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Die Erfindung der Kindheit
23.12.2012, 21:52
Beitrag: #27
RE: Die Erfindung der Kindheit
(23.12.2012 17:01)Bunbury schrieb:  
(23.12.2012 11:45)Suebe schrieb:  Natürlich musste der jeweilige Beruf erlernt werden.
Studiert wurde seit dem ausgehenden Mittelalter, die vielen Fürstenspiegel als Lehrbücher für den Hochadel gab es auch schon lange.

Aber das sind alles Teilaspekte.

Dann vermag ich dir so langsam nicht mehr zu folgen. Welche Teilaspekte fehlen denn? Denn es müssen ja welche fehlen, wenn die Teilaspekte vorher alle keine Rolle spielen.

Und jetzt komm nicht damit, daß die Kinder seit der Aufklärung ausschlißlich zur Schule gehen mußten. Ich kenne noch heute Kinder, die im elterlichen Geschäft aushelfen müssen, auch wenn das natürlich heute immer seltener wird.

Ich sehe das ganze nach wie vor nicht als Ergebnis eines aufklärerischen Prozesses, sondern als Ergebnis eines immer höheren materiellen Wohlstandes. Zuerst konnte man es sich leisten, auf einen Teil der kindlichen Arbeitskraft zu verzichten, damit die Kinder lesen, schreiben und rechnen lernen konnten. Mit steigendem Wohlstand wurde das immer mehr, bis die Kinder gar nichts mehr beitragen mußten.
Und heute fürchte ich, bin ich zynisch genug, daß ich mich Susanne Geschkes Meinung anschließe und glaube, daß man einfach die Kinder als Zielgruppe entdeckt hat...

(23.12.2012 18:16)913Chris schrieb:  Ich möchte daran erinnern, dass die Welt nicht nur aus (Mittel-)Europa besteht... Wink

Die Antike kannte auch schon einen gesonderten Lebensabschnitt "Kindheit". Aus dem alten Ägypten kennen wir - allerdings nur für die Oberschicht - Kinderspielzeug. Das deutet darauf hin, dass man Kinder nicht als zu klein geratene Erwachsene behandelte.
Auch die Griechen - speziell die Athener - die die Schule als solche erfanden und bei denen Plato (oder war´s Sokrates?) klagte, dass die Kinder ihre Eltern und Lehrer ja sooo schlecht behandelten (!), kannten eine Kindheit als solche. Dito die Römer, auch hier gelehrige Schüler der Griechen.
Erst mit dem Ende der Antike ging diese Erkenntnis verloren und musste 1300 Jahre bis zur Wiederentdeckung warten.

Außerhalb Europas fallen mir spontan die Maya ein, die ihren Kindern auch zumindest die ersten Lebensjahre eine "echte" Kindheit gönnten.

VG
Christian

Selbstzitat:
Aber die Vorstellung, dass ein Kind eine besondere Phase der Erziehung braucht, eine geschützte Zeit in der es das lernt, was es für das Leben braucht, ist erst in der Aufklärung entstanden.
Die Idee, dass sich ein Mensch im Laufe seines Lebens verändert, konnte erst in einer Gesellschaft entstehen, die selbst auf Veränderungen und Neuheiten ausgelegt war.
Die Feudalgesellschaft zuvor lebte im Bewusstsein einer unveränderlichen Ordnung und hatte ein starres Bild vom Kind als kleinem Erwachsenen.
Zitatende

Das ist der Punkt.
Wenn man pro Fürstenkind hunderttausend ander Kinder, denen die Kindheit verwehrt war, rechnet, haben wir doch den Teilaspekt, der auf das Ganze gerechnet keine Rolle spielt.

Für den/die die nicht zum Herrschen bestimmt waren, war die Kindheit sehr kurz, ging sie bis zum 6. maximal 7. Lebensjahr.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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