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Die mechanisierte Draht-Herstellung
18.09.2015, 15:54
Beitrag: #1
Die mechanisierte Draht-Herstellung
Die mechanisierte Drahtherstellung.
In Nürnberg wurde in gezielter Forschung im beginnenden 14. Jahrhundert die mechainisierte Drathherstellung entwickelt.
Das ganze gelang in der Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen, hervorragender Handwerker verschiecdener "Fakultäten".
Es mutet recht modern an.

Bei Interesse schreibe ich hier gelegentlich dazu,

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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19.09.2015, 10:42
Beitrag: #2
RE: Die mechanisierte Draht-Herstellung
interesse vorhanden! Hab mal irgendwo gelesen, dass damit eigentlich der startschuss für die industrialisierung gegeben wurde, aber wegen des ganzen erstarrten zunftwesens dann noch mal ein paar hundert jahre verzögert wurde
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19.09.2015, 16:02
Beitrag: #3
RE: Die mechanisierte Draht-Herstellung
(19.09.2015 10:42)913Chris schrieb:  interesse vorhanden! Hab mal irgendwo gelesen, dass damit eigentlich der startschuss für die industrialisierung gegeben wurde, aber wegen des ganzen erstarrten zunftwesens dann noch mal ein paar hundert jahre verzögert wurde

Speziell um Nürnberg herum war im 14. Jahrhundert eine große Nachfrage nach Draht, die das vorhandene Angebot weit übertraf.
Mindestens 10 Jahre lang wurde dort intensiv von Handwerkern verschiedenster Fachrichtungen unter der Ägide eines Geldgebers , ein reicher Nürnberger Kaufmann, geforscht. Der Nürnberger Rat förderte das Projekt durch Abgabenfreiheit der Mühle, in der geforscht wurde. 1415 wurde diese Abgabenfreiheit vom Rat der stadt aufgehoben, maW ist spätestns da der Zeitpunkt anzusetzen wo die großtechnische Umsetzung gelngen war.

Patentschutz gab es nicht, also haben die Nürnberger Drahtzieher (im zweifachen Wortsinn) ihr Verfahren möglichst lange geheimzuhalten versucht. Gelungen ist dies bis in die 148ßer Jahre hinein, erst da wzrde das Verfahren im großen und ganzen bekannt. Aber erst in den 1520er Jahren wurden etliche Fachkräfte auf Geheiß des Kaisers Maximilian nach Augsburg geschickt, und erst mit deren Wissen gelang die mechanische Drahtherstellung auch außerhalb Nürnbergs. Man merke: Auch trotz Kenntnis des Verfahrens ging es nochmals knapp 50 Jahre, bis es an anderen Orten umgesetzt werden konnte.

Soweit mal grob außenrum und aus der Hand.
Mehr folgt.

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19.09.2015, 22:36
Beitrag: #4
RE: Die mechanisierte Draht-Herstellung
Alle Macht den Drähten!

Der Kalauer darf in einem Historikerforum nicht fehlen.
Die Franken scheinen ein ganz patentes Völkchen gewesen zu sein.

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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24.09.2015, 18:46
Beitrag: #5
RE: Die mechanisierte Draht-Herstellung
Drath wurde im Spätmittelalter hergestellt, in dem das Material (Eisen, Kupfer ....) in eine längliche Form gehämmert wurde und dann mit einer Zange mittels Körperkraft durch einen Ziehstein gezogen wurde.
Im 14. Jahrhundert wurde im märkischen Sauerland mittels der Hebelkraft unter Einsatz des Körpergewichts die Ziehleistung deutlich verbessert. Schokke nannte man dies Gerät in dem der Drahtzieher sass.

Aber Draht wurde immer knapper, die Anwendungen für die er eingesetzt wurde immer umfangreicher.

In Nürnberg wurden unter Förderung des Rates von einem Team mehrerer Drathzieher und einem Mühlenspezialisten in mehrjähriger Arbeit eime Drahtziehmaschine entwickelt. Unter Nutzung der Wasserkraft einer Mühle die über eine Kurbelwelle in eine Ziehbewegung umgewandelt wurde und der Verwenung selbst schließender Zangen gelang die mechanische Drahtherstellung.
Die Feinkoordination der Zangen übernahm ein Arbeiter der unter Ausnutzung der Pendelbewegung auf einer Art Schaukel sass. Wir haben es hier also, modern ausgedrückt, mit einem Halbautomaten zu tun.
Kurz nachdem weitere Drahtmühlen, siehe oben in Augsburg und an anderen Orten Europas entstanden, gelang es den Nürnbergern den Betrieb der Drathmühle vollständig zu automatisieren, den Arbeiter auf der "Schaukel" einzusparen, was nochmals einen technologischen Vorsprung für 10 Jahre einbrachte.
Durch die hohen Kräfte die die Drahtmühle aufbrachte, musste das Rohmaterial deutlich homogener, also hochwertiger sein, da ansonsten schwere Schäden an der Drahtziehmaschine entstehen konnten.

Das überaus Bemerkenswerte hier, es gab kein Vorbild, nichts ähnliches.
Es war die erfolgreiche Auftragsforschung zur Lösung eines Problems mit dem ein großer Engpass beseitigt wurde.

Edit: Dürer hat die Drahtmühle an der Pegnitz 1492 und 1496 insgesamt 3mal gemalt und gezeichnet, leider nur von außen.

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27.09.2015, 21:50
Beitrag: #6
RE: Die mechanisierte Draht-Herstellung
Der Finanzmann, dem die Mhle gehörte, und der ziemlich sicher diejahrelangen Versuche bezahlte, war der Nürnberger Patrizier Rudolf Steiner zu der Zeit einer der 60 reichsten Nürnberger. Er handelte á Gros mit Kupfer,Messing, Blechen und Draht.
Der "Geburstag der großtechnischen erfolgreichen Umsetzung ist der 15. Mai 1415, denn an diesem Tag hat derNürnberger Rat den für die Mühle für die Dauer der Versuche aufgehobenen Mühlenzins wieder in Ansatz gebracht.

Bemerkenswert ist noch, beim Sitz des Bedieners wurde das Pendelprinzip erfolgreich umgesetzt. 170 Jahre bevor Galilei es erstmal beschrieben hat. (Siehe Drais und den Kreiseleffekt... biste still Arkona...)

Erstmal beschrieben hat derHumanist Konrad Celtis, der 1487 und 1492-93 in Nürnberg war, die Drahtmühle. Bis dahin zumindest konnten die Nürnberger dasVerfahren geheimhalten.
Und die Nachahmung außerhalb Nürnbergs geland dann erst ein halbes Jahrhundert später, durch die auf Geheß des Kaisers Maximillian nach Augsburg gekommen Nürnberger Handwerker.

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