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Wahlen-Allgemein 2015:
17.09.2015, 15:46
Beitrag: #81
Sommergespräch Werner Faymann (SPÖ):
Die SPÖ stellt in 3 Bundesländern den Landeshauptmann und ist in 4 Bundesländern liegt man auf Platz 1.

Faymanns Sommergespräch: Faymann präsentierte sich staatsmännisch. Er versuchte sich mehr als Staatschef als, als Chef der SPÖ zu präsentieren. Er betontet das Wahlergebnisse bei den Landtagswahlen sein Amt nicht gefährden und er sieht sich eher im Kreis von Präsidenten und Staatsmännern. Damit versuchte er wohl sich vor seine Mittbewerber zu stellen.

Inhaltlich beanspruchte das Thema „Flüchtlinge“ den größten Teil der Sendezeit. Mein Gefühl war das auch Faymann selbst dieses Thema wieder einbrachte. Er grenzte sich stark von der FPÖ ab und zeigte sich teilweise auch als eine Art „Gegenteil von Strache“.

Der Moderator wirkte dieses mal wieder souveräner, muss insgesamt sagen Hans Bürger machte seine Sache wieder extrem gut. Das die Sommergespräche heuer wieder gut ankamen zeigte sich auch in der Quote, Strache und Stronach waren erfolgreicher als die bisherigen Sommergespräche.
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25.09.2015, 22:06
Beitrag: #82
Landtagswahl Oberösterreich - Analyse/Wahlkampf:
Übermorgen ist die Wahl in Oberösterreich, meinem Heimatbundesland. Die Wahl ist sehr präsent, alles zugepflastert mit Plakaten, ständig finden irgendwo Wahlkampfveranstaltungen statt und auch Runden zur Wahl (eine zur Gemeinderatswahl in Linz habe ich persönlich gesehen). Hier möchte ich die Wahlstrategien für die Landtagswahl nochmals analysieren:

-ÖVP: Die Volkspartei wirkt zunehmend nervös. Anfangs konnte man darauf bauen das man mit Landeshauptmann Pühringer weiterhin sehr viel stärker sein wird, als die Konkurrenz. Bei Umfragen wird die FPÖ aber zunehmend stärker. Die Strategie ist, so mein Eindruck, alles zu geben. Man hat die meisten Plakate, Auftritte mit gigantischem Aufwand, etwa gestern am Linzer Hauptplatz (etliche Veranstaltungen haben keine so große Bühne wie Pühringers Auftritt gestern), usw.. Eine Kampagne mit einheitlichen Motto gab es nicht, dafür zig verschiedene Kampagnen. Pühringer stellt sich als derjenige dar, der am ehesten schwierige Probleme lösen kann. Pühriger steht im allgemeinen total im Mittelpunkt des Wahlkampfes.
Möchte bei jeder der im Landtag vertretenen Parteien auch mal was Kurioses oder „besonders geistreiches“ vom Plakatwahlkampf veranschaulichen. Bei der ÖVP ist es das Wortspiel „Seppverständlich“, muss sagen echt aussagekräftig.

-SPÖ: Meiner Meinung nach wirkt Spitzenkandidat Entholzer recht sympatisch, aber irgendwie doch nichtssagend. Nichtssagend ist, meiner Ansicht nach, auch der ganze Wahlkampf der Sozialdemokraten. Entholzer mit Megaphon und einem typischen SPÖ-Wert. Nichts womit er sich mal für eine Zeit in den Vordergrund spielen konnte. Irgendwie wirkt das Ganze nicht gelungen und eher nicht besonders bemüht.
Kurz gesagt ein schwacher Wahlkampf (mit hohem Budegt) der außer das übliche von der SPÖ nicht sehr viel aussagt.
Besonders geistreich ist für mich folgendes Versprechen auf einem Plakat: „Sichere Arbeitsplätze für alle“. Toll Entholzer kann scheinbar in einer Zeit in der ich behaupten würde das es kaum noch wirklich sichere Arbeitsplätze gibt, solche gleich für alle schaffen, wie das gehen soll, darüber habe ich nichts Näheres gehör.

-FPÖ: Der FPÖ wird ein großer Wahlsieg vorausgesagt. Anfangs war man hinter der SPÖ, rückte knapp heran und nun ist die Freiheitliche Partei in vielen Umfragen schon weit vor der SPÖ. Spitzenkandidat ist Wohnbaulandesrat Hainbucher, dahinter Ex-FPÖ-Oberösterreich-Chef Steinkellner.
Die Wahlkampflinie ist etwas gemäßigter als vor ein paar Jahren noch, erinnert jedoch auch von Plakatdesign usw., genauso wie von der Themensetzung her, an die meisten FPÖ-Kampagnen der letzten Jahre. Im Vordergrund sind Themen wie Zuwanderung, oder Sicherheit.
Geistreiches Versprechen ist das nach „Sicheren Grenzen“, tolles Thema in einem Landtagswahlkampf, welche Grenzen möchte Hainbucher sichern? Die zu Deutschland oder die zu Tschechien (an diese Länder grenzt Oberösterreich)?

-Grüne: Die Grünen treten nochmals mit Rudi Anschober an. Anschober ist Umweltlandesrat und regierte die letzten Jahre mit der ÖVP zusammen. Anschober ist bei den Grünen einer derjenigen bei denen man merkt, dass ihm die Umwelt wirklich am Herzen liegt.
Doch dieser Wert, der ihn so prägt, rückte im Zuge des Wahlkampfs immer mehr in den Hintergrund. In Linz fällt mir auf, dass auch Anschober selbst immer weniger präsent ist, desto länger der Wahlkampf dauert, kann aber auch sein das man hier absichtlich die „Stadtgrünen“ mehr in den Vordergrund stellt.
Was die Themen betrifft wird diverses plakatiert. Meist versucht man das ganze möglichst „Witzig“ rüber zu bringen. Manches Mal frage ich mich ob die Grünen bemerken, dass sie die einzigen sind die das lustig und originell finden. Besonders „gelungen“ ist das Plakat in dem man Pühringer jetzt schon zum Wahlsieg gratuliert. Was man damit aussagen will? Ein Rätsel.
Was auch noch erwähnenswert ist, ist das man sich dazu bekennt (auch auf Plakaten) das man weiterhin Schwarz-Grün möchte. Wichtig wäre es hier aber nicht den Landesrat zu verlieren.

Neos: Die Neos werben auf Dreiecksständern mit der „Baustelle Politik“ und ihren Spitzenkandidaten als Bauarbeitern. Wirklich präsentieren konnte sich Spitzenkandidatin Raab, finde ich nicht, obwohl die Neos meist bei Diskussionsrunden usw. dabei sein durften. Insgesamt ein eher unauffälliger Wahlkampf.

KPÖ: Die KPÖ tritt mit Leo Furtlehner als Spitzenkandidat an, ihr werden kaum größere Chancen vorhergesagt. Mein Eindruck ist das man sich hauptsächlich auf die Städte konzentriert, in Linz war man z.B. in der Anfangsphase des Wahlkampfs mit kleineren Plakaten sehr stark präsent. Man möchte sich hier wohl auch für den Gemeinderat möglichst gut positionieren, in Linz ist man in diesem auch vertreten. Die Positionen sind die üblichen, freie Fahrt mit den Öffis, Wiederstand, Gerechtigkeit usw. das wird mit Comics (auf denen man Hände sieht) präsentiert.

CPÖ: Keine Plakate habe ich bisher von der CPÖ mit Spitzenkandidat Dragomir gesehen. Dieser Partei werden ebenfalls nur wenige Chancen eingeräumt.
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27.09.2015, 22:35
Beitrag: #83
Ergebnis der Landtagswahl in Oberösterreich 2015:
So nun hat sie stattgefunden, die Landtagswahl in Oberösterreich, hier das Ergebnis:

-ÖVP 36,4% (-10,4%)
-FPÖ 30,4% (+15,1%)
-SPÖ 18,4% (-6,6%)
-Grüne 10,3% (+1,1%)

Nicht im Landtag:

-neos 3,5 (Neu)
-KPÖ 0,7% (+0,2%)
-CPÖ 0,4% (-0,1%)
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28.09.2015, 19:45
Beitrag: #84
Wahlen in Oberösterreich Ergebnisanalyse und Auswirkungen:
Dieses mal möchte ich meine Wahlanalyse einmal anders gestalten, ich werde zuerst mal das Ergebnis der einzelnen Parteien und die Auswirkungen kurz analysieren und dann eine Analyse mit einer ordentlichen Portion meiner eigenen Meinung bringen.

Die ÖVP verlor, trotz beliebten Landeshauptmann Pühringer mehr als 10%. Aus ÖVP-Sicht eine Katastrophe. Auch Bundesweit, eine Hochburg ist enorm geschwächt und in Wien kann man kaum was holen. Schwarz-Grün ist in Oberösterreich nicht mehr möglich, entweder kommt ÖVP-FPÖ, oder ÖVP-SPÖ.

Die SPÖ wurde von der SPÖ total überholt und hat nun weniger als 20%. Gut vorstellbar das es im Land Konsequenzen gibt, im Bund wird es auch das Ergebnis in Wien drauf an kommen.

Die FPÖ ist mit 30%, der Wahlsieger. Laut Berichten war man noch nie außerhalb von Kärnten über 30%. Statt des Duells SPÖ gegen FPÖ, wurde es fast schon knapp bei ÖVP gegen FPÖ. Natürlich ein großer Erfolg für die Freiheitlichen und großer Rückenwind für das Duell Strache gegen Häupl in Wien.

Die Grünen haben zwar dazu gewonnen, aber die Wahl hatte auch eine bittere Seite für sie. Schwarz-Grün geht sich, wegen der Schwäche der ÖVP nicht mehr aus.

Die neos scheiterten wieder am Einzug. Man schafft es also ähnlich wie das Liberalen Forum früher nicht sich eine breite Basis aufzubauen, hätte man noch vor einem Jahr nicht erwartet, nun hofft man auf Wien.

Die KPÖ agierte unauffällig und blieb unter 1%, die CPÖ war weit unter 1%
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28.09.2015, 20:24
Beitrag: #85
Persönliche Analyse über die Ursachen des Wahlausgangs in Oberösterreich:
So nun aber eine Analyse mit persönlicher Meinung.

Die Flüchtlingswelle war der einzige Grund warum ÖVP und SPÖ so abstürzten und die FPÖ so stark machte, so klingen manche Analysen, auch die von den Wahlverlierern. OK, ja das Thema „Flüchtlinge“ hat in letzter Zeit alles verdrängt und ohne diese Problematik wären die Veränderungen nicht so groß gewesen. Aber ich finde das Ganze nur auf die Flüchtlinge zu schieben, da macht man sich es zu einfach.

Es ist Großteils die Performance der Bundesregierung und die ist nicht nur bei diesen Thema nicht besonders ansprechend und ein paar andere Faktoren kommen dann zum Teil auch noch dazu. Ich würde auch Themen wie die hohe Arbeitslosigkeit, die Ängste das der Sozialstaat weiter abgebaut wird und auch manch personelle Schwächen nicht unterschätzen. Die ÖVP hat es in Oberösterreich bis heute nicht geschafft, jemanden neben Pühringer aufzubauen. In der Regierung hat man zwar ein paar relativ beliebte Leute wie Außenminister Kurz, aber eben auch solche wie Mickl-Leitner (Innenministerin die heillos überfordert wirkt, mit der Flüchtlingsthematik). Im Wahlkampf hat man alles gegeben, vielleicht sogar etwas zu viel, denn manches erinnerte schon fast an Größenwahn (etwa er Aufwand der Abschlussveranstalltung am Linzer Hauptplatz) und verärgerte wohl noch zusätzlich.
Noch mehr Eigenverantwortung was das Wahlergebnis betrifft hat, finde ich, die SPÖ. Die Arbeitnehmer vergrämt man mit der nichtssagenden Bundeslinie, die potentiellen Wähler in Oberösterreich konnte man mit diesem schwachen Wahlkampf nicht erreichen und selbst die Fans der Partei vergrämte man heuer schon, als man in der Steiermark der zweitstärksten ÖVP den Landeshauptmannsessel überlies.
Natürlich war da manches vom Bund dabei, aber die meisten Wähler trennen hier nicht wirklich. Und in manchen Gemeinden wie etwas Wels (wo die FPÖ nun stärkste Partei ist) braucht man sich auch nicht wirklich wundern. Denn die bisher regierende SPÖ hat dort einfach etliche Probleme nicht unter Kontrolle gebracht- so wenden sich die Bürger halt ab.

Kurz gesagt, man agiert nicht überzeugend, verärgert die Bürger und bekommt eben dann die Rechnung, die Flüchtlingsproblematik wirkt hier höchstens verstärkend. Im Frühjahr waren die Trends die gleichen und hier gab es noch andere Themen.

Die FPÖ hat natürlich den Vorteil das dieses Hauptthema ein Stammthema der Rechtspopulisten ist, aber auch hier sollte man ein paar andere Faktoren sehen. Der Partei ist es gelungen fast alles „Protestwähler“ anzusprechen, Alternativen in diesem Bereich konnten sich nicht dauerhaft durchsetzen. Und noch was konnte ich vor allem im persönlichen Umfeld beobachten, es ist wieder „in“ und „cool“ FPÖ zu wählen, sachen wie „das gibt’s nicht mehr wenn erst mal der Strache kommt“ hört man wieder.
So bevor jemand glaubt ich bin nun zum blauen geworden, kommen auch hier die Kritikpunkte. Man lehnte sich zurück und wartet erfolgreich bis man gewinnt, anstatt das man die Stimmungslage nutzt um alternative Konzepte zum Regierungsblabla zu entwickeln und zu präsentieren. Finde ich, ehrlich gesagt, für eine Partei in dieser Größe echt schwach. Meine Prognose ist das wieder Blau-Schwarz kommt, im Bund. Bei der SPÖ kann es sein das man unattraktiv weiterwurstelt, oder das Streitereien nach der Wienwahl die Partei schwächen. Die ÖVP wird weiter verlieren, tut sich aber leichter mit den Blauen als Koaltionspartner. Doch das es diesesmal besser läuft als unter der damaligen Schüssel-Regierung ist zu bezweifeln, schon gar nicht in der Hinsicht das sie die angstmachenden Probleme besser in den Griff bekommen.

Die Grünen haben etliche Vor und Nachteile. 2014 war man ja teilweise der Wahlgewinner schlechthin (man denke an die Wahlen für die EU und in Vorarlberg). Warum man diesen Aufschwung nicht besser nutzen kann, das lässt sich mit mehreren Gründen erklären. Beim Flüchtlingsthema sind die Freiheitlichen das eine Extrem, die Grünen das andere. Das spricht viele nicht an. Die Vermarktung halte ich persönlich für grauenhaft und es gilingt den Grünen nach wie vor nicht breite Bevölkerungsschichten anzusprechen.

Der Grund warum die Neos den Einzug nicht schafften, war das Flüchtlingsthema? Auch das halte ich für eine schwache Erklärung. Die Neos präsentierten sich anfangs für kurze Zeit als eine „neue Bürgerbewegung“ und damit als eine Alternative für Protestwähler die nicht die FPÖ wählen wollen. Doch davon ist man mittlerweile weit entfernt, man glänzt durch ÖVP-Nähe, bringt immer wieder total unbeliebte (teils schwachsinnige) Vorschläge und bringt kaum überzeugende Kandidaten. Außer Unterstützer Haselsteiner und Parteichef Strolz findet man wenige wirklich wählbar wirkende Personen bei den Neos. Beide Parteien, Neos und Grünen wurden finde ich auch geschwächt durch die "Tolarenz-Diskussion“ rund um Conchita Wurst und ihren ESC-Sieg. Sie dachten sie gewinnen groß damit, merkten aber nicht das sie viele Leute eher damit nervten (bitte nicht falsch verstehen, ich bin durchaus für Toleranz, war aber auch kein Conchita-Wurst Fan), da ging auch ein Teil des Hypes verloren.

Was die ganz kleinen Betrifft muss ich sagen waren sie im Wahlkampf kaum zu finden. Warum jemand dieses Mal die KPÖ wählen sollte, wenn er es bisher nicht getan hatte, wurde kaum klar gemacht. Die erzkonservative CPÖ hat es ohnehin nicht leicht große Massen anzusprechen. In Wien sind die kleinen zwar besser aufgestellt, etwa in Parteibündnissen, wirken aber dennoch wenig präsent. Manch eine Hürde wird ihnen auch gestellt, muss man der Fairness halber sagen. Und wirklich große Chancen auf den Einzug werden Wien Anders, Wir wollen Wahlfreiheit und Gemeinsam für Wien, nicht gegeben.

So das war nun meine persönliche Analyse. Würde mich freuen wenn jemand seine Meinung dazu abgeben würde.
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08.10.2015, 16:41
Beitrag: #86
Voranalyse Wahlen in Wien:
Am Sonntag finden Landtagswahlen in Wien statt. Es sind extrem bedeutende Wahlen für alle Parteien. Hier möchte ich kurz mal die Lage analysieren:

-SPÖ: Bürgermeister Michael Häupl ist erneut der Spitzenkandidat für die SPÖ. „A Gspühr für Wien“ ist eines der plakatierten Mottos. Häupl hat zum Kampf um Platz 1 ausgerufen – nicht ganz zu unrecht. Am Beginn des Wahlkampfs sprach er noch von (der damals schon nicht wirklich realistischen) Zurückholung der Absoluten Mehrheit, nun ist er in Umfragen nur noch knapp vor der FPÖ. Also: Ein Absturz wird vorhergesagt, die Frage ist nur ob man auf Platz 1 bleibt und eine weitere ist ob sich Rot-Grün nochmals ausgeht. Häupl, der auch in der Bundes-SPÖ eine hohe Bedeutung hat, hat angedeutet wenn er Platz 1 holt Bürgermeister bleiben zu wollen.

-FPÖ: Bundesparteichef Strache ist nach 2005 und 2010 zum dritten Mal Spitzenkandidat bei der Wienwahl. 2005 rief die Partei der damals weit unter 10% vorausgesagt wurde, zum Duell um Wien auf (Strache – Häupl), damals kam ein von der FPÖ dringend benötigter Erfolg raus (14%). Heute 10 Jahre später gibt es das Duell tatsächlich. Ich würde sagen die etwas besseren Karten hat die SPÖ, auch weil es für Strache schwer werden wird Koaltionspartner zu finden. Das Motto „wir grenzen niemanden aus“ auf den Plakaten geht in diese Richtung. Die Chancen das man ein Ergebnis über 30% erzielt sind hoch.

-ÖVP: Die ÖVP-Wien schwächelt gewaltig. Juraczka ist relativ unbekannt. Bedeutende Bezirkspolitiker wie Stenzel wanderten zu anderen Parteien ab (bei ihr wars die FPÖ) und insgesamt sieht es nach einem Abrutschen auf 10-14% aus, alles was mehr ist wäre ein Erfolg, außerdem droht der Absturz auf Platz 3.

-Grüne: Maria Vasilakous Grüne regierten die letzten 5 Jahre zusammen mit der SPÖ-Wien, das verlief nicht immer harmonisch und manche Vorhaben waren umstritten. Dennoch möchten die Grünen weiter regieren. Die vermarktung über „lustige“ Sprüche gibt es auch in Wien. Sollten die Grünen ein Minus haben hat Vasilakou mit ihrem Rücktritt gedroht. Umgekehrt hat man sogar die Chance Platz 3 zu holen. Ich bin gespannt.

-Neos: Die Neos waren nach der Nationalratswahl 2013 im Hoch, doch heuer gelang in keinem Bundesland der Einzug. Die Hoffnung der Partei ist das es in Wien endlich gelingt ein respaktables Ergebnis zu holen oder zumindest einzuziehen um sich eine Basis zu für die Zukunft der Partei zu schaffen. Spitzenkandidatin Meinl-Reisinger, ist zumindest politisch nicht ganz unerfahren und auch nicht ganz unbekannt. Sie gehört zu den bedeutendsten Politikern der Neos. Bei Umfragen sah es ursprünglich sehr gut aus, mittlerweile muss man aber Zittern im Duell Häupl – Strache nicht unterzugehen. Sehr viel Aktivismus und etliches an Werbung sollen zumindest die nötige Aufmerksamkeit bringen. Bin gespannt ob es die Neos weiterbringt.



-Wien Anders: Der Zusammenschluss aus KPÖ, Piraten, Echt Grün und ein paar anderen sorgte zumindest, was ich als Oberösterreicher so mitbekomme nicht allzu oft für Aufmerksamkeit. Spitzenkandidatin Okropiridse wirkt recht jung, fesch und sympathisch (zugegeben meine Meinung), aber eine echte Führungsperson einer solchen Allianz der man auch was zutraut ist sie nicht. Außerdem ist sie wohl kaum wen ein Begriff. Insgesamt konnte man kaum auf sich aufmerksam machen und so stehen die Chancen auf einen Einzug nicht besonders gut.

-WWW: Die Liste von Heinz Pollischansky wurde vom Team Stronach unterstützt und auch das BZÖ war mit von der Partie. Für wirklich große Aufmerksamkeit konnte „Wir wollen Wahlfreiheit“ nicht sorgen und so wird es schwer werden sich ausreichend vielen Wählern als echte Alternative vorzustellen um auch gewählt zu werden. Im Vordergrund des Wahlkampfes steht die Forderung nach mehr direkter Demokratie.

-Gemeinsam für Wien: Die Liste mit dem türkischstämmigen Spitzenkandidaten Taskiran, fand am Anfang des Wahlkampfes als Migrantenpartei etwas Aufmerksamkeit. Eine reine Migrantenpartei möchte man auch nicht sein, es gibt auch einen ÖVP-Überläufer aus dem ersten Bezirk auf der Liste. Doch auch dieser werden kaum Chancen gegeben.

Insgesamt haben sich die kleinen Parteien sehr bemüht sich gut aufzustellen, doch es wird schwer werden. Das ganze ist sicherlich auch eine Materialschlacht, Überschattet wird das ganze vom Duell Häupl gegen Strache, die Grünen und die ÖVP müssen hier versuchen halbwegs gut davon zu kommen und für die Neos ist die Wahl enorm wichtig. Da wird es schwer werden für neue Alternativen.

Bin schon gespannt wie die Wahl ausgeht und auch welche bundespolitischen Folgen sie haben wird.

Meine Vermutung von der Reihenfolge der Parteien: 1. SPÖ, knapp vor 2. FPÖ, 3. Grüne (mit einem Plus), 4. ÖVP, 5. Neos (schaffen den Einzug). Bei den kleinen tue ich mir echt schwer. Tippe einfach mal: Wien Anders, vor WWW und Gemeinsam für Wien, alle drei nicht drinnen.

Frage: Bekommt man in Deutschland was mit von den heuer stattfindenden Landtagswahlen bei uns in Österreich?
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11.10.2015, 22:13
Beitrag: #87
Wienwahl 2015:
Hier ist das Ergebnis der Wienwahl 2015:

1. SPÖ 39,5% (-4,8%)
2. FPÖ 21,0% (+5,3%)
3. Grüne 11,6% (-1,0%)
4. ÖVP 9,2% (-4,8%)
5. Neos 6,2% (Neu)

Nicht im Landtag:

6. Wien Anders 1,1%
7. Gemeinsam für Wien 1,0%
8. WWW 0,2%
Sonstige: 0,2%

Die Wahlbeteiligung ist von 67,6% auf 74,4% gestiegen.
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12.10.2015, 09:54
Beitrag: #88
RE: Wienwahl 2015:
(11.10.2015 22:13)WDPG schrieb:  2. FPÖ 21,0% (+5,3%)

Vielleicht dein "Wunschergebnis", aber es waren über 32%.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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12.10.2015, 13:00
Beitrag: #89
RE: Wienwahl 2015:
(12.10.2015 09:54)Arkona schrieb:  
(11.10.2015 22:13)WDPG schrieb:  2. FPÖ 21,0% (+5,3%)

Vielleicht dein "Wunschergebnis", aber es waren über 32%.

Ups das kommt davon, wenn man noch schnell was runtertippt, also die FPÖ hatte ca 32 Prozent. Werde bei der Analyse nochmals eine korrigierte Fassung hinschreiben.
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13.10.2015, 14:00
Beitrag: #90
Wienwahl 2015: Ergebnis und meine Analyse:
Da sich bei der vorhergehenden Präsentation des Wahlergebnisses ein paar Fehler eingeschlichen haben, möchte ich hier nochmals das Wahlergebnis der Landtagswahl 2015 in Wien schreiben:

SPÖ 39,59% (-4,75%)
FPÖ 30,79% (+5,02%)
Grüne 11,84% (-0,80%)
ÖVP 9,24% (-4,75%)
Neos 6,16% (Neu)

Nicht im Landtag:

Wien Andas 1,07%
Gemeinsam für Wien 0,91%
WWW 0,21%
Listen die nicht landesweit angetreten sind: 0,2%

Vorläufiges Endergebnis, Quelle Wikipedia.

Nun werde ich das ganze kurz mal analysieren:

-Die SPÖ hat fast 5% verloren, dennoch geht sie als Sieger aus der Wahl hervor. Vor langer Zeit hat Häupl mal erwähnt das sich andere von ihm, was Wahlen betrifft, noch was lernen können. Damit hatte er Recht, wie er bei der Wahl zeigte. Ein Totalabsturz der SPÖ schien nach den heurigen Landtagswahlen in anderen Bundesländern, realistisch zu sein. Sogar der Fall hinter die FPÖ hätte der Fall sein können. Das ergab eine Duellstimmung zwischen Strache und Häupl. Da Strache doch sehr polarisiert gelang es Häupls SPÖ sehr gut Wähler zu mobilisieren, nicht nur die Stammwähler sondern auch jene die einen Bürgermeister Strache verhindern möchten. Aus diesem Grund hat man zwar weiter an Stimmen verloren, hielt sich dann aber doch einen Abstand zu Platz 2 der FPÖ, was man somit schon als Erfolg sehen konnte.

-Die FPÖ rief zum Duell um Wien aus. Als man das 2005 zum ersten Mal machte, war es eine Übertreibung, aber damals gelang trotz Minus ein Überraschungserfolg. Dieses Mal war es keine Übertreibung mehr, denn die FPÖ gewann bei den heurigen Wahlern stark dazu.
Schlussendlich gelang es der FPÖ auch 2015 wieder ein starkes Plus zu holen. Man baut die Position in der Stadt aus. Aber zum Kopf an Kopfrennen wurde die Wahl schließlich nicht. Der Abstand zwischen den beiden Parteien blieb größer als Erwartet. Aus FPÖ-Sicht ist es ein Wahlsieg, von dem man sich wohl mehr erwartet hätte.

Die Grünen sind nun drittstärkste Partei, auch eine Fortsetzung der SPÖ-Grünen Koalition ist weiterhin möglich und auch relativ wahrscheinlich. Doch man holte auch ein kleines Minus. Woher dieses kommt, das könnte mehrere Gründe haben. Manche Grünwähler könnten sich mehr von der Regierungsbeteiligung erhofft haben und manche wählten wohl die SPÖ um Straches Platz 1 zu verhindern, die sonst die Grünen gewählt hätten. Meines Wissens ist es das erste Mal seit langem das die Grünen Wahlen verloren haben. Landesparteichefin Vasilakou erlebte ein peinliches Nachspiel, sie hatte angekündigt bei einem Minus zu gehen, da dieses aber sehr klein war, druckste sie eine Zeit lang herum und bleibt nun doch.

Die ÖVP holte unter 10%. Wahnsinn und das als eine der eigentlichen „Großparteien“. OK, die SPÖ-Vorarlberg ist ähnlich schwach, aber Wien ist was Bundeswahlen betrifft, doch um einiges bedeutender. Für die ÖVP ist das eine Katastrophe, eine die zum Teil wohl mit dem beschriebenen Duell SPÖ-FPÖ erklärbar ist, zum Anderen aber auch mit dem schwachen Wahlkampf, einer schwachen Führung und mit dem Absprung einiger prominenter Personen (die bekannteste ist Ursula Stenzel, einst ÖVP Spitzenkandidatin bei der EU-Wahl, dann Bezirksvorsteherin für die ÖVP im 1. Bezirk, nun ist sie zur FPÖ gegangen).
Parteichef Juracka ist bereits zurückgetreten, ÖVP-Generalsekretär Blümel übernimmt, man will sich neu Aufstellen in Wien und bietet sich als Regierungspartner an.

Den Neos gelang es heuer zum ersten Mal auch in einen Landtag einzuziehen, ursprünglich war das „eh klar“, in letzter Zeit schien das für viele nicht mehr als fix. Für Landesparteichefin Meinl-Reisinger bedeutet das sicher einen Aufstieg auch in der Partei. Denke für die Neos hat sich gezeigt „antreten alleine bringt nichts, man muss auch immer wieder mal auf sich aufmerksam machen und wenn möglich eine starke Persönlichkeit vorne haben“. Dennoch ist man in Wien schwächer vertreten als das LiF 1996-2001 (die hatten damals 8%).

Wien Anders hat sich das ganze wohl anders vorgestellt. Das Linksbündnis holte nur 1,1% und damit etwas gleich viel wie die KPÖ ohne Bündnispartner im Jahr 2010 geholt hatte. Zumindest KPÖ-Wien Chef Zach ist darüber auch enttäuscht, etwas positiver klang die Spitzenkandidatin die aus der Piratenpartei kommt. Der Grund: Man konnte beinahe gar nicht auf sich Aufmerksam machen, Linksbündnis alles schön und gut, aber man hat so gut wie gar keine Chance, wenn man es nicht schafft den Leuten als Alternative zu erscheinen. Der Einzug wäre ohnehin nicht leicht gewesen, aber mit einem prominenten Spitzenkandidaten und ein paar Aktionen hätte man zumindest ein starkes Signal senden können, was so absolut nicht gelungen ist.

Gemeinsam für Wien, eine Liste mit zahlreichen Migranten, holte ca. 1%. Auch ihr gelang es viel zu kurz für Aufmerksamkeit zu sorgen und man hatte es mit der Frage „wofür steht man“ nicht gerade einfach. Anfangs las man viel über eine Migrantenpartei, diese wollte man dann aber auch nicht wirklich darstellen.

WWW: Die Liste wurde vom Team Stronach unterstützt, das BZÖ-Wien war teilweise an der Liste eines bekannten Gastronoms beteiligt, direkte Demokratie war das Thema. Auch sie hatte das Problem wenig Aufmerksamkeit zu bekommen. Warum man deutlich schwächer war als die anderen 2 Kleinparteien, weiß ich auch nicht. Muss aber sagen ich fand nicht mal eine Homepage, als ich suchte. Sollten BZÖ und Team Stronach hier neue Ansätze gesucht haben, haben sie diese sicher nicht gefunden.
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22.10.2015, 16:18
Beitrag: #91
ÖVP - FPÖ:
In Oberösterreich werden künftig ÖVP und FPÖ zusammen arbeiten, das ganze wird ein Arbeitsübereinkommen genannt, nicht eine Koalition.

Landesräte stellen ÖVP/FPÖ/SPÖ und Grüne weil es eine Proporzregierung gibt. Bisher gab es eine ÖVP-Grünen Koalition, doch diese ging sich von den Stimmanteilen nach 12 Jahren nicht mehr aus.

Für Aufregung sorgte das keine Frau in der neuen Landesregierung sitzt (bisher waren es 2, eine kam von der SPÖ, die nun aber einen Sitz weniger hat und eine kam von der ÖVP, die nun ihren Sitz verlor).

Heute gab es dazu eine Pressekonferenz. Ich fand Landeshauptmann Pühringer und Hainbucher (FPÖ) wirkten eher distanziert. Lustig war ein Versprecher Pühringers, der sich bei Entholzer (SPÖ-Chef in Oberösterreich) statt bei Hainbucher bedankte. Sicher keine Absicht, aber gut vorstellbar das Pühringer dieser als Koalitionspartner lieber gewesen wäre.
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04.11.2015, 22:32
Beitrag: #92
RE: Wahlen-Allgemein 2015:
Weil das Wahljahr jetzt ja vorbei ist, möchte ich dieses und seine Auswirkungen auf die Parteien in Österreich nochmals analysieren. Werde im nächsten Posting mit den Parteien der Regierungskoalition beginnen.
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07.11.2015, 10:24
Beitrag: #93
Das Wahljahr 2015 aus der Sicht der Regierungsparteien:
-Die SPÖ: Im Burgenland hat die SPÖ verloren, anschließend ging man eine Koalition mit der FPÖ ein, was innerparteilich für ordentlich Wirbel sorgte.
In der Steiermark holte man trotz Minus Platz 1, gab dann aber den Landeshauptmann der ÖVP,
In Oberösterreich erlebte man ein katastrophales Ergebnis (unter 20%),
In Wien holte man zwar ein Minus, man konnte aber eine Katastrophe (aus SPÖ-Sicht) deutlich abwenden.

Insgesamt war es für die SPÖ ein Jahr der Verluste und Katastrophen, was nur dadurch gedämpft wurde das man in Wien besser als erwartet abschnitt. Ob Faymanns Posten wackelt? Ich würde sagen ja, aber die großartige Alternative bietet sich auch nicht an. Die Parteiführung die durch einen neuen Bundesgeschäftsführer (Schmid statt Darabos) etwas verändert wurde, wirkt Ratlos. Sieht nach Weiterwursteln aus.

-Die ÖVP: Die Volkspartei verlor im Burgenland mehr als 5,5%, hier wechselte man den Landesparteichef (Steiner kam statt Steindl).
In der Steiermark verlor man zwar, konnte aber trotz Platz 2 in den Verhandlungen den Landeshauptmann stellen (Schützenhöfer).

Man nahm das Ganze, so mein Gefühl relativ relaxt. Kein Wunder: Der ÖVP fällt ein Zusammengehen mit der FPÖ leichter als die SPÖ, außerdem kam noch der zusätzliche Landeshauptmann (man stellt nun 6 Landeshauptleute) und einige Mitglieder des Team Stronach die zur ÖVP wechselten.

Bei der Oberösterreichwahl erlebte die Volkspartei ein Desaster, in Wien schrumpfte man zur Partei unter 10%.

Danach war das Relaxte weg, der Generalsekretär (Blümel) wurde Wiener Landeschef, Mc Donald wurde neuer Generalsekretär. Man befindet sich im Absturz, hat nur einen Vorteil: ÖVP/FPÖ ist realitischer als SPÖ/FPÖ. Leicht tun sich damit aber auch nicht alle, was man in Oberösterreich sieht. Die eine oder andere Umstrukturierung wäre keine Überraschung, denke aber das Mitterlehner Parteichef/Vizekanzler und Wirtschaftsminister bleibt.
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13.11.2015, 21:48
Beitrag: #94
RE: Wahlen-Allgemein 2015:
In Wien haben sich wieder SPÖ und Grüne auf eine Koalition geeinigt. Diese Koalition hatte schon 2010 bis 2015 regiert. Beide Parteien haben bei den Wahlen zwar verloren, doch sie haben nach wie vor eine Mehrheit.
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29.12.2015, 22:21
Beitrag: #95
Das Wahljahr 2015 aus der Sicht von FPÖ und Grünen:
-FPÖ: Für die FPÖ war 2015 ein sehr erfolgreiches Jahr, nur in einem Bundesland hätte man sich wohl mehr erhofft.

Im Burgenland ist man mit 15% (wenn ich mich nicht täusche) so stark wie noch nie. Doch nicht nur das, der FPÖ ist es gelungen im Burgenland Koalitionspartner der SPÖ zu werden.
Extrem erfolgreich war die FPÖ auch in der Steiermark, hier holte man mehr als 26% und damit Platz 3.
Noch erfolgreicher verlief die Landtagswahl in Oberösterreich, hier holte man über 30% und rückte der ÖVP gefährlich nahe. Hier wirkte sich wohl vor allem die Flüchtlingskrise aus. Die Regierungskoalition ÖVP-Grüne, wurde durch das Arbeitsübereinkommen ÖVP-FPÖ abgelöst (wobei hier alle 4 Parteien Landesräte stellen), die SPÖ ließ man weit hinter sich.
Auch auf Gemeindeebene erreichte die FPÖ einiges, man holte z.B. den Bürgermeister in Wels (zweitgrößte Stadt Österreichs).

In Wien holte man unter Spitzenkandidat Strache ein starkes Plus, doch der Abstand zur SPÖ war zu groß um wirklich von einem Duell zu sprechen.

Insgesamt tat sich die FPÖ heuer leicht, Flüchtlingskrise, hohe Arbeitslosenzahlen und die Gesamtstimmung machten es der FPÖ leicht Protestwähler für sich zu gewinnen. In Bundesweiten Umfragen findet man die FPÖ häufig sogar auf Platz 1.

Auch Streitigkeiten gab es: Teile der Salzburger Landespartei unter Karl Schnell mit 2 Nationalratsabgeordneten und einem Bundesrat spalteten sich von der FPÖ ab, dafür kam Lintl vom Team Stronach.

Insgesamt ein Jahr das die FPÖ enorm gestärkt hat.

-Grüne: Für die Grünen war 2015 kein leichtes Jahr. 2014 erlebten sie einen Aufstieg mit extrem starken Ergebnissen, doch irgendwie ist die Aufbruchsstimmung von damals, jetzt wieder weg.

Im Burgenland holte man ein respektables Ergebnis, doch die nicht einmal 7% sind weit unter dem Bundesschnitt. In der Steiermark war es ähnlich, man holte ein Plus, aber nicht mal 7%

In Oberösterreich holte man ebenfalls ein Plus, doch die Koalition ÖVP-Grüne geht sich nicht mehr aus, die Grünen stellen zwar noch immer mit Anschober einen Landesrat, doch ihr Einfluss wurde schwächer.

In Wien blieb man in der SPÖ-Grünen Koalition, doch hier verlor man sogar etwas.

Insgesamt ein schweres Jahr für die Grünen, eines das sie noch weiter hinter die Freiheitlichen zurückfallen lies.
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30.12.2015, 13:37
Beitrag: #96
Wahljahr 2015: Team Stronach und Neos:
-Team Stronach: Für das Team Stronach könnte das Jahr nicht recht viel schlechter laufen. Bei den Wahlen im Burgenland hat man die Liste Burgenland unterstützt, diese war erfolgreich, was dem Team Stronach wenig brachte, auch weil man auf den Sitz den man bekommen hätte können verzichtete.
Die Steiermark wurde als letzter Möglichkeit auf Rettung gesehen, das auch ein Erfolg bei sowas die Bundespartei nicht retten muss zeigte das BZÖ, das in Kärnten noch einzog, in den Nationalrat nicht mehr. Normalerweise nimmt man bei so etwas alles was man hat in die Hand. Doch das Team Stronach hatte eine andere Strategie, man zerstritt sich und scheiterte dann total.
In Oberösterreich wollte ein Einzelabgeordneter Antreten, was nicht gelang. In Wien unterstützte man die Liste WWW die nicht einmal 1% erhielt.

Noch schlimmer wirkte sich aus das zahlreiche Nationalratsabgeordnete das Team Stronach verließen, großteils zur ÖVP. Darunter war auch Ex-Generalsekretär Franz und Ex-Klubobfrau Nachbauer. Nun ist wieder Robert Lugar der Chef des Tagesgeschäfts, doch wirklich für Aufmerksamkeit konnte man höchstens mit den Sommergesprächen sorgen.

Auch in den anderen Bundesländern sieht es für das Team Stronach düster aus. In Salzburg flog man gerade aus der Landesregierung, in Kärnten läufts besser, man wird sich aber nicht mehr Team Stronach nennen (hier ist Landesrat Köfer der führende Mann).

Also kurz: Das Team Stronach wirkt schon jetzt so als sei es am Ende.

-Neos: Nicht besonders gut lief das Wahljahr für die Neos. Im Burgenland scheiterte man, was wenig überraschte. Überraschender war das ein Einzug weder in der Steiermark, noch in Oberösterreich gelang. Wobei man in Oberösterreich besser dran war als in der Steiermark.

Nur in Wien gelang den Neos unter Beathe Meinl-Reisinger der Einzug in den Landtag, man war aber auch schwächer als das LiF 1995. Auch in ein paar Gemeinden/Städten etwa in Linz gelang der Einzug.

Bei bundesweiten Umfragen steht man besser da, aber was den Aufbau von Strukturen betrifft war das Jahr 2015 für die Neos ein Flop.
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31.12.2015, 11:20
Beitrag: #97
Das Wahljahr 2015 aus der Sicht der Kleinparteien:
-BZÖ: Das man im Burgenland nicht antreten würde, war klar - dort trat man auch in, für die Partei, besseren Zeiten nicht an. In der Steiermark und Oberösterreich sah er kurz nach einem Antreten aus, man trat aber dann doch nicht an. In Wien war die ganze Sache, so mein Gefühl, schon relativ konkret. Doch dann entschied sich Landesparteichef Schwingenschrot statt dessen auf der Liste WWW zu kandidieren. Doch wie erwähnt scheiterte diese.

Außerdem gab es einen Obmannwechsel, Parteichef Grosz trat zurück, statt dessen wurde es die Kärntner Landtagsabgeordnete Trodt-Limpl. Insgesamt habe ich, als aufmerksamer Beobachter der kleineren Parteien, den Eindruck, das sich das BZÖ stärker auf Kärnten konzentriert. Auch bei Gemeinderatswahlen usw. sind mir jetzt keine größeren Erfolge unter dem Namen BZÖ bekannt. Man ist also spätestens nach der verpatzten EU-Wahl stark geschwächt.

-KPÖ: Im Burgenland trat die KPÖ nicht an, in der Steiermark gab es einiges zu verlieren, denn hier sitzt man im Landtag. Man holte zwar ein leichtes Minus, aber immerhin gelang der KPÖ-Steiermark der Verbleib im einzigen Landtag in dem man sitzt. In Oberösterreich gab es ein leichtes Plus, aber man blieb klein.
In Wien setzte man die Hoffnung auf die Plattform Wien-Anders (eine Zusammenarbeit zwischen KPÖ, Piratenpartei und Echt Grün), die dann aber doch recht deutlich scheiterte.

Ich denke aus Sicht der KPÖ ist es bitter das man in Wien so wenig erreichte, die anderen Ergebnisse gehen für die Kleinpartei wohl in Ordnung.

-Piratenpartei: Den Piraten gelang es nicht in der ganzen Steiermark anzutreten, entsprechend schwach war man. In Oberösterreich und im Burgenland trat man nicht an. In Wien scheiterte man als Teil der Plattform Wien Anders, wo man auch die Spitzenkandidatin stellte. Insgesamt bestätigt sich der Trend, das die Piraten eine Kleinstpartei bleiben werden.

-CPÖ: Die CPÖ trat im Burgenland und in Oberösterreich an, ohne die 1% zu überspringen. Mich wundert das man nicht eher unter dem Namen REKOS antritt, doch auch hier wären die Erfolgsaussichten gering.

-LBL: Die Liste Burgenland schafft es nicht nur im Landtag zu bleiben,, sondern auch noch ein Plus zu holen. Damit stellt man nun 2 Abgeordnete im Burgenländischen Landtag. Ich finde ein beachtlicher Erfolg für die Kleinpartei, die vermutlich nicht außerhalb des Burgenlands tätig werden wird.

-EU-Austrittspartei: Nach dem EU-Stopp bei den EU-Wahlen stärkste Kleinpartei war, hätte ich mir hier mehr erwartet, was Wahlen heuer betrifft. In Wien sah es einige Zeit nach einem Antreten aus, doch man trat schließlich nur auf Bezirksebene an.

-Gemeinsam für Wien und WWW: waren finde ich für die Wienwahl gar nicht mal so schlecht aufgestellt, aber schließlich erfolglos.
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