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Kreke - slawische Wörter im Deutschen
15.02.2014, 10:28
Beitrag: #21
RE: Kreke
Zumindest spielte die (Binnen)fischerei westlich der Elbe längst nicht die Rolle wie im Slawenland, das ist schon durch die Topographie mit den eiszeitlichen Seenketten (Mecklenburg, Masuren) bedingt. Meine obigen Ausführungen kann man auch auf manche Fachbegriffe aus der Fischerei erweitern.
Und nein, mit der Verbreitung der Fische hat das vordergründig nichts zu tun.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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15.02.2014, 10:41
Beitrag: #22
RE: Kreke
(15.02.2014 10:28)Arkona schrieb:  Und nein, mit der Verbreitung der Fische hat das vordergründig nichts zu tun.
Dann mit den Vorlieben oder Fähigkeiten der Fischer?

VG
Christian
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15.02.2014, 11:21
Beitrag: #23
RE: Kreke
(15.02.2014 10:41)913Chris schrieb:  
(15.02.2014 10:28)Arkona schrieb:  Und nein, mit der Verbreitung der Fische hat das vordergründig nichts zu tun.
Dann mit den Vorlieben oder Fähigkeiten der Fischer?

Warst du schonmal im Nordosten? Da kannst du keine Stunde laufen, ohne auf ein größeres Gewässer zu treffen. Die Slawen errichteten ihre Siedlungen fast immer am Wasser, meist auf Inseln oder Halbinseln. Der Zugang erfolgte dann oft über lange Holzbrücken, die man bei Gefahr einfach schnell abbrach. Ohne lange Belagerung waren sie dann nicht einzunehmen.
http://slawenburgen.npage.de/

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15.02.2014, 11:33
Beitrag: #24
RE: Kreke - slawische Wörter im Deutschen
Ja, Spandau, Köpenick, Brandenburg...

Nur - auch hier im Süden lebten die Menschen in erster Linie - was das Fleisch betraf - vom Fischfang. So gab es z.B. jedes Jahr wieder Streitereien um Sandinseln, die die winterlichen Hochwässer geschaffen hatten. Für die Fischer war es überlebenswichtig, dass genau IHR Dorf das Anrecht hatte, diese eine Insel zum Fischen zu benutzen. Ganze Aktenberge gibt´s allein aus der Frühneuzeit über diese jährlichen Streitereien, die Archive sind voll davon.
Die "Dichte" an Wasserläufen mag so hoch nicht sein wie im Nordosten, aber Fischfang wurde auch hier intensiv betrieben. Warum sollten Bezeichnungen für Fische, die hier wie dort vorkamen, ausgerechnet aus dem Slawischen ins Neuhochdeutsche gekommen sein? Oder haben die hiesigen Fischer eigene Ausdrücke für die gleichen Fische, nur sind wegen des Entstehungsorts des "Lutherdeutschen" im Osten (Bereich Thüringen, Sachsen) die slawischen Ausdrücke in die Hochsprache übernommen worden?

VG
Christian
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15.02.2014, 12:39
Beitrag: #25
RE: Kreke - slawische Wörter im Deutschen
(15.02.2014 11:33)913Chris schrieb:  Ja, Spandau, Köpenick, Brandenburg...

Nur - auch hier im Süden lebten die Menschen in erster Linie - was das Fleisch betraf - vom Fischfang. So gab es z.B. jedes Jahr wieder Streitereien um Sandinseln, die die winterlichen Hochwässer geschaffen hatten. Für die Fischer war es überlebenswichtig, dass genau IHR Dorf das Anrecht hatte, diese eine Insel zum Fischen zu benutzen. Ganze Aktenberge gibt´s allein aus der Frühneuzeit über diese jährlichen Streitereien, die Archive sind voll davon.
Die "Dichte" an Wasserläufen mag so hoch nicht sein wie im Nordosten, aber Fischfang wurde auch hier intensiv betrieben. Warum sollten Bezeichnungen für Fische, die hier wie dort vorkamen, ausgerechnet aus dem Slawischen ins Neuhochdeutsche gekommen sein? Oder haben die hiesigen Fischer eigene Ausdrücke für die gleichen Fische, nur sind wegen des Entstehungsorts des "Lutherdeutschen" im Osten (Bereich Thüringen, Sachsen) die slawischen Ausdrücke in die Hochsprache übernommen worden?

VG
Christian


Es ist aber wohl tatsächlich so, dass die Slawen uns die Masse an Begriffen im Fischfang ppp. vererbt haben.
Es wundert mich auch, in Oberschwaben um die Klöster herum fischteiche über Fischteiche (heute existieren vielleicht noch 10% der einst vorhandenen)
ich vermute mal, dass unter den Germanen der Speisefisch erst mit dem sich festigenden Christentum so richtig aufgekommen ist.
Und die "Fischwirtschaft" Zucht usw. aus der slawischen Kultur importiert wurde.

OT:
Das "Slawische Kulturmodell" war überaus erfolgreich, die haben doch lässig die ganzen Ostgermanen assimiliert, soweit, dass sie schon im Mittelalter gar nicht mehr zu finden waren.
Wir sind da irgendwo im Feeling auf dem Stand "Hochmittelalter", als das "deutsche Kulturmodell" mit germanisch-römisch-keltischen Wurzeln wiederum expandierte.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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15.02.2014, 13:14
Beitrag: #26
RE: Kreke - slawische Wörter im Deutschen
Kann schon sein, dass Luther da seine Finger im Spiel hatte. Gerade für Pflanzen und Tiere gibt es so viele verschiedene Bezeichnungen in den Mundarten und nur ein Bruchteil davon hat es ins allgemeine Hochdeutsch geschafft.

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15.02.2014, 13:19
Beitrag: #27
RE: Kreke - slawische Wörter im Deutschen
Mit den Klöstern hat noch seine eigene Bewandnis. Fisch gilt als zulässige Fastenspeise und bei der Vielzahl an kirchlichen Feiertagen liessen sich die Mönche mit ihren Teichen eben was einfallen, um trotzdem gut zu leben.

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15.02.2014, 15:58
Beitrag: #28
RE: Kreke - slawische Wörter im Deutschen
(15.02.2014 13:19)Arkona schrieb:  Mit den Klöstern hat noch seine eigene Bewandnis. Fisch gilt als zulässige Fastenspeise und bei der Vielzahl an kirchlichen Feiertagen liessen sich die Mönche mit ihren Teichen eben was einfallen, um trotzdem gut zu leben.

Das meinte ich eigentlich mit dem "sich festigenden Christentum"
und der Vermutung, dass die Germanen nicht so die Fischesser waren.
Erst durch die Fastengebote wurden.

OT: Ein gestandener Kathole machte heute noch an jedem Freitag und von Aschermittwoch bis Ostern einen Bogen um Wurst und Fleisch.

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17.02.2014, 09:02
Beitrag: #29
RE: Kreke - slawische Wörter im Deutschen
(15.02.2014 12:39)Suebe schrieb:  ich vermute mal, dass unter den Germanen der Speisefisch erst mit dem sich festigenden Christentum so richtig aufgekommen ist.
Und die "Fischwirtschaft" Zucht usw. aus der slawischen Kultur importiert wurde.

Da wären aber römische Vorbilder viel näher gelegen. Außerdem berichtet schon Caesar davon, dass die Germanen Jagd UND Fischfang betrieben.
Und Slawen lebten nicht nur im wasserreichen Brandenburg und Mecklenburg, sondern auch in Oberfranken, Thrüringen...

Da brauchen wir, so scheint´s, wohl doch noch einen Fachmann.

VG
Christian
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17.02.2014, 11:15
Beitrag: #30
RE: Kreke - slawische Wörter im Deutschen
(17.02.2014 09:02)913Chris schrieb:  Und Slawen lebten nicht nur im wasserreichen Brandenburg und Mecklenburg, sondern auch in Oberfranken, Thrüringen...

Dort waren sie nie politisch eigenständig und haben wenig Spuren hinterlassen, ganz anders im Nordosten. Komischerweise reichte die slawische Ausbreitung haargenau so weit wie die norddeutsche Jungmoränenseenlandschaft, nämlich bis Ostholstein.

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17.02.2014, 13:18
Beitrag: #31
RE: Kreke - slawische Wörter im Deutschen
(17.02.2014 11:15)Arkona schrieb:  
(17.02.2014 09:02)913Chris schrieb:  Und Slawen lebten nicht nur im wasserreichen Brandenburg und Mecklenburg, sondern auch in Oberfranken, Thrüringen...

Dort waren sie nie politisch eigenständig und haben wenig Spuren hinterlassen, ganz anders im Nordosten. Komischerweise reichte die slawische Ausbreitung haargenau so weit wie die norddeutsche Jungmoränenseenlandschaft, nämlich bis Ostholstein.

Natürlich wurde schon zu Zeiten der Pfahlbauten Fischfang betrieben.

Ich denke halt, dass die Slawen die "Fischwirtschaft" auf einer "höheren Stufe" betrieben haben.
Mit Fischzucht usw., nachhaltiger halt.

Ich habe das auch schon mal irgendwo gelesen.
Wenn es mir wieder einfällt wo, melde ich mich.

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17.02.2014, 19:06
Beitrag: #32
RE: Kreke - slawische Wörter im Deutschen
(17.02.2014 13:18)Suebe schrieb:  Ich habe das auch schon mal irgendwo gelesen.
Wenn es mir wieder einfällt wo, melde ich mich.

Ich muss da auch irgendwas haben. Wer schneller ist? Big Grin

VG
Christian
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