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Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
07.01.2013, 02:29
Beitrag: #21
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
Auch wenn es vom zentralen Threadthema etwas abweicht, infolge in paar (unvollständige und ungeordnete)Gedanken zu den Gründen für Afrikas desaströse Situation, die großteils gemeinsam wirken und einander perpetuieren.

- Die Mentalität der meisten Afrikaner, ihre Einstellung, ihre Werthaltung, ihre Prioritäten. Das ist m.E. der Hauptgrund.

- Die Geschichte des Kontinents, dessen - mit Europäischen Denken- inkompatible Strukturen durch die Kolonisation massiv gestört bzw. zerstört wurden.

- Die Kolonisation, die Ausbeutung und die Verbrechen, die die USA und Europa an den Afrikanischen Völkern und an den Ressourcen dieses reichen Kontinents z.T. über Jahrhunderte hinweg bis heute begangen haben.

- Falsche Hilfe und schlechter Einfluss aus Europa und den USA
(Es gibt Untersuchungen, dass die Höhe der Entwicklungshilfe, Akuthilfe bei Hungersnöten ausgenommen, indirekt proportional zur tatsächlichen Entwicklung ist)

- Zerstörung heimischer Märkte durch europäische Billigimportprodukte

- Keine oder kaum nach ethnischen Kriterien gezogene Staatsgrenzen, die Kunststaaten bilden, welche auf der Kolonisationszeit fußen.
Infolge

- Keine Identifikation mit dem eigenen Staat, Bürgerkriege, Ausbeutung des eigenen "Kunststaates" durch korrumpierte Eliten

- Jede Menge sog. "weak-" oder gar "failed states", in denen der Staat sein Gewaltmonopol großteils oder vollständig an warlords verloren hat, in denen der Einzelne keinerlei Sicherheiten hat, sich demzufolge auch nichts aufbauen kann, da er sich seines Eigentums oder gar seines Lebens nicht sicher sein kann. Infolge

- Auch keine regulären Investitionen, die Arbeitsplätze bringen, sondern Korruption der Machthaber und damit einhergehende Ausbeutung. (Enteigung von Kleinbauern, Ausbeutung von Bodenschätzen)

MfG, Titus Feuerfuchs
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07.01.2013, 05:20
Beitrag: #22
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
(05.01.2013 13:46)Annatar schrieb:  
(05.01.2013 08:32)Arkona schrieb:  Sicher gibt es positive Beispiele, aber das ist die Minderzahl.
Monetan noch. Wer weiß, wie es in 20 Jahren aussehen wird.

Genauso.


(05.01.2013 13:46)Annatar schrieb:  
(05.01.2013 08:32)Arkona schrieb:  Außerdem kann die Situation auch in diesen Musterländern ganx fix kippen, wie uns die jüngere Vergangenheit lehrt. Liberia oder Äthiopien, beide nie Kolonie gewesen, bekommen auch keinen Fuß in die Tür.
Stimmt. Wobei in beiden Staaten sehr viele Volksgruppen leben, was eine expolsive Mischung ergibt (Liberianischer Bürgerkrieg).

Richtig.
Auch wenn's so mancher nicht glauben mag, sind Nationalstaaten nicht zwangsweise das schlechteste Modell.

MfG, Titus Feuerfuchs
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07.01.2013, 05:27
Beitrag: #23
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
(06.01.2013 11:30)913Chris schrieb:  [...]Der Kern der afrikanischen Probleme liegt darin, dass der gesamte Kontinent nicht aus Nationalstaaten besteht. [...]

Sehr richtig, das ist ein zentraler Aspekt in dieser Problematik.

Off-topic Frage:
Warum versucht man in Europa dann eben dieses Problem politisch herbeizuführen (Migration, sog. Metropolregionen, EU-Politik,..)?

MfG, Titus Feuerfuchs
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07.01.2013, 05:50
Beitrag: #24
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
(04.01.2013 22:43)Arkona schrieb:  
(04.01.2013 21:59)Annatar schrieb:  Wieso übereilt?? Die Europäer hatten in den Jahren vor der Dekolonisation kaum etwas für die Entwicklung der afrikanischen Staaten getan. Glaubst du das wäre passiert, wenn selbige noch länger Kolonien geblieben wären??
Ich WILL provozieren!!!
Makaber gefragt: Wieviele Eisenbahnlinien wurden nach 1960 in Afrika gebaut? Alles was an Infrastruktur dort heute (noch) vorhanden ist, stellt den ruinierten Rest der Kolonialzeit dar. Ich finde es einfach falsch, alle Übel Afrikas auf die 50-100 Jahre flächendeckenden Kolonialismus zurückzuführen. Soll das noch in 1000 Jahren als Argument benutzt werden? Und dafür fährt der gottgleiche Diktator wie Mugabe im Mercedes mit vergoldeten Kühlergrill.
Komischerweise kommen solche Klagen und Berichte nicht aus Südostasien, das es im 20. Jahrhundert (Vietnamkrieg, Rote Khmer) nun übel wie keine andere Weltgegend getroffen hat.
Man könnte echt zum Rassisten werden, wenn man sich mal damit näher befasst.


Das hängt von der Frage ab, wie du einen Rassisten definierst.
M.E. kann das Feststellen von Tatsachen nicht rassistisch sein. Dass die Lebenseinstellung eines Afrikaners grob gesprochen eine andere ist als die eines Europäers, ist Tatsache.

Dass die Kolonisation einen Teil zur Infratstruktur beigetragen hat, ist unbestritten. Ändert jedoch nichts daran, das dieser Kontinent von Europa ausgeplündert wurde, besonders Schwarzafrika, bzw. die Subsaharastaaten.
Bis ins 20 Jh. hinein, auch nach Abschaffung der Sklaverei, wurden die Schwarzen z.T. wie Vieh behandelt.
Das ist zwar kein Hauptgrund für die derzeitige Situation, sollte aber nicht vergessen werden.

Eine nicht zu unterschätzende Komponente ist das Klima. Erstens geht in heißem Klima alles schneller kaputt, was neben der oft unsicheren politischen Situation, Armut und der Mentalität (Es wird z.B. zumeist nur kurzfristig gedacht) der Bevölkerung, ein Grund für den schlechten Zustand der Infrastruktur ist.

Zweitens gibt es (von Australien ev abgesehen) kein Industrieland in den Tropen bzw. Subtropen.



(04.01.2013 22:43)Arkona schrieb:  Ich befürchte, Afrika kann man abschreiben.

Das ist m.E. etwas zu pauschal.
Wenn du europäische Standards als Referenz nimmst, hast du sicher recht.
Nichts desto trotz herrschen zwischen den diversen afrikanischen Staaten erhebliche Diskrepanzen.
Grob gesprochen sind die Mittelmeeranrainerstaaten und Südafrika, das mitunter zu den BRIC(S)-Staaten gezählt wird, auf einem etwas besseren Weg als der Rest.

MfG, Titus Feuerfuchs
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07.01.2013, 13:12
Beitrag: #25
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
(07.01.2013 05:50)Titus Feuerfuchs schrieb:  Zweitens gibt es (von Australien ev abgesehen) kein Industrieland in den Tropen bzw. Subtropen.
Was soll das mit dem Klima zu tun haben? Außerdem unterschlägst du uns einige Länder wie Taiwan, Singapur und Malaysia zum Beispiel. Die wirklich entwickelten Regionen Chinas liegen an der (zum Teil subtropischen Küste) und nicht in der Mandschurei oder Ostturkestan. Vietnam ist auch auf dem Weg dahin.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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07.01.2013, 15:28
Beitrag: #26
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
(06.01.2013 01:55)Paul schrieb:  
(05.01.2013 22:44)Harald1 schrieb:  West-Neuguinea mit einer Papuabevölkerung blieb bis 1963 niederländisch.

In diesen rd. 18 Jahren haben die Holländer praktisch nichts für die Entwicklung von West-Neuguinea (indonesisch jetzt Irian Barat) gemacht. Als Indonesien ultimativ die Angliederung des Landes verlangte,
gaben die Holländer widerstandslos nach. Ich frage mich, warum sie das Land behalten haben. Der einzige Grund ist die von Amerikanern betriebene Gold- ünd Kupfermine in Freeport, an deren Erträgen sich seitdem die korrupte indonesische Armee beteiligt hat.

Westpapua ist doch bis heute eine Kolonie. Die Kolonialmacht hat gewechselt. Wieso hat die Welt da zugeschaut?
Das geteilte Papua war sicherlich militärisch zu schwach um sich gegen die neue Besetzung effektiv zu wehren.

Die einheimische Bevölkerung hat zum 2. mal 2011 ihre Unabhängigkeit erklärt. Der Erklärung folgte eine Verhaftungswelle. Der Unabhängigkeitskampf wird auch militärisch geführt.

http://www.freewestpapua.de/index.php/al...sse-fallen

Das Rad läßt sich nicht mehr zurückdrehen. West-Neuguinea wird Indonesisch bleiben, daran ist nichts mehr zu ändern. Verantwortlich hierfür sind die Holländer, die wie gesagtkeinen Finger für das Land und seine Bevölkerung gerührt haben, und nach demobigen Zeitungsbericht die Amerikaner, denen die Indonesier als Kolonialherren lieber waren als die einheimischen Papua. Jetzt lernen und studieren Papuas an indonesischen Schulen und Universitäten, "von der Steinzeit an den Laptop". Was von den Greuelberichten über Taten der indonesischen Armee zu halten ist, kann ich nicht beurteilen. Die Armee muß sich natürlich gegen Angriffe von Aufständischen wehren. Nicht zu bestreiten ist die Korruption der indonesischen Armee und Polizei, aber darunter muß die indonesische Bevölkerung genauso leiden.

@Paul: wieso interessierst du dich für die Papua? Kommt das daher, daß die zusammen mit Melanesiern, Populationen auf den Philippinen und Australien am meisten Gene des Denisovamenschen haben?
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07.01.2013, 15:32
Beitrag: #27
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
Zitat:Verantwortlich hierfür sind die Holländer, die wie gesagtkeinen Finger für das Land und seine Bevölkerung gerührt haben
Die Holländer als Kolonialherren haben zu keiner Zeit das heutige Indonesien wirklich kontrolliert. Ihre Aktivitäten beschränkten sich auf Java und vielleicht noch Bali und die Molukken. Dabei blieben die traditionellen Wirtschafts- und Sozialstrukturen erhalten, auch die Missionierung war ihnen nicht so wichtig. Dabei muss erwähnt werden, dass die Niederländische Ostindienkompanie, die jahrhundertelang dort das Sagen hatte, eigentlich ein ausschließlich am Profit interessiertes Privatunternehmen war.

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07.01.2013, 15:51
Beitrag: #28
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Indonesiens
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07.01.2013, 21:24
Beitrag: #29
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
(06.01.2013 01:55)Paul schrieb:  
(05.01.2013 22:44)Harald1 schrieb:  West-Neuguinea mit einer Papuabevölkerung blieb bis 1963 niederländisch.

In diesen rd. 18 Jahren haben die Holländer praktisch nichts für die Entwicklung von West-Neuguinea (indonesisch jetzt Irian Barat) gemacht. Als Indonesien ultimativ die Angliederung des Landes verlangte,
gaben die Holländer widerstandslos nach. Ich frage mich, warum sie das Land behalten haben. Der einzige Grund ist die von Amerikanern betriebene Gold- ünd Kupfermine in Freeport, an deren Erträgen sich seitdem die korrupte indonesische Armee beteiligt hat.

Westpapua ist doch bis heute eine Kolonie. Die Kolonialmacht hat gewechselt. Wieso hat die Welt da zugeschaut?
Das geteilte Papua war sicherlich militärisch zu schwach um sich gegen die neue Besetzung effektiv zu wehren.

Die einheimische Bevölkerung hat zum 2. mal 2011 ihre Unabhängigkeit erklärt. Der Erklärung folgte eine Verhaftungswelle. Der Unabhängigkeitskampf wird auch militärisch geführt.

http://www.freewestpapua.de/index.php/al...sse-fallen


Wenn ich mich da noch mal einschalten darf.
Der Übergang Papuas von den Niederlanden an Indonesien ist damals 62/63 unter massiven Kriegsdrohungen Sukarnos vonstatten gegangen.
Der Verband der Blockfreien Staaten war eingeschaltet, Ägyptens Nasser versprach den Suezkanal für Niederländische Kriegsschiffe zu sperren, usw, usf.
so einfach und "keinen Finger rühren" ist das nicht abgelaufen.

Die Niederländer haben nach 45 auch einen kpl. Volksstamm aus Indonesien mit nach Holland genommen, da befürchtet wurde, dass die kpl. massakriert würden.
In den 70ern sind diese "Südmollukker" dann durch etliche Entführungen und Geiselmorde weltbekannt geworden.

Und noch die unausweichliche Anmerkung: Es gibt natürlich auch einen Bezug zur württ. Landesgeschichte, das bekannte Kapregiment wurde auf den Inseln des späteren Indonesiens vollends aufgerieben.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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07.01.2013, 21:45
Beitrag: #30
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
Die NZZ hat sich im September 2010 ebenfalls mit dem Thema befasst:


aus dem Link:
Zitat:./.
Drei Theorien

In der wissenschaftlichen Analyse unterscheidet man drei Theorien – den metropolitanen, den peripheriebezogenen und den internationalen Ansatz. Es gibt aber kein Generalmuster, jeder Dekolonisationsvorgang hat eine individuelle Geschichte in einer Kombination von verschiedenen allgemeineren Komponenten. Am offensichtlichsten zeigt sich das an einigen Unabhängigkeitsdaten: Vor 1960 erlangte das niederländische Indonesien 1949, das britische Ghana 1957 und das französische Guinea 1958 die Eigenständigkeit. Nach 1960 erhielt in den sechziger Jahren über ein weiteres Dutzend Länder die Eigenstaatlichkeit. Die Streuung könnte der Normalfall sein. Abgesehen vom Vorgang an sich ruft darum die Ballung von 1960 nach einer Erklärung.

./.

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07.01.2013, 22:21
Beitrag: #31
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
(05.01.2013 22:44)Harald1 schrieb:  West-Neuguinea mit einer Papuabevölkerung blieb bis 1963 niederländisch.

In diesen rd. 18 Jahren haben die Holländer praktisch nichts für die Entwicklung von West-Neuguinea (indonesisch jetzt Irian Barat) gemacht. Als Indonesien ultimativ die Angliederung des Landes verlangte,
gaben die Holländer widerstandslos nach. Ich frage mich, warum sie das Land behalten haben. Der einzige Grund ist die von Amerikanern betriebene Gold- ünd Kupfermine in Freeport, an deren Erträgen sich seitdem die korrupte indonesische Armee beteiligt hat.
Jein. Die Niederlande haben West-Neuginea damals (inoffiziel) wegen dem Erdöl und offiziel wegen der melanesische Bevölkerung behalten. Und eigentlich sollte West-Neuginea unabhängig werden und hätte sich dann wahrscheinlich mit Papua-Neuginea vereinigt. Das wollte jedoch Indonesien nicht und griffen West-Neuginea an. Darauf hin hat die USA und nacher auch die UNO die Niederlande gezwungen West-Neuginea an Indonesien zu übergeben. Eigentlich sollte es eine Volksabstimmung in West-Neuginea geben, ob es bei Indonesien bleiben will oder unabhängig werden will. Die wurde aber von Indonesien manipuliert, was abe rkeinen wirklich interessiert hat.

"Auflehnung ist das heiligste aller Rechte und die notwendigste aller Pflichten."
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07.01.2013, 22:28
Beitrag: #32
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
(07.01.2013 05:20)Titus Feuerfuchs schrieb:  Richtig.
Auch wenn's so mancher nicht glauben mag, sind Nationalstaaten nicht zwangsweise das schlechteste Modell.
Er ist allerdings nur dort erfolgreich, wo sich Menschen auch als eine Nation begreifen, was in Afrika eben nicht der Fall ist. Da ist der eigene Stamm/Clan wichtiger. Ein gutes Beispiel ist dafür Somalia. Somalia ist ethnisch fast homogen, denn ein größteil der Einwohner sind Somalis. Trotzdem herrscht dort seit Jahren ein brutaler Bürgerkrieg, da sich die Somalis nicht als eine Nation/Volk begreifen, sondern als Mitglieder einzelner Stämme.
Eigentlich hätte man in Afrika Stammesstaaten/Clanstaaten gründen müssen.

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07.01.2013, 22:30
Beitrag: #33
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
(07.01.2013 05:27)Titus Feuerfuchs schrieb:  
(06.01.2013 11:30)913Chris schrieb:  [...]Der Kern der afrikanischen Probleme liegt darin, dass der gesamte Kontinent nicht aus Nationalstaaten besteht. [...]

Sehr richtig, das ist ein zentraler Aspekt in dieser Problematik.

Off-topic Frage:
Warum versucht man in Europa dann eben dieses Problem politisch herbeizuführen (Migration, sog. Metropolregionen, EU-Politik,..)?
Europa funktioniert aber auch anders aös Afrika. Hier haben andere Dinge eine größere Bedeutung.

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07.01.2013, 22:35
Beitrag: #34
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
(07.01.2013 15:28)Harald1 schrieb:  Das Rad läßt sich nicht mehr zurückdrehen. West-Neuguinea wird Indonesisch bleiben, daran ist nichts mehr zu ändern.
Natürlich lässt sich das noch ändern. Osttimor war auch lange Zeit indonesisch und ist inzwischen unabhängig.

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07.01.2013, 23:05
Beitrag: #35
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
(07.01.2013 22:35)Annatar schrieb:  Natürlich lässt sich das noch ändern. Osttimor war auch lange Zeit indonesisch und ist inzwischen unabhängig.
Schlechtes Beispiel: Erstens geschah das blutig und zweitens schielt Indonesien nur darauf, auf dieses Chaos wieder die "Schutzmacht" zu spielen.

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08.01.2013, 07:09
Beitrag: #36
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
(07.01.2013 13:12)Arkona schrieb:  
(07.01.2013 05:50)Titus Feuerfuchs schrieb:  Zweitens gibt es (von Australien ev abgesehen) kein Industrieland in den Tropen bzw. Subtropen.
Was soll das mit dem Klima zu tun haben?

Das ist doch offensichtlich.

Die armen (Low income coutries, 2. Grafik), bzw. die 48 ärmsten (Least developed countries, 3. Grafik), konzentrieren sich ganz überwiegend in den Tropen und Subtropen. Somit besteht m.E. eine Korrelation, die ev. auch damit begründet ist, dass heißes Klima nicht sonderlich produktionsfördernd wirkt.

(07.01.2013 13:12)Arkona schrieb:  Außerdem unterschlägst du uns einige Länder wie Taiwan, Singapur und Malaysia zum Beispiel. Die wirklich entwickelten Regionen Chinas liegen an der (zum Teil subtropischen Küste) und nicht in der Mandschurei oder Ostturkestan. Vietnam ist auch auf dem Weg dahin.

Zugegeben, es gibt (kleine) Ausnahmen. Malaysia wird allerdings zu den Schwellenländern gezählt.



Der Human Development Index ist als Vergleichsgröße jedoch geeigneter als das reine BIP pro Kopf, welches für die LIC (zweite Grafik, BIP pro Kopf im Jahr 2001unter 745 Dollar) herangezogen wird, da er auch andere Faktoren, wie Lebenserwartung oder Alphabetisierung berücksichtigt.
Die zehn letzten Staaten liegen alle in Zentralafrika, Kongo trägt die rote Laterne;schlechtestes außerafrikanisches Land ist Afghanistan, das beste weltweit Norwegen.

Die Zahlen sind von 2011 und zeigen, dass die außerafrikanischen Entwicklungsländer, von Ausnahmen wie Afghanistan oder Haiti mal abgesehen, durchwegs besser dastehen.



[Bild: 800px-Human_Development_Index_2011.PNG]

http://de.wikipedia.org/wiki/Human_Development_Index




[Bild: 800px-Weltarmut.png]

http://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklung....28LLDC.29

Die Zahlen sind allerdings leider von 2001 und damit nicht mehr ganz aktuell...Undecided


[Bild: 800px-Least_Developed_Countries_map.svg.png]

http://de.wikipedia.org/wiki/Least_Developed_Countries


(Off topic zur HDI-Karte: Anmerkung für diejenigen, die gerne mit dem Kommunismus liebäugeln: Wo liegen auf der Karte die kapitalistischen Hochburgen des Westens und wo die kommunistischen und postkommunistischen Staaten?Smile )

MfG, Titus Feuerfuchs
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08.01.2013, 07:30
Beitrag: #37
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
Naja. Haiti ist im Grunde Afrika. Auch schon fast ewig (seit Napoleon) unabhängig und nix gebacken bekommen, obwohl damals quasi ein Kronjuwel in der Karibik.

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08.01.2013, 10:02
Beitrag: #38
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
(07.01.2013 22:28)Annatar schrieb:  
(07.01.2013 05:20)Titus Feuerfuchs schrieb:  Richtig.
Auch wenn's so mancher nicht glauben mag, sind Nationalstaaten nicht zwangsweise das schlechteste Modell.
Er ist allerdings nur dort erfolgreich, wo sich Menschen auch als eine Nation begreifen, was in Afrika eben nicht der Fall ist. Da ist der eigene Stamm/Clan wichtiger. Ein gutes Beispiel ist dafür Somalia. Somalia ist ethnisch fast homogen, denn ein größteil der Einwohner sind Somalis. Trotzdem herrscht dort seit Jahren ein brutaler Bürgerkrieg, da sich die Somalis nicht als eine Nation/Volk begreifen, sondern als Mitglieder einzelner Stämme.
Eigentlich hätte man in Afrika Stammesstaaten/Clanstaaten gründen müssen.


Was ja de facto dasselbe wäre. Ein Staat, der sich auf eine Volkszugehörigkeit, bzw. die Zugehörigkeit zu einer best. Gruppe definiert. Staaten mit homogener Bevölkerung haben sich des Öfteren als sehr stabil erwiesen, während ethnische Minderheiten oder Völker, die gegen ihren Willen einem Staat zugeteilt wurden, einen beständigen Konfliktherd bilden (können).

Erinnern wir uns übrigens, dass sich in Europa auch oft Völker derselben Ethnie bekämpft hatten, (z.B. Kriege zwischen Österreich und Preußen, Balkankonflikt) und nicht alle Völker (z.B.Franzosen, Ungarn, Niederländer oder Deutsche) im selben Staat leben.

MfG, Titus Feuerfuchs
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08.01.2013, 12:52
Beitrag: #39
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
Wenn ich mir nur die erste Karte mit dem HDI-Index genauer ansehe, fällt mir schon einiges auf. Südlich der Mittelmeerantainer sehe ich in rot, die riesigen, dünn besiedelten Sahelflächenländer. Staaten denen man die Kolonialismusreißbrettaufteilung schon auf den ersten Kartenblick ansieht. Diese Gebiete sind im Norden Wüste und im Süden idR Trockensteppe. Um ihre traditionelle Nutzung nachvollziehen zu können, müßte man tiefer in die Geschichte einsteigen. Vermutlich waren sie Hirtenhinterland und Handelsdurchzugsgebiet. Sie haben kein Potential als eigenständige Staaten, es sei denn kurzfristig, wenn es Bodenschätze wie Erdöl gibt. Einzelne Besiedlungsschwerpunkte mag es an Oasen oder Flussläufen geben, diese waren und sind durch klimatische Einflüsse extrem bedroht. Menschen, die in solchen Gebieten als Hirten, Händler oder Bauern leben, sind auf die Solidarität von Nachbarn angewiesen. Ähnliche Verhältnisse wie in den arabischen Staaten oder im asiatischen Steppengürtel, mit einer Tendenz zu Stammesgesellschaften.
Die Solidarität im Krisenfall funktionierte personen/familien/stammgebunden und bezog sich nicht so sehr auf ein Staatsgebiet mit festen Grenzen.

Südlich des riesigen Sahelgürtels, der schon optisch zum Negativeindruck über Gesamtafrika beiträgt, sehe ich an den Küsten durchaus Länder, die den Anschluss in orange und gelb schaffen können, wie z.B. Ghana. Nigeria hätte auch das Potential, ist aber seit jeher durch ethnische und religiöse Konflikte zerrissen.
Die Betrachtung des nördlichen Afrikas sollte nur ein Beispiel sein, um zu zeigen, dass der oberflächliche Blick auf die HDI-Weltkarte und andere Karten mit dem Ergebnis: Afrika alles rot = alles schlecht, mich nicht weiterbringt. Und Afrika als ganzes sicher auch nicht, dazu ist es zu groß und vielgestaltig.
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08.01.2013, 13:26
Beitrag: #40
RE: Welchen Einfluß hatte der 2. WK auf das Ende des Kolonialismus?
(07.01.2013 22:35)Annatar schrieb:  
(07.01.2013 15:28)Harald1 schrieb:  Das Rad läßt sich nicht mehr zurückdrehen. West-Neuguinea wird Indonesisch bleiben, daran ist nichts mehr zu ändern.
Natürlich lässt sich das noch ändern. Osttimor war auch lange Zeit indonesisch und ist inzwischen unabhängig.

Osttimor war kurze Zeit indonesisch. Hier waren die politischen Interessen ganz anders. West-Neuguinea ist nicht Osttimor und keine Großmacht wird sich für die Papua einsetzen. Australien hat 1963 nichts unternommen und wird jetzt erst recht nichts unternehmen.

In den 18 Jahren als Westirian noch holländisch war hat Holland keinen Finger gerührt um das Land zu entwickeln.
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