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Untergang der K.u.K. Donaumonarchie Österreich Ungarns - wann war der Point of no Ret
20.02.2014, 09:49
Beitrag: #21
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
(19.02.2014 09:29)Suebe schrieb:  [...]
Wer schon mal mit der Österreichischen Exekutive zB Verkehrspolizei zu tun hatte, kann ein Liedchen singen. Und kein fröhliches. [...]

Mag sein, aber im Vergleich zur bayrischen Polizei ist die österreichische harmlos. Bin mir bei der Kontrolle in Bayern vorgekommen wie ein Schwerverbrecher.

MfG, Titus Feuerfuchs
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20.02.2014, 10:50
Beitrag: #22
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
(20.02.2014 09:49)Titus Feuerfuchs schrieb:  
(19.02.2014 09:29)Suebe schrieb:  [...]
Wer schon mal mit der Österreichischen Exekutive zB Verkehrspolizei zu tun hatte, kann ein Liedchen singen. Und kein fröhliches. [...]

Mag sein, aber im Vergleich zur bayrischen Polizei ist die österreichische harmlos. Bin mir bei der Kontrolle in Bayern vorgekommen wie ein Schwerverbrecher.


Nix dagegen,

ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass das in Deutschland durch Sissy-Filme geprägte Bild der KuK-Monarchie und ihrem vorletzten Kaiser Franz-Josef absolut falsch ist.
Da gab es weder eine überbordende Gemütlichkeit oder Schlendrian noch einen Laissez Fair-Führungsstil.
Ganz im Gegenteil.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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21.02.2014, 00:37
Beitrag: #23
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
(20.02.2014 09:11)Arkona schrieb:  Die k.u.k. -Armee war 1914 ein Anachronismus, wie Preußen einst 1806. Ausrüstung und Militärdoktrin veraltet. Die Soldaten waren aus allen möglichen Völkern zusammengewürfelt, damit war von vornherein klar, dass man militärisch nichts gebacken bekommt. Ausnahmen, wenn es um die eigene Heimat ging, wie später in Tirol.
[...]

Das stimmt mit Sicherheit.

Zusätzlich musste man aufpassen, welche Völker der Monarchie man an welcher Front in die Truppe eingliederte.

Die Motivation slawischer Truppenteile Truppen slawischer Bruderstaaten zu bekämpfen, war z.B. endenwollend...
Da war die Kampfmoral der deutschen Truppen mit Sicherheit besser.

MfG, Titus Feuerfuchs
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21.02.2014, 00:47
Beitrag: #24
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
die direkte Herrschaftsausübung Habsburgs war alles andere als "gemütlich"

sicherlich war die Repression nach innen seit 1848 sehr ausgeprägt und Einrichtungen wie das Internierungslager Thalerhof bei Feldkirchen südlich von Graz zeigen die leider oft verdrängte häßliche Seite der KuK Monarchie Dort waren ab 1914 insgesamt etwa 30.000 der „Russenfeundlichkeit“ verdächtigte Ruhenen interniert, von denen ca.3000 in der Haft durch Seuchen,Gewaltakten des Wachpersonals und Folter umkamen.-im Prinzip hatte es da einen Vorläufer der Konzentrationslager der Nazis.

Zum Point of No return stimme ich Titus und Chris zu.Auch ich sehe 1867 als neuralgschen Punkt n der Geschichte der kuk Monarchie ,weil man damit die Tür für die Volksgruppen zuschlug,die nicht Deutsche oder Ungarn waren.Die Emanzipation und der wachsende Einfluss der Ungarn genzte gleichzeitig die anderen Gruppen aus und engte den politischen Gestaltungsspielraum in Hinblick auf eine kuK-Konföderation unter Beteiligung aller Volksgruppen drastisch ein..
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21.02.2014, 14:03
Beitrag: #25
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
(21.02.2014 00:37)Titus Feuerfuchs schrieb:  
(20.02.2014 09:11)Arkona schrieb:  Die k.u.k. -Armee war 1914 ein Anachronismus, wie Preußen einst 1806. Ausrüstung und Militärdoktrin veraltet. Die Soldaten waren aus allen möglichen Völkern zusammengewürfelt, damit war von vornherein klar, dass man militärisch nichts gebacken bekommt. Ausnahmen, wenn es um die eigene Heimat ging, wie später in Tirol.
[...]

Das stimmt mit Sicherheheit.

Zusätzlich musste man aufpassen, welche Völker der Monarchie man an welcher Front in die Truppe eingliederte.

Die Motivation slawischer Truppenteile Truppen slawischer Bruderstaaten zu bekämpfen, war z.B. endenwollend...
Da war die Kampfmoral der deutschen Truppen mit Sicherheit besser.


ÖU hatte die schwere Artillerie vollmotorisiert! Als einzige Armee der Welt.
Lohner-Porsche Zugmaschienen, Landwehrzüge usw. usf. und der Skoda-Mörser war ganz große Klasse.
Die Gebirgsgeschütze allem anderen überlegen.
Die Uniformen vorbildlich. (Die Franzosen zogen noch mit roten Hosen gegen Maschinengewehre...)
Hötzendorf hat als Stratege heute noch ein hohes Ansehen.

Die Einsatzfreude der Bosnier zB an der Isonzofront war "sagenhaft" nur mal zB.
Die von Arkona angeführte Verteidigung Tirols 1915 mit den Schützenvereinen ist eh eine Heldensage des 20. Jahrhunderts.

Im Sommer und Herbst 1914 haben die ÖU-Truppen in Galizien die vebündeten Deutschen gerettet.
Sie haben gegen jede Weisheit, Verstand und Eingebung angegriffen, sonst hätte Hindenburg vermutlich in Danzig oder Stettin überwintert. Oder der Krieg wäre gleich verloren gewesen.
Von diesen Verlusten hat sich k+k Armee nicht mehr erholt.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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28.02.2014, 21:42
Beitrag: #26
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
Es herrscht jetzt in diesem Thread seit einigen Tagen Ruhe, aber ich muss sagen, ich bin mit dem Verlauf der Diskussion hochzufrieden. Die Qualität der Beiträge wie auch die Fähigkeit nicht nur in historischen Fakten sondern auch deren Interpretation auch deren Alternativen denken zu können hat die Community hier unter Beweis gestellet.

Ich denke nahezu alle wichtigen Punkte, die hoffnungsvollen wie auch die fehlerhaften wurden erwähnt. Zwar gab es auch die Meinung, dass das Gebilde der K.u.K Donaumonarchie Österreich-Ungarns ohnehin auseinandergefallen wäre, doch von der Mehrheit der Kommentatoren wurde eine Konfederalisierung und Konstitutionalisierung eine aussichtsreiche Lösung erachtet, vielleicht hätte es auch eine Art Austrian Commonwealth geben könnten unter Wahrung des Wirtschaftsraumes.

Gut finde ich den Hinweis von Christ913, der auch die Eckdaten 1848 und 1867 erwähnt zu haben, letztere als eine Art Machtkompromiss, der aber aus einem Vielvölkerstaat zwei machte. Eine Kritik, der dann die späteren Nachfolgestaaten Tschechoslowakei und Jugoslawien auch ausgesetzt waren. 1848 erwähne ich als Schweizer insbesondere auch deshalb, weil damals in diesem, wenn auch viel kleinerem, aber auch hetereogenen Gebilde der Schritt in die Richtung gemacht wurde.

Zu ergänzen wäre noch als einer der guten Schritte der mährische Ausgleich von 1905.

Unumstritten war wohl, dass das Herbeiführen des ersten Weltkriegs den Weg in den Untergang wenn nicht endgültig machte, so soch auf jeden Fall beschleunigte. Ob es im Krieg noch Chancen gab, mit einem Friedensschluss das Gebilde zu retten mag zwar diskutabel sein, aber auch hier ist klar, dass mit der Sixtus Affäre das endgültige Aus kam, denn ab dann war die Zerschlagung der Donaumonarchie bei den Westmächten beschlossene Sache.

Eine Frage, dich ich vielleicht noch gerne erörtert hätte, ob einer der Persönlichkeiten wie Karl oder Franz Ferdinand eine Entwicklung in Friedenszeiten zuztrauen wäre.

In jedem Fall würde ich allerdings festgehalten werden, dass über die ganzen 70 Jahre vor allem eines für eine zukunftsträchtige Lösung: Zeitgemässes Denken, Sinn für gesellschaftliche Entwicklungen und für den Ausgleich zwischen Bevölkerungsschichten, Nationalitäten und die Einsicht, aber last but not least auch in die Kriegstechnik. So hatten die Falken in Wien, die Serbien eine Lektion erteilen wollten und damit auch den anderen Slawen, sich militärische völlig verschätzt, ebenso aber auch die Risiken einer solchen Strategie scheinbar nicht in Erwägung gezogen.

Eine Anekdote dazu: So musste ja Franz Ferdinand ja für seinen Sohn als Erfolger Thronverzicht üben, da seine Frau nicht von einem Herrscherhaus stammte... Als ich das das erste Mal hörte dachte ich, wie sehr hatte man damals die Zeichen der Zeit nicht verstanden, ein paar Jahr später war der Thron weg, das Reich weg, die Besitztümer weg und der Kaiser starb verarmt auf Madeira, weil er sich keine ärtzliche Behandlung mehr leisten konnte.
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01.03.2014, 11:07
Beitrag: #27
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
(28.02.2014 21:42)Marek1964 schrieb:  Als ich das das erste Mal hörte dachte ich, wie sehr hatte man damals die Zeichen der Zeit nicht verstanden, ein paar Jahr später war der Thron weg, das Reich weg, die Besitztümer weg und der Kaiser starb verarmt auf Madeira, weil er sich keine ärtzliche Behandlung mehr leisten konnte.

Auf Madeira war der Kaiser, weil er musste. Er durfte sich eine Insel aussuchen, aber mehr nach seinen diversen ungarischen Versuchen halt nicht mehr drin. Die Internierung war Fakt.
Er starb an Lungenentzündung, und die ist auch heute noch lebensgefährlich.
Wer heute, 2014, in einem Krankenhaus eine Lungenentzündung einfängt, hat eine Überlebenschance von lediglich 30%!
Also am fehlenden Geld lag es bestimmt nicht.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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01.03.2014, 11:22
Beitrag: #28
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
(01.03.2014 11:07)Suebe schrieb:  Also am fehlenden Geld lag es bestimmt nicht.

Naja, Tante wiki schreibt es so: "Um Geld zu sparen, wurde erst am 21. März ein Arzt gerufen, der eine schwere Lungenentzündung feststellte. Am 1. April 1922 starb Karl knapp fünfunddreißigjährig."

Ok, tönt leicht anders, als ich es geschrieben habe, aber seine gering gewordenen Mittel hatten wohl schon Einfluss darauf, dass zu spät ein Arzt gerufen wurde.

Ist aber ohnehin nur ein Detail eines Details in der Diskussion.

http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_I._%28...-Ungarn%29
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01.03.2014, 15:37
Beitrag: #29
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
(21.02.2014 14:03)Suebe schrieb:  ÖU hatte die schwere Artillerie vollmotorisiert! Als einzige Armee der Welt.
Lohner-Porsche Zugmaschienen, Landwehrzüge usw. usf. und der Skoda-Mörser war ganz große Klasse.
Die Gebirgsgeschütze allem anderen überlegen.
Die Uniformen vorbildlich. [...]

Hat ihnen auch nichts gebracht, da's dafür an anderen Stellen erhebliche Mängel gab, und man schlechte Strategen hatte.

(21.02.2014 14:03)Suebe schrieb:  Hötzendorf hat als Stratege heute noch ein hohes Ansehen.[...]


Bei wem denn bitte?Huh
Das kann doch unmöglich dein Ernst sein.

Hötzendorf war ein übler Chauvinist und Kriegstreiber; er ist einer der Hauptväter dieses grauslichen Krieges.

Der Kaiser war -so ist es überliefert- sogar richtig erbost über Hötzendorf, der ihm andauernd in den Ohren lag, man solle doch endlich einen Präventivkrieg gegen Italien und Serbien führen und dabei möglichst große Gebiete annektieren.

Hötzendorfs Strategie hat sich bereits in den ersten Kriegswochen als Schall und Rauch erwiesen- der Gute hatte die Lage völlig falsch eingeschätzt und war über die Leistungsfähigkeit seiner Truppe total im Unklaren.

(21.02.2014 14:03)Suebe schrieb:  Im Sommer und Herbst 1914 haben die ÖU-Truppen in Galizien die vebündeten Deutschen gerettet.
Sie haben gegen jede Weisheit, Verstand und Eingebung angegriffen, sonst hätte Hindenburg vermutlich in Danzig oder Stettin überwintert. Oder der Krieg wäre gleich verloren gewesen.
Von diesen Verlusten hat sich k+k Armee nicht mehr erholt.


Die österreichische Armee hat Dank des Hötzendorf'schen Dilettantismus total abgebissen -in Serbien und Galizien, wo slawische Truppenteile der KuK-Armee z.T. mit fliegenden Fahnen die Seiten wechselten.

Für Ö wäre der Krieg ohne deutsche Hilfe 1915 zu Ende gewesen.

MfG, Titus Feuerfuchs
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01.03.2014, 16:09
Beitrag: #30
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
(01.03.2014 15:37)Titus Feuerfuchs schrieb:  
(21.02.2014 14:03)Suebe schrieb:  Hötzendorf hat als Stratege heute noch ein hohes Ansehen.[...]


Bei wem denn bitte?Huh
Das kann doch unmöglich dein Ernst sein.

Hötzendorf war ein übler Chauvinist und Kriegstreiber; er ist einer der wichtigesten Väter dieses grauslichen Krieges.

Hier noch ein Link zu einem Buch, das zu Conrad erschienen ist (des Kaisers Falke)

http://science.apa.at/site/natur_und_tec...7616623744
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01.03.2014, 17:13
Beitrag: #31
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
(01.03.2014 15:37)Titus Feuerfuchs schrieb:  ./.
(21.02.2014 14:03)Suebe schrieb:  Hötzendorf hat als Stratege heute noch ein hohes Ansehen.[...]


Bei wem denn bitte?Huh
Das kann doch unmöglich dein Ernst sein.

./.

Doch, ist es.
Zumindest habe ich die Meinung von Fachleuten gelesen, die Hötzendorf als den "begabtesten Strategen" 14-18 einschätzen.
Mir fehlen die Kenntnisse um dies zu werten.

Die Wertung als "begabter Stratege" schließt andere eher negativere Bewertungen auf anderen Gebieten ja auch nicht aus.

Allerdings will ich nicht verhehlen, dass mir auch schon Bewertungen ähnlich deiner, untergekommen sind.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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01.03.2014, 17:40
Beitrag: #32
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
(01.03.2014 17:13)Suebe schrieb:  
(01.03.2014 15:37)Titus Feuerfuchs schrieb:  ./.


Bei wem denn bitte?Huh
Das kann doch unmöglich dein Ernst sein.

./.

Doch, ist es.
Zumindest habe ich die Meinung von Fachleuten gelesen, die Hötzendorf als den "begabtesten Strategen" 14-18 einschätzen.
Mir fehlen die Kenntnisse um dies zu werten.

Die Wertung als "begabter Stratege" schließt andere eher negativere Bewertungen auf anderen Gebieten ja auch nicht aus.

Allerdings will ich nicht verhehlen, dass mir auch schon Bewertungen ähnlich deiner, untergekommen sind.

Unterschiedliche Bewertungen für historische Ereignisse und Personen gibt es immer - allerdings sind manche eher common sense als andere. Es mag ja z.B. auch Menschen geben, die in Wilhelm II einen genialen Diplomaten und Staatsmann sehen.

Die Ergebnisse der Hötzendorf'schen Strategie sprechen aber eine klare Sprache, seine überlieferten Zitate und Ansichten ebenfalls.

z.B.

Zitat:"Der Krieg stärkt ein Volk, er stählt Körper und Charakter. Der Handel bringt es herab, er fördert Wohlleben, Genußsucht, Verweichlichung und führt allmählich zum Verfall".
- Conrad von Hötzendorf

Quelle: Rezension zum Buch "Des Kaisers Falke" im Standard vom 30.11.2013


Das von Marek angesprochene Buch "Des Kaisers Falke" teilt meine Ausführungen voll und ganz.
Hötzendorf wird hier auch - zu Recht- als Kriegsverbrecher bezeichnet. Die Kriegsverbrechen der KuK-Armee an der Zivilbevölkerung in Serbien und Galizien werden gerne mal ausgeblendet.

MfG, Titus Feuerfuchs
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01.03.2014, 19:30
Beitrag: #33
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
(01.03.2014 17:40)Titus Feuerfuchs schrieb:  
Zitat:"Der Krieg stärkt ein Volk, er stählt Körper und Charakter. Der Handel bringt es herab, er fördert Wohlleben, Genußsucht, Verweichlichung und führt allmählich zum Verfall".
- Conrad von Hötzendorf

Quelle: Rezension zum Buch "Des Kaisers Falke" im Standard vom 30.11.2013

Für eine Einschätzung seiner Fähigkeiten als Stratege unerheblich.
Abgesehen davon, musst mal Luddendorfs Ergüsse lesen, dessen militärische Fähigkeiten eher unumstritten sind.

Zitat:Das von Marek angesprochene Buch "Des Kaisers Falke" teilt meine Ausführungen voll und ganz.
Hötzendorf wird hier auch - zu Recht- als Kriegsverbrecher bezeichnet. Die Kriegsverbrechen der KuK-Armee an der Zivilbevölkerung in Serbien und Galizien werden gerne mal ausgeblendet.

Das ist schon bekannt, die Komitatschi wurden stranguliert. (wenn sie Glück hatten "lediglich" erschossen) Die Tiroler Schützen, die nichts anderes machten, waren Volkshelden.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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01.03.2014, 19:52
Beitrag: #34
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
(01.03.2014 19:30)Suebe schrieb:  Für eine Einschätzung seiner Fähigkeiten als Stratege unerheblich.

Das stimmt natürlich, aber es zeigt sehr gut, wie er und auch andere hohe Militärs zu der Zeit tickten.

Fanatismus vernebelt einem den Verstand, sodaß nüchternes Abwägen der Fakten und vernünftiges stratgisches Denken unmöglich wird.

So jemand gehört aus heutiger Sicht zu einem Psychologen und nicht in den Führungsstab einer Großmacht.



(01.03.2014 19:30)Suebe schrieb:  Abgesehen davon, musst mal Luddendorfs Ergüsse lesen, dessen militärische Fähigkeiten eher unumstritten sind.

Ludendorff ist ja mentalitätsmäßig sein preußisches alter ego. Ein maßloser, chauvinistischer, eiskalter Fanatiker.

Dass er kompetenter als Hötzendorf war, ist natürlich nicht in Abrede zu stellen, wiewohl ich seine Fähigkeiten zumindestens ambivalent sehe.

Wäre er nur halb so brillant gewesen, wie manch einer glaubt, hätte er wissen müssen, dass ein Diktatfrieden in Brest Litowsk militärisch nicht drinnen war.

MfG, Titus Feuerfuchs
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01.03.2014, 20:41
Beitrag: #35
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
Ich möchte hier Titus Recht geben, sowohl die Sprüche von Conrad von Hötzendorf wie von Ludendorff zeigen die damalige Denkweise, die in die Katastrophe führte. Conrads von Hötzendorfs Sprüche hätten wohl auch von einem französischen oder britischen General stammen können, doch dort war wenigstens eine zivile Macht, die übergeordnet war.

Um vielleicht wieder näher an das Thema "Hatte die K.u.K. Donaumonarchie Österreich-Ungarns" eine Chance zu kommen - eins dürfte wohl klar sein: Nur bei grosser Weisheit und Weitsicht der Machthaber hätte sie überleben können.

Dass diese nicht gegeben war, zeigt das Zitat von Conrad von Hötzendorf, das Titus eingestellt hat, eindrücklich.
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03.03.2014, 20:51
Beitrag: #36
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
Folgende Fragenkreise möchte ich zu diesem Thema noch erörtern:

Im Geschichtsunterricht wurde uns häufig England als das Beispiel kontinuierlicher Entwicklung im Gegensatz zu anderen Ländern, wo es zu Revolutionen und Konterrevolutionen kam. Kann man sagen, das die Aristokratie in Grossbritannien als vernünftiger einzustufen war als in der K.u.K Donaumonarchie Österreich Ungarns?

Dann würde mich Eure Einschätzung interessieren, wie es gekommen wäre, wenn Franz Ferdinand auf den Thron gekommen wäre resp. wenn Kaiser Karl zu Friendszeiten den Thron bestiegen hätte.
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03.03.2014, 21:23
Beitrag: #37
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
England war viel früher dran, mit der Enthauptung Karls I war der Absolutheitsanspruch dort schon im 17. Jhd. vom Tisch. Ob der Adel in England vernünftiger war oder ob er den "wind of change" nur deutlicher spürte, weil er näher dran war an den Veränderungen, die sich in Nordamerika ergaben, läßt sich schwer beurteilen.
Die Zeit der Monarchien war ohnehin abgelaufen, auch ohne den 1.WK.
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03.03.2014, 21:54
Beitrag: #38
RE: K.u.K. Monarchie - wann war der Point of no Return?
(03.03.2014 21:23)Renegat schrieb:  Die Zeit der Monarchien war ohnehin abgelaufen, auch ohne den 1.WK.

Da hast Du Recht, sofern es wirklich um die Machtausübung ging, aber als represäntative Staatsoberhäupter hätten sie eben bleiben können, so wie in Grossbritannien, Belgien, Niederlande, den Skandinavischen Ländern oder Spanien.

Hätten sie diesen ersten Weltkrieg verhindert, dann könnte die Regenbogenpresse heute nicht nur die Windsors und Co. skandalisieren, sondern halt auch die Habsburger, Hohenzollern und Romanoffs - vielleicht.

Es hätte aber mehr Einsicht, eine kontinuierliche Entwicklung und sicher weniger Einfluss von Leuten wie Conrad von Hötzendorf bedurft.
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10.08.2014, 09:55
Beitrag: #39
Österreich vor und im 1. Weltkrieg
Persönlich meine ich, Kaiser Franz Joseph I. (FJ I.) war schlichtweg schon zu senil. Der falsche Kaiser zur falschen Zeit am falschen Ort. Mit einem moderneren Monarchen, wie es Franz Ferdinand ansatzweise gewesen wäre, hätte die Monarchie noch eine Chance gehabt. Das wichtigste für FJ I war die Überwachung der morganatischen Ehe des Thronfolgers mit den damit verbundenen Demütigungen für seine Gemahlin, die Herzogin von Hohenberg, und ihn. Sogar beim Begräbnis wurden beide noch gedemütigt. Der Kaiser soll anlässlich seines Todes gesagt haben: "Der Allmächtige hat die Verhältnisse wieder hergestellt!" - so ähnlich. Modernisierung der politischen Verhältnisse in seinem Vielvölkerstaat war für ihn ein Fremdwort. Man hätte einen flexiblen Kaiser gebraucht, der die Zeichen der Zeit erkannt hätte. Es war keiner da, die Monarchie ging unter. Die Unflexibilität der Österreicher war denn auch der Hauptgrund für den Ausbruch des I. WK. Die Armee besaß einen total veralteten Standard und zahlte dafür bis Mai 1915 mit ca. 1 Million Mann Verluste. Diese Verluste wurden in Gewehren beziffert. 10.000 Abgänge waren 10.000 Abgänge an Gewehren. Die Generalität war an Menschenverachtung kaum zu übertreffen. Speziell Brudermann schickte bei Lemberg seine Truppen menschenverachtend ins gegnerische Feuer. Glanzstück der K. u. k. - Armee war die schwere Artillerie. Die Skoda-Mörser wurden auch an der Westfront eingesetzt. Die K. u. k. - Armee kämpfte dennoch heldenhaft, speziell in den Dolomiten und am Isonzo. Der Durchbruch bel Flitsch/Tolmein im Oktober 1917 mit einem 150 km-Vorstoß in die oberitalienische Tiefebene war der größte Erfolg der K. u. k. - Armee im 1. WK, die Entscheidung brachte diese militärische Heldentat aber auch nicht. Engländer und Franzosen verstärkten die italienische Armee und ermöglichten dieser noch einen lächerlichen "Sieg" bei Vittorio Veneto.
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10.08.2014, 21:25
Beitrag: #40
RE: Österreich vor und im 1. Weltkrieg
(10.08.2014 09:55)liberace schrieb:  Persönlich meine ich, Kaiser Franz Joseph I. (FJ I.) war schlichtweg schon zu senil. Der falsche Kaiser zur falschen Zeit am falschen Ort. Mit einem moderneren Monarchen, wie es Franz Ferdinand ansatzweise gewesen wäre, hätte die Monarchie noch eine Chance gehabt.

Es ist echt schwer zu sagen ob man die Monarchie noch irgendwie retten konnte. Wie gesagt, wenn dann eher als eine Art Bündnis. Das hätte den beteiligten dann durchaus politische (stärkere Vertretung nach außen als, als Einzellstaat) und wirtschaftliche Vorteile gebracht. Das ganze eben mit einer Konstitutionellen Monarchie an der Spitze.
Ob sich da jemand dann wirklich darauf eingelassen hätte ist aber schwer zu sagen.

Was Franz Josph I betrifft gebe ich dir recht. In Österreich gibts 2-3 Kaiser(innen) die vielerorts hochgejubelt werden: Maria Theresia, Joseph II und eben Franz Joseph I. Vor allem bei letzteren ist mir das unklar, denn wie du schon geschrieben hast er war (und das schon vor dem 1. Weltkrieg), der falsche Mann für diese Zeit. Anstatt echter Reformer war er ein Bremser.
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