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Merkwürdiges und denkwürdiges aus Schwaben und Alemannien
14.11.2013, 16:58
Beitrag: #41
RE: Aftermontag
(14.11.2013 11:59)Suebe schrieb:  Der Dienstag ist ja aller Orten im Germanischen nach der "Ober-Gottheit" Ziu benannt. Exclamation

Dass diese Gottheit als Namenspadron eines Wochentags so netto 1,2 Jahrtausende überstanden hat, muss einen ja eigentlich sowieso wundern. Undecided

Jedenfalls haben die Kleriker im östlichen Schwaben, genauer der Diözese Augsburg, diesen Tag abgeschafft und statt dessen den "Aftermontag" eingeführt.
Innocent

Der Versuch scheint aber daneben gegangen zu sein.Teeth
Warum haben die nicht gleich einen "Datschi-Tag" stattdessen eingeführt? Damit wäre auch gleich der heimischen Wirtschaft gedient gewesen...


Big Grin
VG
Christian
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18.11.2013, 11:54
Beitrag: #42
RE: Aftermontag
(14.11.2013 16:58)913Chris schrieb:  
(14.11.2013 11:59)Suebe schrieb:  Der Dienstag ist ja aller Orten im Germanischen nach der "Ober-Gottheit" Ziu benannt. Exclamation

Dass diese Gottheit als Namenspadron eines Wochentags so netto 1,2 Jahrtausende überstanden hat, muss einen ja eigentlich sowieso wundern. Undecided

Jedenfalls haben die Kleriker im östlichen Schwaben, genauer der Diözese Augsburg, diesen Tag abgeschafft und statt dessen den "Aftermontag" eingeführt.
Innocent

Der Versuch scheint aber daneben gegangen zu sein.Teeth
Warum haben die nicht gleich einen "Datschi-Tag" stattdessen eingeführt? Damit wäre auch gleich der heimischen Wirtschaft gedient gewesen...


Big Grin
VG
Christian

"Datschi" kannten die "alten" Alemannen und Schwaben nicht.
Jedoch andere Backwaren, die Seelen beispielsweise.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schw%C3%A4bische_Seele

wobei der Kenner allein an Hand der Aussprache "Säle" oder "Seele" bereits weiß, welches Glaubenbekenntnis der/die Sprecher/in hat.

Frage:
Über den "Donnerstag" ist mir jetzt keine versuchte Umbenennung bekannt, andererseits "fresse ich einen Besen mitsamt der anhängenden Raumpflegerin" wenn es diesen Versuch nicht gegeben hat.
Kann mir da jemand über meine Unwissenheit weghelfen?

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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18.11.2013, 12:52
Beitrag: #43
RE: Merkwürdiges und denkwürdiges aus Schwaben und Alemannien
Muß die Raumpflegerin bekleidet sein?
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19.11.2013, 13:52
Beitrag: #44
RE: Aftermontag
(18.11.2013 11:54)Suebe schrieb:  Frage:
Über den "Donnerstag" ist mir jetzt keine versuchte Umbenennung bekannt, andererseits "fresse ich einen Besen mitsamt der anhängenden Raumpflegerin" wenn es diesen Versuch nicht gegeben hat.
Kann mir da jemand über meine Unwissenheit weghelfen?

Also, ich kenn den bairischen Ausdruck "Pfinztag" für Donnerstag (aus dem Griechischen: "Fünfter Tag"), der könnte auf kirchliche Bemühungen zurückgehen, aber wohl nicht der "Irtag" oder "Erchtag" (Dienstag), der über ostgotisch-ostgermanische Vermittlung aus dem Götternamen "Ares" entwickelt worden sein soll (laut http://archive.org/stream/beitrgezurgesc...t_djvu.txt ; die Publikation stammt von 1909, und Wikipedia hat wohl daraus abgeschrieben...).
Im Mittelhochdeutschen gibt es aber auch das Wort "irch", das Bock oder Bocksleder bedeutet. Das könnte ich mir schon eher vorstellen, insbesondere da z.B. im Schwäbischen der Personenname "Erchanger" geläufig sein dürfte (der legendäre Königsbote, der die Macht im Htm. Schwaben übernehmen wollte). Auch bei Erchanger kann ich mir eine Herleitung von "Bock" bedeutend besser vorstellen als von "Ares".

Übrigens war der Freitag im Althochdeutschen der "Pherintag" oder "Ferintag". Da hab ich noch keine Etymologie gefunden, aber ich denke da an eine wörtliche Übersetzung von "Frei-tag" (vgl. unser modernes Wort "Ferien"...)

VG
Christian
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19.11.2013, 16:17
Beitrag: #45
RE: Aftermontag
(19.11.2013 13:52)913Chris schrieb:  
(18.11.2013 11:54)Suebe schrieb:  Frage:
Über den "Donnerstag" ist mir jetzt keine versuchte Umbenennung bekannt, andererseits "fresse ich einen Besen mitsamt der anhängenden Raumpflegerin" wenn es diesen Versuch nicht gegeben hat.
Kann mir da jemand über meine Unwissenheit weghelfen?

Also, ich kenn den bairischen Ausdruck "Pfinztag" für Donnerstag (aus dem Griechischen: "Fünfter Tag"), der könnte auf kirchliche Bemühungen zurückgehen, aber wohl nicht der "Irtag" oder "Erchtag" (Dienstag), der über ostgotisch-ostgermanische Vermittlung aus dem Götternamen "Ares" entwickelt worden sein soll (laut http://archive.org/stream/beitrgezurgesc...t_djvu.txt ; die Publikation stammt von 1909, und Wikipedia hat wohl daraus abgeschrieben...).
Im Mittelhochdeutschen gibt es aber auch das Wort "irch", das Bock oder Bocksleder bedeutet. Das könnte ich mir schon eher vorstellen, insbesondere da z.B. im Schwäbischen der Personenname "Erchanger" geläufig sein dürfte (der legendäre Königsbote, der die Macht im Htm. Schwaben übernehmen wollte). Auch bei Erchanger kann ich mir eine Herleitung von "Bock" bedeutend besser vorstellen als von "Ares".

Übrigens war der Freitag im Althochdeutschen der "Pherintag" oder "Ferintag". Da hab ich noch keine Etymologie gefunden, aber ich denke da an eine wörtliche Übersetzung von "Frei-tag" (vgl. unser modernes Wort "Ferien"...)

VG
Christian

Danke Dir.Smile

Der "Erchanger" ist mMn untergegangen. Gibt es vermutlich nicht mehr.

Der Freitag geht aber doch auf die "Freya" zurück?

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19.11.2013, 19:48
Beitrag: #46
RE: Aftermontag
(19.11.2013 16:17)Suebe schrieb:  Der "Erchanger" ist mMn untergegangen. Gibt es vermutlich nicht mehr.
Ja, manche Namen werden irgendwann unmodern... Big Grin

(19.11.2013 16:17)Suebe schrieb:  Der Freitag geht aber doch auf die "Freya" zurück?

Schon. Aber das war in althochdeutscher Zeit vermutlich schon wieder vergessen. Vielleicht ja doch absichtlich? Wink

VG
Christian
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19.11.2013, 21:29
Beitrag: #47
RE: Aftermontag
(19.11.2013 19:48)913Chris schrieb:  ./.

(19.11.2013 16:17)Suebe schrieb:  Der Freitag geht aber doch auf die "Freya" zurück?

Schon. Aber das war in althochdeutscher Zeit vermutlich schon wieder vergessen. Vielleicht ja doch absichtlich? Wink

VG
Christian

Du ich weiß nicht.
"Muotes wildes Heer" ist bei uns eigentlich bis heute Sprichwörtlich.

Das Christentum hat sich doch bei den Germanen duch die Übernahme der Bräuche und Feste relativ schnell durchgesetzt. Oder gar nur dadurch.
Weihnachten, Ostern einschl. Namen heidnische Bräuche.
So richtig stur sind die doch erst in der Neuzeit geworden.

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20.11.2013, 10:48
Beitrag: #48
RE: Aftermontag
(19.11.2013 21:29)Suebe schrieb:  So richtig stur sind die doch erst in der Neuzeit geworden.

Äh, nein. Denke ich nicht. Bonifatius konnte schon SEHR stur sein...Hildebrand/Gregor VII. auch...da gibt´s schon so einige Kandidaten...

VG
Christian
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20.11.2013, 13:19
Beitrag: #49
RE: Aftermontag
(20.11.2013 10:48)913Chris schrieb:  
(19.11.2013 21:29)Suebe schrieb:  So richtig stur sind die doch erst in der Neuzeit geworden.

Äh, nein. Denke ich nicht. Bonifatius konnte schon SEHR stur sein...Hildebrand/Gregor VII. auch...da gibt´s schon so einige Kandidaten...

VG
Christian


Sure.
Der Columban der in Arbon am Bodensee ein Fass/Kessel mit Bier zusammenschlug, das die Alemannen dort auf das Wohl Wotans trinken wollten. Devil
Allerdings waren sie dort anscheinend zuvor schon Christen, ihn hat wohl der "Rückfall" so geärgert. Idea

Der nächste Punkt, die "Missionierungsgeschichte" scheint mir nicht sehr gesichert zu sein. Teilweise nicht so schlüssig zu sein.
Zumindest christliche Spurenelemente haben die "Romano-Kelten-Germanen" schon mit aufgenommen.

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20.11.2013, 17:41
Beitrag: #50
RE: Aftermontag
(20.11.2013 13:19)Suebe schrieb:  Der nächste Punkt, die "Missionierungsgeschichte" scheint mir nicht sehr gesichert zu sein. Teilweise nicht so schlüssig zu sein.
Zumindest christliche Spurenelemente haben die "Romano-Kelten-Germanen" schon mit aufgenommen.

Sicher. Nur eben wohl nicht die "richtigen" christlichen Elemente - nach Columbans Ansicht...
Bonifatius hat ja ähnlich gehandelt. Die Leute waren oft schon christlich, aber eben nicht "gut katholisch", wie man später sagte. Was die Iroschotten da bspw. als Christentum verbreiteten, war für Bonifatius besseres Heidentum.
Also mussten sie eben "wieder katholisch gemacht werden" - i.e. missioniert werden.

Dass die "Missionare" beileibe nicht in der Wildnis agierten, zeigen die Nachrichten in vielen Heiligenlegenden, dass da eine verlassene Kirche in der Gegend rumstand. Willibald soll z.B. im späteren Eichstätt so eine MArienkapelle "gefunden" haben. Also müssen da schon zuvor Marienverehrer gelebt haben. Die haben vielleicht nur ihre Siedlung woanders hin verlegt, ins spätere Obereichstätt wenige Kilometer Altmühlaufwärts bspw., wo es (schon von den Kelten abgebaute) Rasen- und Bohnerze gab. Aber es passt eben so schön in die Vita, also war´s eine verlassene Kirche mitten in der Wildnis.

VG
Christian
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20.11.2013, 18:31
Beitrag: #51
RE: Merkwürdiges und denkwürdiges aus Schwaben und Alemannien
@Schwabe, du weisst doch wie missioniert wurde. Es lief meistens über die Frauen, denen ein Mönchlein Märchen erzählte... Solche Burschen haben wir im Norden noch im 12. Jahrhundert ans Kreuz genagelt.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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20.11.2013, 18:33
Beitrag: #52
RE: Aftermontag
(20.11.2013 17:41)913Chris schrieb:  
(20.11.2013 13:19)Suebe schrieb:  Der nächste Punkt, die "Missionierungsgeschichte" scheint mir nicht sehr gesichert zu sein. Teilweise nicht so schlüssig zu sein.
Zumindest christliche Spurenelemente haben die "Romano-Kelten-Germanen" schon mit aufgenommen.

Sicher. Nur eben wohl nicht die "richtigen" christlichen Elemente - nach Columbans Ansicht...
Bonifatius hat ja ähnlich gehandelt. Die Leute waren oft schon christlich, aber eben nicht "gut katholisch", wie man später sagte. Was die Iroschotten da bspw. als Christentum verbreiteten, war für Bonifatius besseres Heidentum.
Also mussten sie eben "wieder katholisch gemacht werden" - i.e. missioniert werden.

Dass die "Missionare" beileibe nicht in der Wildnis agierten, zeigen die Nachrichten in vielen Heiligenlegenden, dass da eine verlassene Kirche in der Gegend rumstand. Willibald soll z.B. im späteren Eichstätt so eine MArienkapelle "gefunden" haben. Also müssen da schon zuvor Marienverehrer gelebt haben. Die haben vielleicht nur ihre Siedlung woanders hin verlegt, ins spätere Obereichstätt wenige Kilometer Altmühlaufwärts bspw., wo es (schon von den Kelten abgebaute) Rasen- und Bohnerze gab. Aber es passt eben so schön in die Vita, also war´s eine verlassene Kirche mitten in der Wildnis.

VG
Christian


Volle Zustimmung.
Man hat auch nicht nur ein Alemannengrab gefunden mit Kreuz UND Thorhammer als Grabbeigabe.
Es hat sich mit Sicherheit sehr viel mehr, und insbesondere überraschendes zwischen 250 und 600 rechtsrheinisch und nördlich der Alpen abgespielt, als heute bekannt ist.

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20.11.2013, 18:50
Beitrag: #53
RE: Merkwürdiges und denkwürdiges aus Schwaben und Alemannien
(20.11.2013 18:31)Arkona schrieb:  @Schwabe, du weisst doch wie missioniert wurde. Es lief meistens über die Frauen, denen ein Mönchlein Märchen erzählte... Solche Burschen haben wir im Norden noch im 12. Jahrhundert ans Kreuz genagelt.

...oder von den Rügener (sagt man das so?) Kreidefelsen gestürzt...
Wink

Wann gleich wieder wurde Rügen als letzte heidnische Slawenbastion zwangschristianisert (ausgerechnet von den Dänen...)?
1168, damals zerstörte Waldemar I. den Svantevit-Tempel auf Rügen, stimmt´s ?
Das meintest du vermutlich...

VG
Christian
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13.03.2014, 20:01
Beitrag: #54
Tübinger Vertrag und die Hirschhörnern
Vielleicht hat der eine oder andere schon von ihm gehört, der Tübinger Vertrag, das alte Grundgesetz Württembergs wird dieses Jahr 500 Jahre alt.

Geschlossen wurde er in Tübingen zwischen den württ. Städten und dem Herzog Ulrich, der damit den Rücken frei bekam gegen die aufständischen Bauern des "Armen Konrad".

Die Stadt Tübingen hat damals dem Herzog gleich noch ein Truppenkontingent gestellt, das ins Remstal zog, Bauern bekämpfen.
Nach dem Sieg bekam die Stadt Tübingen vom Herzg, es war der derüchtigte Ulrich, das Recht zugesprochen die Hirschhörner, die Wappenzier der Herzöge, in ihrem Stadtwappen zu führen.
So sind die Hirschhörner bis heute im Tübinger Stadtwappen.

Nun hat ein Tübinger Gemeinderat, ein Linker, sich ausführlich über diese Zeichen der Despotie und der Unterdrückung im Stadtwappen aufgeregt, und den Antrag gestellt diese zu entfernen, und dafür Anleihen im Österreichischen Staatswappen zu machen, wo es Symbole der Werktätiogen und der Freiheit gäbe. Hammer und Sichel sind dort zu finden.

Der Antrag wurde "natürlich" glatt abgeschmettert.
Wird auch nur ein PR-Gag gewesen sein, wobei dem Tübinger Vertrag ein bißchen PR nur gut tut. Man kennt ihn ganz unverdientermaßen kaum außerhalb BWs.


Was mir gerade einfällt, meine Heimatstadt führt auch die Hirschhörner im Wappen, ob die auch ein paar Spießträger gegen den Armen Konrad geschickt haben? Könnte doch sein.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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14.03.2014, 08:29
Beitrag: #55
RE: Merkwürdiges und denkwürdiges aus Schwaben und Alemannien
Zitat:Man hat auch nicht nur ein Alemannengrab gefunden mit Kreuz UND Thorhammer als Grabbeigabe
.

Es gab das ganze sogar als Kombiamulett,also als Kreuzung zwischen Kreuz und Thorshammer.Und das ist möglicherweise zum Ankermotiv in der christlichen Ikonographie mutiert.

Mit Missionierung, Ihr Heidenkinder, haben wir in Moguntiacum nie Probleme gehabt.Schließlich sind und waren auch wir "sancta sedes " . Wir hatten vielmehr ,wie das Beispiel von Arnold von Selenhofen zeigt,auch als gute Christenmenschen kein Problem damit, unsere Bischöfe zu erschlagen.
Und bei uns tobten alle theologische Diskussionen der Frühzeit. In deren Folge wurde der heilige Alban von Mainz als Arianer geköpft und der heilige Theonest als Bischof von Mainz von den einheimischen Arianern gesteinigt ,in ein Fass gestecjkt und in den Rhein geworfen.
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14.03.2014, 09:24
Beitrag: #56
RE: Merkwürdiges und denkwürdiges aus Schwaben und Alemannien
(14.03.2014 08:29)zaphodB. schrieb:  
Zitat:Man hat auch nicht nur ein Alemannengrab gefunden mit Kreuz UND Thorhammer als Grabbeigabe
.

Es gab das ganze sogar als Kombiamulett,also als Kreuzung zwischen Kreuz und Thorshammer.Und das ist möglicherweise zum Ankermotiv in der christlichen Ikonographie mutiert.

Mit Missionierung, Ihr Heidenkinder, haben wir in Moguntiacum nie Probleme gehabt.Schließlich sind und waren auch wir "sancta sedes " . Wir hatten vielmehr ,wie das Beispiel von Arnold von Selenhofen zeigt,auch als gute Christenmenschen kein Problem damit, unsere Bischöfe zu erschlagen.
Und bei uns tobten alle theologische Diskussionen der Frühzeit. In deren Folge wurde der heilige Alban von Mainz als Arianer geköpft und der heilige Theonest als Bischof von Mainz von den einheimischen Arianern gesteinigt ,in ein Fass gestecjkt und in den Rhein geworfen.

Da kann ich aber auch mit einigen Punkten aufwarten.

Das zerschlagene Fass Bier in Arbon am Bodensee habe ich ja schon mehrfach erwähnt. Nebenbei bemerkt, die Missionare müssen schon Leute mit ausgeprägtem Mut gewesen sein. Einer Horde durstiger Männer das Getränk vernichten.
Wobei festzuhalten bleibt, dass das Christentum als solches in den zuvor römischen Gebieten Germaniens nie ganz unterging. Die Missionare kämpften eher mit "Abweichlern".

Eines noch, der heilige Fidelis von Sigmaringen wurde in den 1620er Jahren in der Schweiz von unbelehrbaren Glaubensabweichlern totgeschlagen.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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15.03.2014, 04:01
Beitrag: #57
RE: Merkwürdiges und denkwürdiges aus Schwaben und Alemannien
Warum denn das ? Hat er dorten die Kontobücher kopert oder das Brot im Fondue verloren ?
Nun ich weiß nicht, ob das immer Einzelaktionen ,wie uns fromme Legenden glauben machen wollen, alldieweil die Mehrheit der Missionare war zwar fanatisch und voll Gottvertrauen ,aber nicht blöd. Vermutlich standen da unerwähnt im Hintergrund immer ein paar martialisch Bewaffnete als moralische Unterstützung.

I
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15.03.2014, 09:46
Beitrag: #58
RE: Merkwürdiges und denkwürdiges aus Schwaben und Alemannien
(15.03.2014 04:01)zaphodB. schrieb:  Warum denn das ? Hat er dorten die Kontobücher kopert oder das Brot im Fondue verloren ?
Nun ich weiß nicht, ob das immer Einzelaktionen ,wie uns fromme Legenden glauben machen wollen, alldieweil die Mehrheit der Missionare war zwar fanatisch und voll Gottvertrauen ,aber nicht blöd. Vermutlich standen da unerwähnt im Hintergrund immer ein paar martialisch Bewaffnete als moralische Unterstützung.

Der Fidelis?
Nun, du hast ziemlich sicher recht, es war im Zuge der Gegenreformation, aber an dem tödlichen Sonntagmorgen war der Fidelis allem nach alleine vor jener Kirche.

Was mich an der Sache interessiert, die Mutter des Fidelis war aus dem altwürttembergischen lutherischen Ebingen, eine Ehe über die Konfessionsgrenze hinweg war da bis ins 20. Jahrhundert undenkbar.
Es scheint, dass diese Grenze so absolut im 16. Jahrhundert noch nicht war.
Muss mich mal gelegentlich damit befassen.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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15.03.2014, 23:26
Beitrag: #59
RE: Merkwürdiges und denkwürdiges aus Schwaben und Alemannien
Nun, das ist durchaus möglich.Vermutlich gab es Zeiten,in denen so eklatanter Männer- oder Frauenüberschuss herrschte ,daß man es mit konfessionellen Grenzen nicht so genau nahm.
Zwei Beispiele hab ich im Familienstambaum.
Meine Sippe , ursprünglich aus dem Murgtal kommend, ist seit kurz nach der Reformation bis heute stockevangelisch, mit mehreren Pfarrern und zwei Dutzend Kirchenvorstehern und auch mit konfessionsbedingten Umsiedlungen in der Familiengeschichte. Trotzdem haben wir zwei Fälle,in denen Katholikinnen eingeheiratet wurden ,davon ein Fall um 1530 und einer um 1702, also kurz nach den Bauernkriegen und dem Pfälzischen Erbfolgekrieg.
Scheint also kein Einzelfall gewesen zu sein.
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04.04.2014, 18:39
Beitrag: #60
RE: Merkwürdiges und denkwürdiges aus Schwaben und Alemannien
Sie ist entdeckt, die "Urschwäbin" aus der ältesten Altsteinzeit!
Mit ihr gleich noch die zugehörige Siedlung.
Und wo? In der Stuttgart 21 Baugrube.

http://www.swr.de/swr2/wissen/fenster-in...24/9b8itj/

Die Schulbücher müssen zweifellos umgeschrieben werden! Man hat Reste diverser Getreidearten gefunden, es gibbt keinen Zweifel, dass in dieser Urschwäbischen Siedlung bereits Teigwaren auf dem Speisezettel standen.
Ein Artefakt, dessen Erhaltungszustand allerdings nicht ganz so gut ist, wie alles andere, wird von den Forschern als Spätzlebrett interpretiert!

Eine Sensation um die andere! Die Bedeutung für die Wissenschaft ist immens.
Es gibt nur einen kleinen Wermutstropfen. Die Entdeckung datiert auf den 1. April. Schad, ewig schad.
Angel

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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