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15.12.2015, 16:29
Beitrag: #1
Lektüre
Zur Zeit lese ich zwei Bücher, die selsam korrespondieren.

Einmal "Nachkriegskinder" von Sabine Bode habe ich von der bpb, weil ich "dazugehöre" Jahrgänge ca. 1950 bis 1960

und dann, mehr zur Entspannung
"Porsche - ein Mythos wird geboren" von Gunter Haug, dies habe ich bei einer Autorenlesung schon vor 2 Jahre erworben, und kam nie so richtig dazu, es so richtig zu lesen. Abgesehen davon, dachte ich, so viel neues kann mir der Haug vermutlich nicht sagen.
Er nennt es einen historischen Roman.
Es ist aber anders aufgebaut, der Mensch Porsche steht absolut im Vordergrund, Technik eigentlich nix, und da ist doch manches interessante über Porsche pers. zu lesen.

ABER, und da kommt die Querverbindung zu den Nachkriegskindern ins Spiel.
Porsche war Adolf Hitlers "Lieblingskonstrukteur" und das beschränkte sich beileibe nicht auf den Volkswagen, Panzer entwarf er, hier finanziell wohl am bedetensten der Porsche-Tiger, im direkten Vergleich gegen den Henschel-Tiger abgeknackt, Hitler persönlich entschied den Porsche-Tiger trotzdem auch zu bauen.
Aber auch so eigenartige Typen wie die "Maus" und noch etliche Giganten entwickelte Porsche für Hitler.
Darüber, über die doch sehr große Nähe zum Nazi-Regime verliert Haug kaum ein Wort. Und insbesondere die Panzer-Entwicklungen
Verliert sich sogar ins schlicht verzerrt sagenhafte, Rosenberger, der jüdische Kompagnon Porsches in den ersten beiden Jahren, hätte ihm geraten mit Hitler zusammenzuarbeiten. Was doch sehr zu bezweifeln ist.

Dann kommt auch noch die übliche, überaus lächerliche Tirade.
Er lässt Porsche sagen "er wäre völlig unpolitisch, die Politik hätte ihn nie interessiert, nur die Technik"
tja wenn man das nicht so oft gehört hätte.... und noch öfter verlogen wäre....

Und hier kommen die "Nachkriegskinder" genau dies, Frau Bode arbeitet das nicht schlecht heraus, hat einen einst so fürchterlich aufgeregt.
Das war eine ganz ganz fürchterlich verlogene Gesellschaft in den 50ern und 60ern
Nix wollten sie gewusst haben, gar nicht.
Aber von wegen -
dabei waren sie,
fast alle.

Der Gunter Haug ist einige Jahre jünger wie ich, aber dieses Buch gehört in die 50er/60er Jahre hinein, als die alten braunen Säcke das "Gleichnis von den drei Affen" gespielt haben. "Wir haben nichts gesehen, wir haben nichts gehört, und sagen tun wir schon gar nichts"

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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