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Wetter und Weltgeschichte
02.08.2012, 19:35
Beitrag: #1
Wetter und Weltgeschichte
Gruß in die Runde!

Im G/Geschichte Forum gab es gleich zwei Threads, die vom Thema „Wetter und Weltgeschichte“ handelten. Einmal den normalen (http://www.g-geschichte.de/forum/weltges...chte.html) und dann das 10. Forumtreffen (http://www.g-geschichte.de/forum/weltges...hte.html). Dort wurden einige interessante Texte geschrieben und auch viel Interessantes diskutiert. Deshalb öffne ich diesen Thread hier auch wieder.
Hier können also Einflussnahmen von Wetterlagen und Naturkatastrophen gesammelt werden, gerne natürlich auch Texte über diese.

VG
Der Maxdorfer

PS: Geschrieben wurden schon folgende Beiträge:

Dieter über die wichtigsten Einflüsse von Wetter auf die Weltgeschichte
Luki mit einer aktuellen Meldung: Die nächste Eiszeit fällt aus!
Luki: Wurde Olympia von einem Tsunami verschüttet?
Luki über Vulkanausbrüche
Maxdorfer: Die Schlacht von Trenton
WDPG: Die justinianische Pest
WDPG: Seltsame Phänomene und Wetterlagen in Konstantinopel 1453
Obelix: 2. September 1806 als der Rossberg kam
Luki: „Das Paradies“

Ich hoffe ich hab keinen übersehen.

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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03.08.2012, 10:02
Beitrag: #2
RE: Wetter und Weltgeschichte
Am 30. April 1945 stand die amerikanische Armee vor dem durch Luftangriffe und kleinere Gefechte schon ziemlich zerstörten München. Doch das schlechte Wetter hinderte sie daran, ein weiteres Bombardement durchzuführen, das die Stadt vollständig zerstört hätte. Es war ja dann auch gar nicht nötig - die Amis nahmen München noch am selben Tag ein.

Quelle: Die zwölfstündige Dokumentation über den 30. April 1945 vom 30. April 2011 (lief glaube ich auf Spiegel Geschichte, also Vox).

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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26.08.2012, 14:00
Beitrag: #3
Wetter und Weltgeschichte
.

Servus .

Da ich einen interessanten Artikel über die Dürrekatastrophe
in den USA gefunden habe , möchte ich Euch diesen nicht vorenthalten .

Wetteranomalien gab es immer Wieder .
Und da meine ich nicht den periodischen Wechsel
von den Kalt- in die Warmzeiten ( Eiszeiten ) .

Wie ich schon bei den amerikanischen Beiträgen aufgezeigt habe .
entschieden offt klimatische Änderungen über den Aufstieg von Kulturen .
Aber auch über Ihr uns offt unverständlich erscheinendes jähes
Absterben .

El Nino ; La Nina , Jetströmeverschiebung :
http://www.forum-geschichte.at/Forum/sho...43#pid3743

So ein Phänomen ist jetzt auch für die Dürre in der amerikanischen
Kornkammer verantwortlich .
Das Erscheinen des El Nino hat die Jetströme nach Norden verschoben
und damit auch die Niederschläge .

So eine Dürre erlebten diese Landstriche schon mehrmals .

Wer kennt nicht das Buch : die Früchte des Zorns , von John Steinbeck ,
indem er die Dürreperiode von 1954/56. beschreibt und deren
verherende Auswirkungen auf die betroffene Bevölkerung .

Aber El Nino und La Nina kommen in immer kürzeren Abständen .
Und mit Ihnen mehr oder weniger ausgeprägt diese Wetteranomalien .
Wobei die Intensität von La Nina abnimmt und die von El Nino immer mehr zunimmt .

Auswirkungen ( Weltweit ) von El Nino :

Aus dem folgenden Link entnommen .
[Bild: auswirkungen.gif]

Diese Grafik zeigt die von El Niño betroffenen Gebiete weltweit. Die Monate, in denen diese Auswirkungen stattfinden, sind mit deren Anfangsbuchstaben aufgeführt (z.B. bedeutet OND "Oktober-November-Dezember").

Seiten die diese Probleme und Auswirkungen anschaulich erklären :
http://www.elnino.info/inhalt.php

Und aus Wikipedia :
http://de.wikipedia.org/wiki/El_Ni%C3%B1o

http://de.wikipedia.org/wiki/La_Ni%C3%B1a

Und der interessante Artikel aus dem FOKUS .

http://www.focus.de/wissen/klima/klimaer...00919.html

G.v.luki.

Und übrigens , Morgen ist auch noch ein Tag Cool
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22.09.2012, 15:43
Beitrag: #4
RE: Wetter und Weltgeschichte
War der Chiemgau-Impakt daran schuld, dass die bis dahin friedlichen Kelten plötzlich kriegerisch wurden und umherzogen?

Zitat:Der Chiemgau-Impakt (oder Chiemgau-Einschlag) bezeichnet eine These, dass es im südostbayerischen Raum in vor- oder frühgeschichtlicher Zeit einen großen Meteoriteneinschlag gab, der ein ausgedehntes Kraterstreufeld erzeugt habe. Diese These wird nach Untersuchungen von 2010 am Tüttensee von den Kritkern als widerlegt angesehen[1]. Allerdings ist diese Untersuchung, welche aus einer Bohrung im Randbereich des Tüttensees bestand, sehr umstritten.[2][3][4] Das Chiemgau Impact Research Team (CIRT), verfolgt die These weiter und versucht diese mit weiteren wissenschaftlichen Arbeiten zu untermauern.

http://de.pluspedia.org/wiki/Chiemgau-Ei...-Artikel%2
Der "Gegenartikel": http://de.pluspedia.org/wiki/Chiemgau-Ei...artikel%29

Im lokalen Regiowiki: http://regiowiki.pnp.de/index.php/Chiemgau_Impakt

http://www.spiegel.de/fotostrecke/chiemg...58572.html

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22.09.2012, 20:32
Beitrag: #5
RE: Wetter und Weltgeschichte
Der Chiemgau-Meteorit ist ziemlich umstritten. Außerdem wissen wir gar nicht so genau, wie das mit den Kelten war. Erst aus der Zeit, als sie gegen Rom zogen, gibt es Berichte und die sind von den frühen Römern, den unterlegenen Gegnern.
Die Kelten profitierten vom eisenzeitlichen Handel mit den Mittelmeerländern, bes. den Etruskern, sie waren geschickte Handwerker. Durch Handel wurden sie Vermittler zwischen den kulturell weiter entwickelten Gebieten im Süden und den Rohstoff- und Menschenlieferanten im Norden.
Beim Übergang von Halstatt zu LaTene soll es Veränderungen bei den Eliten der Kelten gegeben haben, Verlagerung der Machtzentren, jedenfalls wird das aus den archäologischen Funden abgeleitet. Das kann auch zu Unruhe geführt haben.
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05.10.2012, 18:10
Beitrag: #6
RE: Wetter und Weltgeschichte
Ich habe gerade keine Zeit, es länger darzustellen, deshalb hier nur ein kurzer Abriss des Geschehens:
1270 nach Christus war Karl von Anjou so stark wie nie. Mit dem Tod des Königs von Frankreich, seinem Bruder Ludwig, war eine wichtige Instanz weggefallen, die bis dahin seine Machtgier gezügelt hatte. Dem Emir von Tunis konnte er eine vernichtende Niederlage zufügen, die Truppen waren in Hochstimmung. Seinem Erbfeind Byzanz drohte eine echte Gefahr. Karl war entschlossen, die Stadt zu erobern, und man war sicher, nur ein Wunder könne ihn aufhalten.
Und das tat es auch. Als Karl mit seiner Flotte in Sizilien landete, war noch alles in Ordnung. Dann jedoch, am 22. November 1270 fegte ein gewaltiger Sturm über Sizilien hinweg. Quellen berichten, es sei das schlimmste Unwetter seit Urzeiten gewesen. Große Gebiete in Westsizilien wurden verwüstet – und auch Karls Flotte! Die achtzehn großen Kriegsschiffe waren völlig zerstört, viele der kleineren ebenfalls… Tausende Menschen und Pferde, die sich an Bord befunden hatten, starben. Die gesamte Streitmacht war in kürzester Zeit vernichtet.
Als der oströmische Kaiser das erfuhr, brach er verständlicher Weise überwältigt in Tränen aus. Für ihn war klar: Die heilige Maria hatte „ihr“ Konstantinopel wieder einmal gerettet.

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05.10.2012, 19:47
Beitrag: #7
Wetter und Weltgeschichte
(05.10.2012 18:10)Maxdorfer schrieb:  Ich habe gerade keine Zeit, es länger darzustellen, deshalb hier nur ein kurzer Abriss des Geschehens:
1269 nach Christus war Karl von Anjou so stark wie nie. Mit dem Tod des Königs von Frankreich, seinem Bruder Ludwig, war eine wichtige Instanz weggefallen, die bis dahin seine Machtgier gezügelt hatte. Dem Emir von Tunis konnte er eine vernichtende Niederlage zufügen, die Truppen waren in Hochstimmung. Seinem Erbfeind Byzanz drohte eine echte Gefahr. Karl war entschlossen, die Stadt zu erobern, und man war sicher, nur ein Wunder könne ihn aufhalten.
Und das tat es auch. Als Karl mit seiner Flotte in Sizilien landete, war noch alles in Ordnung. Dann jedoch, am 22. November 1269 fegte ein gewaltiger Sturm über Sizilien hinweg. Quellen berichten, es sei das schlimmste Unwetter seit Urzeiten gewesen. Große Gebiete in Westsizilien wurden verwüstet – und auch Karls Flotte! Die achtzehn großen Kriegsschiffe waren völlig zerstört, viele der kleineren ebenfalls… Tausende Menschen und Pferde, die sich an Bord befunden hatten, starben. Die gesamte Streitmacht war in kürzester Zeit vernichtet.
Als der oströmische Kaiser das erfuhr, brach er verständlicher Weise überwältigt in Tränen aus. Für ihn war klar: Die heilige Maria hatte „ihr“ Konstantinopel wieder einmal gerettet.

Servus Maxdorfer .

Ich hatte mich noch nie mit diesem Thema befasst .
Aber etwas kommt mir etwas komisch vor , wenn Deine Zahlen stimmen werden .
Keine Frage ich vertraue Dir .

Aber vor den portugisischen Entdeckungsfahrten
gab es noch keine Karavellen .
Im Mittelmeer waren es noch immer geruderte Galeeren .
Und geruderte Transportschalupen .

Sogar die Karavellen waren relativ kleine Schinakel .
Und die Transportboote noch kleiner .
Damals hatten die Byzantiner die Mauern wieder verteidigungsbereit
in Ortnung gebracht .

Warum sollten sie sich vor , nach Deinen Angaben ,
18. relativ kleinen Kriegsschiffen
mit dazugehörigen Versorgungsboten fürchten .

Wurde da vielleicht ein menschlich fallschgeplantes Unternehmen
und dessen Misserfolg etwa mittels übernatürlichem Einfluß begründet ???

luki

Und übrigens , Morgen ist auch noch ein Tag Cool
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05.10.2012, 22:46
Beitrag: #8
RE: Wetter und Weltgeschichte
Ludwig IX., der Heilige starb aber erst 1270.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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06.10.2012, 08:47
Beitrag: #9
RE: Wetter und Weltgeschichte
Das Geschehen habe ich im großen und ganzen aus
John J. Norwich: Byzanz. Aufstieg und Fall eines Weltreichs. 4. Auflage der einbändigen Ausgabe im List Verlag.

@Luki: Die Daten standen so in diesem Buch, und ich habe sie mal einfach übernommen. Wie gesagt, es war nur eine spontane und relativ unaufwändige kurze Information über das Geschehen und keine genauere Ausarbeitung. Vielleicht stehen in den Büchern des Experten WDPG andere Angaben? Mir ist nämlich aufgefallen, dass Norwich nicht sehr quellenkritisch arbeitet, zumal er kein Byzantinistiker, sondern Schriftsteller ist.

@Sansavoir: Das habe ich aus dem Buch nicht so ganz herauslesen können. Die letzte Jahreszahl, die angegeben war, war 1269. Da im nächsten Absatz von einem Winter oder einem Jahreswechsel nicht die Rede war, habe ich auch das Geschehen mit Ludwigs Tod und dem Sturm über Sizilien in dieses Jahr gelegt. Ich vermute also, dass das ganze Geschehen ein Jahr später stattfand und ändere dies. In Wikipedia steht das deutlicher, in welchem Jahr es war.

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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06.10.2012, 09:19
Beitrag: #10
RE: Wetter und Weltgeschichte
Das Wetter beeinflusste auch ganz entscheidend ein Ereignis der Weltgeschichte, das wir schon oft diskutiert haben: Die Schlacht im Teutoburger Wald!
Wer weiß, wie die ausgegangen wäre, hätte es nicht geschifft ohne Ende...

VG
Christian
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13.10.2012, 20:47
Beitrag: #11
RE: Wetter und Weltgeschichte
(06.10.2012 09:19)913Chris schrieb:  Das Wetter beeinflusste auch ganz entscheidend ein Ereignis der Weltgeschichte, das wir schon oft diskutiert haben: Die Schlacht im Teutoburger Wald!
Wer weiß, wie die ausgegangen wäre, hätte es nicht geschifft ohne Ende...

VG
Christian

Wobei die Gegend sowieso nicht die gemütlichste war...

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14.10.2012, 09:35
Beitrag: #12
RE: Wetter und Weltgeschichte
(13.10.2012 20:47)Maxdorfer schrieb:  Wobei die Gegend sowieso nicht die gemütlichste war...

Och, die dortigen Germanen hatten ein relativ gutes Auskommen. Lass dich nicht von den von italienischer Sonne verwöhnten Römern täuschen!Wink

VG
Christian
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30.10.2012, 20:57
Beitrag: #13
RE: Wetter und Weltgeschichte
Es gibt viele bahnbrechende Themen der Weltgeschichte, bei denen das Wetter eine Rolle gespielt haben könnte. Drei Beispiele:

Der Untergang des Römischen Weltreiches. Meteorologen haben herausgefunden, dass gerade in den Jahrhunderten, in denen das weströmische Reich seinem Untergang entgegenging, das Klima in dessen Provinzen merklich kühler wurde. In den Blütejahren, den ersten zwei Jahrhunderten nach Christus, war es relativ warm und das über längere Zeit. Während dessen gab es jedoch weiterhin genügend Niederschläge. Ab dem dritten nachchristlichen Jahrhundert wurde das Wetter schließlich kühler und trockener, und damit die Felder unfruchtbarer. Möglich, wenn auch nicht sicher, dass das einen Grund für den Untergang des Imperium Romanum darstellte.

Doch selbst wenn dem nicht so ist, hängt doch ein weiterer Aspekt bei dem Zerfallsprozess mit dem Wetter zusammen: Die Völkerwanderung, in deren Folge barbarische Stämme das Reich bedrängten und schließlich nach und nach übernahmen, wurde zumindest teils durch Temperaturschwankungen hervorgerufen. Nachgewiesen ist zumindest, dass die Kimbern, die im heutigen Dänemark siedelten, von den zurückgehenden Ernteerträgen die kalten und langen Winter des Nordens nicht mehr überstehen und kamen in eine Existenzkrise. In deren Folge brachen sie in Richtung Süden auf, schlossen sich mit den Teutonen zusammen, die ebenfalls auf Wanderschaft waren, und wurden zu einer Bedrohung für das römische Reich. Es wird des Weiteren spekuliert, dass die Wanderung der Hunnen durch einen Rückgang der Getreidevorkommen hervorgerufen wurde. Und ohne Hunnenwanderung keine Gotenwanderung, ohne Gotenwanderung keine Wanderung der Vandalen, Alanen etc… Ob das alles so stimmt, ist natürlich fraglich, trotzdem sollte man auch hier den Einfluss des Wetters nicht unterschätzen.

Außerdem wird für das sechste nachchristliche Jahrhundert ein Asteroideneinschlag irgendwo in Eurasien vermutet. Chinesische und europäische Geschichtsschreiber der damaligen Zeit berichten erstaunlich übereinstimmend, dass sich der Himmel viele Jahre lang verdunkelte. Das rief natürlich Missernten und große Hungersnöte hervor. Die Bedeutung dieses Ereignisses wird teils über-, teils unterschätzt. Während manche Historiker sie für bedeutungslos halten, sehen andere in ihr den Grund für riesige Bevölkerungsbewegungen, den Aufstieg des Islam und des Mongolenreiches unter Dschingis Khan. Die Realität wird wohl irgendwo in der Mitte liegen.

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01.11.2012, 13:04
Beitrag: #14
Wetter und Weltgeschichte
(30.10.2012 20:57)Maxdorfer schrieb:  Außerdem wird für das sechste nachchristliche Jahrhundert ein Asteroideneinschlag irgendwo in Eurasien vermutet. Chinesische und europäische Geschichtsschreiber der damaligen Zeit berichten erstaunlich übereinstimmend, dass sich der Himmel viele Jahre lang verdunkelte. Das rief natürlich Missernten und große Hungersnöte hervor. Die Bedeutung dieses Ereignisses wird teils über-, teils unterschätzt. Während manche Historiker sie für bedeutungslos halten, sehen andere in ihr den Grund für riesige Bevölkerungsbewegungen, den Aufstieg des Islam und des Mongolenreiches unter Dschingis Khan. Die Realität wird wohl irgendwo in der Mitte liegen.

Servus Maxdorfer .

Da sich die Römer über kältere Zeiten beschwerten , um wieviel kälter
und nässer mußte es im Norden geworden sein .
Aber das hattest Du ja schon erwähnt .

Die dunklen Jahre um ca. 536. sind nicht auf einen Meteoriteneinschlag zurückzuführen .
Sondern höchstwahrscheinlich auf den immensen Ausbruch eines Vulkans
in den Tropen zurückzuführen .( etwa Südostasiatischen Inseln )

An dem verkümmerten Jahresringen der Hölzer und an Eisbohrkernen aus Grönland
und der Antarktis lassen sich für diese Jahre starke Sulfat-Maxima nachweisen .

Die Jetströme verteilen die Asche und Schwefelwolken zuerst über die Nordhalbkugel .
Anschließend auch über die Südhälfte .

Diese dichten Wolken schirmen , einige Jahre , die Sonneneinstrahlung ab .
Bevor sie almählich absinken und ausgewaschen werden .
Aber mangels extrem verminderter Sonneneinstrahlung fällt die Temperatur , im Jahresmittel gleich um einige Grade ab .
Ein übriges an den Mißernten trägt auch der stark schwefelige Regen bei .

Die Erruptionen großer Vulkan war für einige Kulturen der Totengräber .
Aber auch für Eroberungen und Revolutionen der Auslöser .
Indirekt auch für die Erhebung der Franzosen ( französische Revolution ) .

Noch ein Artikel zu 536.:

http://www.scilogs.de/wblogs/blog/klimal...36-n.-chr.

G.v.Luki.

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30.12.2014, 09:47
Beitrag: #15
RE: Wetter und Weltgeschichte
Das Unternehmen "Barbarossa" startete am 22. Juni 1941. Viel zu spät! März, April, Mai und fast der ganze Juni wurden verschenkt. Die Vorteile, die das Wetter bei einem vorgezogenen Angriff hätte bieten können, wurden verschenkt. Das war bereits der Keim der späteren Niederlage. Schon Napoleon griff viel zu spät an.
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