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Presseschau Die Seegfrörne 1963
08.02.2013, 20:34
Beitrag: #1
Presseschau Die Seegfrörne 1963
Zitat:Volksfest auf dünnem Eis: Vor 50 Jahren fror der Bodensee das letzte Mal vollständig zu. Zehntausende strömten auf die spiegelglatte Fläche. Sie überquerten den See auf Schlittschuhen, Pferden oder gleich im Auto. Manche bezahlten das Abenteuer mit ihrem Leben. Von Kathrin Fromm

[Bild: 8114f3b8d282b6f84e2e76e2f5917e7c_image_d...erless.jpg],

Zitat: ./.
Denn dass der Bodensee mit seinen 536 Quadratkilometern komplett zufriert, ist ein Jahrhundertspektakel. Nur 33 Seegfrörne, so nennen die Einheimischen das Ereignis, sind seit dem Jahr 875 überliefert. Die letzte vor 50 Jahren, als die Jungs die waghalsige Überfahrt unternahmen. In diesem Winter war es schon im November und Dezember deutlich kälter als in vorangegangenen Jahren. Zuerst froren der Untersee und der Überlinger See zu, die beiden schmalen Arme im Nordwesten des Bodensees. Dann mussten die Schiffsverbindungen eingestellt werden - und bald schloss sich auch die Eisdecke auf dem riesigen Obersee, dem Hauptstück des Bodensees.
Weil das Naturschauspiel etwas ganz Besonderes war, kamen die Anwohner aus Deutschland, der Schweiz und Österreich auf immer verrücktere Ideen, um unter den Menschenmassen, die bald das Eis bevölkerten, aufzufallen. Sie gingen nicht nur zu Fuß und mit Schlittschuhen auf den See, sondern auch mit Fahrrädern und Autos. Sogar Flugzeuge landeten auf dem Eis. Im bayerischen Nonnenhorn wurde der Sprungturm des Freibads kurzerhand zum Tower erklärt, und die Wasserschutzpolizei regelte den Flugverkehr auf dem Eis. Ein von einem Rasenmäher gezogener Hornschlitten war genauso zu sehen wie ein Kinderwagen mit einem Moped davor. Besondere Fracht hatte ein Bauer aus der Schweiz. Der fuhr eine Schubkarre mit Mist über den See, Düngemittel für eine Eiche aus seinem Heimatdorf, die am anderen Ufer in Deutschland gepflanzt werden sollte.

Zitat:Das größte Spektakel aber war die Eisprozession am 12. Februar. Seit 1573 wechselt eine Büste des Heiligen Johannes bei jeder Seegfrörnen das Ufer. Von Hagnau in Deutschland ging es 1963 nach Münsterlingen in der Schweiz. Rund 3000 Leute begleiteten den Zug, vorneweg ein Mann auf einem Pferd und zahlreiche Fahnenträger. Dazu Pfarrer, Ministranten und Schulkinder, sicherheitshalber durch Seile miteinander verbunden. Der Holzkopf wurde von zwei Männern auf einer Trage geschultert. Als einer stürzte, reagierte der andere zum Glück fix: Die Büste schlug nur mit einer Kante auf dem Eis auf und kam heil in der Schweiz an.

Dort wartet der Heilige Johannes seit 50 Jahren auf die nächste Seegfrörne.


zum weiterlesen
http://einestages.spiegel.de/s/tb/27361/...ingen.html

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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