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Kampf der Kulturen
06.06.2012, 19:42
Beitrag: #21
RE: Kampf der Kulturen
(06.06.2012 19:28)Maxdorfer schrieb:  Um es zu präzisieren:

MEINE MEINUNG: Es gibt Konflikte zwischen Staaten und Staatengruppen, die daraus resultieren, dass die Gegner unterschiedliche Kulturen haben.
Beispiel: Israel gegen die islamischen Länder der Umgebung. Da gab es genügend Kriege und Konflikte.
Nein, denn in dem Konflikt zwischen den arabischen Staaten und Israel geht es um Land. Mit einem vernünftigen plan könnte der Konflikt beendet werden.
(06.06.2012 19:28)Maxdorfer schrieb:  Zu euren beiden Meinungen: Es gibt wie gesagt "Konflikte zwischen Kulturkreisen", aber keinen Kampf der Kulturen. Denn das würde bedeuten, dass nur eine Kultur, oder nur einige Kulturen überleben werden, und das ist eindeutig sozialdarwinistischer Quark. Aber man kann auch nicht leugnen, dass Unterschiede zwischen den Kulturen Konflikte und Kriege zwischen der einen und der anderen Kultur zumindest nähren.
Sie können Konflikte nähren, selbige werden aber durch andere Dinge ausgelöst.
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06.06.2012, 20:16
Beitrag: #22
RE: Kampf der Kulturen
(06.06.2012 19:42)Annatar schrieb:  Sie können Konflikte nähren, selbige werden aber durch andere Dinge ausgelöst.

Genau das schrieb ich.

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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06.06.2012, 20:18
Beitrag: #23
RE: Kampf der Kulturen
(06.06.2012 20:16)Maxdorfer schrieb:  Genau das schrieb ich.
Ich weiß.Big Grin
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07.06.2012, 19:28
Beitrag: #24
RE: Kampf der Kulturen
(06.06.2012 18:23)Annatar schrieb:  
(05.06.2012 17:56)Newmaar schrieb:  Ich wollte eigentlich nur verdeutlichen, wie plump es in meinen Augen klingt, wenn immer wieder von der chinesischen Aggressivität die Rede ist. Dabei tuen die Chinesen nur das offen, was der Westen im Verborgenen betreibt.
Der Westen ist genau so aggressiv ??
(05.06.2012 17:56)Newmaar schrieb:  Ein Grund dafür mag wohl sein, dass China, aufgrund seines (formellen) politischen Systems, ohnehin politisch isoliert ist, und deshalb in der Lage ist, engaierter zu handeln (?).
Um isoliert zu sein ist die VR China zu mächtig.
(05.06.2012 17:56)Newmaar schrieb:  Die Unterdrückung von Minderheiten findet auch anderswo statt, sogar mit Billigung der 'Weltgemeinschaft'. Es sollte aber auch Erwähnung finden, dass das maoistische China im Sinne des Kommunismus der Bevölkerung Tibets Bildung und Anhebung des Lebensstandards ermöglichte, wozu die theokratische Lama-Diktatur nicht in der Lage war!
Ist auch logisch, denn dafür fehlte ihr das Geld. Das kann meiner Meinung nach aber keine rechtfertigung der chinesischen Besetzung Tibets sein.
(05.06.2012 17:56)Newmaar schrieb:  Mit der Erwähnung Taiwans wollte ich darauf hinweisen, dass der Staat Taiwan keinerlei politische oder historische Berechtigung hat.
Doch hat er, denn er ist die Republik China. Diese existierte lange vor der VR China und hat sich nach der Niederlage im Bürgerkrieg nach Taiwan zurückgezogen.

Ich schrieb, dass China, aufgrund der vorgeblichen Ideologie, politisch, im Sinne von ideologisch, isoliert ist und ja, der Westen ist in seinem Handeln genau so aggressiv wie die VR China. Die Theokratie in Tibet war grausam und hat die Menschen mit einem mittelalterlichen Machtapperat unterdrückt, viel stärker als es die Kommunisten jemals könnten (!). Ich möchte Sie fragen, wie Sie darüber denken würden, wenn die Südstaaten sich im Amerikanischen Bürgerkrieg mit den Goldreserven des Landes nach Kuba abgesetzt hätten, wo sie die einheimische Bevölkerung grausam unterdrücken und ihnen ihr politisches System aufzwingen. Hätte dieser Staat eine historische Berechtigung? Und dann stellen Sie sich bitte einmal vor, britische Truppen, die die Vereinigten Staaten einige Jahre zu kontrollierten und ausbeuteten, unterstützen den Ursupatoren und sichern seine Souverantiät. Wer ist dann hier der Aggressor? (Ich weiß, dass Beispiel hinkt, aber es verdeutlicht in meinen Augen das Problem.)

Nur wo Gräber sind, gibt es Auferstehungen.
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07.06.2012, 19:39
Beitrag: #25
RE: Kampf der Kulturen
(07.06.2012 19:28)Newmaar schrieb:  Ich schrieb, dass China, aufgrund der vorgeblichen Ideologie, politisch, im Sinne von ideologisch, isoliert ist
Wieso ?ß Es gibt doch noch mehr "kommunistische" Staaten auf dieser Welt.
(07.06.2012 19:28)Newmaar schrieb:  und ja, der Westen ist in seinem Handeln genau so aggressiv wie die VR China.
Beweis ??
(07.06.2012 19:28)Newmaar schrieb:  Die Theokratie in Tibet war grausam und hat die Menschen mit einem mittelalterlichen Machtapperat unterdrückt, viel stärker als es die Kommunisten jemals könnten (!).
Quatsch.
(07.06.2012 19:28)Newmaar schrieb:  Ich möchte Sie fragen, wie Sie darüber denken würden, wenn die Südstaaten sich im Amerikanischen Bürgerkrieg mit den Goldreserven des Landes nach Kuba abgesetzt hätten, wo sie die einheimische Bevölkerung grausam unterdrücken und ihnen ihr politisches System aufzwingen. Hätte dieser Staat eine historische Berechtigung?
Das Beispiel hinkt ganz schön, denn die Südstaaten existieren nicht vor der USA und konnten sich de jure gar nicht von der USA abspalten. Außerdem kontrollierte die Republik China schon vor der Niederlage im Bürgerkrieg Taiwan und hat sich also nur auf ihre restlichen Gebiete zurückgezogen. Abgesehen davon ist die Republik China heutzutage keine Diktatur mehr sondern eine Demokratie, welche die Menschenrechte achtet. Ganz im Gegensatz zur VR China.
(07.06.2012 19:28)Newmaar schrieb:  Und dann stellen Sie sich bitte einmal vor, britische Truppen, die die Vereinigten Staaten einige Jahre zu kontrollierten und ausbeuteten, unterstützen den Ursupatoren und sichern seine Souverantiät. Wer ist dann hier der Aggressor? (Ich weiß, dass Beispiel hinkt, aber es verdeutlicht in meinen Augen das Problem.)
Der Usurpator und seine Verbündeter. Ich versteh jetzt aber den Zusammenhang gar nicht.
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08.06.2012, 11:36
Beitrag: #26
RE: Kampf der Kulturen
(06.06.2012 12:07)913Chris schrieb:  
(06.06.2012 11:50)dieter schrieb:  Ihr Lieben,
ich meine schon, dass es einen Kampf der Kulturen gibt, alleine durch die großen Wanderungen, die es nach Europa aus allen Teilen der Welt gibt, durch die Hungersnöte die leider vorhanden sind. Die Einwanderer bringen Ihre Kultur mit und wollen diese sicherlich nicht aufgeben.Rolleyes
Huntigton ist seit Jahren überholt. Es geht weniger um Kulturen, die einander bekämpfen, als vielmehr - immer noch - um geostrategische Strukturen. Mal ganz davon abgesehen, dass Huntington vonn einem sehr eindimensionalen Kulturbegriff ausgeht.
Schon mal überlegt, wie unterschiedlich allein Nord- und Südchina sind? Oder Marokko und Iran? Algerien und Ägypten? Saudi-Arabien und die Türkei? Der Sudan und Mauretanien? Deutschland und England?

Die befürchtete "Invasion aus dem Süden" wird so nicht kommen. Was wir momentan sehen, ist keine "Wanderung der Ärmsten", denn die ganzen Schieber und Schleuser muss man sich auch erst mal leisten können.
Sollte es in Afrika und im Vorderen Orient tatsächlich zu der befürchteten Wasserkrise kommen, werden - so zynisch das auch klingt, aber Huntington ist in meinen Augen auch sehr zynisch - viel mehr Menschen verdursten, verhungern oder in Verteilungskämpfen umkommen, als dass es zu einer Europa überrollenden Invasion kommen wird. Mal ganz davon abgesehen, dass Europa dann auch massivste Probleme bekommen wird - z.T. auch wegen fehlenden Wassers - und so als Ziel zumindest für die Aufgeklärteren unter den Arikanern ausfallen wird. Die würden dann nämlich von einem Schlamassel ins andere wandern, und ganz blöd sind die auch nicht.
VG
Christian
Lieber Christian,
Europa kann nicht einfach zusehen, wenn in Afrika Hunderte von Millionen Menschen verdursten oder verhungern. Das kann auch keine UNO zulassen.Das wäre einfach zynisch.Confused

Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu
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08.06.2012, 12:41
Beitrag: #27
RE: Kampf der Kulturen
(08.06.2012 11:36)dieter schrieb:  
(06.06.2012 12:07)913Chris schrieb:  
(06.06.2012 11:50)dieter schrieb:  Ihr Lieben,
ich meine schon, dass es einen Kampf der Kulturen gibt, alleine durch die großen Wanderungen, die es nach Europa aus allen Teilen der Welt gibt, durch die Hungersnöte die leider vorhanden sind. Die Einwanderer bringen Ihre Kultur mit und wollen diese sicherlich nicht aufgeben.Rolleyes
Huntigton ist seit Jahren überholt. Es geht weniger um Kulturen, die einander bekämpfen, als vielmehr - immer noch - um geostrategische Strukturen. Mal ganz davon abgesehen, dass Huntington vonn einem sehr eindimensionalen Kulturbegriff ausgeht.
Schon mal überlegt, wie unterschiedlich allein Nord- und Südchina sind? Oder Marokko und Iran? Algerien und Ägypten? Saudi-Arabien und die Türkei? Der Sudan und Mauretanien? Deutschland und England?

Die befürchtete "Invasion aus dem Süden" wird so nicht kommen. Was wir momentan sehen, ist keine "Wanderung der Ärmsten", denn die ganzen Schieber und Schleuser muss man sich auch erst mal leisten können.
Sollte es in Afrika und im Vorderen Orient tatsächlich zu der befürchteten Wasserkrise kommen, werden - so zynisch das auch klingt, aber Huntington ist in meinen Augen auch sehr zynisch - viel mehr Menschen verdursten, verhungern oder in Verteilungskämpfen umkommen, als dass es zu einer Europa überrollenden Invasion kommen wird. Mal ganz davon abgesehen, dass Europa dann auch massivste Probleme bekommen wird - z.T. auch wegen fehlenden Wassers - und so als Ziel zumindest für die Aufgeklärteren unter den Arikanern ausfallen wird. Die würden dann nämlich von einem Schlamassel ins andere wandern, und ganz blöd sind die auch nicht.
VG
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Ja, und?

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08.06.2012, 16:31
Beitrag: #28
RE: Kampf der Kulturen
Es gibt sicher noch mehr 'kommunistische' Staaten auf dieser Welt neben China, doch anders als zur Zeit des Kalten Krieges kann China die (wirtschaftlich) eher unbedeutenden Staaten nicht als Importeur/ Exporteur bedienen, um eine Art wirtschaftliche Autarkie herzustellen, wie es die Sowjetunion in der Lage war zu sein.
Und ja, der Westen ist genau so aggressiv wie die VR China. Z.T. wesentlich aggressiver (Lobby-Kriege wie im Irak (Kuweit), in Afghanistan, Besetzung diverser südamerikanischer Staaten/ Inseln unter Reagan, etc.) und offensichtlicher, dann auch wieder unter dem Deckmantel von (mehr oder weniger) anonymen Söldnerkonzernen (Black Water,...) um Rohstoffe, z.Bsp. in Afrika, zu sichern. Sehen Sie dazu bitte auch den zweiten Teil meines Anfangsbeitrags (!).
Ich frage mich, wie Sie die mittelalterlichen, sogar ganz offen menschenverachtenden Strukturen der tibetischen Theokratie unter den Lama-Priestern mit einem antiken Kastensystem leugnen können, und bin so frei davon auszugehen, dass das an der einseitigen westlichen Berichterstattung liegt.
Die "Republik-China" war eine, von den Sowjet-Kommunisten gestützte, Militärdiktatur, aber deren historische Berechtigung ist wohl Ansichtssache. (In meinem Beispiel steht das Britische Empire für die heutigen Amerikaner.)

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10.06.2012, 17:01
Beitrag: #29
RE: Kampf der Kulturen
(08.06.2012 16:31)Newmaar schrieb:  Ich frage mich, wie Sie die mittelalterlichen, sogar ganz offen menschenverachtenden Strukturen der tibetischen Theokratie unter den Lama-Priestern mit einem antiken Kastensystem leugnen können, und bin so frei davon auszugehen, dass das an der einseitigen westlichen Berichterstattung liegt.
Das habe ich nie getan.
(08.06.2012 16:31)Newmaar schrieb:  Die "Republik-China" war eine, von den Sowjet-Kommunisten gestützte, Militärdiktatur, aber deren historische Berechtigung ist wohl Ansichtssache. (In meinem Beispiel steht das Britische Empire für die heutigen Amerikaner.)
Sie hat eine und wurde nicht von Sowjet-Kommunisten gestützt, sondern war antikommunistisch Eingestellt.
Wieso hat sie deiner Meinung nach keine historische Berechtigung, aber die VR China ??
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10.06.2012, 18:08
Beitrag: #30
RE: Kampf der Kulturen
Doch, genau das haben Sie getan (s.Beitrag #25 "Quatsch"). Außerdem war Ching Kai-Shek zumindest ein Bewunderer der militanten KP, der Unterschied zwischen 'nationalen' und 'kommunistischen' Fraktionen in China ist nicht sehr gut abzugrenzen, so wurde z.Bsp. Mao auch durch die Amerikaner gestützt (obwohl er kaum antikommunistisch gewesen sein dürfte).

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10.06.2012, 20:15
Beitrag: #31
RE: Kampf der Kulturen
(10.06.2012 18:08)Newmaar schrieb:  Doch, genau das haben Sie getan (s.Beitrag #25 "Quatsch").
Nein. ich habe damit nur meine Zweifel ausgedrückt, dass die KP-Diktatur in Tibet weniger schlimm ist als die Theokratie.
(10.06.2012 18:08)Newmaar schrieb:  Außerdem war Ching Kai-Shek zumindest ein Bewunderer der militanten KP, der Unterschied zwischen 'nationalen' und 'kommunistischen' Fraktionen in China ist nicht sehr gut abzugrenzen, so wurde z.Bsp. Mao auch durch die Amerikaner gestützt (obwohl er kaum antikommunistisch gewesen sein dürfte).
Das mag vielleicht alles stimmen. Dies beantwortet aber bei weitem nicht meine Frage, warum die Republik China, deiner Meinung nach, keine historische Berechtigung hat.
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14.06.2012, 09:47
Beitrag: #32
RE: Kampf der Kulturen
(08.06.2012 12:41)Maxdorfer schrieb:  
(08.06.2012 11:36)dieter schrieb:  Lieber Christian,
Europa kann nicht einfach zusehen, wenn in Afrika Hunderte von Millionen Menschen verdursten oder verhungern. Das kann auch keine UNO zulassen.Das wäre einfach zynisch.Confused
Ja, und?
Lieber Maxdorfer,
dann muß die UNO mit einem Welternährungsprogramm eingreifen.Shy
Dass Huntigton überholt ist, das behauptest Du einfach. Die Zukunft wird zeigen, wer Recht hat.

Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu
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14.06.2012, 15:25
Beitrag: #33
RE: Kampf der Kulturen
(06.06.2012 18:25)Annatar schrieb:  [...] gegen Huntingtons Sicht doch vieles einzuwenden.
So hat er bei seiner Einteilung der Welt in Kulturräume mehrmals das Einteilungskriterium gewechselt, was in einer wissenschaftlichen Arbeit nicht geht.

Das wesentliche ist doch, ob Huntingtons zentrale Aussagen stimmen:

1. Es wird ein ein Rückbezug auf Herkunft, Religion, Sprache, Sitten und Gebräuche, Werte und traditionelle Institutionen stattfinden.

2. China und der Islam werden aufsteigen.

3. Der Westen wird einen Bedeutungsverlust erleben und zwar aus folgenden Gründen:

- Zunahme von asozialem Verhalten (Kriminalität, Drogenkonsum, generelle Gewalt);
- Verfall der Familie, damit zusammenhängend Zunahme von Ehescheidungen, unehelichen Geburten, Müttern im Teenageralter und Alleinerziehenden;
- Rückgang des Sozialkapitals, d. h. der freiwilligen Mitgliedschaft in Vereinen, was das Schwinden des damit verbundenen zwischenmenschlichen Vertrauens zur Folge habe;
- Nachlassen des Arbeitsethos und zunehmender Egoismus;
abnehmendes Interesse an Bildung und geistiger Betätigung.

Das sind die entscheidenden Punkte, die nach wie vor diskutiert werden, da Huntingtons Analyse zwar umstritten, nicht aber überholt ist.
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14.06.2012, 15:37
Beitrag: #34
RE: Kampf der Kulturen
(14.06.2012 15:25)Dietrich schrieb:  Das wesentliche ist doch, ob Huntingtons zentrale Aussagen stimmen:
1. Es wird ein ein Rückbezug auf Herkunft, Religion, Sprache, Sitten und Gebräuche, Werte und traditionelle Institutionen stattfinden.

2. China und der Islam werden aufsteigen.
Stimmen die denn ?? Meiner Meinung nach nicht bzw. nicht ganz. Abgesehen davon ist der Islam kein homogener Block.
(14.06.2012 15:25)Dietrich schrieb:  3. Der Westen wird einen Bedeutungsverlust erleben und zwar aus folgenden Gründen:
- Zunahme von asozialem Verhalten (Kriminalität, Drogenkonsum, generelle Gewalt);
Stimmt das ?? Die Statistiken zeigen nämlich in eine andere Richtung.
(14.06.2012 15:25)Dietrich schrieb:  - Verfall der Familie, damit zusammenhängend Zunahme von Ehescheidungen, unehelichen Geburten, Müttern im Teenageralter und Alleinerziehenden;
OMG !! Sodom und Gomorra.Tongue Big Grin
(14.06.2012 15:25)Dietrich schrieb:  - Rückgang des Sozialkapitals, d. h. der freiwilligen Mitgliedschaft in Vereinen, was das Schwinden des damit verbundenen zwischenmenschlichen Vertrauens zur Folge habe;
- Nachlassen des Arbeitsethos und zunehmender Egoismus;
abnehmendes Interesse an Bildung und geistiger Betätigung.
Dem ist auch nicht so.
Außerdem haben alle diese Punkte keinen Einfluss auf den politischen Einfluss Europas in der Welt.

"Auflehnung ist das heiligste aller Rechte und die notwendigste aller Pflichten."
Marquis de La Fayette
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14.06.2012, 15:49
Beitrag: #35
RE: Kampf der Kulturen
Die von mir oben angeführten zentralen Aussagen Huntingtons sind immerhin diskussionswürdig.

1. China ist bereits aufgestiegen und wird weiter zu einer Supermacht anwachsen. Der Islam wird sich möglicherweise weiter radikalisieren und - angeführt von islamistischen, fundamentalistischen Gruppen - eine große Bedrohung bilden.

2. Der Westen schließlich wird aufgrund einer vergreisenden Bevölkerung und einer abnehmenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Vitalität im Lauf der nächsten 100 Jahre gegenüber einer asiatischen Epoche verblassen.

Damit würden sich Huntungtons zentrale Aussagen erfüllen, wobei man einen Zeitkorridor von etwa 100 Jahren annehmen muss.
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14.06.2012, 17:22
Beitrag: #36
RE: Kampf der Kulturen
Gut, werden wir doch mal konkret:
(14.06.2012 15:25)Dietrich schrieb:  1. Es wird ein ein Rückbezug auf Herkunft, Religion, Sprache, Sitten und Gebräuche, Werte und traditionelle Institutionen stattfinden.
Der Rückbezug auf Herkunft. Schon hier ist es schwammig. Was ist konkret gemeint? Deutschland, Heimatstadt oder Familie? Woher man kommt ist schon immer wichtig gewesen und davon hängt ab ob man Erfolg hat. Beispiele sind hier, dass Kinder von Akademikern besser bewertet werden als andere. Aber das ist hier nicht gemeint gewesen.
Religion kann ich in westlichen Gesellschaften nichts erkennen. Jedoch werden jene, die sich zu einem Glauben bekommen radikaler und jene, die diesen ablehnen auch. Dazwischen gibt es eine große Gruppe, die sich gar nicht interessiert und in manchen Dingen morallos handelt. Die gemäßigten Gruppen fehlen.
Der Rückbezug auf Sprache existiert nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Jemand der kein akzeptfreies Englisch ist in machen Kreisen bereits außen vor.
Was sind Sitten und Gebräuche?

(14.06.2012 15:25)Dietrich schrieb:  2. China und der Islam werden aufsteigen.
Der Islam wird aufsteigen? Inwiefern? Welcher Islam? Der radikale? Oder die Anzahl der Gläubigen?

China ist schon aufgestiegen, aber massiv von Absatzmärkten für billig produzierte Ware abhängig. Ohne den kaufkräftigen Westen wird das Probleme geben.

(14.06.2012 15:25)Dietrich schrieb:  [b]3. Der Westen wird einen Bedeutungsverlust erleben und zwar aus
- Zunahme von asozialem Verhalten (Kriminalität, Drogenkonsum, generelle Gewalt);
- Verfall der Familie, damit zusammenhängend Zunahme von Ehescheidungen, unehelichen Geburten, Müttern im Teenageralter und Alleinerziehenden;
- Rückgang des Sozialkapitals, d. h. der freiwilligen Mitgliedschaft in Vereinen, was das Schwinden des damit verbundenen zwischenmenschlichen Vertrauens zur Folge habe;
- Nachlassen des Arbeitsethos und zunehmender Egoismus;
abnehmendes Interesse an Bildung und geistiger Betätigung.
Punkt 3 und 1 widersprechen sich teilweise.
Würde die Scheidungsrate (welche aktuell glaube ich nicht steigt) und die anderen von dir gebrachten Punkte nicht überbewerten. Aktuell bekommen Mütter ihre Kinder eher spät, als früh. Weil ein Kind die Karriere behindert...
Die kriminalitätsstatistik ist rückläufig, soweit ich weiß. Ebenso der Konsum harter Drogen.
Der letzte Punkt stimmt aber wahrscheinlich. Das erlebe ich ähnlich. Aber war das früher wirklich anders?

Der vernetzte Mensch von heute gerät in Gefahr,
die globalisierte Welt als eine Ansammlung von Zitaten zu erleben.

Doug Mack
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14.06.2012, 17:29
Beitrag: #37
RE: Kampf der Kulturen
(14.06.2012 17:22)Viriathus schrieb:  Der letzte Punkt stimmt aber wahrscheinlich. Das erlebe ich ähnlich. Aber war das früher wirklich anders?

Ja, war es. Ob es besser war, darüber kann man sicher diskutieren, aber früher war eigentlich jeder Mitglied in mindestens einem Verein, für den er sich auch in seiner Freizeit engagiert hat. Die kehrseite der Medaille war natürlich, daß man im Verein sein mußte, ansonsten war man Außenseiter...

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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14.06.2012, 22:09
Beitrag: #38
RE: Kampf der Kulturen
(05.06.2012 19:44)Maxdorfer schrieb:  Ich kenne keine deutsche Marke, die chinesische Produkte von höchster Qualität kauft, sie auseinandernimmt, den Aufbau kopiert und mit den plagiatierten Billigprodukte den Weltmarkt überschwemmt.
Das ist eher anders herum der Fall. Wink

Vielleicht erlaubt man mir hier einen historischen Einwurf.

Diese überaus perfide und hinterhältige Handlungsweise der Ostasiaten, zuerst der Japaner und jetzt der Chinesen (und alle anderen dort), haben diese, frech wie sie sind, ebenfalls kopiert.

Und zwar von den Zentraleuropäern.
Bis in die 1870er Jahre hinein haben sie kopiert wie die Verrückten, kein Patentrecht wurde respektiert.
Geistiges Eigentum kommt vom lieben Gott, gehört also allen....

Haben da die Briten auch vom "Kampf der Kulturen" gesprochen?

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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