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Aha-Theorie oder langsamer gärtnerischer Übergang
29.09.2012, 08:45
Beitrag: #21
RE: Aha-Theorie oder langsamer gärtnerischer Übergang
(28.09.2012 12:05)Renegat schrieb:  Ja und dieser langsame Übergang durch die Förderung von Gehölzen wie Wildäpfeln, Holunder und bes. Haselnüssen wird sogar für nördlichere Breiten wie Europa vermutet. Das Getreide und die Haustiere kamen dann mit den Bandkeramikern und Hoguette-Leuten aus Nahost dazu.

Er ist nicht nur vermutet, für Schottland ist belegt, daß der Haselnussbestad zunahm, als die ersten kleinen Siedlungen dazukamen...

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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29.09.2012, 09:29
Beitrag: #22
RE: Aha-Theorie oder langsamer gärtnerischer Übergang
(28.09.2012 12:05)Renegat schrieb:  Schafften es die Büffel allein, die Bäume niederzuhalten?

Brauchten sie nicht, das Klima in den Prärien ist zu trocken, um größere Bäume hochkommen zu lassen, außer in Schutzlagen.

VG
Christian
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29.09.2012, 09:50
Beitrag: #23
RE: Aha-Theorie oder langsamer gärtnerischer Übergang
(14.07.2012 10:46)Renegat schrieb:  Einfach ist gärtnerische Landwirtschaft nämlich keineswegs, im Gegenteil, sie erfordert oft mehr Handarbeit, ist dafür aber auf kleineren Flächen möglich.

Einfach ist auch die Getreide-Landwirtschaft nicht, überhaupt die Landwirtschaft.
Deshalb gab es überall auf der Welt ein Stadium, in dem die landwirtschaftlichen Methoden - welche auch immer - zwar bekannt waren, aber nicht die Nahrungsgrundlage stellten. So lange wie möglich bestritten die Menschen ihren Lebensunterhalt durch Jagd.
Einfacher und effektiver, wegen des höheren Nährwerts von Fleisch. Problem: Die Vorratshaltung. Fleisch muss sofort verwertet werden, sonst verdirbt es. Es gibt die Möglichkeit, es durch Trocknung oder Einsalzen haltbar zu machen, aber getrocknetes Fleisch hat weniger Nährwert als frisches und Salz war bis in die Neuzeit immer sehr selten, daher kostbar (eben wegen seiner konservierenden Eigenschaften). In diese Lücke sprang die Landwirtschaft.
Erst als die Jagd durch Überjagung des jagbaren Wilds schwierig wurde, verlegte man den Schwerpunkt bei der Nahrungsgewinnung auf die Landwirtschaft.

Am besten belegt ist diese Abfolge - mal wieder - für den Nahen Osten. In Syrien gibt es die sog. "Drachen". Das sind Bauwerke, die funktionieren wie Reusen und dienten dazu, ganze Herden auf einen Schlag zu fangen. Die frühen Städte des Nahen Ostens - auch Catal Hüyük und das noch ältere Pinarbasi - waren "Jägerstädte". Dadurch kam es zu Überbevölkerung und Überjagung. Die Gazellen und Antilopen, von denen die frühsyrischen Städtebewohner hauptsächlich lebten, waren irgendwann so weit dezimiert, dass die Menschen auf die Landwirtschaft - die schon länger als "Nebenerwerb" und sowohl als Gartenbau als auch als Ackerbau praktiziert wurde - umsteigen.
Die Folge waren nicht nur wachsende und mehr Städte, sondern auch kleinere Menschen mit mehr körperlichen Schäden - dies zeigt den eindeutigen Nachteil der Landwirtschaft und damit auch den Grund, warum die Menschen so lange wie möglich an der Jagd festhielten. Die "Drachen" zeigen ja auch, dass man mit der Jagd auf Einzeltiere nicht mehr ausreichend Fleisch liefern konnte, entweder weil die Herden zu klein oder zu scheu geworden waren oder weil die Menschen zu viele geworden waren.

So oder so ähnlich lief es auch in (Nord-)Amerika, so oder so ähnlich dürfte es überall auf der Welt gelaufen sein.

VG
Christian
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17.12.2012, 04:58
Beitrag: #24
RE: Aha-Theorie oder langsamer gärtnerischer Übergang
[/quote]
Ja und dieser langsame Übergang durch die Förderung von Gehölzen wie Wildäpfeln, Holunder und bes. Haselnüssen wird sogar für nördlichere Breiten wie Europa vermutet. Das Getreide und die Haustiere kamen dann mit den Bandkeramikern und Hoguette-Leuten aus Nahost dazu.
[/quote]

Haselnüsse und Holunder lassen sich auch sehr leicht über Stecklinge vermehren. Wie bei Feigen kann der Zufall sehr früh geholfen haben. Wenn man aus irgendeinen Grund einen Stock in die Erde gesteckt hat, kann man z.B. nach 1 Monat sehen, das dieser Stock austreibt.
Das könnte man schon in der Altsteinzeit beobachtet haben, wenn man so lange an einem Ort blieb o. ihn wieder aufsuchte.
Da muß man sich eher fragen, warum die Landwirtschaft sich nicht schon viel früher durchsetzte.

viele Grüße

Paul

aus dem hessischen Tal der Loganaha (Lahn)
in der Nähe von Wetflaria (Wetzlar) und der ehemaligen Dünsbergstadt
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17.12.2012, 10:32
Beitrag: #25
RE: Aha-Theorie oder langsamer gärtnerischer Übergang
(17.12.2012 04:58)Paul schrieb:  Haselnüsse und Holunder lassen sich auch sehr leicht über Stecklinge vermehren. Wie bei Feigen kann der Zufall sehr früh geholfen haben. Wenn man aus irgendeinen Grund einen Stock in die Erde gesteckt hat, kann man z.B. nach 1 Monat sehen, das dieser Stock austreibt.
Das könnte man schon in der Altsteinzeit beobachtet haben, wenn man so lange an einem Ort blieb o. ihn wieder aufsuchte.
Da muß man sich eher fragen, warum die Landwirtschaft sich nicht schon viel früher durchsetzte.

Von Haselnüssen und Holunder kann man sich nicht dauerhaft ernähren. Beides dürfte höchst willkommene Zusatznahrung gewesen sein, und vermutlich suchten die Altsteinzeitler gerne die orte auf, von denen sie wußten, daß sie beides dort finden würden, aber zum Sesshaftwerden reichte das dann wohl doch nicht.
Man könnte sagen- das Wissen war bei den Altsteinzeitlern vielleicht vorhanden, aber es war noch nicht klar, wie es eingesetzt werden könnte...

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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29.09.2016, 00:42
Beitrag: #26
RE: Aha-Theorie oder langsamer gärtnerischer Übergang
Die Bevölkerungen, die sich am besten ernähren konnten, vermehrten sich am schnellsten und expandierten dann. Kann man aus der Expansion dann Rückschlüsse auf die Landwirtschaft ziehen?
Die Expansion aus dem Nahen Osten nach Europa und Nordafrika hatte sicher solche Hintergründe.
Welches waren die Hintergründe für die Expansion der Indoeuropäer? Hat die auch Gründe in der Landwirtschaft? Brachten sie zuerst Vieh nach Mitteleuropa, noch vor den Bandkeramikern?
Wo war der Feigenanbau zuerst am erfolgreichsten, in Afghanistan o. im Kaukasus? Kaukasier brachten die Feige vor 11000 Jahren nach Jericho. Drawidische Afghanen expandierten nach Indien.

viele Grüße

Paul

aus dem hessischen Tal der Loganaha (Lahn)
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