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Presseschau Keine Angst vor Deutschland
27.12.2012, 11:31
Beitrag: #1
Presseschau Keine Angst vor Deutschland
Die NZZ von heute mit einem Gastkommentar

Zitat:Wohin mit den Deutschen in Europa? Die deutsche Frage hat über weite Strecken die neuere europäische Geschichte bestimmt: Einerseits war Deutschland zu klein oder nicht mächtig genug, um die Geschicke Europas zu bestimmen. Andererseits war es zu gross, um sich ohne weiteres harmonisch in das europäische Mächtekonzert einzufügen. Doch die Euro-Krise stellt die deutsche Frage, das Paradoxon deutscher Macht, ganz neu: «Deutsche Macht fürchte ich heute weniger als deutsche Untätigkeit.» Mit diesem bemerkenswerten Satz erteilte der polnische Aussenminister Sikorski in Berlin der traditionellen Angst vor einem übermächtigen Deutschland eine Absage. Und machte gleichzeitig deutlich, wie stark sich Deutschlands Rolle und Wahrnehmung in Europa im Zuge der europäischen Schuldenkrise verändert hat. Wieder einmal steht die deutsche Frage im Zentrum europäischer Politik.
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Die Euro-Krise hat alles geändert. Plötzlich dreht sich wieder alles um Deutschland. In der Euro-Krise wird Deutschlands wirtschaftliche Stärke zur Quelle politischer Stärke. Keine Rede mehr vom wirtschaftlichen Riesen, der politisch ein Zwerg ist. Die ganze EU-Rettungspolitik hängt letztlich von der Stärke der deutschen Wirtschaft und der Zahlungsfähigkeit des deutschen Staates ab. In anderen europäischen Staaten feiern antideutsche Ressentiments fröhliche Urständ. Weil die deutsche Politik darauf besteht, dass es Hilfe nur dann gibt, wenn sich die betroffenen Staaten einem rigiden Sparprogramm unterwerfen, ist von deutscher Arroganz und Dominanz die Rede. Deutsche Führung wird eingefordert. Aber allzu oft verbirgt sich dahinter nur der Wunsch, dass Deutschland endlich die Geldschleusen öffnet und mit grossen Rettungsschirmen und einer Vergemeinschaftung der Schulden die Krise endlich beendet.
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Der Balanceakt ist der Kanzlerin bisher meisterlich gelungen. Zumindest, wenn man ihre Popularität in Deutschland als Massstab nimmt. Natürlich gibt es von vielen Seiten scharfe Kritik an der Austeritätspolitik der Deutschen. Aber es bleibt festzustellen, dass Deutschland in der Euro-Krise tatsächlich eine führende Rolle innehat. Die Führung, die Merkel ausübt, ist unbequem. Vielleicht wirkt der deutsche Ansatz zu langsam. Vielleicht erforderte die Krise entschlosseneres Handeln. Doch das ist hier nicht die Frage. Wichtig ist die Feststellung, dass Deutschland Führung ausübt.

Deutsche Führung in der Euro-Krise basiert auf einer Kombination aus «hard power» und «soft power». Der Aspekt der «hard power» liegt auf der Hand: Deutschlands wirtschaftliche Stärke und Zahlungsfähigkeit ist die Conditio sine qua non aller Rettungsmassnahmen. In Deutschland sagt man: Wer zahlt, schafft an. Das heisst: Wer das Geld hat, darf und muss auch entscheiden. Diese Logik gilt auch in der Krise und hat Deutschland zum starken Mann Europas gemacht.

zum weiterlesen
http://www.nzz.ch/meinung/debatte/keine-..._am_Morgen

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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