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Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
03.03.2013, 11:56
Beitrag: #21
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
(03.03.2013 00:15)Annatar schrieb:  
(02.03.2013 17:05)Bunbury schrieb:  Du mußt ja auch mal überlegen, woher das Personal für die Betreuung kommen soll. Die Schulbetreuung findet nach der Schule bis 17.00 Uhr statt. Das ist allenfalls für den leiter oder die Leiterin ein Vollzeitjob. Ansonsten kommt man als Erzieher in einer BEtreuungseinrichtung nicht auf eine 38,5 Stunden Woche. Und wer bitte soll denn da Teilzeit arbeiten? Üblicherweise sind es Mütter, die Teilzeit arbeiten. Aber nicht am Nachmittag in einer Schülerbetreuung...
Oh doch, die Schülerbetreuung der hiesigen Grundschule wird fast nur von Müttern geführt. Das geht schon.

Hierzu muss ich dann doch noch mal was sagen. Ich weiß nicht, wie das an eurer Grundschule so aussieht, aber bei uns wird die Betreuung von den Müttern geleitet, die für die eigenen Kinder 10 bis 15 Jahre daheim geblieben sind, deren Kinder jetzt alt genug sind, daß es reicht, wenn sie um 14.30 zu Hause sind.
Solche Mütter wird es dann aber, wenn die Frauen den beruf nicht aufgeben, aber in absehbarer Zeit nicht mehr geben...

Und andere Mütter? ich weiß nicht- ich fände es irgendwie pervers, wenn ich mein Kind irgendwo in die Betreuung geben würde, damit ich dann wiederum anderswo Kinder betreuen könnte...

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03.03.2013, 12:10
Beitrag: #22
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
(03.03.2013 01:21)Annatar schrieb:  
(03.03.2013 00:56)Bunbury schrieb:  Sorry, aber ich stecke doch mein Kind nicht in eine Betreuung, wo es von unqualifizierten Arbeitslosen betreut wird oder von im Ausland angeworbenen Fachkräften bei den Deutschhausaufgaben unterstützt wird.
Wenn ich in Ruhe arbeiten gehen soll, dann muss ich wissen, daß mein Kind ordentlich betreut ist. Wenn ich dann abends die ganzen Hausaufgaben noch mal durchgehen muss, weil die spanische Fachkraft zwar pädagogoisch ausgebildet, aber leider nicht Herr der deutschen Grammatik ist, dann brauche ich das ganze nicht. Dann sitze ich abends nach einem anstrengenden Vollzeitjob zu Hause und mache das, was andere Mütter, die nicht arbeiten, in Ruhe am frühen Nachmittag tun.
Und du glaubst doch nicht im Ernst, daß ich dann noch viel Kraft für Erziehung übrig habe.
Die Arbeitslosen müsste man natürlich vorher richtig und vernünftig vorbereiten und bei den ausländischen Fachkräften müsste man auf gute Deutschkenntnisse achten, wenn sie die Deutschhausaufgaben kontrollieren sollen.

Erziehen ist aber keine Aufgabe, für die jeder geeignet ist und auf die jeder geschult werden kann. Man braucht dafür schon Spaß und Freude. Klar kann man Arbeitslose darauf umschulen, aber eine betreuung steht und fällt mit der Qulität der Betreuer. Das habe ich in der Kita erlebt, die beide Söhne besucht haben. Den jüngeren hätte ich da rausholen müssen.Leider hat er erst geredet, nachdem er in der Schule war. Ein Kind kommt in die Schule, kommt strahlend die Treppe herunter, zwei ganze lange Wochen und sagt "Mama, die Schule ist so toll. Stell dir vor, mit mir hat heute keiner geschimpft"...
An den Folgen der Betreuung durch gleich zwei Erzieherinnen mit narzisstischen Störungen leidet er noch heute...

(03.03.2013 00:56)Bunbury schrieb:  Der Ausbau der Betreuungsplätze scheitert momentan nicht so sehr am Geld als am Personalmangel. Hier vor ort haben wir drei Kitas, die nicht alle gruppen aufmachen können, für die sie Platz hätten, weil sie zu wenig personal haben. Der Markt ist absolut leer. Mehr personal aufzutreiben geht zu lasten der Qualität der Betreuung- und damit sind wir wieder am Anfang. Wenn ich mein Kind betreuen lassen will, dann muss die Qualität der Betreuung stimmen.
Ich weiß. Der Personalmangel hat aber auch etwa smit den Geld zu tun, denn Erzieher/innen werden verdammt schlecht bezahlt und die Anerkennung in der Gesellschaft ist auch niedrig (Die spielen ja nur). Ist doch klar, dass keiner den Job machen will..[/quote]

Ich denke, der wichtigere Aspekt ist wirklich der der mangelnden Anerkennung. Ob Mütter oder Erzieherinnen- diejenigen, die nichts oder nicht viel mit Kindern zu tun haben, tun Erziehung meist recht lapidar ab. Das ist etwas, was man nebenbei tun kann, heißt es oft. Anerkennung gibt es für das Erziehen von Kindern nicht. Oft auch in der Partnerschaft nicht.

Es ist eben eine Aufgabe, die dann nicht wahrgenommen wird, wenn sie gut gemacht wird. Es wird nur dann wahrgenommen, wenn sie nicht gut oder gar nicht gemacht wird.

Auch hier würde sich durch den Ausbau der Erziehungszeiten für Väter etwas ändern. Ein Vater, der ein paar Monate lang den ganzen Tag die Kinderbetreuung und die damit verbundenen Pflichten wahrgenommen hat, wird eher anerkennen, was seine Partnerin leistet als einer, der immer nur abends nach Hause kommt, und die Kinder entweder im Bett (gut) oder noch nicht im Bett (schlecht) vorfindet. Und wenn die Väter dann zurück gehen in den beurf, dann ändert sich vielleicht auch da etwas...

Wenn sich hier langfristig etwas ändert, kann man Frau von der leyen bei allem Quatsch, den sie ansonsten verzapft, eiN Denkmal setzen. Es wird nur noch ein paar Jahre dauern, bis sich das vielleicht bemerkbar macht...

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03.03.2013, 13:33
Beitrag: #23
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
(03.03.2013 11:56)Bunbury schrieb:  Hierzu muss ich dann doch noch mal was sagen. Ich weiß nicht, wie das an eurer Grundschule so aussieht, aber bei uns wird die Betreuung von den Müttern geleitet, die für die eigenen Kinder 10 bis 15 Jahre daheim geblieben sind, deren Kinder jetzt alt genug sind, daß es reicht, wenn sie um 14.30 zu Hause sind.
Bei uns sind die Kinder der Mütter noch ein bischen älter und teilweise erst um 16:00 oder 17:00 Uhr zu Hause.
(03.03.2013 11:56)Bunbury schrieb:  Solche Mütter wird es dann aber, wenn die Frauen den beruf nicht aufgeben, aber in absehbarer Zeit nicht mehr geben...
Stimmt.
(03.03.2013 11:56)Bunbury schrieb:  Und andere Mütter? ich weiß nicht- ich fände es irgendwie pervers, wenn ich mein Kind irgendwo in die Betreuung geben würde, damit ich dann wiederum anderswo Kinder betreuen könnte...
Stimmt. Das wär schon pervers.

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03.03.2013, 13:46
Beitrag: #24
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
(03.03.2013 12:10)Bunbury schrieb:  Erziehen ist aber keine Aufgabe, für die jeder geeignet ist und auf die jeder geschult werden kann. Man braucht dafür schon Spaß und Freude. Klar kann man Arbeitslose darauf umschulen, aber eine betreuung steht und fällt mit der Qulität der Betreuer.
Stimmt. Deswegen müsste man da auch sehr enge Kriterien anlegen und nicht einfach Arbeitslose in diesen Beruf prügeln.
(03.03.2013 12:10)Bunbury schrieb:  Das habe ich in der Kita erlebt, die beide Söhne besucht haben. Den jüngeren hätte ich da rausholen müssen.Leider hat er erst geredet, nachdem er in der Schule war. Ein Kind kommt in die Schule, kommt strahlend die Treppe herunter, zwei ganze lange Wochen und sagt "Mama, die Schule ist so toll. Stell dir vor, mit mir hat heute keiner geschimpft"...
An den Folgen der Betreuung durch gleich zwei Erzieherinnen mit narzisstischen Störungen leidet er noch heute...
Oh mein Gott. Sad
(03.03.2013 12:10)Bunbury schrieb:  Ich denke, der wichtigere Aspekt ist wirklich der der mangelnden Anerkennung. Ob Mütter oder Erzieherinnen- diejenigen, die nichts oder nicht viel mit Kindern zu tun haben, tun Erziehung meist recht lapidar ab. Das ist etwas, was man nebenbei tun kann, heißt es oft. Anerkennung gibt es für das Erziehen von Kindern nicht. Oft auch in der Partnerschaft nicht.

Es ist eben eine Aufgabe, die dann nicht wahrgenommen wird, wenn sie gut gemacht wird. Es wird nur dann wahrgenommen, wenn sie nicht gut oder gar nicht gemacht wird.

Auch hier würde sich durch den Ausbau der Erziehungszeiten für Väter etwas ändern. Ein Vater, der ein paar Monate lang den ganzen Tag die Kinderbetreuung und die damit verbundenen Pflichten wahrgenommen hat, wird eher anerkennen, was seine Partnerin leistet als einer, der immer nur abends nach Hause kommt, und die Kinder entweder im Bett (gut) oder noch nicht im Bett (schlecht) vorfindet. Und wenn die Väter dann zurück gehen in den beurf, dann ändert sich vielleicht auch da etwas...

Wenn sich hier langfristig etwas ändert, kann man Frau von der leyen bei allem Quatsch, den sie ansonsten verzapft, eiN Denkmal setzen. Es wird nur noch ein paar Jahre dauern, bis sich das vielleicht bemerkbar macht...
Stimmt.

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05.03.2013, 11:33
Beitrag: #25
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
Ich denke, der Hauptgrund, warum Familienpolitik zwangsläufig immer scheitern muss, ist, daß ihr letztendlich keine hohe Priorität eingeräumt wird.
Machen wir uns nichts vor- Familienpolitik ist immer ein Stück weit dafür da, das auszubaden, was in allen anderen Bereichen schiefgelaufen ist.
Daß heutzutage Frauen arbeiten sollen, und das möglichst Vollzeit, liegt nicht unbedingt daran, daß man ihnen das Recht auf Selbstverwirklichung zugesteht- es liegt vor allem daran, daß in den sozialsystemen einfach zu viel falsch gelaufen ist- und jetzt müssen Frauen eben arbeiten, damit auch sie in die sozialen Systeme einzahlen können. Deutschland kann es sich gar nicht mehr leisten, daß nur die Männer arbeiten.

Die Familienpolitik in Deutschland verfolgt kein klares Ziel, hat keine gesellschaftliche Vision. Sie wird immer Stückwerk bleiben, weil wirtschaftliche und andere soziale Dinge einfach Priorität haben und es den Familien irgendwie überlassen bleibt, Fehlentwicklungen auszubaden.

So wird heute z.B. von jedem Arbeitnehmer verlangt für den Job umzuziehen. Die Jobs konzentieren sich immer mehr auf immer weniger wirtschaftliche Zentren.
Das führt dann dazu, daß junge Familien dort hin ziehen, wo es Arbeit gibt. Das ist aber nicht unbedingt da, wo die Großeltern leben, die die Kinder eventuell mitbetreuen könnten. Die Großeltern könnten aber nicht mit in die Zentren ziehen, weil sie sich die Miete vor Ort nicht leisten könnten. Also muss in den Städten die kinderbetreuung extrem ausgebaut werden. Dennoch sind die Mütter nicht flexibel genug für den Arbeitsmarkt- was ist, wenn das Kind krank ist?
Und was ist, wenn die Großeltern weit entfernt krank werden? Was nutzt es dann, wenn man in Pflegeteilzeit gehen kann? Wenn man in Frankfurt arbeitet und die Eltern im Kasseler Hinterland leben?

Welchen Sinn macht es, eine bundeseinheitliche Familienpolitik zu betreiben, wenn jedes Bundesland in Punkto Bildungspoltik sein eigenes Süppchen kochen darf? Denn auch hier gilt- was in der Bildungspolitik vergeigt wird, muss ggfs in der Familie korrigiert werden. So soll G8 zwar sicherstellen, daß die Kinder den ganzen tag betreut werden- andererseits zeigt die Erfahrung, daß die Kinder, die keine Unterstützung von zu Hause erhalten, früher oder später sitzenbleiben. Unterstützung funktioniert aber nur, wenn jemand irgendwann zu Hause ist.
Und so ist es leider Realität, daß durch G8 zwar mehr Mütter anfangen zu arbeiten, daß aber die, die bereits arbeiten, ihre Stunden dann wieder reduzieren...

Ich wüßte jetzt gar nicht, wo diese 200 Mrd besser eingesetzt werden. Alles in Betreuung zu stecken, wäre nun mal auch nicht die Lösung... Es würde auch gar nicht reichen, um eine wirklich gute Betreuung zu garantieren.
Wirtschaftsförderung in Strukturschwachen Gebieten wäre vielleicht eine Möglichkeit- aber nur unter dem Sinn der Familienfreundlichkeit. ...

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05.03.2013, 12:11
Beitrag: #26
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
(03.03.2013 13:33)Annatar schrieb:  
(03.03.2013 11:56)Bunbury schrieb:  Und andere Mütter? ich weiß nicht- ich fände es irgendwie pervers, wenn ich mein Kind irgendwo in die Betreuung geben würde, damit ich dann wiederum anderswo Kinder betreuen könnte...
Stimmt. Das wär schon pervers.
Pervers sind höchstens die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die Mütter dazu zwingen. Selbst wenn "ein verdienender Papa" da ist, ein Gehalt reicht heutzutage in den seltensten Fällen zum Familienauskommen. In der Praxis sieht es i.d.R. doch aber so aus, dass man sein Kind in der eigenen Gruppe bzw. Einrichtung mit unterbringt.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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05.03.2013, 13:09
Beitrag: #27
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
(05.03.2013 12:11)Arkona schrieb:  
(03.03.2013 13:33)Annatar schrieb:  Stimmt. Das wär schon pervers.
Pervers sind höchstens die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die Mütter dazu zwingen. Selbst wenn "ein verdienender Papa" da ist, ein Gehalt reicht heutzutage in den seltensten Fällen zum Familienauskommen. In der Praxis sieht es i.d.R. doch aber so aus, dass man sein Kind in der eigenen Gruppe bzw. Einrichtung mit unterbringt.

Im Ernst? Kenne ich hier ehrlich gesagt nicht. Gerade in der Grundschule ist man- zumindest hier in Hessen- an eine bestimmte Grundschule gebunden und kann sein Kind nicht an einer beliebigen Grundschule anmelden. (Man kann schon, wenn man zwingende Gründe hat- aber es klappt sehr oft nicht.)
An der Grundschule, an der das eigene Kind ist, kriegt man aber keine Stelle als Betreuerin. Und von daher...

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05.03.2013, 13:40
Beitrag: #28
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
Ich dachte weniger an Schulen, sondern an Kitas für die Kleineren.

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05.03.2013, 13:48
Beitrag: #29
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
Ja, da ist das etwas anderes. Aber Erzieherin an einer Kita ist ein- wenn auch schlecht bezahlter- Vollzeitjob.
Meine Aussage, daß das pervers wäre, bezog sich auf die Betreuung von Kindern nach der Schule. Ich bezweifle nämlich, daß, selbst wenn man die ganzen 200 Mrd in Kinderbetreuung stecken würde, man genügend qualifiziertes Personal finden würde, um eine anständige Betreuung zu gewährleisten. Nachschulische Betreuung ist nämlich kein Vollzeitjob - und wer ist schon bereit, max 25 bis 30 Stunden die Woche in einem schlecht bezahlten Job zu arbeiten?
In der regel werden solche Jobs (schlecht bezahlte Teilzeitjobs trotz guter Qulifikation) von Müttern gemacht...

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05.03.2013, 13:57
Beitrag: #30
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
Es soll viele durchaus qualifizierte Frauen geben, die das quasi für lau machen, weil sie nicht zuhause glucken wollen. Kann man als ehrenamtliche Tätigkeit bezeichnen. Darauf das System aufbauen zu wollen, ist freilich Bullshit von seiten der Politik.

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05.03.2013, 17:30
Beitrag: #31
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
(05.03.2013 13:57)Arkona schrieb:  Es soll viele durchaus qualifizierte Frauen geben, die das quasi für lau machen, weil sie nicht zuhause glucken wollen. Kann man als ehrenamtliche Tätigkeit bezeichnen. Darauf das System aufbauen zu wollen, ist freilich Bullshit von seiten der Politik.

Ich kenne ehrlich gesagt keine, die von 12 bis 14.30 in der Schulbetreuung sitzen möchte- und glaube mir, mein Bekanntenkreis setzt sich zu 90 % aus solchen Frauen zusammen. Das letzte, was die wollen, ist, fremde Kinder zu betreuen, wenn sie nicht mit ihren eigenen zu gange sind. Ich gehöre im übrigen auch dazu.
Klar arbeiten viele von uns ehrenamtlich- ich bsp. in der Schülerbücherei, aber das tue ich morgens, wenn die Kinder ohnehin in der Schule sind. Und wie viele andere mache ich das ganz genau so lange, bis ich dann doch mal einen Job habe, bei dem ich Kinder und Beruf miteinander vereinbaren kann... Andere machen es, weil sie auf die Art und Weise ihre Kinder auch noch in die Grundschule begleiten wollen. Aber die setzen sich erst recht nicht mittags in die Betreuung....

Das auf Dauer ehrenamtlich machen zu wollen, halte ich für Quatsch. Es gibt keine Altersversorgung und gar nichts- also, wozu?

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05.03.2013, 18:22
Beitrag: #32
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
(05.03.2013 13:48)Bunbury schrieb:  Ich bezweifle nämlich, daß, selbst wenn man die ganzen 200 Mrd in Kinderbetreuung stecken würde, man genügend qualifiziertes Personal finden würde, um eine anständige Betreuung zu gewährleisten.

Was die Schulen betrifft, gebe ich dir recht. Andererseits will ich das auch gar nicht. Wir haben hier an unserer Grundschule so eine Betreuung. Zwei engagierte Frauen (die ich persönliche kenne und gegen die menschlich nichts, aber auch gar nichts zu sagen ist), die allerdings "nur" Betreuung" sind. Hausaufgaben? Is nicht. Oft (nicht in den gerade angesprochenen beiden Fällen) mangels Qualifizierung - schon in der Grundschule stoßen manche an ihre Grenzen, wenn sie die Hausaufgaben der Schüler betreuen sollen, die Schüler also wirklich unterstützen sollen. Vom Pädagogischen ganz zu schweigen, "Hausaufgabenbetreuung" sollte nämlich nicht bedeuten, dass die Betreuer die Lösungen vorsagen, sondern dass sie die Schüler anleiten, die Lösungen selber zu finden. Und da braucht´s nun mal pädagogisches Knowhow. Manche Eltern haben das aufgrund gesunden Menschenverstandes, viele allerdings auch nicht.
An den weiterführenden Schulen wird das Ganze noch wichtiger und daher auch problematischer. Da kann die Hausaufgabenbetreuung eigentlich nur durch Pädagogen erfolgen. In einem mir bekannten Fall machen das die Lehrer der Schule selbst, im Reihumverfahren. Wobei ich bei der Mathe-Hausaufgabe eines Achtklässlers schon schwer überfordert wäre...

Andererseits die Kitas und Kigas: Zumindest hier in meiner Gegend herrscht da an Erzieherinnen und Pflegerinnen (kaum Männer, die haben meist allzu schnell mit Verdächtigungen zu kämpfen und geben dann auf) kein Mangel, eher ein Überangebot. Im Kiga meiner Kinder war dadurch auch ein recht schneller Wechsel möglich, als der Reihe nach Festangestellte ausfielen, aus Krankheitsgründen oder wegen Schwangerschaft. Ich weiß auch, welch hochwertige und anstrengende Ausbildung die Frauen absolvieren müssen. Angesichts dessen und wegen der hohen Verantwortung, die sie haben, ist ihre Bezahlung eigentlich eine Frechheit. Aber das haben sie mit Krankenschwestern und anderen Berufen gemeinsam...

VG
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05.03.2013, 20:30
Beitrag: #33
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
(05.03.2013 18:22)913Chris schrieb:  Was die Schulen betrifft, gebe ich dir recht. Andererseits will ich das auch gar nicht.

Übers "Wollen" habe ich jetzt noch gar nicht geschrieben. Soweit bin ich noch nicht gekommen.Wink

(05.03.2013 18:22)913Chris schrieb:  Wir haben hier an unserer Grundschule so eine Betreuung. Zwei engagierte Frauen (die ich persönliche kenne und gegen die menschlich nichts, aber auch gar nichts zu sagen ist), die allerdings "nur" Betreuung" sind. Hausaufgaben? Is nicht. Oft (nicht in den gerade angesprochenen beiden Fällen) mangels Qualifizierung - schon in der Grundschule stoßen manche an ihre Grenzen, wenn sie die Hausaufgaben der Schüler betreuen sollen, die Schüler also wirklich unterstützen sollen. Vom Pädagogischen ganz zu schweigen, "Hausaufgabenbetreuung" sollte nämlich nicht bedeuten, dass die Betreuer die Lösungen vorsagen, sondern dass sie die Schüler anleiten, die Lösungen selber zu finden. Und da braucht´s nun mal pädagogisches Knowhow. Manche Eltern haben das aufgrund gesunden Menschenverstandes, viele allerdings auch nicht.
An den weiterführenden Schulen wird das Ganze noch wichtiger und daher auch problematischer. Da kann die Hausaufgabenbetreuung eigentlich nur durch Pädagogen erfolgen. In einem mir bekannten Fall machen das die Lehrer der Schule selbst, im Reihumverfahren. Wobei ich bei der Mathe-Hausaufgabe eines Achtklässlers schon schwer überfordert wäre...

Toll, wenn die Lehrer so engagiert sind und diese Zeit erübrigen können. Das ist hier nicht ganz so einfach. Viele Lehrer sind halt nicht "nur" Lehrer, sondern auch It- Beauftragte, Projektgruppenleiter hierfür, Projektgruppenleiter dafür, Sicherheitsbeauftragter etc. Da bleibt für Hausaufgabenbetreuung nicht mehr viel Zeit.

(05.03.2013 18:22)913Chris schrieb:  Andererseits die Kitas und Kigas: Zumindest hier in meiner Gegend herrscht da an Erzieherinnen und Pflegerinnen (kaum Männer, die haben meist allzu schnell mit Verdächtigungen zu kämpfen und geben dann auf) kein Mangel, eher ein Überangebot. Im Kiga meiner Kinder war dadurch auch ein recht schneller Wechsel möglich, als der Reihe nach Festangestellte ausfielen, aus Krankheitsgründen oder wegen Schwangerschaft. Ich weiß auch, welch hochwertige und anstrengende Ausbildung die Frauen absolvieren müssen. Angesichts dessen und wegen der hohen Verantwortung, die sie haben, ist ihre Bezahlung eigentlich eine Frechheit. Aber das haben sie mit Krankenschwestern und anderen Berufen gemeinsam...

Die schlechte Bezahlung ist mit dafür verantwortlich, daß es hier einen Erzieherinnenmangel gibt. Das Problem besteht ja schon länger, und so hat man versucht, Erzieher zum Teil auch in anderen Bundesländern anzuwerben. Die kamen immer recht hoffnungsvoll angefahren und konnten sich auch gut vorstellen, hier zu arbeiten.
Bis sie erfahren haben, wie hoch die Mietpreise hier sind und das das Gehalt nicht wirklich höher ist als da, wo sie herkommen. Da sind sie halt wieder gefahren...
Hier ließe sich mit Geld zwar wieder etwas machen, aber in letzter Konsequenz ist das ganze wieder ein Strukturproblem von hier, das sich fortsetzen wird...
Hier in den Kitas ist die Fluktuation extrem hoch- das gehalt der hiesigen Erzieherinnen reicht nicht. Oft werden die Männer versetzt, und dann gehen die Frauen logischerweise mit ihnen. Finde ich jetzt auch nicht so prickelnd für die Kinder.
Mein jüngerer Sohn hatte nicht nur zwei nazisstische Erzieherinnen, (wovon die eine nur ein paar Stunden in der gruppe war), er hat in anderthlab Jahren auch 6(!) verschiedene zweite Gruppenerzieherinnen- was ich nicht als wirklich gute Bedingungen ansehe...

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05.03.2013, 20:51
Beitrag: #34
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
Wie Chris schon sagte, teilen die Erzieher das Schicksal ihrer schlechten Bezahlung mit vielen anderen Berufen wie Krankenschwestern, Friseuren, Arzthelferinnen etc.
Nicht zufällig typische Frauenberufe. Ursprünglich mal als nette Beschäftigung bis zur Eheschließung mit dem Haupternährer so bewertet. Das Gehaltsgefüge folgt noch immer der Tradition.
Es gehört mE auch zum Thema Familienpolitik diese Billiglohngruppen abzuschaffen und den dort Beschäftigten eine mit anderen Berufen vergleichbare Perspektive zu ermöglichen. Es ist auch nicht einzusehen, dass die Ausbildung in vielen pflegerischen Berufen und teilweise bei den Erziehern noch vom Auszubildenden bezahlt werden muß, wohingegen es in allen sonstigen Ausbildungsberufen eine kleine Vergütung für die Azubis gibt.
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05.03.2013, 22:54
Beitrag: #35
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
(05.03.2013 20:51)Renegat schrieb:  Wie Chris schon sagte, teilen die Erzieher das Schicksal ihrer schlechten Bezahlung mit vielen anderen Berufen wie Krankenschwestern, Friseuren, Arzthelferinnen etc.
Nicht zufällig typische Frauenberufe. Ursprünglich mal als nette Beschäftigung bis zur Eheschließung mit dem Haupternährer so bewertet. Das Gehaltsgefüge folgt noch immer der Tradition.
Es gehört mE auch zum Thema Familienpolitik diese Billiglohngruppen abzuschaffen und den dort Beschäftigten eine mit anderen Berufen vergleichbare Perspektive zu ermöglichen. Es ist auch nicht einzusehen, dass die Ausbildung in vielen pflegerischen Berufen und teilweise bei den Erziehern noch vom Auszubildenden bezahlt werden muß, wohingegen es in allen sonstigen Ausbildungsberufen eine kleine Vergütung für die Azubis gibt.

Absolut richtig. Es ist schon extrem verkehrte Welt, daß der Erzieherinnenjob so schlecht bezahlt ist, daß man davon als Haupternährer keine eigene Familie unterhalten kann. Das muss man sich letztendlich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Da werden -je nach personalschlüssel- 8 bis 12 Kinder, von einer Frau erzogen, die dafür so wenig Geld erhält, daß sie davon kein eigenes Kind erziehen kann.
Das laß ich jetzt einfach mal wirken...

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06.03.2013, 11:30
Beitrag: #36
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
Was mich bei der Beschäftigung mit Familienpolitik immer gestört hat, ist, daß die Vereinbarkeit von Familie und Beurf immer an der Betreuungssituation festgemacht wird.
Ich finde nicht, daß sich Familie und Beruf dann gut vereinbaren lassen, wenn man für sein Kind mit 6 Monaten einen Krippenplatz bekommt. Viele, die ich kenne, empfinden einen solchen Schritt auch als Entscheidung zwischen Kind und Beruf, aber nicht als Schritt zur Vereinbarkeit von beidem.
Viele Mütter möchten in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder eigentlich für diese da sein- wissen aber genau, daß sie sich in dieser rasant verändernden Welt dann im Job den Aschluss verloren haben. Also geben sie ihr Kind notgedrungen in eine Krippe, weil sie einfach keine Lust haben, dann sechs oder sieben Jahre später einen schlecht bezahlten Job zu machen, für den sie eigentlich überqualifiziert sind.
Viele gehen diesen Schritt- aber ich kenne nur sehr wenige, die sich richtig gut dabei fühlen. Die meisten werden dann doch vom schlechten Gewissen geplagt. Wenn das Kind sich dann auffällig verhält oder öfters krank, ist dann gleich das schlechte Gewissen da, ob es wirklich richtig ist- und dieses schlechte Gewissen ist ein ständiger Begleiter- es belastet die Familien zusätzlich.
Ich habe mit vielen gesprochen, die arbeiten gegangen sind und mit vielen, die es nicht getan haben- unterm Strich zufrieden sind die wenigsten. Die, die früh arbeiten gegangen sind, sagen, daß es ihnen schon weh tut, daß sie nicht dabei waren, als ihre Kinder sich das erste Mal zum Stehen hochgezogen haben, das erste Mal gekrabbelt, das erste mal gelaufen sind. Sie fühlen sich ein Stück weit betrogen, daß es eine Erzieherin war, die da Zeuge war. Aber beruflich sei es die richtige Entscheidung gewesen. Denn jede hat eine Kollegin, die das anders gemacht hat und jetzt nur noch die Hilfsarbeiten machen darf.
Die anderen, die zu Hause geblieben sind, haben schöne Erinnerungen an die ersten Jahre ihrer Kinder, und sie möchten sie auch nicht missen. Für die meisten war es eine tolle zeit. Aber jetzt leiden sie darunter, daß sie trotz Studium allenfalls Sekrtärinnenjobs machen können.

Und das zeigt für mich, daß es eben nicht ausreicht, nur ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen.
Wer will, daß sich mehr Frauen dafür entscheiden, Kinder zu bekommen und gleichzeitig auch arbeiten gehen, muss dafür sorgen, daß es zu einer echten Vereinbarkeit von Beruf und Familie kommt.
Fördermaßnahmen, die hier greifen würden, wäre es, wenn Frauen mit Kindern die Möglichkeit hätten, ein bis zwei Tage die Woche dafür zu sorgen, daß sie den Anschluss im Beruf nicht verlieren (Davon würden auch die Kinder profitieren.), um dann später, wenn die Kinder größer sind, ihr arbeitspensum auch wieder aufzustocken bzw. umzuverteilen auf fünf Vormittage die Woche. Und wenn die Firmen derartige Arbeitsplätze nicht zur Verfügung stellen, wären auch Qualifizierungsmaßnahmen und Kurse in Bildungszentren möglich- mit Betreuungszentren.
Das würde zu Guter letzt auch die Kinder entlasten, denn ich habe festgestellt, daß die Kinder den größten Freizeitstress haben, deren Mütter nicht arbeiten. offensichtlich dient das Nachmittagsprogramm in vielen Fällen nicht nur dazu, das Kind zu fördern, sondern auch, die Mutter zu beschäftigen.
Darüber, daß die Konsequente Trennung von Elternwelt und Kinderwelt auch nicht gerade positiv ist, habe ich schon an anderer Stelle geschrieben. Die zufriedensten Frauen, die ich kenne, sind diejenigen, die zumindest einen Teil ihrer Arbeit zu Hause erledigen können. Die wissen nämlich, daß sie für ihre Kinder erreichbar sind,und müssen sich nicht verzweifelt das 17 Regal im Keller zum Saubermachen suchen, damit sie nicht einfach nur zu Hause sitzen und iN bereitschaft sind, ob die Kinder sie brauchen...

EDIT: Das ist natürlich nur ein Teilproblem, das vor allem diejenigen Mütter betrifft, die eine akademische Laufbahn oder zumindest eine "gehobenere Beurfsausbildung" haben. Mir am bewußtesten, weil es die hier nun mal am meisten gibt.
Für Mütter aus Familien mit geringem Einkommen gelten noch mal ganz andere Bedingungen. Aber denen ist mit reiner Familienpoltik auch nicht beizukommen.
Mit anderen Worten- Familienpolitik ist letztendlich was für Mittelständler. Was auch eines ihrer Probleme ist...

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07.03.2013, 01:25
Beitrag: #37
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
(05.03.2013 22:54)Bunbury schrieb:  
(05.03.2013 20:51)Renegat schrieb:  Wie Chris schon sagte, teilen die Erzieher das Schicksal ihrer schlechten Bezahlung mit vielen anderen Berufen wie Krankenschwestern, Friseuren, Arzthelferinnen etc.
Nicht zufällig typische Frauenberufe. Ursprünglich mal als nette Beschäftigung bis zur Eheschließung mit dem Haupternährer so bewertet. Das Gehaltsgefüge folgt noch immer der Tradition.
Es gehört mE auch zum Thema Familienpolitik diese Billiglohngruppen abzuschaffen und den dort Beschäftigten eine mit anderen Berufen vergleichbare Perspektive zu ermöglichen. Es ist auch nicht einzusehen, dass die Ausbildung in vielen pflegerischen Berufen und teilweise bei den Erziehern noch vom Auszubildenden bezahlt werden muß, wohingegen es in allen sonstigen Ausbildungsberufen eine kleine Vergütung für die Azubis gibt.



Absolut richtig. Es ist schon extrem verkehrte Welt, daß der Erzieherinnenjob so schlecht bezahlt ist, daß man davon als Haupternährer keine eigene Familie unterhalten kann. Das muss man sich letztendlich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Da werden -je nach personalschlüssel- 8 bis 12 Kinder, von einer Frau erzogen, die dafür so wenig Geld erhält, daß sie davon kein eigenes Kind erziehen kann.
Das laß ich jetzt einfach mal wirken...

Die schlechte Bezahlung der Erzieherinnen zeigt auch bis zu einem gewissen Grad, was diese der Gesellschaft wert sind: fast nichts.

Hier werden elementare Grundlagen für die zukünftige Gesellschaft gelegt. Dementsprechend sollte das dem Staat auch bares Geld wert sein.

MfG, Titus Feuerfuchs
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07.03.2013, 22:51
Beitrag: #38
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
Wenn ich mir jetzt so ansehe, was wir bisher zusammengetragen haben, wäre es wohl ein durchaus sinnvoller Beitrag zur Familienpolitik- auch im Hinblick auf den demographischen Faktor- Berufe im sozialen Bereich deutlich höher zu entlohnen.
Dann wären zum Teil vielleicht auch mehr Männer bereit, diese Jobs zu machen, es wären insgesamt mehr Menschen bereit, diese Jobs zu machen- und man könnte trotz sozialer Tätigkeit sich immerhin noch eine eigene Familie leisten...

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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07.03.2013, 23:40
Beitrag: #39
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
(07.03.2013 22:51)Bunbury schrieb:  Wenn ich mir jetzt so ansehe, was wir bisher zusammengetragen haben, wäre es wohl ein durchaus sinnvoller Beitrag zur Familienpolitik- auch im Hinblick auf den demographischen Faktor- Berufe im sozialen Bereich deutlich höher zu entlohnen.
Dann wären zum Teil vielleicht auch mehr Männer bereit, diese Jobs zu machen, es wären insgesamt mehr Menschen bereit, diese Jobs zu machen- und man könnte trotz sozialer Tätigkeit sich immerhin noch eine eigene Familie leisten...

Stimmt, das wäre eine Lösung vieler Probleme, u.a. auch der Minirenten nahe der Grundsicherung, die am Ende bei den sozial/pflegerisch Beschäftigten herauskommen.

Aber... glaubst du, dass sich da in absehbarer Zeit was tut? Wir reden hier schließlich über einen ausgewachsenen Paradigmenwechsel.
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08.03.2013, 13:08
Beitrag: #40
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
(07.03.2013 23:40)Renegat schrieb:  Stimmt, das wäre eine Lösung vieler Probleme, u.a. auch der Minirenten nahe der Grundsicherung, die am Ende bei den sozial/pflegerisch Beschäftigten herauskommen.

Aber... glaubst du, dass sich da in absehbarer Zeit was tut? Wir reden hier schließlich über einen ausgewachsenen Paradigmenwechsel.

Da zitiere ich mal frei nach Martin Luther King "I have a dream"...

Nein, ich glaube nicht, daß er relativ schnell kommt- und schon gar nicht kommt er freiwillig. Aber ein gewisser Druck ist da schon vorhanden, und irgendwann muss sich hier etwas ändern- oder uns (bzw unseren Kindern) fliegt alles um die Ohren... Fachkräftemangel, demographischer Faktor und dergleichen mehr üben einen Druck auf die Gesellschaft aus, dem sie sich irgendwann beugen muss.
Hoffentlich früh genug, um nicht alles mit in den Abgrund zu reißen...

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