Antwort schreiben 
 
Themabewertung:
  • 0 Bewertungen - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Die Weiber von Schorndorf
31.08.2015, 12:15
Beitrag: #1
Die Weiber von Schorndorf
Am Samstag hörte meine Gemahlin beim Holunder-Ver"gsälzen" hörte meine Gemahlin ein Hörspiel im Radio.
"Die Weiber von Schrondorf"

Um mir anschließend davon zu erzählen, unterlegt mit der Frage, "ob ich das gewusst hätte".
Was den Schwaben in mir fast beleidigte, wobei der Verfassr des Hörspielts mir kein Unbekannter ist, wir haben einen Urgroßvater gemeinsam. (Bei den Schwaben ist vieles nahe beieinander). Naja, als eingebürgerte Pommersche will ich das meiner Gemahlin nochmals nachsehen.

Aber es scheint mir durchaus Auklärungsbedarf zu bestehen.
Also schreibe ich hier mal was über die couragierten Frauen von Schorndorf

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
01.09.2015, 12:18
Beitrag: #2
RE: Die Weiber von Schorndorf
Die Geschichte der "Weiber von Schorndorf" ist wahr. Zweifellos und definitiv belegt.
Die Helden sind die Frauen, und der Schorndorfer Stadtkommandant.
Der angeschmierte dabei der französische General Melac, der in ganz Süddeutschland einen überaus schlechten Leumund hat. Der bayerische "Lakel", ein blöder unverschämter Mensch, geht auf Melac zurück.
Was ein besonderes Highligth der Begebenheit ist.

Abgespielt hat sich das Ganze zwischen dem 15. und 19. Dezember 1688.
Natürlich in Schorndorf einem altwürttembergischen Städtchen östlich Stuttgart

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
02.09.2015, 20:35
Beitrag: #3
RE: Die Weiber von Schorndorf
Nennt ihr Schwaben nicht eure bissigen Hunde noch "Melac"?

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
03.09.2015, 08:29
Beitrag: #4
RE: Die Weiber von Schorndorf
(02.09.2015 20:35)Arkona schrieb:  Nennt ihr Schwaben nicht eure bissigen Hunde noch "Melac"?

nicht die bissigen, die blöden Hunde.
und nicht die Schwaben machen das, die Bayern.

Aber schön, dass dieser 3nd von Jemanden zur Kenntnis genommen wird, schreibe ich doch noch was dazu.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
03.09.2015, 10:11
Beitrag: #5
RE: Die Weiber von Schorndorf
Ja mach mal.
Schorndorf ist ein schönes Städtchen im Remstal, bin ich schon ein paar mal mit dem Fahrrad hingefahren. Mir gefällt die Tallage, nordlich und südlich davon geht es gleich steil rauf, die Schorndorfer Steige ist für Fahrradfahrer sehr schön weil ein Radweg parall dazu verläuft, was ich sonst nirgends habe.

Ein ehemaliger Freund von mir war mal regelmässig in Schorndorf in der Disco, der könnte wohl mehr zu den Weibern dort sagen...

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
03.09.2015, 12:38
Beitrag: #6
RE: Die Weiber von Schorndorf
(03.09.2015 10:11)Triton schrieb:  Ja mach mal.
./.

Ein ehemaliger Freund von mir war mal regelmässig in Schorndorf in der Disco, der könnte wohl mehr zu den Weibern dort sagen...

Du bist der Keks des ScherzesRolleyes
Nö, mit der Weiblichkeit von Schorndorf hatte ich nie etwas zu tun, ich kannte nur mal eine von Winterbach.

HmHm zurück zum ThemaAngry

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
04.09.2015, 11:03
Beitrag: #7
RE: Die Weiber von Schorndorf
mach mal! habe mich bisher nur lesend hier beteiligt, weil ich gespannt war, wie´s weiter geht... Smile
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
04.09.2015, 12:12
Beitrag: #8
RE: Die Weiber von Schorndorf
(04.09.2015 11:03)913Chris schrieb:  mach mal! habe mich bisher nur lesend hier beteiligt, weil ich gespannt war, wie´s weiter geht... Smile

Tja, wie es so geht...

Ich habe meine Quellen durchgefrstet, und manches was ich "wusste" stimmt nicht, dafür gibt es andere, ebenso überraschende Fakten.
MaW ich muss nochmals genauer und umfassender recherchieren.

Nur vorab mal eines.
Das mir liebgewordene Bild von den aus Ungarn im Gewaltmärschen herbeieilenden Schwäbischen Kreistruppen, wild entschlossen dem Melac auf die "räuberischen" Finger zu klopfen, stimmt so nicht. Obwohl in fast allen Schilderungen so dargestellt. Sie haben wohl noch in Stuttgart die franz. Nachhut erwischt und massakriert, aber zuvor in Ulm ein paar Tage innegehalten. Den Schorndorfer Hilferufen keine Beachtung schenkend.

Wobei, wir reden hier vom Pfälzer Erbfolgekrieg, die Franzosen, System Lovouis, haben da den Grundstein für 2oo Jahre gegenseitige Angst und Schrecken gelegt.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
05.09.2015, 13:02
Beitrag: #9
RE: Die Weiber von Schorndorf
Die "Weiber von Schorndorf" war eien Lesebuchgeschichte, zumindest bis in die 60er Jahre hinein.
Dort muss der Stoff irgendwann aus den BW-Lesebüchern geflogen sein, sonst hätte ihn meine Frau ja gekannt.

Jetzt ist es kaum zu glauben, was in diesen Geschichten an Schludrigkeiten oder Halbwahrheiten enthalten ist.
Die "Heldin", die Frau des Schorndorfer Bürgermeisters wird allgemein als "Künkelin" bezeichnet, nur hieß der Bürgermeister in Schorndorf erst zwei Jahre später Künkelin. 1688 hieß der Bürgermeister Schorndorfs Walch. Der 1689 starb.
Des Rätsels Lösung, die Witwe Walchs hat anschließend den nächsten Bürgermeister geheoratet, Künkelin.
Was für die Zeitzeugen mit Hintergrundwissen kein Problem war, wird für den Hobbyisten des Jahres 2015, der bemüht ist verläßliches weiterzugeben, Anlass zu diversen Kraftausdrücken.

Am Rande (bei uns ist vieles nahe beieinander Big Grin) die Walch/Künkelin hat in späteren Jahren ein Stipendium für Theologiestudenten aus Schorndorf gestiftet, einer der Stipendiaten war Schelling.
Und nochmals am Rand: In der Liste der Schorndorfer Bürgermeister ist in den ausgehenden 40ern angehenden 50 Jahren des 20. Jahrhunderts ein gewisser Hayer verzeichnet, er war bis 1944 Bürgermeister von Ebingen, und hat im Frühsommer 44 den Nazis erklärt, dass das was sie mit den Juden machen eine Riesensauerei wäre, bei der er nicht mitmachen würde.
Und hat auf sein Amt verzichtet. (die gab es auch!)

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
07.09.2015, 19:40
Beitrag: #10
RE: Die Weiber von Schorndorf
Zurück ins 17. Jahrhundert und den Pfälzer Erbfolgekrieg.

Im Sommer 1688 überschritten die Franzosen den Rhein, und eroberten die Festung Phillipsburg. Die Truppen der süddeutschen Reichskreise, "ast stehende Heer des Reiches" das die Verteidigung hätte übernehmen müssen, stand in Ungarn im Krieg mit den Türken.
Nun wäre ja der Türkenkrieg den Schwäbischen Kreis soviel nicht angegangen, dass man da die Verteidigungsstreitkräfte hätte hinschicken müssen, aber Politik ging auch damals eigene Wege, und dies hier zu diskutieren würde zu weit führen.

Der franz. Heeresführung war dies natürlich bekannt, vermutlich hat Paris und Stambul da auch in Übereinstimmung gehandelt.
Zur Deckung der Kriegskosten, System Louvois, schickte Frankreich den General Melac nach Süddeutschland, der kräftig Kontributionen, Lebensmittel und was ein Heer so brauchte eintreiben sollte. Melac hatte aber keinen Kampfauftrag! und wäre einem entsprechenden Heereskontingent auch gar nicht gewachsen gewesen, aber das gab es zdZ in Süddeutschland aus den genannten Gründen nicht.

So kam Melac nach Württemberg, der Herzog-Administrator flüchtete mit seinem Mündel, dem Herzog, nach Nürnberg und später Regensburg.
Die Mutter des Herzogs war in Stuttgart verhandelte mit den Franzosen und versuchte die Kosten zu "drücken". Wobei sich mit Bewaffneten, die "ihre Befehle" haben, bis heute immer schwer verhandelt.
Insbesondere wenn man selbst kein Drohpotential hat.

Schließlich kam man auf die Idee den Franzosen statt der Brandschatzung Stuttgarts die Übergabe der Landesfestung Schorndorf anzubieten. Wobei man angebliche davon ausging, dass sich im Fall der Fälle Schorndorf nicht lange würde halten können. An dieser Interpretation oder Schutzbehauptung habe ich allerdings Zweifel.

Das ist der Hintergrund und das Szenario vor dem sich die Vorgänge in Schorndorf abgespielt haben.
Dazu dann später.


Edit: Brandschatzung ist die Eintreibung von Geld und Abgaben im Feindesland unter der Drohung ansonsten die Stadt abzubrennen. Also Kontribution.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
10.09.2015, 20:07
Beitrag: #11
RE: Die Weiber von Schorndorf
(07.09.2015 19:40)Suebe schrieb:  Zurück ins 17. Jahrhundert und den Pfälzer Erbfolgekrieg.

Im Sommer 1688 überschritten die Franzosen den Rhein, und eroberten die Festung Phillipsburg. Die Truppen der süddeutschen Reichskreise, "ast stehende Heer des Reiches" das die Verteidigung hätte übernehmen müssen, stand in Ungarn im Krieg mit den Türken.
Nun wäre ja der Türkenkrieg den Schwäbischen Kreis soviel nicht angegangen, dass man da die Verteidigungsstreitkräfte hätte hinschicken müssen, aber Politik ging auch damals eigene Wege, und dies hier zu diskutieren würde zu weit führen.

Der franz. Heeresführung war dies natürlich bekannt, vermutlich hat Paris und Stambul da auch in Übereinstimmung gehandelt.
Zur Deckung der Kriegskosten, System Louvois, schickte Frankreich den General Melac nach Süddeutschland, der kräftig Kontributionen, Lebensmittel und was ein Heer so brauchte eintreiben sollte. Melac hatte aber keinen Kampfauftrag! und wäre einem entsprechenden Heereskontingent auch gar nicht gewachsen gewesen, aber das gab es zdZ in Süddeutschland aus den genannten Gründen nicht.

So kam Melac nach Württemberg, der Herzog-Administrator flüchtete mit seinem Mündel, dem Herzog, nach Nürnberg und später Regensburg.
Die Mutter des Herzogs war in Stuttgart verhandelte mit den Franzosen und versuchte die Kosten zu "drücken". Wobei sich mit Bewaffneten, die "ihre Befehle" haben, bis heute immer schwer verhandelt.
Insbesondere wenn man selbst kein Drohpotential hat.

Schließlich kam man auf die Idee den Franzosen statt der Brandschatzung Stuttgarts die Übergabe der Landesfestung Schorndorf anzubieten. Wobei man angebliche davon ausging, dass sich im Fall der Fälle Schorndorf nicht lange würde halten können. An dieser Interpretation oder Schutzbehauptung habe ich allerdings Zweifel.

Das ist der Hintergrund und das Szenario vor dem sich die Vorgänge in Schorndorf abgespielt haben.
Dazu dann später.


Edit: Brandschatzung ist die Eintreibung von Geld und Abgaben im Feindesland unter der Drohung ansonsten die Stadt abzubrennen. Also Kontribution.


Am 13. Dezember 1688 erschien Melac, lediglich ein "paar" Mann Soldaten dabei, vor Schorndorf in der Erwartung, dass sich die Stadt ergeben würde.
Stadtkommandant war ein Oberstleutnant Krummhaar, der 200 Mann als Besatzung der Stadt zur Verfügung hatte. Er weigerte sich die Stadt zu übergeben.
Melac zog wieder ab, unter entsprechenden drohungen.
Am 15. Dezember kamen Abgesandte der Herzogin-Witwe, mit dem Kapitulationsbefehl für Krummhaar, er sollte die stadt Melac übrgebebn.
Krummhaar hatte bereits mehrere Boten an die Schwäbischen Kreistruppen nach Ulm geschickt, dem Markgrafen von aden, Kommandeur der Kreistruppen wurden erhebliche Bestehungsgelder geboten, so er gegen Schorndorf vorrücken würde. Was diesen aber, volräufig nicht zum handeln veranlasste.
Von nun an bleibt manches "sagenhaft" die Frauen Schorndorfs haben die Verhandlungen mit den Stuttgarter Abgesandten mitbekommen, die Bürgermeistersgattin Walch /später Künkelin) soll (wahlweise) durch das Ofenrohr/Kamin die Verhandlungen belauscht haben.
Definitiv gesischert ist, dass sich die Frauen auf Anstiftung der Walch sich bewaffneten und vor dem Rathaus versammelten. Den Stuttgarter Emmissären soll, wieder whlweise "der Ranzen soll" (schwäbisch für eine Tracht Prügel) oder side sofortige Ermordung angedroht worden sein.
Fakt wiederum ist, dass die Stuttgarter Abgesandten 2 Tage und 3 Nächte im Rathaus gefangengehalten wurden, von den Frauen.
Melac kam am 17. Dezember mit 200 Reitern und 500 Mann zu Fuss wiederum nach Schorndorf, wieder in der festen Erwartung die Stadt besetzen zu können, schwere Geschätze hatte er keine dabei. (Vielleicht hatte er überhaupt keine)
Krummhaar hatte mit der Bürgerschaft zusammen inzwischen kanpp 500 Mann zur Verteidigung der Stadt aufbieten können, und so musste Melac abziehen.
Inzwischen hatte sich der Markgraf von Ulm aus auf den Weg gemacht, und die Franzosen mussten zügig abziehen.
Wie geschrieben, erwischten die Kreistruppen noch die franz. Nachhut in Stuttgart. Melac selbst aber nicht.

Dem Markgrafen von Baden wurden die versprochenen Gelder dann tatsächlich ausbezahlt.

Nun war Befehlsverweigerung im Jahr 1688 auch eine äußerst gefährliche Sache. Dei für Krummhaar und die Honoratren Schorndorfs sehr übel hätte ausgehen können. Von dem her ist es sehr gut möglich, dass die Rolle der Frauen der Herzogin-Witwe in Stuttgart gegenüber sehr überbetont wurde, um ungeschoren davon zu kommen.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
12.09.2015, 15:49
Beitrag: #12
RE: Die Weiber von Schorndorf
Schön zusammengetragen und recherchiert Thumbs_up
Was ist eigentlich an dem Gerücht dran, dass Melac die Stadt Esslingen nur verschont habe, weil dort eines seiner Liebchen saß?

nicht ärgern, nur wundern...
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
12.09.2015, 17:01
Beitrag: #13
RE: Die Weiber von Schorndorf
(12.09.2015 15:49)Uta schrieb:  Schön zusammengetragen und recherchiert Thumbs_up
Was ist eigentlich an dem Gerücht dran, dass Melac die Stadt Esslingen nur verschont habe, weil dort eines seiner Liebchen saß?

Einiges oder auch nicht. Wie immer bei den Klatschgeschichten.
Es war eine Pfarrerstochter. Und die beiden haben sich wohl recht gut verstanden. Und Lästermäuler die da viel hineininterpretieren gabe es damals wie heute. Was tatsächlich war weiß außer den beiden sowieso keiner.
Nur hat so etwas, und wenn es noch so harmlos war, der Stadt Esslingen mit sicherheit zum Guten ausgeschlagen. Und wenn der Melac nur erst mit der Nachhut abgezogen ist, hat das für die Stadt erhebliche Bedeutung gehabt, unter den Augen des Generals wurde halt nicht geplündert ung geräubert. Zumindest nicht "privat"

Vergewaltigt, wie zT auch behauptet wird, hat er sie aber bestimmt nicht.

Ich habe dazu mal irgendwo etwas geschrieben, kann mich nur auf die Schnelle nicht besinnen wo, bei den Nirwanesen oder bei G/Geschichte.
Ich schau mal gelegentlich.

Danke übrigens für die Blumen. Blush

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
14.09.2015, 15:42
Beitrag: #14
RE: Die Weiber von Schorndorf
(12.09.2015 17:01)Suebe schrieb:  
(12.09.2015 15:49)Uta schrieb:  Schön zusammengetragen und recherchiert Thumbs_up
Was ist eigentlich an dem Gerücht dran, dass Melac die Stadt Esslingen nur verschont habe, weil dort eines seiner Liebchen saß?

Einiges oder auch nicht. Wie immer bei den Klatschgeschichten.
Es war eine Pfarrerstochter. Und die beiden haben sich wohl recht gut verstanden. Und Lästermäuler die da viel hineininterpretieren gabe es damals wie heute. Was tatsächlich war weiß außer den beiden sowieso keiner.
Nur hat so etwas, und wenn es noch so harmlos war, der Stadt Esslingen mit sicherheit zum Guten ausgeschlagen. Und wenn der Melac nur erst mit der Nachhut abgezogen ist, hat das für die Stadt erhebliche Bedeutung gehabt, unter den Augen des Generals wurde halt nicht geplündert ung geräubert. Zumindest nicht "privat"

Vergewaltigt, wie zT auch behauptet wird, hat er sie aber bestimmt nicht.

Ich habe dazu mal irgendwo etwas geschrieben, kann mich nur auf die Schnelle nicht besinnen wo, bei den Nirwanesen oder bei G/Geschichte.
Ich schau mal gelegentlich.

Danke übrigens für die Blumen. Blush


Sorry, ich hatte es mehr oder weniger verschwitzt.

In aller Kürze:
Der Pfarrer von Hochdorf hatte seine Tochter zu einem entferntverwandten Wirt gebracht, um sie vor den streifenden Franzosen in Sicherheit zu bringen.
Ausgerechnte in jenem Haus nahm Melac dann Quartierr, die Pfarrerstochter wurde zu seiner Bedienung "abgeordnet".
Im zuge dieser Tätigkeit wurde sie anscheinend Schwanger, und ihr Vater "erbat" säter vergeblich von der stadt Esllingen, 1. Kranzgld, da Melac sie "genotzüchtigt" hätte und 2. Alimente für das Kind, Frucht dieser Beziehung.
Schriftverkehr ist im Archiv der Stadt Esslingen vorhanden.

Seit ca. 1790 sind verschiedene Fassungen dieser "Story" bekannt. Die teilweise weit ins sagenhafte gehen.
Wobei, wie immer, das Leben hat da noch ein paat erstaunliche Details bereit.
Ich schreibe gelegentlich mal was dazu.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Antwort schreiben 


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Kontakt    |     Startseite    |     Nach oben    |     Zum Inhalt    |     SiteMap    |     RSS-Feeds