die "Würfel" im württ. Wappen kommen von Teck.
Herzog Alexander von Württ. heiratete 1835 eine ungarische Gräfin Rhedy, die in Württ. nicht als ebenbürtig galt. Nix mehr mit Thronansprüche usw. aber später mit dem Titel der Herzöge von Teck ausgestattet. Aber anscheinend kaum Vermögen (relativ! denn man lebte meist in Italien)
In England dann ins Königshaus eingeheiratet, eine Enkelin von King George IV. Aber auch dort "eigentlich" nicht standesgemäß. Königin Victoria hat eine Tochter (Mary) aus der Ehe sehr geschötzt, und "gekuppelt".
So dass Marie von Teck die Großmutter der heutigen Queen wurde.
Seit dem WK 1 nix mehr mit Teck, Cambridge ist der "neue" Name.

Victoria muss auch immer Wert darauf gelegt haben, dass Teck die Ansprüche in Württ. beibehielt, "denn man könne nie wissen wie es kommen würde."

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03.03.2016, 18:27
Beitrag: #27
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
(03.03.2016 15:23)Dietrich schrieb:  
(03.03.2016 10:12)Suebe schrieb:  Nur soviel, die Markgrafen von Baden sind "eigentlich" Zähringer, die überlebende/weiterbestehende Linie.

Nicht nur die Markgrafen von Baden sind eine Nebenlinie der Zähringer Herzöge, sondern auch die Herzöge von Teck. Sie besaßen ein kleines Territorium um die Burg Teck am Nordrand der Schwäbischen Alb und mussten im Verlauf des 14. Jh. ihre Güter an Habsburg und Württemberg verkaufen. Die Herzöge von Teck starben völlig verarmt 1439 aus.

Das ist wohl der Stammsitz der Zähringer, die Limburg, bei der Teck ums EckTeeth wird heute als solcher betrachtet.

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05.03.2016, 18:51
Beitrag: #28
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
Noch kurz zu den Anfängen.
Die ersten urkundlichen Wirtenberger kommen aus dem Dunstkreis der Salier-Kaiser und sind mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit mit diesen verwandt.
Über dieHerkunft des Namens"Wirtenberg" gibt es diverse Spekulationen, so richtig überzeugend ist keine.

Als sich die Stauferherzöge begannen an Rems und Neckar auszubreiten, gerieten die Wüttemberger in eine gewisse Bedrängnis, und expandierten in der Folge in Oberschwaben und im Allgäu.

Siehe die "Kirchheimer" Ehe der die Gründer der beiden Linien entstammen.

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06.03.2016, 19:35
Beitrag: #29
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
(05.03.2016 18:51)Suebe schrieb:  Noch kurz zu den Anfängen.
Die ersten urkundlichen Wirtenberger kommen aus dem Dunstkreis der Salier-Kaiser und sind mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit mit diesen verwandt.
Über dieHerkunft des Namens"Wirtenberg" gibt es diverse Spekulationen, so richtig überzeugend ist keine.

Die Herkunft des Hauses Württemberg ist in der Tat bis heute ungeklärt und Ziel zahreicher Hypothesen und Spekulationen. Nach einer jümgeren Hypothese gehörten Konrad von Wirtinisberk und seine Geschwister Bruno, Abt von Hirsau und Liutgart zur Nachkommenschaft des salischen Herzogs Konrad von Kärnten (gest. 1011) und der Mathilde von Schwaben (gest. 1031/32).

Einen gesicherten Beweis zur Herkunftsfrage gibt es jedoch nicht.
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06.03.2016, 22:08
Beitrag: #30
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
(06.03.2016 19:35)Dietrich schrieb:  
(05.03.2016 18:51)Suebe schrieb:  Noch kurz zu den Anfängen.
Die ersten urkundlichen Wirtenberger kommen aus dem Dunstkreis der Salier-Kaiser und sind mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit mit diesen verwandt.
Über dieHerkunft des Namens"Wirtenberg" gibt es diverse Spekulationen, so richtig überzeugend ist keine.

Die Herkunft des Hauses Württemberg ist in der Tat bis heute ungeklärt und Ziel zahreicher Hypothesen und Spekulationen. Nach einer jümgeren Hypothese gehörten Konrad von Wirtinisberk und seine Geschwister Bruno, Abt von Hirsau und Liutgart zur Nachkommenschaft des salischen Herzogs Konrad von Kärnten (gest. 1011) und der Mathilde von Schwaben (gest. 1031/32).

Einen gesicherten Beweis zur Herkunftsfrage gibt es jedoch nicht.


Da hast du mich falsch verstanden.
Für hochmittelalterliche Verhältnisse ist die Verwandtschaft mit den Saliern recht gut nachgewiesen. Namen, Güter usw. was da halt benutzt wird um eine Herkunft abzuleiten.

Was mMn völlig ungeklärt ist, ist die Namensherkunft.
Anders als ansonsten üblich, hat ja nicht der Berg mit der Burg dem Geschlecht den Namen gegeben, der heißt seit altersher bis heute "Rotenberg" sondern das Geschlecht hat den Namen wohl "mitgebracht" obwohl jener Konrad zuvor den Namen "von Beutelsbach" trägt.
Eine Theorie macht den Namen an einer keltischen Bezeichnung fest, der ein umzäuntes Grundstück in der Nähe einer Befestigung bedeuten würde.
Was widerum bedeuten würde, dass die Württemberger Namensvettern von mir wären LolLolLolLolLolLolDevil

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07.03.2016, 20:27
Beitrag: #31
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
Zu den genaueren Umständen vom "Absinken" der Linie Landau-Grüningen.

1273 ließ Rudolf von Habsburg bei einem Hoftag in Speyer verkünden, dass alles seit 1245 entfremdete Reichsgut zurückzugeben wäre.
Für das Gebiet zwischen der Schwäbischen Alb und Wimpfen beauftragte Rudolf 1274 seinen Schwager Ablrecht von Hohenberg mit der Aufgabe diese Reichsgüter einzuziehen.
(Albrecht von Hohenberg ist im Chor der klosterkirche Kirchberg begraben, in einem Bereich der "normal" nicht zugänglich ist, bei einer Führung bat ich um die Erlaubnis, die Grabplatte zu besichtigen, und habe prompt den Alarm ausgelöst...Blush)
Damals brauchte es handfeste Männer, um Rechtstitel durchzusetzen.

Württemberg hat nicht viele Geschichten gemacht, und hat Reutlingen und die Achalm noch 1274 zurückgegeben.

Landau-Grüningen jedoch weigerte sich Markgröningen herauszugeben, und es kam zu einigen Gefechten darum, bezeugt sind solche 1277 und 1279 wo sich jeweils Graf Hartmann behaupten konnte. 1280 geriet er aber in Gefangenschaft des Hohenbergers und starb noch im selben Jahr in Gefenagenschaft auf dem Asperg. Das Reich nahm Markgröningen wieder in Besitz, und verkaufte es 56 Jahre später,
an Württemberg. Die Reichssturmfahne im württ. Herzogswappen steht für Markgröningen.
Die verlorenen Gebiete der Grüningen im Unterland hat Württemberg im 14. Jahrhundert meist wiedergewinnen können, die im Oberland erst 500 Jahre später.

Die Kämpfe gegen das Reich hatten Grüningen auch wirtschaftlich ruiniert, in Oberschwaben musste Stück um Stück verkauft werden. Wobei meist Habsburg als Käufer auftrat. 1330 musste selbst die Burg Landau verkauft werden.

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07.03.2016, 21:18
Beitrag: #32
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
20 Jahre später konnte die Burg Landau mit der zugehörigen Herrschaft aber wieder zurückgekauft werden.
Landau-Grüningen betätigten sich in Italien als Condottiere mit erheblichem Erfolg. Eine Tätigkeit die beim südd. Adel jener Zeit recht beliebt war und zahlreiche Berufskollegen fand. Wobei die Landau wie geschrieben zu den erfolgreichsten gehörten.
In dieser Zeit wurden aus den Grafenl, durch "unstandesgemäße" Heiraten Ritter und Edelleute.

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08.03.2016, 12:28
Beitrag: #33
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
(07.03.2016 21:18)Suebe schrieb:  20 Jahre später konnte die Burg Landau mit der zugehörigen Herrschaft aber wieder zurückgekauft werden.
Landau-Grüningen betätigten sich in Italien als Condottiere mit erheblichem Erfolg. Eine Tätigkeit die beim südd. Adel jener Zeit recht beliebt war und zahlreiche Berufskollegen fand. Wobei die Landau wie geschrieben zu den erfolgreichsten gehörten.
In dieser Zeit wurden aus den Grafenl, durch "unstandesgemäße" Heiraten Ritter und Edelleute.

Sie waren ja auch mit den Visconti verschwägert - wenn auch nur ausserehelich (wobei Bernabo Visconti allerdings viele seiner ausserehelichen Kinder legitimiert hat).
Und so schlimm war das "Absinken" des Geschlechts nun auch wieder nicht. Immerhin hatten sie - mittels Ehe mit der Erbtochter - die Herrschaft Ferrette (Pfirt) zum Mindesten vorübergehend im elsässischen Sundgau dazugewonnen.

http://fmg.ac/Projects/MedLands/SWABIAN%...after1340A
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08.03.2016, 13:59
Beitrag: #34
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
(08.03.2016 12:28)Aguyar schrieb:  
(07.03.2016 21:18)Suebe schrieb:  20 Jahre später konnte die Burg Landau mit der zugehörigen Herrschaft aber wieder zurückgekauft werden.
Landau-Grüningen betätigten sich in Italien als Condottiere mit erheblichem Erfolg. Eine Tätigkeit die beim südd. Adel jener Zeit recht beliebt war und zahlreiche Berufskollegen fand. Wobei die Landau wie geschrieben zu den erfolgreichsten gehörten.
In dieser Zeit wurden aus den Grafenl, durch "unstandesgemäße" Heiraten Ritter und Edelleute.

Sie waren ja auch mit den Visconti verschwägert - wenn auch nur ausserehelich (wobei Bernabo Visconti allerdings viele seiner ausserehelichen Kinder legitimiert hat).
Und so schlimm war das "Absinken" des Geschlechts nun auch wieder nicht. Immerhin hatten sie - mittels Ehe mit der Erbtochter - die Herrschaft Ferrette (Pfirt) zum Mindesten vorübergehend im elsässischen Sundgau dazugewonnen.

http://fmg.ac/Projects/MedLands/SWABIAN%...after1340A

Der "Stuttgarter" Graf hat aber gleichzeitig eine "legitime" Visconti zur Frau bekommen.
Also einen gewissen Rangunterschied drückt dies schon aus.

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08.03.2016, 17:05
Beitrag: #35
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
Zitat aguyar
Zitat:Und so schlimm war das "Absinken" des Geschlechts nun auch wieder nicht. Immerhin hatten sie - mittels Ehe mit der Erbtochter - die Herrschaft Ferrette (Pfirt) zum Mindesten vorübergehend im elsässischen Sundgau dazugewonnen.

Die Landau-Grünngen haben sich gegen den "Abstieg" freilich und auch zeitweilig erfolgreich gewehrt. Durch diverse Heiraten die wieder Zuwächse brachten, und durch die sehr ertragreichen Kriegsdienste in Italien, wo sie zusammen mit Hakwood die meistgenannten und höchstdotierten waren. Im Dienst der Stuttgarter Verwandschaft tauchen noch welche auf, die Pfandschaft über Blaubeuren wurde noch erworben, nur mal zum Beipsiel.
Aber mit der "Asperger-Gefangenschaft" war es mit den Grafen die zur Territorialherrschaft strebten vorbei, hier sehr im Gegensatz zu Württemberg denen dies gelang.
Und in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts war auch der "Grafen-titel" futsch, nannten sie sich noch Ritter oder Halbritter, Niederadlige eben.
1437 ging die Burg und Herrschaft Landau endgültig verloren, an Waldburg,
Die letzte Bestattung in Heiligkreuztal in der Stiftergruft (ich habe mich am Sonntag persönlich überzeugt Idea) eines Landau-Grüningen war 1499.
Das Geschlecht verschwand aus Südwestdeutschland, ging nach Österreich, wo sie im 17. Jahrhundert, da sie den reformierten Glauben angenommen hatten, des Landes verwiesen wurden.



Ich habe die Landau-Grüningen hier in dem 3nd beschrieben, weil einmal trotz verheißungsvoller Anfänge der Einstieg in die Territorial-Herrschaft nicht gelang. Andererseits der direkte Vergleich mit den so nahe verwandten Württemberg diese Betrachtung mMn besonders reizvoll macht. Die einen Namensgeber eines Bundeslandes, die anderen völlig vergessen.
Und um darauf abzuheben, dass Württemberg im Verbund mit Grüningen es vermutlich geschafft hätte die Staufer im Herzogtum Schwaben umfassend zu beerben.

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23.05.2019, 20:36
Beitrag: #36
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
Da ist mir kürzlich in einer Regional-Chronik über den Bauernkrieg im Bodenseegebiet 1525
ein Jacob von Landau, Ritter
als Amtmann der habsburgischen Landgrafschaft Nellenburg untergekommen.
(die damals schon ausgestorbenen Nellenburger Grafen waren Verwandte der Landau-Grüningen, Veringen und Württemberger man beachte die Hirschhörner)
das ist vermutlich eine der letzten Nennungen der Landau im Schwäbischen.
Die Familie ist dann anscheinend, wohl im Habsburger Gefolge, nach Österreich,
in Wagram und Süssenbrunn (heute Wien) tauchen sie wieder auf. Wo sie sich wieder Grafen nennen.
Auch da wieder im "wiederaufstieg", aber
Dort werden sie dann, sie werden evangelisch, im 17. Jahrhundert des Landes verwiesen.
Weiter bin ich bis dato nicht vorgedrungen, es scheint aber mindestens einen Teil der Familie nach Russland verschlagen zu haben.

Haben unsere österreichischen Spätmittelalter und frühe Neuzeit-Cracks da eventuell weitergehende Infos?

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23.05.2019, 23:48
Beitrag: #37
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
Auf der RegioWiki.AT finden sich ein Artikel zu einem Freiherr Achaz von Landau, siehe https://regiowiki.at/wiki/Achaz_von_Landau. Kein sonderlich sympathischer Kerl, aber er könnte ein Verwandter "Deiner" Grafen von Landau sein.

Außerdem gibt es dort einige Artikel zu den Herren von Puchheim, siehe https://regiowiki.at/wiki/Kategorie:Puch...schlecht), mit denen die Landauer offensichtlich durch eine Ehe verwandt waren.

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24.05.2019, 23:34
Beitrag: #38
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
(23.05.2019 20:36)Suebe schrieb:  Da ist mir kürzlich in einer Regional-Chronik über den Bauernkrieg im Bodenseegebiet 1525
ein Jacob von Landau, Ritter
als Amtmann der habsburgischen Landgrafschaft Nellenburg untergekommen.
(die damals schon ausgestorbenen Nellenburger Grafen waren Verwandte der Landau-Grüningen, Veringen und Württemberger man beachte die Hirschhörner)
das ist vermutlich eine der letzten Nennungen der Landau im Schwäbischen.
Die Familie ist dann anscheinend, wohl im Habsburger Gefolge, nach Österreich,
in Wagram und Süssenbrunn (heute Wien) tauchen sie wieder auf. Wo sie sich wieder Grafen nennen.
Auch da wieder im "wiederaufstieg", aber
Dort werden sie dann, sie werden evangelisch, im 17. Jahrhundert des Landes verwiesen.
Weiter bin ich bis dato nicht vorgedrungen, es scheint aber mindestens einen Teil der Familie nach Russland verschlagen zu haben.

Haben unsere österreichischen Spätmittelalter und frühe Neuzeit-Cracks da eventuell weitergehende Infos?

Bei dem Jacob dürfte es sich um Johann Jakob, gest. 1557, verheiratet mit Sophia Schenk von Schenkenstein gehandelt haben.

In "meiner" zusammengesammelten Genealogie (die Lücken aufweist und nicht in jedem Fall korrekt ist) ist der letzte Vertreter des Geschlechts Grüningen-Landau Johann Adam, g. 1690, verheiratet mit Helena Dorothea von Hennion. Dieser Johann Adam hatte noch zwei Schwestern, Christina Polyxena, eine Nonne in Wien, und Susanne Magdalene, verheiratet in erster Ehe mit François Jacques de Le Prun, in zweiter Ehe mit Johann Rudolf von Hackelburg-Landau.
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25.05.2019, 12:46
Beitrag: #39
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
(24.05.2019 23:34)Aguyar schrieb:  ./.

Haben unsere österreichischen Spätmittelalter und frühe Neuzeit-Cracks da eventuell weitergehende Infos?

Bei dem Jacob dürfte es sich um Johann Jakob, gest. 1557, verheiratet mit Sophia Schenk von Schenkenstein gehandelt haben.


[/quote]

Das ist ziemlich sicher so.
Denn in dem genannten Schriftverkehr zw. Überlingen-Nellenburg-Stühlingen und dem Schwäbischen Bund wird er teilw. mit Hans Jacob angesprochen.
Er wird ein Sohn des letzten im Kreuzgang des Klosters Heiligkreuztal im Jahr 1499 bestatteten Landau-Grüningen sein.
(Leider habe ich mir Vornamen und Lebensdaten nie notiert... wird nachgeholt)

Zitat:In "meiner" zusammengesammelten Genealogie (die Lücken aufweist und nicht in jedem Fall korrekt ist) ist der letzte Vertreter des Geschlechts Grüningen-Landau Johann Adam, g. 1690, verheiratet mit Helena Dorothea von Hennion. Dieser Johann Adam hatte noch zwei Schwestern, Christina Polyxena, eine Nonne in Wien, und Susanne Magdalene, verheiratet in erster Ehe mit François Jacques de Le Prun, in zweiter Ehe mit Johann Rudolf von Hackelburg-Landau.

Es ist im Netz ein Konstantin von Landau-Grueningen zu finden, der im Zuge der Revolution aus Russland emigriert ist. (maschinengeschriebene Lebensgeschichte)
auch in Niederösterreich und den USA sind einzelne Namensträger auszumachen.

Ich danke Teresa und Dir schon mal sehr, die "Schwarm-Intelligenz" ist einfach unschlagbar. Idea

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29.05.2019, 10:54
Beitrag: #40
RE: Entwicklung von Territorialherrschaften im Spätmittelalter
In einer Chronik des Klosters Heiligkreuztal wird der "Abgang" der Burg Landau wie folgt geschildert.
"Heiligkreuztal stand in Verkaufsverhandlungen mit Eberhard von Landau über die Burg. Man wurde sich aber nicht einig.
Schließlich wurde die Burg 1436 an die Truchsess von Waldburg verkauft. Waldburg konnte aber nicht (alles) bezahlen. Die haben dann 7 Jahre später für 14.000 Gulden an Heiligkreuztal verkauft. 11.000 Gulden die Waldburg noch bei Landau offen hatte, zahlte Heiligkreuztal in jährlichen Raten von 1.000 Gulden."
"""Die Nonnen wären dann zur Burg Landau gezogen, und hätten sie verbrannt - nur ein Stall wäre stehen geblieben, den die Nonnen 100 Jahre später (müsste so 1540 gewesen sein) an Johannes von Landau verkauft hätten."""

Das Kloster Heiligkreuztal blieb bis zur Aufhebung 1803 im Besitz der Domäne Landauer Hof, der unmittelbar neben der einstigen Burg bis heute steht. Jetzt "Staatsdomäne, die Pächter sollen ihn aber lt. Wiki schon in 12. Generation betreiben.

Wie und wann der genannte "Stall" wieder zu Heiligkreuztal kam, weiß ich (noch) nicht.

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