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Eroberungen in den Türkenkriegen
11.01.2016, 20:13
Beitrag: #1
Eroberungen in den Türkenkriegen
Als Folge der großen Türkenkriege nach der Belagerung von Wien und bis zum Ende des 2. Jahrzehnts des 18. Jahrhunderts, machte Österreich riesige Eroberungen in Ungarn und auf dem Balkan.

Nun war der Fränkische un der Schwäbische Reichskreis mit erheblichen Truppengestellungen an den meisten Türkenkriegen beteiligt. Da die Eroberungen ja Österreich zufielen, würde es mich interessieren, wie hier ein finanzieller Ausgleich geschaffen wurde. Was die Reichskreise für ihr militärisches Engagement bekamen.

Was Sobieski für seine Unterstützung des Entsatzes von Wien einstrich, ist ohne weiteres nachzulesen. Was jedoch die Reichskreise einstrichen, habe ich noch nirgends finden können.

Hat einer der Mitstreiter darüber Infos?

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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12.01.2016, 00:11
Beitrag: #2
RE: Eroberungen in den Türkenkriegen
Ich habe bisher auch nichts von finanzellen Ausgleichen gelesen.
Ich weiß nur, dass Leopold I. nach 1687 einigen der beteiligten Fürsten Rangerhöhungen zugestand, die letztlich deren politischen Einfluss stärkte bzw. vergrößerte. Dies war wohl eine übliche Belohnung, Bürgerliche konnten deswegen auch in den Adel aufsteigen.

Der sächsische Kurfürst Friedrich August I. wurde 1697 mit politischer und finanzieller Hilfe des Kaisers König von Polen. War ein Kaiser während der Türkenkriege außerhalb des Reiches, übernahm der sächsische Kurfürst das Reichsvikariat - sicher nicht nur für umsonst. Inwieweit dies aus finanzieller Not oder aus politischer Weitsicht geschah, weiß ich nicht so genau. Fakt ist, dass mit der Unterstützung Augusts des Starken die seit dem Dreißigjährigen Krieg bestehenden Bündnisse zwischen den österreichischen Habsburger und Polen bzw. Sachsen gefestigt wurde und eine neue Grundlage fand, die bis 1763 Bestand hatte.

Die Erhöhung der Welfen zu Kurfürsten von Hannover im Jahr 1692 war ein ähnlicher Deal. Diese Rangerhöhung war ebenfalls ein Zugeständnis des Kaisers für geleistete Hilfe. Die Rangerhöhung der Welfen sicherte den Habsburgern einen wichtigen Verbündeten im Norden, der z.B. im Namen der Habsburger 1727/28 die Reichsexekution gegen Mecklenburg-Schwerin umsetzte. Da der Kurfürst von Hannover 1714 König von Großbritannien wurde, konnte die bereits seit Wilhelm von Oranien bestehende Allianz gefestigt werden, die praktisch bis 1756 hielt.

Weniger weitsichtig erwies sich für den Kaiser die 1701 gestattete Rangerhöhung des Kurfüsten von Brandenburg zum König in Preußen.

Insgesamt gesehen war die kaiserliche Bündnispolitik erfolgreich. Für das erste Viertel des 18. Jahrhunderts muss man die Türkenkriege als einen Teil der europäischen Auseinandersetzungen wie z.B. den Großen Nordischen Krieg und den Spanischen Erbfolgekrieg sehen. Das Osmanische Reich wurde nach Osten zurück gedrängt. Die Schweden verloren 1718 ihren Großmachtstatus und Frankreichs Vorherrschaftsträume waren 1715 erst einmal ausgeträumt.

Dass dieser politische Erfolg den Habsburgern nicht allzu viel brachte, liegt wohl daran, dass mit dem Russischen Reich und dem Aufstieg Preußens zwei neue Gegner entstanden sind.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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14.01.2016, 11:08
Beitrag: #3
RE: Eroberungen in den Türkenkriegen
Zumindest gibt es auch außerhalb Wiens diverse Ausstellungen mit Türkenbeute. Am bekanntesten dürfte Karlruhe ("Türkenlouis") sein. Aber auch August der Starke kam auf seine Kosten. Vieles was im Grünen Gewölbe zu Dresden liegt, stammt aus den Türkenkriegen. Mit Fatima, einer Gefangenen, hatte er 2 Kinder, der Sohn wurde Feldmarschall.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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14.01.2016, 14:41
Beitrag: #4
RE: Eroberungen in den Türkenkriegen
Ich muss mich korrigieren, der gute August war noch zu jung, um sich gegen die Türken auszuzeichnen. Am Kahlenberg beim Entsatz von Wien war aber sein Vater maßgeblich beteiligt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Geo...Sachsen%29
Zitat:Auch begleitete er nach dem Sieg den Kaiser bei dessen Einzug nach Wien. Aber schon am 15. September trat er, ohne sich vom Kaiser oder den übrigen Befehlshabern zu verabschieden, den Rückmarsch gen Sachsen an – wahrscheinlich aufgrund der schroffen Behandlung, die man ihm als Protestanten zukommen ließ. Speziell hatte er aus der umfangreichen Türkenbeute nur sechs Kanonen, fünf Zelte, einen Elefanten und mehrere Manuskripte erhalten. Auf dem Rückweg durch Böhmen verweigerte man seinen Truppen die Verpflegung.

Im Jahr 1686 unterstützte er den Türkenkrieg Kaiser Leopolds erneut. Gegen Zahlung von 300.000 Taler Subsidien entsandte er ein 5.000 Mann starkes Hilfskorps nach Ungarn.

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