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Bildungspolitik
31.08.2012, 18:03
Beitrag: #1
Bildungspolitik
Hier kann unsere Bildungspolitik diskutiert werden.

Gleich mal als Einstieg ein kleiner Bericht aus der Praxis:

Heute, meine Geschichtslehrerin kommt gerade von einer Fortbildung. Schön, das Land macht was für die nachwachsende Generation, es wird Wert gelegt auf die Schüler, möchte man da denken.
Die Ergebnisse der Fortbildung werden gleich in den Unterricht eingebaut, die werte Dame dachte sich "mit dem Kurs kann man das mal versuchen".

Was lernte sie also während dieser Zeit, in der sie teure Fehlstunden und noch teurere Fortbildungen in Anspruch zu nehmen gezwungen wurde?

Sie lernte, wie man nach "den neuesten pädagogischen Erkenntnissen der Bildungswissenschaftler" eine zu unterrichtende Gruppe in kleinere Einzelgruppen einteilt.
Und das funktioniert folgendermaßen:

Die Lehrkraft denkt sich so viele Begriffe aus, wie es am Ende Gruppen geben soll. Bei drei zu bildenden Gruppen also drei Begriffe, wie zum Beispiel drei Tierarten oder drei Tätigkeiten im Tagesablauf.
Sie schreibt dann jeden Begriff gleich oft auf kleine Zettel, die dann gefaltet werden.
Jeder der Schüler (und -innen, natürlich, das Land ist ja frauenfreundlich) zieht einen der Zettel, liest den Begriff, der darauf steht, und klappt den Zettel wieder zu.
Dann geht es los: Alle stehen auf und versuchen, den Begriff, der auf ihrem Zettel steht, als Geräusch nachzumachen.
Die Gruppen finden sich dann nach Lauten zusammen und können mit der Arbeit beginnen.

Stellt euch das bitte bildlich vor.
Mit sechzehn- und siebzehnjährigen Fast-Erwachsenen (und mir Big Grin).
Ein Drittel quakt, ein Drittel grunzt und ein Drittel bellt.

Jetzt weiß ich wenigstens, was das für tolle Dinge sind, für die unser Bildungsministerium Geld ausgibt,
das bei uns an allen Ecken und Enden (Stühle, Schwämme, Mikroskope) fehlt.

Das ist es doch wert! Rolleyes

VG
Der Maxdorfer

Nachtrag: Als dann in unserer Gruppe derjenige ausgewählt werden sollte, der das ganze präsentiert, griff die Lehrerin zur altbewähten "Ene mene miste, es rappelt in der Kiste" - Methode. Big GrinCool

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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31.08.2012, 18:15
Beitrag: #2
RE: Bildungspolitik
Wie rechtfertigte sich ein Lehrer von mir neulich:

"Schimpft ruhig auf das Bildungssystem...

Wir sind doch auch nur Opfer!!!"

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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31.08.2012, 18:48
Beitrag: #3
RE: Bildungspolitik
(31.08.2012 18:03)Maxdorfer schrieb:  Sie lernte, wie man nach "den neuesten pädagogischen Erkenntnissen der Bildungswissenschaftler" eine zu unterrichtende Gruppe in kleinere Einzelgruppen einteilt.
Und das funktioniert folgendermaßen:

Die Lehrkraft denkt sich so viele Begriffe aus, wie es am Ende Gruppen geben soll. Bei drei zu bildenden Gruppen also drei Begriffe, wie zum Beispiel drei Tierarten oder drei Tätigkeiten im Tagesablauf.
Sie schreibt dann jeden Begriff gleich oft auf kleine Zettel, die dann gefaltet werden.
Jeder der Schüler (und -innen, natürlich, das Land ist ja frauenfreundlich) zieht einen der Zettel, liest den Begriff, der darauf steht, und klappt den Zettel wieder zu.
Dann geht es los: Alle stehen auf und versuchen, den Begriff, der auf ihrem Zettel steht, als Geräusch nachzumachen.
Die Gruppen finden sich dann nach Lauten zusammen und können mit der Arbeit beginnen.

Stellt euch das bitte bildlich vor.
Mit sechzehn- und siebzehnjährigen Fast-Erwachsenen (und mir Big Grin).
Ein Drittel quakt, ein Drittel grunzt und ein Drittel bellt.
WTF ?? Big Grin Das kann man mit Erst-, bis maximal Fünftklässlern machen.
An der Idee ist ja erstmal nichts schlimmes, nämlich Schüler nach dem Zufallsprinzip in Gruppen einzuteilen. Nur die Art, wie deine Lehrerin das gemacht hat ist Kindergartenniveau. Da gehen meine Lehrer eindeutig klüger vor.
(31.08.2012 18:03)Maxdorfer schrieb:  Jetzt weiß ich wenigstens, was das für tolle Dinge sind, für die unser Bildungsministerium Geld ausgibt,
das bei uns an allen Ecken und Enden (Stühle, Schwämme, Mikroskope) fehlt.
Das sind aber zwei verschiedene Baustellen. Die Ausstattung der Schulen wird von den Kommunen bezahlt. Die Lehrkräfte vom Land (ist zumindest in NRW so).

"Auflehnung ist das heiligste aller Rechte und die notwendigste aller Pflichten."
Marquis de La Fayette
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31.08.2012, 19:05
Beitrag: #4
RE: Bildungspolitik
(31.08.2012 18:48)Annatar schrieb:  
(31.08.2012 18:03)Maxdorfer schrieb:  Sie lernte, wie man nach "den neuesten pädagogischen Erkenntnissen der Bildungswissenschaftler" eine zu unterrichtende Gruppe in kleinere Einzelgruppen einteilt.
Und das funktioniert folgendermaßen:

Die Lehrkraft denkt sich so viele Begriffe aus, wie es am Ende Gruppen geben soll. Bei drei zu bildenden Gruppen also drei Begriffe, wie zum Beispiel drei Tierarten oder drei Tätigkeiten im Tagesablauf.
Sie schreibt dann jeden Begriff gleich oft auf kleine Zettel, die dann gefaltet werden.
Jeder der Schüler (und -innen, natürlich, das Land ist ja frauenfreundlich) zieht einen der Zettel, liest den Begriff, der darauf steht, und klappt den Zettel wieder zu.
Dann geht es los: Alle stehen auf und versuchen, den Begriff, der auf ihrem Zettel steht, als Geräusch nachzumachen.
Die Gruppen finden sich dann nach Lauten zusammen und können mit der Arbeit beginnen.

Stellt euch das bitte bildlich vor.
Mit sechzehn- und siebzehnjährigen Fast-Erwachsenen (und mir Big Grin).
Ein Drittel quakt, ein Drittel grunzt und ein Drittel bellt.
WTF ?? Big Grin Das kann man mit Erst-, bis maximal Fünftklässlern machen.
An der Idee ist ja erstmal nichts schlimmes, nämlich Schüler nach dem Zufallsprinzip in Gruppen einzuteilen. Nur die Art, wie deine Lehrerin das gemacht hat ist Kindergartenniveau. Da gehen meine Lehrer eindeutig klüger vor.

Wenn ich das richtig verstanden habe haben die das sogar mit den Lehrern auf der Tagung geprobt... Big Grin

Zur Ehrenrettung meiner Lehrerin muss ich sagen:
Sie hat vorher gesagt, dass sie das gerne mal ausprobieren würde und dass es aber sehr pädagogisch sei. Dann hat sie uns gefragt, ob wir das machen wollen. Wir haben zugestimmt und dann erst haben wir damit angefangen. Sie hat das merklich seltsam sehr seltsam gefunden.

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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31.08.2012, 19:15
Beitrag: #5
RE: Bildungspolitik
(31.08.2012 19:05)Maxdorfer schrieb:  Wenn ich das richtig verstanden habe haben die das sogar mit den Lehrern auf der Tagung geprobt... Big Grin
Das stell sich mal einer vor. Big Grin
(31.08.2012 19:05)Maxdorfer schrieb:  Zur Ehrenrettung meiner Lehrerin muss ich sagen:
Sie hat vorher gesagt, dass sie das gerne mal ausprobieren würde und dass es aber sehr pädagogisch sei. Dann hat sie uns gefragt, ob wir das machen wollen. Wir haben zugestimmt und dann erst haben wir damit angefangen. Sie hat das merklich seltsam sehr seltsam gefunden.
Ist es auch. Die Methode nutzen meine Lehrer auch, allerdings müssen wir keine Geräusche machen, um unsere Gruppe zu finden.Big Grin

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31.08.2012, 19:17
Beitrag: #6
RE: Bildungspolitik
Jungs, ich will euch ja nicht ärgern, aber das ist keine "Bildungspolitik". Das ist allenfalls eine pädagogische Methode von sehr zweifelhaftem pädagogischen Wert...Wink

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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31.08.2012, 19:20
Beitrag: #7
RE: Bildungspolitik
(31.08.2012 19:17)Bunbury schrieb:  Jungs, ich will euch ja nicht ärgern, aber das ist keine "Bildungspolitik". Das ist allenfalls eine pädagogische Methode von sehr zweifelhaftem pädagogischen Wert...Wink
Natürlich ist das Bildungspolitik, denn so lernen die Schüler spielerisch, welches Geräusch ein bestimmtes Tier macht. Big Grin

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31.08.2012, 19:24
Beitrag: #8
RE: Bildungspolitik
(31.08.2012 19:17)Bunbury schrieb:  Jungs, ich will euch ja nicht ärgern, aber das ist keine "Bildungspolitik". Das ist allenfalls eine pädagogische Methode von sehr zweifelhaftem pädagogischen Wert...Wink

Ich wollte damit ja auch nur sagen, was die Bildungs"experten" bei uns so verzapfen, und die arbeiten ja im Auftrag der Politik.

Jetzt kann es im übrigen wirklich um Bildungspolitik gehen.

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31.08.2012, 19:29
Beitrag: #9
RE: Bildungspolitik
Dann schieß mal los.
Ich bin sicher, daß ich ganz schnell etwas finde, wo ich mich einklinke, ganz egal, mit was du anfängst. Wenn ich an Schule denke, bekomme ich plötzlich Lust, mir Rambo Filme anzusehen- und dazu habe ich eigentlich sonst nie Lust...

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31.08.2012, 19:44
Beitrag: #10
RE: Bildungspolitik
(31.08.2012 19:24)Maxdorfer schrieb:  Jetzt kann es im übrigen wirklich um Bildungspolitik gehen.
Okay, dann fang ich mal an.
1. Von einer Freundin von mir sollte die Mutter kath. Religion an einer Grundschule unterrichten. Das Problem daran, sie hat erstens das Fach gar nicht studiert und ist zweitens noch nicht mal katholisch sondern atheistisch.

2. Da ich wahrscheinlich 2014 Abi mache, haben wir in den letzten paar Tagen von unseren Lehrern gesagt bekommen, was wir für Aufgaben bis zum Abitur bearbeiten müssen. Dabei ist mir aufgefallen, was für unsinnige Sachen wir vor allem in Deutsch machen. So müssen wir Kabale und Liebe von Schiller und Iphigenie auf Tauris von Goethe lesen.

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31.08.2012, 19:46
Beitrag: #11
RE: Bildungspolitik
(31.08.2012 19:29)Bunbury schrieb:  Dann schieß mal los.
Ich bin sicher, daß ich ganz schnell etwas finde, wo ich mich einklinke, ganz egal, mit was du anfängst. Wenn ich an Schule denke, bekomme ich plötzlich Lust, mir Rambo Filme anzusehen- und dazu habe ich eigentlich sonst nie Lust...
O.o Ohoh. Big Grin

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31.08.2012, 20:05
Beitrag: #12
RE: Bildungspolitik
(31.08.2012 19:44)Annatar schrieb:  1. Von einer Freundin von mir sollte die Mutter kath. Religion an einer Grundschule unterrichten. Das Problem daran, sie hat erstens das Fach gar nicht studiert und ist zweitens noch nicht mal katholisch sondern atheistisch.

Sollte sie nur? Oder durfte sie auch oder hat sie gar?

(31.08.2012 19:44)Annatar schrieb:  2. Da ich wahrscheinlich 2014 Abi mache, haben wir in den letzten paar Tagen von unseren Lehrern gesagt bekommen, was wir für Aufgaben bis zum Abitur bearbeiten müssen. Dabei ist mir aufgefallen, was für unsinnige Sachen wir vor allem in Deutsch machen. So müssen wir Kabale und Liebe von Schiller und Iphigenie auf Tauris von Goethe lesen.

Ein bisschen Schiller und Goethe ist ganz richtig. Allerdings weiß ich nicht, was ihr schon gelesen habt.

PS: Ich habe grade gelesen dass du im Grundkurs bist. Dann weiß ich nicht wie das ist.

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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31.08.2012, 20:53
Beitrag: #13
RE: Bildungspolitik
(31.08.2012 20:05)Maxdorfer schrieb:  Sollte sie nur? Oder durfte sie auch oder hat sie gar?
Sie sollte nur, wollte aber auch nicht und hätte eigentlich auch gar nicht dürfen.
Alle Fragen beantwortet ?? Big Grin
(31.08.2012 20:05)Maxdorfer schrieb:  Ein bisschen Schiller und Goethe ist ganz richtig.
Gegen ein bischen hab ich auch nichts, aber keine ganzen Bücher.
(31.08.2012 20:05)Maxdorfer schrieb:  Allerdings weiß ich nicht, was ihr schon gelesen habt.
In der Einführunsphase haben wir die Physiker gelesen.
(31.08.2012 20:05)Maxdorfer schrieb:  PS: Ich habe grade gelesen dass du im Grundkurs bist. Dann weiß ich nicht wie das ist.
Anders. Big Grin Außerdem wohn ich noch in einem anderen Bundesland als du. Da NRW aber das Zentralabitur hat, kann jeder ganz einfach im Internet nachgucken, was die Abiturienten bis zum Abitur machen müssen.
Hier für Deutsch:
http://www.standardsicherung.schulminist...php?fach=1
Klick einfach auf "Vorgaben Abitur 2014 - Deutsch"
Unter 2.1 Inhaltliche Schwerpunkte findest du dann die Thmen, die ich bis zum Zentralabitur machen muss.
Falls du dir noch andere Fächer angucken willst wähle einfach hier ein Unterrichtsfach aus:
http://www.standardsicherung.schulminist...aecher.php

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31.08.2012, 21:02
Beitrag: #14
RE: Bildungspolitik
(31.08.2012 20:53)Annatar schrieb:  
(31.08.2012 20:05)Maxdorfer schrieb:  Sollte sie nur? Oder durfte sie auch oder hat sie gar?
Sie sollte nur, wollte aber auch nicht und hätte eigentlich auch gar nicht dürfen.
Alle Fragen beantwortet ?? Big Grin

Ja. Dann habe ich damit aber auch kein Problem.

(31.08.2012 20:53)Annatar schrieb:  
(31.08.2012 20:05)Maxdorfer schrieb:  Ein bisschen Schiller und Goethe ist ganz richtig.
Gegen ein bischen hab ich auch nichts, aber keine ganzen Bücher.

Na ja, wir haben in der neunten Klasse Wilhelm Tell gelesen.
Und ich finde ein Werk der Wiener Klassik (ein ganzes) sollte schon drin sein. Irgendwann mal.

(31.08.2012 20:53)Annatar schrieb:  
(31.08.2012 20:05)Maxdorfer schrieb:  PS: Ich habe grade gelesen dass du im Grundkurs bist. Dann weiß ich nicht wie das ist.
Anders. Big Grin Außerdem wohn ich noch in einem anderen Bundesland als du. Da NRW aber das Zentralabitur hat, kann jeder ganz einfach im Internet nachgucken, was die Abiturienten bis zum Abitur machen müssen.
Hier für Deutsch:
http://www.standardsicherung.schulminist...php?fach=1
Klick einfach auf "Vorgaben Abitur 2014 - Deutsch"
Unter 2.1 Inhaltliche Schwerpunkte findest du dann die Thmen, die ich bis zum Zentralabitur machen muss.
Falls du dir noch andere Fächer angucken willst wähle einfach hier ein Unterrichtsfach aus:
http://www.standardsicherung.schulminist...aecher.php

Das ist das Thema: In RLP kriegen wir jetzt ja auch das Zentralabitur.

Hältst du das für besser oder für schlechter als das schulinterne Abi?
(Natürlich dürfen auch alle anderen antworten...)

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31.08.2012, 21:05
Beitrag: #15
RE: Bildungspolitik
Verschoben aus dem "Limburger Bischof"-Thread:

(31.08.2012 20:55)Annatar schrieb:  
(31.08.2012 20:09)Maxdorfer schrieb:  Ich hab noch zweidreiviertel Jahre. 2015 bin ich dran.

Aber ich merke, das führt vom Thema weg. Gehört eigentlich, wenn, dann zum Bildungspolitik-Thread... Wink
Ihr habt schon in der Einführungsphase eure LKs ??

1.) Ja, haben wir.
2.) Was ist die Einführungsphase?

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31.08.2012, 21:22
Beitrag: #16
RE: Bildungspolitik
(31.08.2012 21:05)Maxdorfer schrieb:  1.) Ja, haben wir.
Verrückt. Big Grin
(31.08.2012 21:05)Maxdorfer schrieb:  2.) Was ist die Einführungsphase?
Die Einführungsphase war bei mir die elfte Klasse. In dieser hatten wir Mathe, Englisch, Deutsch und Sport noch im Klassenverband und die anderen Fächer im Kurssystem.
In der Phase hatten wir noch keine LKs sondern alle Fächer waren GKs und damit dreistündig (ausnahme Spanisch).
In dieser Phase wurden wir praktisch in auf die Qualifikationsphase vorbereitet und in die Arbeitsweise der Sek. 2 eingeführt.
In der Phase waren meine Noten auch noch nicht Abi-Relevant.

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31.08.2012, 21:26
Beitrag: #17
RE: Bildungspolitik
(31.08.2012 19:44)Annatar schrieb:  2. Da ich wahrscheinlich 2014 Abi mache, haben wir in den letzten paar Tagen von unseren Lehrern gesagt bekommen, was wir für Aufgaben bis zum Abitur bearbeiten müssen. Dabei ist mir aufgefallen, was für unsinnige Sachen wir vor allem in Deutsch machen. So müssen wir Kabale und Liebe von Schiller und Iphigenie auf Tauris von Goethe lesen.

Mich würde jetzt doch wirklich mal interessieren, warum du Schiller und Goethe für Quark hälst. Und wenn du das getan hast, verrate ich dir, warum sie durchaus sinnvoll sind. Aber ich gebe es zu- geliebt habe ich Iphigenie auch nicht....

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
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31.08.2012, 21:32
Beitrag: #18
RE: Bildungspolitik
(31.08.2012 21:26)Bunbury schrieb:  
(31.08.2012 19:44)Annatar schrieb:  2. Da ich wahrscheinlich 2014 Abi mache, haben wir in den letzten paar Tagen von unseren Lehrern gesagt bekommen, was wir für Aufgaben bis zum Abitur bearbeiten müssen. Dabei ist mir aufgefallen, was für unsinnige Sachen wir vor allem in Deutsch machen. So müssen wir Kabale und Liebe von Schiller und Iphigenie auf Tauris von Goethe lesen.

Mich würde jetzt doch wirklich mal interessieren, warum du Schiller und Goethe für Quark hälst. Und wenn du das getan hast, verrate ich dir, warum sie durchaus sinnvoll sind. Aber ich gebe es zu- geliebt habe ich Iphigenie auch nicht....
Ich finde sie an sich nicht unsinnig und halte sie auch für großartige Autoren, aber mit ihnen erreicht man heutzutage keinen Schüler mehr.
Denn die Bücher sind in einer komplett veralteten Sprache gerschrieben und die dort geschielderten Probleme sprechen auch keinen Schüler mehr an.
Warum lesen wir nicht einen guten zeitgenössischen Autor ??

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31.08.2012, 21:48
Beitrag: #19
RE: Bildungspolitik
Okay, ich bin kein Lehrer, aber ich habe Iphigenie auf Tauris auch lesen müssen und ich kann dir verraten, daß ich davon viel mitgenommen habe.
Und sie bietet dir etwas, das ich in dieser Form von keinem zeitgenössischen Autor kenne.
Zunächst einmal hast du natürlich recht. Die Sprache ist veraltet und mir sagt sie nicht besonders zu- was mir das Lesen immer schwer gemacht hat.
Aber die vielen inneren Konflikte der Iphigenie haben mich immer in ihren Bann gezogen- ganz zu schweigen davon, daß mich alles, was mit griechischer Mythologie beschäftigt immer fasziniert hat.

"Iphigenie auf" ist nicht einfach "Deutsch", "Iphigenie auf Tauris" ist auch Lietraturgeschichte, Philosophie und Legende. Ein vielschichtiges Werk, das dem Humanismus geschuldet ist. Iphigenie selbst ist in ihrer Redlichkeit das Idealbild des Humanismus.

Veraltet? Die Sprache vielleicht. Die Vorstellungen, die darin stecken? Unpopulär, vielleicht in einer Leistungsgesellschaft, in der Mut und Ehrlichkeit nicht honoriert werden. Sicher. Aber genau deswegen sollte jeder Iphigenie auf Tauris lesen, weil er darin mit einem Verhalten konfrontiert wird, das sich heute nur schwer finden läßt. Wie modern dagegn scheint doch ihr Gegenspieler Plyades, der lügen und täuschen will, um das zu bekommen, was er will- und wie hoffnugngslos altmodisch Iphigenie in ihrer Ehrlichkeit und ihrem Pflichtbewußtsein.

"Iphigenie auf Tauris" lesen, das ist nicht nur deutsch. Das ist nicht nur ein Stück weit Begegnung mit der deutschen Literaturgeschichte, "Iphigeneie auf Tauris" zu lesen bedeutet, sich mit der Gedankenwelt des Humanismus zu befassen. Dem Gedanken des Humanismus wieder Gewicht zu verleihen.

Und vielleicht ist das genau die Bildung, die wir eigentlich brauchen...

Versuch, dich nicht an der veralteten Sprache zu stören. Schau dahinter.

Aber vermutlich hast du recht, und man erreicht damit heute keinen Schüler mehr: Die heutige Zeit ist sehr schnellebig geworden. Und ein Stück wie Iphigenie braucht Zeit. Viel Zeit. Was seine eigentliche Größe ausmacht...

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31.08.2012, 22:53
Beitrag: #20
Zu wenig Humanismus in der Bildung?
Nachdem ich jetzt mal das, was ich zu "Iphigenie auf Tauris" geschrieben habe, habe sacken lassen, habe ich angefangen zu überlegen, ob die Mängel in unserem Bildungssystem nicht vielleicht vor allem daran liegen, daß das "Ergebnis" des Bildugnsprozesses (Zynische Bezeichnung für Schüler nach Ende seiner schulischen Laufbahn- aber heute muss ja alles irgendwie "Ergebnis" oder "Produkt" sein) ein lediglich auf Leistung getrimmter junger Mensch ist.

Unter dem Druck der OECD und Pisa und dem ganzen Mist hieß es, unserer Schüler brauchten viel zu lange in der Schule, sie müßten früher fertig sein, um "im Wettbewerb bestehen zu können." Es wurde gefordert, den naturwissenschaftlichen Unterricht auszubauen, weil es derzeit vor allem an Ingenieuren fehlt.

Letztenlich sollen die Schüler die Schule so verlassen, daß die Wirtschaft sie am besten "verwerten" kann.

Nur stelle ich mir die Frage ist das wirklich "Bildung?" Ist das die Bildung, die einen Menschen dazu befähigen soll, eigenverantwortlich für sich sich selbst und sein Leben Entscheidungen zu treffen, ein soziales Umfeld, in dem er sich wohlfühlt, mitzugestalten, für sich selbst einzustehen- oder anders ausgedrückt- ein aufgeklärtert Mensch zu sein, der im Stande ist, seinen Kopf zum eigenen Denken zu benutzen?

Wie weit haben wir uns von den eigentlichen Zielen der Aufklärung entfernt? Wir stopfen die Köpfe unserer Kinder mit Matheformeln und Chemie voll, lassen sie Englisch, Französisch und Latein pauken, aber es gelingt diesem Bildungssystem bei allem Leistungsdruck und allen Anstrengungen einfach nicht, diese Fähigkeiten hervorzubringen, die eigentlich benötigt würden, um einen Schritt in die Zukunft zu machen. Mut, Forscherdrang, Neugier, das Herumprobieren, Wachsen an Fehlern, Improvisieren.
Nichts davon steht im Lehrplan.
Vielleicht gibt es doch zu wenig "Iphigenie auf Tauris"...
Oder es ist Vollmond und das verwirrt meinen Geist...Wink

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